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Kampf mit dem inneren Kritiker- gerechtfertigt?

Wie? Wie hast du das gelernt? Hattest du hilfe?

Nein. Ich hatte keine Hilfe. Und bei dem, was man dazu tun "muss", kann einem in dem Sinn niemand helfen. Es geht darum, dass man es annimmt, akzeptiert. Nicht nur im Kopf, sondern auch "im Gefühl". D. h. man "muss" die Gefühle, die die Situation auslöst, durchleben, durcharbeiten, wieder und wieder, bis sie weniger werden und man die Situation mehr und mehr annimmt. Ähnlich wie beim Essen. Da schluckt man auch nicht eine ganze Banane und sagt dann: "Muss ich mich jetzt halt mit abfinden, dass ich mordsmäßige Bauchschmerzen habe." Man beißt von einer Banane ab, kaut gründlich, schluckt irgendwann und so kann der Darm die Banane besser verdauen.

Man kann es vergleichen mit Trauerarbeit, denn das ist es auch. Ich hatte ähnliche Gefühle wie beim Verlust eines geliebten Menschen (Phasen des Trauerprozesses): Verleugnung, Wut, Verhandeln, Depression, Akzeptanz. Diese Phasen kamen immer wieder, durcheinander, und jede musste durchgearbeitet werden, bis diese Phasen eben nicht mehr wiederkamen.

Tatsache ist, wenn man (ich rede hier von mir, nicht von dir) chronisch krank ist, dann wird es ja nicht mehr besser. D. h. früher oder später muss man es annehmen, dass man krank ist. Und Kranksein heißt nun mal oft (bei mir ist es so), dass es Einschränkungen gibt, mit denen man leben muss. Die musste ich lernen anzunehmen.

Mit "nicht nur mit dem Kopf" meine ich übrigens das, was "die Gesellschaft" gern macht: Probleme mit "Sprüchen" wegzuschieben, als wären sie nicht echt. Krankheit z. B. mit "Wird schon wieder" auf einer Grußkarte. Manchmal wird es aber nicht wieder. Nur dafür haben wir keine Grußkarten und oft auch keine Ideen, wie man damit gut umgehen könnte...


Also, es komnt hin und wieder mal vor dass ich krank bin und 1-2Tage nicht aus dem Bett komme, weil es einfach wirklich nicht geht. Da Denke ich mir schon: "na wirklich produktiv warst du ja heute nicht." Ich spiele meinen Wert da schon ein zwei punkte auf der Skala runter.

Ich sehe das ganz anders: Du warst produktiv. Indem du im Bett geblieben bist, hast du genau das Richtige gemacht. Du hast auf deinen Körper (oder wie auch immer) gehört und hast dich geschont. Das mag keine Produktivität in Sachen Arbeitsleistung sein, aber es ist Produktivität in Sachen Selbstfürsorge.

Und dann kann man sich auch überlegen: Was würdest du deiner besten Freundin, einem geliebten Kind oder jemand anderem, der dir sehr, sehr wichtig ist, raten, wenn derjenige in genau deiner Situation wäre, wenn er mal 1-2 Tage nicht aufstehen kann? Würdest du versuchen, ihn zu motivieren, es trotzdem zu tun, auch, wenn er gar nicht in der Verfassung dazu ist? Oder würdest du ihn dabei unterstützen, liegen zu bleiben und sich zu schonen? Würdest du ihm helfen, z. B. indem du ihm den Computer holst, damit er einen schönen Film schauen kann, oder eine Suppe kochen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Manchmal versucht man durch Masse Qualität auszugleichen.
Dabei ist ein "mehr" vom falschen, halt immer noch das falsche.
Die Frage für mich ist, geht es dir um Sinn oder Anerkennung und Bestätigung.
Mir geht es Hauptsächlich um meine Pläne und Ziele. Nicht ob es für jmd anderen Sinn macht. Das ist mir egal.
Für mich macht es Sinn, mich mit diesen Dingen zu beschäftigen. Deswegen ist es in meinen Augen auch das Richtige und nicht das Problem.
Mein Problem ist das Loslassen. Dieses "ich mache heute mal nichts."
Wie macht man denn nichts? Was macht man da genau? Was denkt man wenn man "nichts" macht?
Immer weiter und weiter, auf der Suche nach was?
Was fehlt denn?
Ich hab etwas über deine Worte Nachgedacht, ja, "immer weiter" macht für mich auch Sinn. Stillstand ist für mich persönlich ein Graus und ich kann mich nicht rein denken wenn mir jmd sagt er hätte keine Ziele.
Aber fehlen tut mir nichts. Vllt manchmal etwas Zeit.
 
