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Jugendliche Rauchen und Trinken lassen zuhause

Das hat leider wenig mit Erziehung und Vorbildfunktion zu tun.

Das kann ich bestätigen. Aus meiner eigenen Erfahrung als Jugendliche und aus Erfahrung meines Kindes (aber lange Erwachsen).

Ich hätte allerdings auch kein gutes Gefühl dabei gehabt, wenn ich meinem Kind unter 16 J. damals erlaubt hätte, dass er und seine Kumpels bei uns rauchen und trinken dürften.

Das Argument, dass man es dann unter Kontrolle hat, mag ein bißchen stimmen, verhindert aber nicht unbedingt, dass der Konsum auf Dauer immer mehr wird.

Ich hatte in meiner Sturm und Drangzeit eine "Freundin" mit Schwester (knappes Jahr älter) dessen Mutter zu Hause Zigaretten und Alkohol erlaubte. Fand ich zu der Zeit natürlich super. Eine von den beiden ist relativ schnell in die Alkoholsucht gerutscht, die andere hat nach ein paar Jahren gerade noch die Kurve gekriegt.

Ich glaube, eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Liegt auch immer am "Kind" und dem Freundeskreis sowie Schulkollegen.
 
Ich habe auch mal heimlich geraucht fand es aber nicht gut und habe es sein gelassen.
Mit 10 Jahren dürfte ich mal einen schluck Sekt probieren fand es so widerlich das ich das Zeug nur zu Silvester trinke.

Ich bin der Meinung probieren ist ok ein schluck ist komplett in Ordnung aber zulassen das Kinder zuhause rauchen und Alkohol trinken nicht.
Mit 16 ein Bier ok aber mehr nicht.
 
Ich komme aus einem Milieu mit Rauchern und Trinkern und wollte nie so werden. Hab als Kind mal einen Mann in unserem Ort gesehen, der Nachmittags um 4 besoffen die Straße lang getorkelt ist und sich eingepisst hat. Ich fand Raucher und Trinker widerlich. Weder habe ich Aufklärung durch meine Eltern benötigt, noch einen Raum, um mich auszuprobieren. Ich war aber auch nicht so eine langweilige Mitläuferin wie die anderen, die alles mitgemacht haben, ohne nachzudenken. Außerdem hatte ich Freundinnen, die sowas auch nicht nötig hatten.

Dein Kind und seinen Freundeskreis kannst du nur selbst einschätzen. Ich finde es gut, wenn man seinem Kind vernünftige Strukturen beibringt, wie man gesunde Beziehungen pflegt und dass man sich nicht mit jedem Hans und Franz abgeben muss.
 
Wenn man es den Kindern "erlaubt", ist gar nicht mehr so cool. Ich habe damals in dem Alter, genug erlebt wie sich meine Freunde abgeschossen haben und in Autos auf abgelegen Parkplätzen Sex hatten, weil die Alten immer alles verboten und unterbunden haben.

Meine Mutter hatte mir erlaubt mal ein Bier zu trinken oder eine Zigarette zu rauchen. Meinen ersten Vollrausch hatte ich mit 19 und nicht mit 13 oder 14 Jahren.
 
Hallo,

habe mal ne Frage an die mit älteren Kindern zuhause.
Bei uns im Umkreis höre ich immer mehr Eltern, die ihren Kindern Alkohol oder Zigaretten zur Verfügung stellen oder zumindest einen Raum anbieten um dies zu konsumieren.
Argument der Eltern ist regelmäßig "Dann weiß ich wenigstens wo sie sind" "Dann ist der Alkoholkonsum unter Kontrolle" etc.
Mein Sohn wird 14 Jahre. Er hat tatsächlich einen Freundeskreis in dem das noch so gar kein Thema ist. Deshalb finde ich diese ganze Machart solcher Eltern sehr befremdlich.

Liebe TE,

bei uns zu Hause wird nicht geraucht. Hätte ich Kinder (egal ob 16 oder volljährig) müssten sie draußen rauchen. Und meinen Kindern würde ich auch keine Rauchutensilien zur Verfügung stellen.
Und Alkohol stelle ich auch nicht hin. Mein großer Sohn ist volljährig, wenn er Alkohol trinken möchte, muss er sich das selber kaufen. Übrigens müssen Besucher meiner Kinder auch draußen rauchen.

