Das ist individuell.
Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Nähe/Distanz und zumindest gedanklichem Austausch und Wertschätzung.
Bei einem überwiegt sehr stark das Nähebedürfnis, bei dem anderen das Distanzbedürfnis.
Aber komplett abgeschottet und vereinzelt mit 0 Kontakt, nicht einmal gedanklichem Austausch mit seinen Mitmenschen, ist für >90% der Menschen auf Dauer eher wie Folter als wünschenswert.
Man kann seine Lockerheit verlieren, sein normales soziales Verhalten, zum Teil sein Selbstbewusstsein, man wird unsicherer. In Ausnahmefällen gibt es aber selbst solche Menschen, die jeden Kontakt meiden, was zum Teil aber (vllt zu Unrecht, vllt zu Recht?) als Persönlichkeitsstörung oder psychische Störung gesehen wird.
Aus diesem Grund lassen sich so viele Menschen schlecht behandeln - sei es in der Partnerschaft oder im Berufsleben. 1.Grund ist finanziell (Geld), 2.Grund emotional (Einsamkeit), 3.Grund sozialer Status (Wertschätzung).
Wären Menschen von Natur aus Einzelgänger, gäbe es viel weniger Probleme und man würde sich schneller trennen/kündigen. Aber so ist es schwer, immer konsequent zu bleiben und das durchziehen, was man sich vornimmt, da man eben auf Geld, Gesellschaft und soziales Ansehen/Integration verzichten muss.
Folge: Die Leute quälen sich oft jahrelang in schlimmen Partnerschaften und harten Jobs.
Das heißt selbst das ist für sie angenehmer, als nicht mehr richtig gesellschaftlich integriert zu sein.
Es hängt auch vom individuellen Selbstbewusstsein und der Fähigkeit ab, alleine gegen den Strom zu schwimmen und sich auf seine eigene innere Stimme zu verlassen - entgegen dem Umfeld, in dem man lebt.
Die Antwort auf deine Frage ist also ja, da es zumindest ein paar Menschen gibt, die komplett alleine glücklich sind.
Ob diese Menschen eine Persönlichkeitsstörung haben oder nicht, weiß ich nicht.
Der Durchschnittsmensch wird mit der Zeit Probleme haben, wenn er komplett alleine für sich lebt ohne Austausch.
In der Geschichte gab es viele Eremiten, christliche Heilige, Aussteiger, Philosophen, Schriftsteller, Künstler, Maler, Politiker, Schauspieler, die die Einsamkeit bevorzugen, z.B. Nikola Tesla, Karl Lagerfeld, Fernando Pessoa, Antonio Salazar, Keanu Reeves usw.
Bei Frauen kommt dieses Phänomen glaube ich seltener vor als bei Männern. Die sind anscheinend von Natur aus eher sozial veranlagt, was man ja auch im Alltag erkennen kann an der Leidensfähigkeit von Frauen in Partnerschaften und Berufen. Meistens dulden Frauen viel mehr Ungerechtigkeiten als Männer, um möglichst Teil von irgendeiner Gruppe oder Partnerschaft oder System bleiben zu können. Männer können es eher aushalten außerhalb von sozialen Gruppen zu stehen - sei es als Selbständiger, im Gefängnis, als Outlaw, als Nerd oder als Obdachloser.