Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Jugendamt!

Hallo Schokoschnute,

schau mal hier: Jugendamt!. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Das tut mir sehr leid für dich.
Es ist sehr wichtig was du schreibst.
Die Kinder- und Jugendpsychotherapie gab es erst viel später.

Zwischen den 30 ziger und 70 iger Jahren gab es aber auch entsetzliche Kindesmisshandlungen in den Kinderheimen.
Dazu gibt es hier im Forum auch Fäden.
 
Zuletzt bearbeitet:
So eine Heimunterbringung ist eine Sozialleistung. Eine sogenannte Hilfe zur Erziehung, die den Sorgeberechtigten gewährt wird. Daraus folgt: wer keinen Antrag stellt oder ihn zurückzieht, bekommt die Sozialleistung nicht. Das Jugendamt kann keine Leistung ohne Antrag und Einwilligung gewähren.
Die Leistung wird den Eltern oft genug aufgenötigt. "Wenn Sie das nicht unterschreiben (also beantragen), entziehen wir Ihnen das Sorgerecht."
AUF DEM PAPIER steht natürlich hinterher nur, dass die Eltern das beantragt haben.
Und das Jugendamt muss eine Hilfeplanung MIT den Eltern vornehmen. Nicht gegen sie, das ist auch gesetzlich geregelt. So einfach ist es also nicht.
Doch, so einfach ist es. Siehe oben.
Wenn das JA glaubt, bei den Eltern droht den Kindern dann eine Gefahr, MUSS es das Familiengericht anrufen. Da entscheidet aber das Gericht, nicht das JA.
Faktisch aber schon, da der Richter sich mangels eigener Kompetenz auf die Fachkräfte des Jugendamtes verlässt.
Und das Gericht entscheidet längst nicht immer wje das JA beantragt.
In zu vielen Fällen leider doch.
Ich persönlich habe beides erlebt. Wobei der Richter, als er gegen das Jugendamt entschied, noch ganz neu war als Familienrichter. Der hatte vorher was anderes gerichtet. Nach meinem letzten Verfahren habe ich den Eindruck, dass er inzwischen auf Linie gebracht wurde.
Das Recht den Aufenthalt zu bestimmen liegt bei erfolgreichem Antrag dann beim Vormund. Und wieder NICHT beim JA. Jetzt muss das JA also den Vormund bearbeiten dass er einer Fremdunterbringung zustimmt.
Von was für einem Vormund sprichst du jetzt?
Bevor überhaupt so ein Antrag gestellt wird muss das JA Fakten sammeln.
Nein, es reichen Vermutungen und Annahmen. Das kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen.
 
Ich hatte Freitag ein Urteil auf dem Tisch, das Bezug auf die Aussage eines JA Mitarbeiters nahm.
Der Junge hatte laut Aussage einen schweren Start, weil sein Vater in Russland war. Er sprach daher russisch und: umweltbedingt deutsch. Die Mutter war jedoch nicht muttersprachlich deutsch und unterhielt sich mit ihm in ihrer Muttersprache.
Daher war absehbar, dass in Familienkonflikten der Vater ins russische verfiel, die Mutter in ihre Muttersprache, der Junge mal dem Vater , mal der Mutter beipflichtetet aber die Eltern untereinander je nur in einer Hilfssprache kommunizieren konnten, die Feinheiten nicht ausdrücken konnte.

Es gab also keine "Familiensprache", man kam zu keinem Ergebnis und zu keinen zielführenden Lösungen.

Wer hätte das gedacht und geahnt...
Und das ist nun ein Grund, den Jungen aus der Familie zu nehmen? Das ist doch absurd.
Die korrekte Hilfe bestünde doch wohl in Sprachkursen für die Eltern. Oder meinetwegen einer SPFH, die beide Sprachen spricht und so vermitteln kann.
 
Die Leistung wird den Eltern oft genug aufgenötigt. "Wenn Sie das nicht unterschreiben (also beantragen), entziehen wir Ihnen das Sorgerecht."
AUF DEM PAPIER steht natürlich hinterher nur, dass die Eltern das beantragt haben.

Doch, so einfach ist es. Siehe oben.

Faktisch aber schon, da der Richter sich mangels eigener Kompetenz auf die Fachkräfte des Jugendamtes verlässt.

In zu vielen Fällen leider doch.
Ich persönlich habe beides erlebt. Wobei der Richter, als er gegen das Jugendamt entschied, noch ganz neu war als Familienrichter. Der hatte vorher was anderes gerichtet. Nach meinem letzten Verfahren habe ich den Eindruck, dass er inzwischen auf Linie gebracht wurde.

Von was für einem Vormund sprichst du jetzt?

Nein, es reichen Vermutungen und Annahmen. Das kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen.
Ja... so ist es...
Das sind auch meine langjährigen Erfahrungen mit Jugendämtern und Gerichten.
 