LG Jedi
 
Sucht ist eine Situationssache. Man ändert sie weder durch Verbote, noch durch Erlaubnis.
Exzesse sind eine Frage des Umfelds, des eigenen Charakters und der Situation.
Unzufriedene Menschen werden eher exzessiv (im Bereich Drogen), und sie werden eher süchtig.
Dazu gibt es mehr als genug Studien.
Vorbildfunktion funktioniert bis zu einem gewissen Grad, danach greift die Situationsbewertung des Individuums.

Ich finde es dumm, Jugendlichen Gift anzubieten. Keiner käme auf die Idee, seinem Kind Ecstasy anzubieten (was körperlich nicht mal abhängig macht), aber bei Bier ist es plötzlich okay. 🙄

Der Faktor "gesellschaftlich anerkannt" ist ebenfalls ein wichtiger. Wir sollten endlich von der Volksdroge Alkohol als "Spass" wegkommen. Es sterben mehr Leute an Alkohol als an Heroin.

Das heisst nicht, dass ich für ein generelles Verbot bin - die funktionieren sowieso nie - aber man sollte die Werbung definitiv verbieten und die Gesellschaft mehr bilden was die kritischen Folgen von Alkohol angeht.

Über's Rauchen rede ich nicht mal mehr, es sollte hinlänglich bekannt sein, welche Schäden bereits bei der ersten Zigarette angerichtet werden.
 
Vielen lieben Dank für die vielen Antworten!
Bisher gab es keine wirklich guten Argumente FÜR die Freigabe von Alkohol und Rauchen zuhause.
Bei meinem Sohn würde ich ohnehin dabei bleiben, dass er für sich Geheimnisse haben darf. Natürlich würde ich nicht nachspionieren oder sanktionieren, wenn er doch mal probiert. Aber zuhause bekommt er das nicht von mir. Auch nicht mit der Begründung, dass ich es ja dann unter Kontrolle habe. Denn was ich aus euren Antworten herausgelesen habe und es auch mein Gefühl so hergibt, dass man damit den Konsum doch eher noch antreibt als einzudämpfen.
Mir ist schon klar, dass Dinge die verboten sind einen gewissen Anreiz haben. Aber zwischen VERBOT und Zuhause bereitstellen gibt es ja noch eine schöne Grauzone.
Mein Sohn hat in diese Richtung noch nie was zu mir gesagt/gefragt. Würde er es, würde ich ihm meine Meinung sagen, dass ich persönlich rauchen für Geldverschwendung und Alkohol als nicht so wichtig für gute Laune/gute Feste etc. halte und das es ab einem gewissen Alter seine Entscheidung ist.

Viele Grüße
Jessica
 
Das Argument, dass man es dann unter Kontrolle hat, mag ein bißchen stimmen, verhindert aber nicht unbedingt, dass der Konsum auf Dauer immer mehr wird.

Also wie gesagt, beim Rauchen finde ich es eh logisch das zu Hause nicht geraucht wird wenn die Eltern nicht auch rauchen. Und Alkohol würde ich niemals bereitstellen. Warum auch? Sind ja seine Luxusausgaben und haben nichts mit der Ernährung zu Hause zu tun. Ein PC Spiel müsste er sich ja auch selbst kaufen.

Zudem finde ich es kritisch, Rauschmittel für Kinder und deren Gäste bereitzustellen oder auch im größeren Stil zu erlauben. Kippt da einer aus den latschen, nützt mir der Spruch wenig das ich es unter Kontrolle halten wollte. Es kann einer bereits das zweite Glas nicht vertragen. Man weiss es ja nie.
Das wirkt eher asozial wenn es zu Hause so abgeht. Das möchte ich nicht gegenüber dem Rettungsdienst oder einem anderen Elternteil erklären, wenn dieser mich später anruft und fragt weshalb das Kind so fertig nach Hause kam.
 

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