Hallo, erst mal vielen Dank für die zahlreichen Antworten und sorry für meine verspätete Rückmeldung.
Der anstehende Umzug ergab sich dadurch, dass mein Freund und ich gerne aus der Stadt raus und gleichzeitig näher bei seiner Familie wohnen möchten. Es hat sich kurzfristig ergeben, dass wir so schnell eine Wohnung in der Gegend gefunden haben und darauf freuen wir uns total und möchten dort langfristig bleiben.
Also nach meiner Ausbildung hätte man mich gerne übernommen, allerdings hat mir die Fachrichtung und das Umfeld der Praxis von Anfang an nicht gefallen und ich habe es dort durchgezogen, damit ich eine Ausbildung habe und danach habe ich in die Neurologie/Psychiatrie gewechselt, was mir viel mehr zugesagt hat. Nach fast einem Jahr wollte ich dann im Krankenhaus arbeiten, vor allem aufgrund von besserer Bezahlung und generell bessere Rahmenbedingungen.
Dann habe ich im Krankenhaus angefangen und damit kommen wir zu dem Thema weshalb ich dort nach der Probezeit nicht übernommen wurde (Achtung es wird lang):
Ich habe dort als Empfangskraft/Sekretärin in der Endoskopie gearbeitet. Die Stelle wurde von denen das erste mal ausgeschrieben für MFA's. Vorher hat das die Teamleitung übernommen. Ich war alleine zuständig für den rein verwalterischen Bereich mit Akten, Telefonaten, Terminmanagement usw. also als zentrale Kontaktstelle und die anderen Kollegen konnten sich dann auf die Untersuchungen mit den Patienten konzentrieren. Anfangs hat es mir super gefallen, die Kollegen und Ärzte waren sehr nett, es war entspannt. Dann hat es angefangen, dass ich mich nachmittags alleine ab 13 Uhr um vorstationäre Patienten kümmern musste, die für das Aufklärungsgespräch mit dem Arzt da waren.
Also Aktenvorbereitung, Blutentnahme, Abstriche, Sonografie Vorbereitung usw. und manchmal waren es 5 Patienten, die auf einmal kamen und auf ihrTermin gewartet haben. Irgendwann wurde es sehr stressig für mich und man hat mir kaum dabei geholfen wenn die anderen Kollegen mal Zeit hatten. Zusätzlich hatte ich manchmal noch private Sprechstunde vorzubereiten, also hatte ich durchaus auch mal 7 Patienten an einem Nachmittag.
Nach der Hälfte der Probezeit hatte ich ein Gespräch mit meinem Teamleiter und ich habe viele Kritikpunkte gesagt bekommen:
- Ich sollte mich bei den Patienten mehr durchsetzen, wenn sie anfangen zu diskutieren oder viele Fragen stellen, ich solle nicht lange mit den Patienten sprechen, da sonst Zeit verloren geht
- Ich sollte mir mehr medizinisches Fachwissen aneignen, um Fragen der Patienten beantworten zu können, um zu wissen, welche Untersuchungen stationär oder ambulant gemacht werden müssen, wie bestimmte Untersuchungen und die Patienten vorbereitet werden müssen und auch um Ärzten nützliche Infos geben zu können und Antworten parat zu haben, wenn ich gefragt werde.
- Ich sollte Detektivin spielen und bei den Krankenpflegern hinterfragen, wenn z.B. eine Untersuchung beim Patienten nicht gemacht werden kann, um mir anhören zu können, dass ich selber beim Arzt nachfragen soll
- Ich sollte mir mehr Notizen machen, mehr aufpassen, damit ich mir die Tipps von den Kollegen merken kann und wenn ein Arzt ein Fehler im System macht, also z.B. Abrechnungsfehler, dass ich das sehen und korrigieren muss.
- Dem Teamleiter sei aufgefallen, dass ich bei den Kollegen manchmal zu patzig reagierte, wenn es was zu diskutieren gab (kann sein, dass ich manchmal patzig war aber mir wurde auch oft zu Unrecht etwas vorgeworfen und ich lasse mir das nicht unterstellen)
- Ich hätte nicht konzentriert genug gewirkt, ich sollte mehr bei Untersuchungen dabei sein, um das medizinische Verständnis zu erlangen. Das habe ich auch sehr gerne gemacht aber gleichzeitig musste ich auch ans Telefon gehen, wenn es geklingelt hat und die Ärzte sehen das verständlicherweise nicht gerne, wenn man bei einer Untersuchung zusieht und dabei immer wieder raus und rein geht, um zu telefonieren. Das habe ich auch angesprochen aber dann wurde mir vom Teamleiter gesagt, dass ich mir dann einen Kollegen suchen muss, der für mich das Telefon übernimmt.
- Wenn es mal nichts zu tun gab, sollte ich den Kollegen beim aufräumen helfen bzw. fragen ob man helfen kann (aber wenn ich Hilfe brauchte war es egal). Ich sollte mehr Eigeninitiative zeigen, engagierter sein, bei Lungenfunktionstests unterstützen und bestimmte Punktionen vorbereiten und assistieren. Da die Chefin keine Fortschritte bei mir gesehen hat, dass mir die Kündigung droht wenn es so weitergeht.
Ich habe das alles auf mich wirken lassen und ich sah auch ein paar Dinge ein, die ich hätte verbessern sollen aber man hat letztendlich einfach viel zu viel von mir verlangt und manchmal habe ich mich gefragt, ob sie die richtige Stelle ausgeschrieben haben, da vieles einfach nicht zu meinen Aufgaben gehörte. Dann hatte ich am Ende der Probezeit das Gespräch, dass wir uns leider trennen müssen, da ich mich in den genannten Punkten leider nicht verbessert habe und ich habe es so hingenommen. Laut denen habe ich super gut ins Team gepasst menschlich aber fachlich war es nicht das Richtige für mich. Ich habe mich wie gesagt aufgrund des ganzen Stresses sowieso nicht mehr wohl gefühlt. Es war für mich das erstel Mal, dass ich so kritisiert wurde in meinem Berufsleben als MFA.
Davor war ich bei meinen alten Arbeitgebern immer beliebt, so wie aktuell auch und habe viel Lob erhalten. Nur im Krankenhaus war es ein kompletter Reinfall. Daher habe ich auch Angst, mich in anderen Krankenhäusern bei ähnlichen Stellen zu bewerben, dass es wieder so wird. Es muss ja nicht zwingend Krankenhaus sein aber ich möchte ja für mich alles offen halten.