Von was für einem Vormund sprichst du jetzt?
Wenn den Eltern das Sorgerecht entzogen wird dann muss es ein anderer machen. Eben ein Vormund. Vormund kann das Jugendamt selbst sein, aber auch Verwandte oder ein Betreuungsverein. Wenn das JA Vormund ist kann der MA der das macht Widerspruch einlegen und Klage gegen das JA erheben. Er klagt dann gegen seinen Arbeitgeber. Passiert leider selten, darum sollte es eigentlich auch eine andere Person machen.
 
Hier wird ja oft über das Jugendamt negativ gesprochen, weil angeblich zu schnell eingegriffen wird. Ich erlebe leider immer öfter das Gegenteil. Ich habe als Vertrauenslehrerin in letzter Zeit leider öfter mit dem Jugendamt zu tun und mich schon mehrfach über deren Passivität geärgert, die in Coronazeiten zugenommen hat.

Nun lese ich heute dies: https://www.mopo.de/im-norden/meck-...t-kinder-in-kita-jugendamt-schaltet-sich-ein/

Schön ist der Satz "Derzeit werde geprüft, ob die Kinder in eine Pflegefamilie kommen oder ob sie zurück zu ihrer Mutter dürfen. "

Das ganze ist leider kein Witz, es kommt immer wieder vor, dass die Jugendämter selbst in offensichtlich krassen Situationen beide Augen zudrücken. Was habt Ihr für Erfahrungen mit dem Thema?


Ich habe im Beruf mit dem Jugendamt ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
Sowohl sehr positive, als auch äußerst negative.
Wenn eine hilfesuchende Familie Glück hat und an einen kompetenten Sachbearbeiter gerät, kann das Jugendamt viel Unterstützung und Hilfe bieten.
Wenn eine hilfesuchende Familie Pech hat, erhält sie entweder gar keine Hilfe oder schlimmstenfalls wird eine Familie, die um Hilfe bittet, auseinandergerissen.

Ich denke, das Kernproblem ist, dass Kinder und Jugendliche in unserem überalterten Land kaum eine Lobby haben, was sich in allen Lebensbereichen niederschlägt und in jüngster Zeit durch die Pandemie nochmal sehr deutlich geworden ist.
Was es bräuchte, wäre GELD. Und davon eine Menge.
- mehr Geld für unser Bildungssystem. Die räumliche, personelle und digitale Ausstattung in einem Großteil der deutschen Schulen ist eine Katastrophe.
- mehr Geld für Kitas-/Krippenplätze.
- mehr Geld für Jugendämter.
- mehr Geld für Kliniken und niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater/-psychotherapeuten.

Die mehr als bescheidenen Arbeitsbedingungen und auch Vergütungen in Jugendämtern, Schulen, Kindegärten und Krankenhäusern haben dazu geführt, dass kaum noch jemand Lust hatte, in den entsprechenden Berufen zu arbeiten bzw. diese zu erlernen.
Jetzt herrscht an allem ein Mangel: an Lehrern, Sozialpädagogen, Erziehern, Kindertherapeuten, Kinderpsychiatern.
Das bringt mehrere Nachteile mit sich: Zum einen werden auch weniger fähige Mitarbeiter eingestellt bzw. weiterbeschäftigt. Besser ein mittelmäßiger (schlechter) Mitarbeiter als noch eine offene Stelle.
Zum anderen sind die sehr engagierten Mitarbeiter massiv überlastet, ausgebrannt und überfordert.
Wer überfordert ist, dem passieren Fehler. Und Fehler können im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe drastische Konsequenzen haben.

In Deutschland gibt es ca. 13,75 Mio. Menschen U18.
Weißt Du, wie viele Kinder- und Jugendpsychiater es gibt? 2300.
Dazu kommen noch 10.000 Psychologen und psychotherapeutisch tätige Sozialpädagogen.
Dies führt unter anderem dazu, dass Familiengerichte keine wirklich qualifizierten Gutachter mehr finden, um wirklich fundierte Entscheidungen in Verhandlungen treffen zu können.
Und es führt dazu, dass psychisch kranke Kinder- und Jugendliche selbst bei schwersten Erkrankungen ewig auf Klinikplätze und erst recht ambulante Therapieplätze warten.

Sowohl das Bildungssystem, als auch der gesamte Bereich der Kinder- und Jugendhilfe sind seit Jahrzehnten kaputtgespart worden.
Die Leidtragenden sind zuerst die Kinder, Jugendlichen und ihre Eltern.
Was daraus gesamtgesellschaftlich folgt, wird sich in den nächsten Jahrzehnten zeigen.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
A Jugendamt Familienhilfe Familie 3
O Jugendamt Familie 61

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben