Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Jobwechsel Ja oder Nein!?

Tool86

Neues Mitglied
Hallo zusammen. Habe momentan eine Entscheidung zu fällen, die mir schwerer fällt, als gedacht.

Bin seit meiner Ausbildung bei einem Energieversorger hier in Hessen tätig. Habe Betriebselektroniker gelernt und arbeite zur Zeit in einem Kraftwerk. Gehaltstechnisch wird sich bei mir nie irgendwas großes ergeben, da ich in einer Gruppe im TV-V "festhänge" und es keine Möglichkeit geben wird, höher eingruppiert zu werden. Intern werden eigentlich keine Stellen frei, auf die ich mich großartig bewerben könnte und allgemein ist die Moral in der Firma durch Umstrukturierungen, etc. zur Zeit nicht wirklich gut. Klar, es ist ein halb-städtischer Betrieb und dementsprechend mach ich mich auf der Arbeit nicht kaputt, aber rumgammeln ist teilweise anstrengender als arbeiten, auch wenn das merkwürdig klingt. 😀 Und ja, meine Arbeit ist leider zu 95% recht anspruchslos und mega dreckig. Muss man leider so sagen. Wären meine Kollegen nicht, hätte ich mich schon vor Jahren nach etwas anderem umgeschaut.

Aber die Kollegen sind wirklich klasse. Wir sind ein kleines Team von 5 Leuten und halt meinem Chef und wir verstehen uns super und sind schon sowas wie Freunde, auch wenn es nur einen gibt, der ähnlich alt ist wie ich und der Rest quasi 50+.

Jetzt hatte ich ein Vorstellungsgespräch und habe ich Vertragsangebot bei einer großen Firma (ThyssenKrupp) bekommen, bei denen ich als Servicemonteur arbeiten könnte, was ich im Prinzip nach meiner Ausbildung schon wollte. Es ist ne sehr gute Branche und ich freue mich über das Angebot, da ich mich quasi branchenfremd beworben habe. Die Zahlen stimmen auch und ich habe für die Zukunft auch die Möglichkeit, finanziell voranzukommen.

Natürlich bin ich etwas hin- und her gerissen. Auf der einen Seite werde ich solche Kollegen nicht mehr finden (auf der neuen Stelle ist man mehr oder weniger autark unterwegs, was ich im Prinzip cool finde) und auf der anderen Seite ist das jetzt eine Entscheidung für meine Zukunft. Meine Kollegen werden in 10, 12 Jahren in Rente gehen. Ich hab keine Ahnung, was bis dahin passiert und die Energiebranche hat zur Zeit ja auch sehr zu kämpfen. Mit Mitte 40 brauch ich mich nicht mehr branchenfremd bewerben, das wird nicht funktionieren. Aber ja, für meine jobtechnische Zukunft wäre das jetzt der richtige Moment und die richtige Stelle. Wie es im neuen Unternehmen so abläuft, weiß ich durch einen Kumpel, der dort schon länger arbeitet.

Wie gesagt, ich bin leicht hin und her gerissen. Klar gibt es wichtigeres als Geld, aber wie gesagt: Meine Arbeit ist recht anspruchslos und erfüllt mich nicht, finanziell kann ich nicht weiterkommen, einzig und allein meine Kollegen und mein Chef sind Weltklasse. In einem neuen Unternehmen in einer neuen Branche müsste ich mich definitiv umstellen, aber im Prinzip ist es das, was ich will. Aber klar, ich bin auch jemand, der etwas Schiss vor Veränderungen hat und dann ewig überlegt.

Vielleicht war jemand hier vom Board ja schon in einer ähnlichen Situation und kann mir nen Tipp geben. Natürlich muss ich das im Endeffekt für mich selbst entscheiden, das is klar.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich war schon öfter in der Situation. Mal ist es gut gelaufen, mal nicht.

Am schwersten ist es mir ganz am Anfang bei dem ersten Wechsel gefallen. Wenn auch im.gleichen Unternehmen. Ich war nach der Ausbildung in einer winzigen Abteilung 2 ältere Chefs - Mann und Frau und halbheimlich auch ein Paar - und ich. Wir waren wie eine Kleinfamilie. Sehr vertraut. Es war genau das, was ich nach der Scheidung meiner Eltern gebraucht habe. 10 Jahre habe ich da gearbeitet, bis ich spürte, daß ich dem entwachsen bin und mich weiterentwickeln möchte. Inhaltlich, gehaltsmäßig und persönlich. Und ich hatte die gleichen Überlegungen: Die beiden gehen irgendwann in Rente und ich...?

Die Stelle, auf die ich gewechselt bin, war eine Katastrophe. 5 harte Jahre. Ich kam gar nicht zurecht. Und doch war es eine meiner wichtigsten Stationen in meinem Berufsleben. Ich wäre nicht da, wo ich heute bin, wenn ich sie nicht angenommen hätte. Am Ende war es nur eine Episode und um von dieser Stelle wieder wegzukommen, habe ich die nächstbeste angenommen. Obwohl mir die erst gar nicht zusagte. Aber die war dann klasse. Ich kam schnell weiter und könnte meine Stärken immer weiter ausbauen. Von da aus ging es eigentlich immer nur positiv weiter.

