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Kann ihre Nähe nicht mehr ertragen

  • Starter*in Starter*in LetLoveRule
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L

LetLoveRule

Gast
Hallo Community,
ich habe mich vor ein paar Tagen angemeldet und möchte mit diesem Post mich vorstellen und gleichzeitig mein Päckchen vortragen welches ich zu tragen habe.

Ich bin verheiratet und wir haben 3 schulpflichtige Kinder. Meine Frau und ich haben uns relativ spät kennengelernt, es war für uns beide 'die Liebe des Lebens', geheiratet haben wir weil wir zusammen Kinder haben wollten.
Vor etwa 3 Jahren fing sie an sich zu verändern, wurde einsilbig, unruhig, hörte (wie ich später erfuhr) Stimmen und wollte sich schliesslich umbringen. Nach vielen Untersuchungen dann die Diagnose: Verdacht auf MS. Die Ärzte haben uns beruhigt, es sei ja nicht so schlimm, die Angstzustände könnten medikamentös unterdrückt werden, wird schon nicht wieder auftreten. Dabei kam aber auch heraus dass sie vor unserer Ehe schonmal mindestens einen MS Schub gehabt haben musste denn die Narben waren auf dem Röntgenbild deutlich zu erkennen. Sie konnte sich daraufhin auch erinnern dass sie mal an Taubheitsgefühlen in den Armen litt. Ich muss noch hinzufügen dass ihre Mutter und ihre ältere Schwester an Schizophrenie leiden, beide sind in ärztlicher Behandlung und werden mit Medikamenten 'ruhiggestellt' (Suizidgefahr), wie meine Frau inzwischen auch. Auch geht sie regelmässig in eine Therapie und kommt mit sich selbst soweit klar.

Leider komme ich jetzt nicht mehr klar. Durch ihre Krankheit und die Medikamente hat sie sich sehr verändert. Sie ist ständig müde, schläft oft den ganzen Tag und ist dafür oft die halbe Nacht auf. Sie kann keine Ordnung halten und vergisst ständig irgendwelche Dinge. Auch äusserlich hat sie sich verändert, sie hat stark zugenommen, hat angefangen zu rauchen und vernachlässigt ihr Aussehen. Mit einfachen Worten: ich erkenne sie nicht wieder. Wenn mir ein Foto von früher in die Hände kommt könnte ich heulen. Das ist nicht die Frau die ich mal liebte, diese Frau hätte ich niemals geheiratet. Ich kann keine Nähe mehr zu ihr entwickeln, im Gegenteil, ich versuche immer mehr Abstand zu ihr zu bekommen, es geht mir in ihrer Nähe nicht mehr gut, bin traurig, depressiv, wütend.

Seit einem Jahr schlafe ich im Kinderzimmer, jetzt habe ich angefangen den Hobbyraum auszubauen, ich werde dann dort schlafen. Meine Frau sagt ich könnte ja ausziehen was ich aber nicht möchte da ich meine Kinder sehr liebe und jede Minute in ihrer Nähe geniesse. Ich bin selbstständig und habe inzwischen mein Büro aufgegeben um mich mehr um die Familie kümmern zu können. Leider leidet darunter meine Erwerbsttätigkeit, noch kann ich uns über Wasser halten aber wenn nicht bald eine Änderung eintritt werden wir auch Geldsorgen haben.

Ich weiss nicht wie ich das beschreiben soll aber ich fühle mich irgendwie um mein Familienglück und meine Zukunft 'betrogen'. Ich habe Angst dass es ihr irgendwann so schlecht geht dass sich alles nur noch um ihre Krankheit dreht. Ich bin normalerweise ein sehr aktiver Mensch, mein einstiger Chef hat mir immer die Aufgaben gegeben an denen andere zuvor gescheitert sind. Auch als Freiberufler war ich erfolgreich. Jetzt fühle ich mich ausgebrannt. Mir gehen 1000 Dinge im Kopf rum, schaffe es aber nicht auch nur eines davon anzupacken bzw. zu Ende zu bringen. Ich habe angefangen sehr viel Sport zu treiben vmtl. weil ich dadurch eine Zeitlang 'raus' komme.

Ich weiss nicht welche Erwartungen ich an diesen Post knüpfen soll und ob ich evtl. 'unangenehme' Antworten überhaupt verkrafte. Es wäre schön wenn jemand ähnliche Problem hat/hatte und ich daran teilhaben könnte.

Ach ja, Paarberatung / gemeinsame Gespräche mit ihrem Therapeuten haben wir bereits hinter uns.
 
hmm ich weiss nicht recht wie ich deinen text deuten soll!einerseits kann ich dich verstehen!andererseits nicht!deine frau hat sich verändert,sie ist krank,sie ist vielleicht nicht mehr so schön und fit wie früher,doch wenn du sie deswegen nicht mehr liebst,dann hast du sie nie geliebt!wenn ich einen mann hätte der später psychisch erkrankt und meinetwegen 100 kilo zunimmt,würde ich trotzdem bei ihm bleiben!es geht mir nicht darum wie er aussieht oder ob er sich von der art her verändert hat,es geht mir darum das ich diesen menschen liebe!gerade deswegen solltest du deiner frau gegenüber nicht so hart sein!du solltest kämpfen,ihr helfen,ihr mut zusprechen,sie lieben in der hoffnung das sie ihre krankheit besiegt!aber was machst du?stattdessen heulst du rum und beschwerst dich über ihr aussehen,dass sie nicht mehr das ist was sie mal war!du hast sie niemals geliebt,denn wenn doch würdest du jede seite,jede art und jede form von ihr lieben,du hast dich in eine seite von ihr verliebt,nicht in alle!sie tut mir leid und das du nur wegen deinen kindern zuhause wohnst ist ja wohl auch nicht die optimale lösung!
 
Hi,
ich glaube, ich kann dich verstehen.
Das schlimmste, was du jetzt aber tun kannst, ist eure Existenz noch aufs Spiel setzen, also arbeite weiter.
Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und du bist nicht verpflichtet dazu, dich und dein Leben aufzugeben für irgend jemand anderes. So wie du schreibst, hat sie dir ja auch einige wichtige Kleinigkeiten vor der Ehe verheimlicht oder?
Es heißt zwar, bis das der Tod euch scheidet, aber das kann auch der Beziehungstod sein.

Ich finde es toll, dass du dich um die Kinder sorgst und kümmerst, denn die brauchen dich nun wohl sehr, wie sich deine Geschichte anhört. Für die Kinder solltest du auch Verantwortung übernehmen, denn sie sind ja noch nicht erwachsen.
Es gibt Krankheiten, da wird es nun mal nicht mehr besser, sondern eher noch schlimmer. Ich weiß nicht, wie das bei deiner Frau ist. Sollte Besserung in Sicht sein, dann kämpfe, solange du die Kraft dafür hast, ohne dich selbst ganz aufzugeben.
Ich möchte dir den Tip noch geben, nicht zu sehr auf das geschriebenen von Girl 16 zu achten.
Liebe kann auch zerstört werden.
Vielleicht würde deiner Frau ja auch eine Geistheilerin oder ähnliches helfen. Schon mal darüber nachgedacht?

Wünsche dir viel Kraft und treffe die richtige Entscheidung.

Drück dich
Trauerträne

Ach ja. Manchmal ist es ganz gut loszulassen...damit neues wachsen kann.
 
Hallo.

Lebst du nur noch wegen deiner Kinder dort? Und einem schlechten Gewissen ihrer Krankheit wegen?

Die Kinder sind sicher der Hauptgrund. Und die Angst davor sozial abzusteigen falls es zu einer Scheidung kommen sollte. Ein schlechtes Gewissen ... weiss nicht ob das die richtige Formulierung ist. Ich möchte sie keinesfalls im Stich lassen, ich wäre bereit alles was ich habe ihr zu geben wenn sicher wäre dass das für ihre und die der Kinder die richtige Entscheidung wäre.

Girl16: Ich habe sie geliebt, ich bin mir da völlig sicher. Und ich bin nicht der Mensch der leicht aufgibt, im Gegenteil. Ich bin sehr geduldig und zäh und überdenke alle Entscheidungen sehr gewissenhaft.
Ich habe auch nicht geschrieben dass ich sie nicht mehr liebe, oder habe ich das? Ich liebe sie jedenfalls immer noch aber anders und leider nicht so wie ich mir das für eine innige Beziehung wünschen würde. Eigentlich mag ich das Wort 'Liebe' gar nicht benutzen denn jeder hat unter dem Begriff andere Vorstellungen. 'Lieben'... heisst auch ohne Angst sein vor Nähe. Und das ist der Punkt. Ihre Nähe lähmt mich, erinnert mich an glückliche Zeiten, macht mich traurig und wütend zugleich. Ich ertrage keine Berührungen mehr, keine Zärtlichkeiten, in mir hat sich was quergestellt. Ich weiss nicht wie ich das beschreiben soll.

Besserung... sehr unwahrscheinlich. Die Ärzte schrieben im Bericht zwar nur 'Verdacht', ich habe mich mit den Unterlagen an einen anderen Arzt gewandt. Der meinte das sei eindeutig MS, die Röntgenbilder, der Verlauf der Krankheit ... sei typisch. Und dass man mit allem rechnen muss. Die Formuliertung 'Verdacht auf MS' sei üblich um dem Patienten nicht völlig vor den Kopf zu stossen.

Geistheilerin... was ist das ? Ich glaube leider nur an Dinge die ich sehe und verstehe, falls das irgendwas Nebulöses sein sollte an das man einfach glauben muss damits funktionieren soll kann ich mich damit nur schwer anfreunden. Aber ich würde alles versuchen was Aussicht auf Besserung hat. Aber wie oben geschrieben ... Besserung aus Sicht der Medizin ... unwahrscheinlich.

Verheimlicht ... sie war beim Arzt der geplanten Kinder wegen da ja eine familiäre Vorbelastung gegeben war. Ich habe mich da auf sie verlassen als sie sagte da sei keine Gefahr dabei bzw. sei unwahrscheinlich. Ich kann ihr das nicht vorwerfen, schliesslich habe ich mich damals auch nicht weiter um Informationen gekümmert.

'Beziehungstod' .... Sie leidet auch unter der jetzigen Beziehung doch weiss sie ja auch keine Lösung.

Ich erwarte von euch auch keine fertigen Lösungen, vielleicht Verständnis?

Danke für die Antworten.
 
Hallo LetLoveRule,

mmh vielleicht wäre der direkte Weg der Beste. Etwa so ...

"Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder unser gemeinsammes Leben versandet und wir geben uns gegenseitig auf. Oder wir packen es an und holen aus dem Rest der uns bleibt raus, was raus zu holen ist.
Ich für meinen Teil möchte nicht weiter zusehen, wie du in Argonie verfällst. Ich möchte Leben und zwar mit DIR. Wie schaut es aus? Gibst du auf oder packen wir es an? Pfeif einfach mal drauf, was alles andere meinen, sagen und Urteile dir erzählen."

"So lange die dicke Frau noch singt, ist die Oper nicht aus!!!"

Jun
 
Guten Morgen! 🙂

Du hast deine Geschichte aus deiner Sicht geschrieben.. kannst du uns auch ein bisschen davon erzählen, wie deine Frau das Ganze sieht?
Was empfindet sie denn noch für dich? Was sagt sie dazu, dass ihr nicht mehr im selben Zimmer schlaft? Vermisst sie die Zärtlichkeiten, merkt sie, dass du ihre Nähe nicht ertragen kannst?

Hast du sie denn schonmal auf ihr Äußeres angesprochen? Zunehmen ist doch ein "Problem", dass man in Angriff nehmen kann. Ich weiß natürlich nicht, in wiefern das alles mit der Krankheit zusammenhängt, und was man überhaupt machen KANN, aber wenn sie das WILL, ist doch bestimmt was möglich, oder nicht?

Wie stellst du dir denn eure Zukunft vor? Möchtest du dein Leben weiterhin mit ihr verbringen, oder sehnst du dich danach, noch einmal neu anzufangen?

Wie alt sind denn deine Kinder, und wie kommen sie mit der Situation bei euch zu Hause klar?

Liebe Grüße 🙂
Schneee
 
Hallo,

ganz kurz zu den Fragen, ansonsten muss erstmal das richtig verdauen was ihr so geschrieben habt.

Meine Frau leidet natürlich darunter, sie ist aber zu stolz um das zuzugeben.
Sie liebt mich, jedenfalls sagt sie das. Auch würde sie mich gehen lassen, wenn es ihr auch weh tun würde. Zärtlichkeiten vermisst sie natürlich, ich vermisse sie aber auch. Äusseres ansprechen: feste-wink-mit-dem-Zaunpfahl, hat sie schon verstanden, aber irgendwie fehlt ihr die Energie um da was zu bewegen. Das Übergewicht kommt a) von den Medikamenten und b) weil sie eben inaktiv ist, viel schläft, kommt auch von den beruhigenden Medikamenten. Es ist aber auch nicht so dass mich das Übergewicht so sehr stört oder gar anekelt. Mir ist gerade ein Gedanke gekommen: Vielleicht ist es eher so dass ich Distanz brauche um über meine/unsere weitere Zukunft in Ruhe nachdenken zu können ?

Zukunft: Eine gemeinsame Zukunft in Form einer 'normalen Ehe' kann ich mir nicht vorstellen. Ich versuche gerade mich mit dem Gedanken anzufreunden getrennte Wohneinheiten zu haben und dass man sich mehrmals täglich sieht z.B. zum Essen. Am liebsten wäre es mir natürlich wenn ich eine intakte Familie hätte so dass die Kinder (8-12 Jahre) behütet aufwachsen können.

Eine neue Beziehung...würde mich vmtl. momentan überfordern. Ich konnte mich bislang auf nichts einlassen, totale Blockade. Ich bewundere irgendwie die Leute die sich ungeachtet ihrer familiären Bindungen Hals-über-Kopf neu verlieben können und schwuppdiwupp eine neue Familie gründen. Aber vielleicht bin ich nur noch nicht der Richtigen begegnet ? Aber schon der Gedanke daran macht mir Angst vor den Konsequenzen.

Danke euch allen.
 
Ich könnte mir vorstellen, deine Frau lässt sich so gehen, weil sie merkt und/oder weiss, wie sehr du dich von ihr abgestoßen fühlst.
 
Zärtlichkeiten vermisst sie natürlich, ich vermisse sie aber auch.
Hmm.. wenn ihr sie doch beide vermisst.. was hindert euch denn dann dran? Man muss ja nicht gleich miteinander schlafen.. aber einfach mal in Arm genommen werden.. einfach so, ohne besonderen Anlass.. wäre das nicht mal ein Anfang? 🙂

aber irgendwie fehlt ihr die Energie um da was zu bewegen.
Fehlt ihr die Energie im Sinne von "kein Bock", oder ist das auf Grund ihrer Krankheit nicht möglich? In wiefern bekommt sie denn ihre eigenen Veränderungen mit, und wie sehr stören sie die?
Ich gehe einfach mal davon aus, dass ihr in Sachen Medikamenten schon das Optimum gefundne habt, oder? Obwohl es sich natürlich leider überhaupt nicht so anhört.

Vielleicht ist es eher so dass ich Distanz brauche um über meine/unsere weitere Zukunft in Ruhe nachdenken zu können ?
Wie würde diese Distanz denn für dich aussehen? Weil innerlich hast du dich doch schon von ihr distanziert, oder? 🙄


Nochmal zu den Kindern: Wie sehr bekommen die das alles mit? Leiden sie darunter, oder verstehen sie das schon alles? Kann sich deine Frau noch um die Kinder kümmern?


Alles Gute 🙂
Schneee
 
Hallo LetLoveRule


Ja es ist nicht leicht wenn ein Mensch sich verändert.

Aber ich habe das Gefühl das Du mit der Krankheit Deiner Frau überhaupt gar nicht klar kommst.

Du siehst das was mal war die Vergangenheit wie sie mal war wo alles noch glatt gelaufen ist, wo sie schlank war wo sie perfekt war.
Jetzt ist sie nicht mehr perfekt, weder körperlich noch psychisch was auf Grund der Erkrankung die sie hat normal ist.

Ich habe das Gefühl sie hat sich aufgegeben, sie ist durch die MS eingeschränkt und leidet darunter das sie nicht mehr so kann wie sie einmal konnte.

Du solltest an Dir arbeiten !! Du solltest lernen die Krankheit zu akzeptieren, anstatt in der Vergangenheit zu hängen wo alles perfekt war.

Ich find es ehrlich gesagt traurig das der Mensch perfekt sein muss um geliebt zu werden, daß ist in meinen Augen dann auch keine wahre Liebe sondern eine Liebe die auf Äußerlichkeiten aufgebaut war.

Du fühlst dich um Deine Zukunft "betrogen"
Was meinst Du wie es ihr geht meinst Du sie empfindet nicht so ?
Sie muss die Krankeit ertragen die sie immer mehr einschränken wird und ihre Lebensqualität immer drastischer verschlechtern wird.

Ich schreib das jetzt aus meiner Sicht, da ich selber chronisch krank bin und auch ziemlich eingeschränkt bin in meinen Aktivitäten. Ich möchte aber es geht einfach nicht und ich denke bei Deiner Frau schaut es nicht anders aus.
Da bleibt es einfach nicht aus das man sich hängen läßt und ich danke meinem Mann dafür das er mir Aufgaben abnimmt wenn es nicht geht und das er mich immer wieder aufs neue motiviert wenn ich wieder in eine Depression verfalle.

lg Olivchen
 

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