Würdest du versuchen, ihn zu motivieren, es trotzdem zu tun, auch, wenn er gar nicht in der Verfassung dazu ist? Oder würdest du ihn dabei unterstützen, liegen zu bleiben und sich zu schonen? Würdest du ihm helfen, z. B. indem du ihm den Computer holst, damit er einen schönen Film schauen kann, oder eine Suppe kochen?
Danke für deine Sichtweise.
 
@FonStine

"Wie macht man nichts"?

Nichtstun kann sehr anstrengend sein, weil man sich mit sich selbst beschäftigen muss, wenn man ständig ein Power-Programm absolviert, das doch von sich selbst ablenkt. Damit lässt sich vieles kompensieren. Muss bei dir nicht so sein, ist völlig ins Blaue geschossen.

Nichtstun bedeutet aber mMn nicht, Löcher in die Wand zu starren. Du könntest dir täglich als Übung eine bestimmte Zeit nehmen zum Nichtstun. In dieser Zeit z.B. raus in die Natur, meditieren, Yoga oder ähnliches machen. Zeit nur für dich, ohne daran zu denken, was du noch alles erledigen/leisten möchtest. Damit sammelst du auf anderer Ebene (nicht durch eine Leistung) positive Energien für Körper und Geist.
Nichtstun lässt sich mit Übung erlernen, wenn man dazu bereit ist, Nichtstun zuzulassen.
 
Mein Problem ist das Loslassen. Dieses "ich mache heute mal nichts."
Wie macht man denn nichts? Was macht man da genau? Was denkt man wenn man "nichts" macht?
Man denkt was so gerade kommt und man tut nichts sinnvolles und genießt es nichts zu tun, außer das was man gerade Lust hat.

Ich habe heute beispielsweise nichts getan, mal abgesehen davon das Altglas wegzubringen.
Jedenfalls nichts wozu ich keine Lust hatte.
Keine Aufgaben, nichts.
Gedaddelt, mit meinem Mann geredet, irgendeinen Unsinn im TV vorbeifließen lassen und geschlafen.
Und das ist unglaublich entspannend.
Es ist einfach Freiheit nichts zu tun.





 
Ich hab etwas über deine Worte Nachgedacht, ja, "immer weiter" macht für mich auch Sinn. Stillstand ist für mich persönlich ein Graus und ich kann mich nicht rein denken wenn mir jmd sagt er hätte keine Ziele.
Hm hört sich für mich erst mal nicht falsch an.
Und etwas zur Beschäftigung findest du auch immer?

Wie geht es dir, wenn du warten musst? Zb beim Arzt o.ä.
Bist du mit deinem Gewicht zufrieden, oder kannst du es eher schlecht halten, zu viel oder zu wenig?

Der Weg ist das Ziel, könnte vielleicht auch bei dir passen.
Es geht doch nicht nur um das Tun und den Erfolg, sondern vielmehr um das Erleben und das Sein finde ich.
Das Jetzt zu erleben, braucht kein Tun.
Wenn bei dir dann aber gleich die Frage nach deinem Wert aufkommt, wird es unangenehm nichts zu tun und du fühlst dich innerlich sicher wie getrieben.
Dann fehlt der Ausgleich, die Balance.

Vielleicht weißt du etwas über Glaubenssätze, innere Dogmen.
Die sind teils unbewusst, bzw hinterfragen wir unsere Beweggründe auch oft nicht. Wozu? So lange alles gut läuft.
Dort könnte solch ein Glaubenssatz verborgen sein, der dich antreibt aber auch nicht zur Ruhe kommen lässt.
Oft ist es der Glaubenssatz, nur wenn du leistest, bist du wertvoll o.ä. Und nur dann!

Vielleicht hälst du das Nichtstun einfach mal eine Weile aus und schaust was für Sätze kommen.
Mit was treibt dich diese Stimme an? Wertet sie dich ab? Ist das gerechtfertigt? Ist es nicht auch mal genug?
Vielleicht kommt dir diese Stimme dann auch bekannt vor. Vielleicht jemand aus der Familie oder früheren Umfeld.
 
Als fehlte eine Verbindung zu dir selbst.
Deiner Gefühlsebene.
Steile These. Was bringt dich denn zu dieser Aussage?
Zum Thema Eskapismus habe ich eher den Eindruck, dass mir hier eine Schablone übergestülpt wird, die nicht zu mir passt.
Ich setze mich aktiv mit meinen Problemen und Anforderungen auseinander. Nur weil ich dafür meinen eigenen Weg wähle, heißt das noch lange nicht, dass ich vor irgendetwas fliehe.
 

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