Ich glaube, so wie Du es schilderst, ist für Dich der richtige Zeitpunkt gekommen. Und auch wenn es sich nicht als die 100prozent ideale Stelle herausstellt, es wird nicht Deine letzte sein. Du triffst keine Entscheidung für Dein ganzes Leben. Nur für die nächste Zeit. Das ist immer auch wieder veränderbar.
 
Das Geld nicht alles ist, ist natürlich klar und dir scheinbar auch bewusst.
Allerdings möchte ich dir gerne verraten wie es bei mir abgelaufen ist, da ich tatsächlich nur auf das Geld geachtet und mich versucht habe weiterzuentwickeln. Bei wir war es ein Stundenlohn von knapp 7 € Unterschied. Ich habe alles aufgegeben weil ich mich finanziell verbessern wollte. Leider habe ich es in der Firma kaum ausgehalten, da einfach so vieles anderes war, sogar der Kontakt untereinander war einfach nur lächerlich im Vergleich zu meiner alten Firma. Und man beginnt dann natürlich die beiden Stellen miteinander zu vergleichen. Aktuell würde ich am liebsten wieder zurück zu meiner alten Firma, allerdings ist der Stolz doch so groß das ich nicht nachfragen kann. Ich würde es dir wirklich gerne ans Herz legen dir im klaren darüber zu werden ob du in Zukunft auf deine Arbeitskollegen, bzw. Freunde verzichten könntest um ein wenig mehr Geld zu verdienen? Oder ob es nicht vielleicht doch etwas bessere wäre dir eine Art Nebenjob zu suchen? Womöglich auch im Internet um die Differenz auszugleichen? Wenn mich heute noch einmal jemand fragen würde, so würde ich bei meinem alten Job bleiben wollen.
 
Puh, meinen Stundenlohn könnte ich jetzt gar nicht sagen.

Ich bin im Moment Betriebselektroniker, also nix wildes und könnte eben jetzt in den Service Bereich wechseln und als Servicemonteur arbeiten (also im Prinzip keine körperliche harte Arbeit, was auf der momentanen Stelle anders ist). Ich werde nach Tarif bezahlt und Netto habe ich bei einer 40h Woche zur Zeit gut 2100 Euro raus. Auf der neuen Stelle würde ich mit ein bisschen mehr einsteigen und nach insgesamt einem Jahr kann das ganze durch Zuschläge und Bereitschaft auf gut 3000 Euro oder sogar ein wenig mehr ansteigen und das bei einer 35h Woche. Außerdem hätte ich einen Firmenwagen.
 
Mir ist tatsächlich oft langweilig. 😀 Aber klar, Geld alleine macht sicher nicht glücklicher. Aber ich merke einfach, dass ich meine Arbeit im Moment viel zu anspruchslos finde bzw. sie ist einfach anspruchslos. Und das ist nicht mein beruflicher Anspruch. Klein ist mein Arbeitgeber zur Zeit auch nicht mit gut 5000 Mitarbeitern. Aber klar, kein Vergleich zu nem internationalen Konzern. Stellenabbau und Ausgliederung kann passieren, aber wohin die Reise bei meinem derzeitigen AG geht, ist halt auch Ungewiss, da der ganze Energiesektor gerade nicht so prickelnd läuft. Aber klar, der Job ist recht sicher.

Im Großen und Ganzen sind die Pros ganz klar die Jobsicherheit, mein Chef, die Kollegen und das ich eben eingespielt bin, was meine Arbeit angeht.

Die Contras sind ganz klar fehlende berufliche und finanzielle Perspektive, Anspruchslosigkeit, es gehen zur Zeit sehr viele, weil alles mögliche umstrukturiert wird und nichts funktioniert und das auch meine Kollegen in 8 - 10 Jahren in Rente gehen. Niemand weiß, wie es danach weiter geht oder wie es bis dahin läuft. Andere Kollegen wurden letztes Jahr auch schon an ne andere Firma überlassen und das könnte meiner Abteilung auch blühen. Also entweder nehme ich den Job jetzt an oder ich darf mich auf meiner alten Stelle nie wieder über was beschweren.
biggrin.gif
In 10 Jahren mit Anfang 40 bewerbe ich mich sicher nicht mehr fachfremd irgendwo. Wenn, dann jetzt.

Und klar. ich bin jemand, der Schiss vor Veränderungen hat, was alles andere als rational ist. Das muss ich einfach ausblenden, denn das ist kein Grund, der gegen einen Wechsel spricht.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
C Rat zu Jobwechsel nach kurzer Zeit Beruf 7
Z Jobwechsel nur wohin? Beruf 10
G Jobwechsel trotz schwangerschaft? Beruf 47

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben