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jahrelang vom eigenen Vater vergewaltigt

  • Starter*in Starter*in Cutie
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    vater
Hallo Tyra,
wer aufhört zu werden, hört auf zu sein! Irgendwie spiegelt mich der Spruch wieder.
Auf jeden Fall vielen Dank für deine Beiträge. Ich weiß ja selber, dass jeder, der mir hier schreibt, recht hat. Aber es fällt mir tierisch schwer mir professionell helfen zu lassen. Ich kann da irgendwie mit keinem drüber reden. Das Schamgefühl ist irgendwie zu groß. Obwohl ich mir schon gerne helfen lassen würde. Aber ich habe einfach zu große Angst vor allem. Ich schaffe es nicht einmal, meiner Mama davon zu erzählen. (Ich glaube, sie weiß mittlerweile davon, meine Schwester hat ihr da so Andeutungen gemacht, aber bisher kam meine Ma noch nicht auf mich zu. Ein Glück.) Ich glaube, ich bräuchte einfach mal einen ersten Anstoß und dann würde das klappen. Aber wer soll mir den geben? Mein Freund? Nein, der weiß davon nichts. Solls auch nicht erfahren. Obwohl ich denke, dass es manchmal besser wäre, denn dann würde er mich garantiert in vielen Dingen beser verstehen.
Auf jeden Fall danke ich auch dir für deine Vorschläge. Ich wünsche mir echt nicht sehnlicheres als all das vergessen und richtig verarbeiten zu können. Darüber schreiben fällt mir viel, viel leichter, als darüber reden zu können.
Ich werde mir natürlich jeden möglichen Schritt durchn Kopf gehen lassen, und hoffen, dass ich dann irgendwann die richtige Entscheidung treffen werden, eh ich noch total daran kaputt gehe und vielleicht sogar die Beziehung aufs Spiel setze.
Vielen Dank und dir und deiner Schwester auch alles, alles Gute.
Cutie
 
Hallo Cutie,

wenn ich eines im Leben gelernt habe ist es folgendes: Schamgefühle sind oft totaler Mist! Und müssen in manchen Lebenssituationen einfach überwunden werden. Es geht um dein Leben, darum, dass du dein Trauma und die Vergangenheit verarbeiten musst um frei zu sein für die Zukunft. Ich weiss wie schwer es ist sich zu trauen und seine Schamgefühle zu überwinden...ich hab das selber hinter mir und kann heute nur sagen: Gott oder Buddha oder sonstwer oder -was sei Dank, dass ich gelernt habe Schamgefühle etc. abzubauen...wieviel leichter ist mir doch mein Leben dadurch geworden...und das kann ich mir nur von Herzen auch für dich wünschen...der Anfang ist immer das Schwierigste, danach wird es langsam leichter, bis es dann zu ner an sich total leichten Sache wird jederzeit über alles reden zu können...was für eine Erleichterung das sein kann!!
Und übrigens: wozu musst du dich schämen? Der einzige der sich schämen muss ist an sich dein Vater, ein echt skrupelloser Triebtäter, der sich an dir vergriffen hat!
Deinen Beschreibungen über deinen Vater aus deinem ersten thread-Beitrag nach hast du dich innerlich kaum, und auf jeden Fall viel zu wenig von ihm abgelöst...da ist immer noch Bewunderung (hat uns ein Haus mit eigenen Händen gebaut) und auch Mitleid....aber das hat er ganz sicherlich nicht verdient! Und das er dich eigentlich geliebt hat: mag sein, aber definitiv nicht genug oder auf die richtige Art und WEise, denn Papis sollten nun mal ihre Töchter nicht so lieben wiene erwachsene Frau, sie als abhängiges und schutzloses Wesen für ihre Triebbefriedigung missbrauchen und erniedrigen...und dabei eiskalt kalkuliert mit ihrer Vatermacht, der emotionalen Abhängigkeit und dem Schamgefühl ihrer Töchter spielen! Dein Vater hat an sich nur sich selber geliebt, indem er dich benutzt hat, dich mit emotionaler Erpressung unter Druck gesetzt und zum Schweigen gebracht hat. Er war der Dominator, der sich ein Anrecht über dich, deinen Körper und dein Leben angemaßt hat, dass ihm ganz gewiss nicht zustand. Und das macht ein Hausbau oder Wunscherfüllung ganz gewiss nicht wett! Sieh dir doch an, sieh dich doch an, wie nachhaltig er deine Seele geschädigt hat!

Diese Macht deines Vaters und der Vergangenheit kannst du nur überwinden, indem du dich über so lästiges Zeugs wie Schamgefühl etc. hinwegsetzt, dich klar abgrenzt und endlich anfängst für dich zu leben....anstatt schmerz-ritz-zu schweigen oder dich gar am End totzuschweigen, solltest du dich jemandem anvertrauen, am besten einer professionellen Psychlogin,und dich auch hier weiter im Forum austauschen...auf jeden Fall all den Seelenballast rauslassen..und dir ggf. auch in Hinsicht auf Abgrenzung überlegen ob du nicht ne Anzeige machst, d.h. dich dem Täter öffentlich widersetzt um unmissverständlich klar zu machen, dass dein Vater zu weit gegangen ist und er der Schuldige ist. Das wäre an sich ein guter Weg um freizukommen, sich ein Stück NOrmalität wieder zu erkämpfen, sich eine bessere Zukunft zu sichern.
Denke realistisch (auch wenn das weh tut..aber man kann sich seinen Vater schliesslich nicht aussuchen und er ist nicht du, sondern ein eigenständiger Mensch, eigenständig dafür verantwortlich wie er denkt und handelt) beschönige nichts: dein Vater war erwachsen, wusste ganz genau was richtig und falsch ist und hat absichtlich etwas ganz Schlimmes getan. Er allein ist verantwortlich für sein Tun und auch allein schuldig im Sinne der Anklage!
Psychologisch gesehen baut sich zwischen Opfer und Täter eine Art Machtstrukur auf....diese sollte an sich mittels Veröffentlichung der Tat durch Anzeige und Gerichtsverfahren und/oder eine gute Therapie abgebaut/gebrochen werden.
Wieviel Macht dein Vater und auch seine Schandtaten bis heute über dich haben, spiegelt sich in deinem Denken, zeigt sich in deinem Alltag und dem immer noch vorhandenen Leid, zeigt sich ja auch in deinem thread. Diese Macht musst du bekämpfen und besiegen, damit du frei bist für ein eigenständiges Leben.
Verdrängen bringt ohnehin oft wenig, und eine Therapie ist oft nicht nur hilfreich, sondern kann oft auch ziemlich schnell gute Erfolge erzielen...da sitzen schliesslich Fachleute für Traumata...

Gruss
Tyra

P.S. ich hab manchmal nen ziemlichen Drive drauf...Liegt wohl an meiner Ungeduld...am liebsten wäre mir immer, wenn alles zackzack in Richtung Glück führen würde...am besten ne Antitraumapille (die übrigens derzeit tatsächlich in wissenschaftl. Entwicklung ist!) und schon geht es Betroffenen besser. Also ich will nicht den Eindruck erwecken, du müsstest direkt losstürmen und alles Mögliche unternehmen...mach Stück für Stück...du sagst ja, dass es dir leichter fällt zu schreiben, also wäre ja ein Tagebuch nicht schlecht, hier weiter im Forum zu schreiben auch gut...um dich quasi einzuüben, denn wichtig ist dann schon langsam zu lernen auch drüber reden zu können....mit jemandem, dem du vertraust...jemand, der dir nahesteht, oder eine Gewaltopferberaterin oder Psychologin etc....
 
Liebe Cutie,
kennst Du das Buch "Gute Nacht, Zuckerpüppchen"? Ich kann es nur empfehlen. Es ist von Heidi Hassenmüller. Das zweite Buch "Zuckerpüppchen und die Zeit danach" ist ebenfalls sehr gut. Die Tatsache, das es unglaublich viele Betroffene gibt tut gut. Zu sehen das diese Betroffenen an die Öffentlichkeit gehen ist hilfreich bei den eigenen "gehversuchen". Du hast auch schon den Anfang gemacht. Vielleicht träumst Du irgendwann nicht mehr so schlecht; diese Flashbacks sind irgendwann nicht mehr so häufig da. Vielleicht liest Du mal eins dieser Bücher. Alles Liebe
Beate
 
Hallo Beate!
Die zwei Bücher, die du genannt hast, kenne ich nicht. Aber ich werde mir eventuell mal eins von beiden zulegen. Nur ist das mit dem Lesen so eine Sache. Ich kam schon ewig nicht mehr dazu. Ich bin ziemlich viel am arbeiten und bin dann abends froh, wenn ich endlich zu Hause bin und einfach nichts mehr machen brauch, bis auf den Haushalt. Aber iche denke schon, dass ich mir auf jeden Fall eins davon besorgen werde. Es ist sicherlicht interessant zu lesen, wie andere damit umgehen. Danke dir für diesen Tipp.
 
Hallo Tyra,
Du hast völlig recht, mit dem was du schreibst. Manchmal komme ich mir einfach total gefangen vor in meinem eigenen Körper. Ich wünschte, ich hätte die Stärke, die du hast. Aber so stark bin ich leider nicht. Ich weiß, dass Reden wirklich hilft, aber es ist super schwierig, darum bin ich ja auch hier auf dieser Seite! Auch ist mir eigentlich bewusst, dass nicht ich mich schämen muss. Trotzdem tu ich es.
Mein Vater war mir irgendwie immer total wichtig, er hat so viel für uns getan. Aber mittlerweile hab ich ja mit ihm abgeschlossen, und bin auch froh darüber. Ich willl ihn eigentlich nie wieder sehen müssen, denn er hat mein Leben zerstört und dazu noch viel mehr. Ich bin meinem Freund total misstrauisch gegenüber. Ich konnte noch nie einem Mann/Freund vertrauen. Und der Grund dafür liegt bein meinem Vater. Dank ihm hab ichn Problem damit, wenn mein Freund mal länger weg ist ohne mir Bescheid zu geben. Ich kann nicht ohne ihn sein, weil ich dann einfach glaube, dass er irgendwas anstellt. (Was er hoffentlich nicht tut!) Ich bin total eifersüchtig. Ich glaube, dass kommt daher, dass mir mein Vater das jahrelang angetan hat. Kann das sein? Ich habe total Angst, meinen Freund zu verlieren. Oh man, irgendwie ist alles total sch....! Ich hasse meinen Vater dafür, was er mir angetan hat. Und das er sich auch noch an meinen zwei kleineren Schwester vergriffen hat, ist die absolute Höhe. Ich bin froh, dass denen das nicht jahrelang passiert ist. Trotzdem war es zuviel. Wer weiß, ob er mit meinem Bruder auch was angestellt hat? In letzter Zeit habe ich oft drüber nachgedacht, meinen Vater anzuzeigen. Aber ich habe Angst ihn zu sehen? Angst vor seiner Reaktion? Was ist, wenn er alles abstreitet? Was er ja auch schon innnem Breig gemacht hat. Ich habe doch nichts gegen ihn in der Hand?! Nur noch all diese Bilder und Erinnerungen in meinem Kopf! Ich habe Angst vor irgendwelchen Schritten. Aber es ist besser. Ich weiß ja.
Ich schleppe das alles jetzt schon mein ganzes Leben mit mir herum. Mittlerweile bin ich total überlastet mit diesem Scheiß (sorry). Es macht mich so kaputt.
 
Noch eine Frage hab ich an dich, Tyra. Was bist du von Beruf? Dass was du schreibst, klingt so, als würde mir eine Frau von Fach schreiben. Hast du das gelernt wöhrend deiner Zeit, in der du dir Hilfe genommen hast? Ich bewunder dich dafür. Das klingt alles so weise.
 
Hi Cutie,

also erstmal danke für dein Lob, dass alles so weise klingt von mir....lach lach..übrigens gefällt mir dein Avatar...oder wie man dieses Bildchen nennt mit dem Eiswürfel sehr gut...diese kühlen Farben gefallen mir.
Also zu deiner Frage, ich bin keine gelernte Psychologin oder so, aber ich habe lange Zeit Philosophie, Psychologie, Anthropologie, Verhaltensbiologie und ähnliches studiert..habe mich an sich seit meiner Kindheit dafür interessiert was der Mensch ist, wie er funktioniert etc. Wohl u.a. auch deshalb, weil ich selber einen gewalttätigen Vater hatte...der hat zwar "nur" geschlagen...aber das war an sich schon genug, bzw. zu viel...Meine mittlere Schwester ist letztes Jahr u.a. aufgrund fehlender Abgrenzung und unverarbeiteter Kindheit an einer Angst-Psychose erkrankt...ich habe sie während ihres Klinikaufenthaltes begleitet...sehr viel mit den betreuuenden Psychiatern und Psychologen geredet, sehr viel dazugelernt. Meine jüngste Schwester und ich haben uns selber sehr gut aus unserer belasteten Kindheit rausgehievt...wir hatten z.B nie Schamgefühle in Hinsicht auf drüber reden, Seelenmüll rauszulassen, alles überall mit Freunden, Bekannten oder in einem Seminar etc. zu bequatschen, uns mal auszukotzen (sprichwörtlich) wenn es Probleme gab etc...ich glaube das ist wichtig um selbstbewusst zu werden...wichtig um gesund zu bleiben..
Auch hier im Forum, auf das ich im Mai letzten Jahres glaub ich zufällig gestossen bin, hab ich ne Menge dazugelernt...und auch angefangen einige Beiträge zu schreiben...irgendwo hab ich vielleicht so ein kleines Helfersyndrömchen...aber ich denke mir, warum sollte ich mein Wissen nicht teilen? Kann ja evtll. auch einigen anderen Menschen was nutzen.

Ich war übrigens nicht immer so stark und selbstbewusst. Ich habe eine lange Entwicklung von einem unsicheren, ängstlichen Mädel hinter mir. Mein Vater..und eigentlich auch meine ihm hörige Mutter haben mir immer vermittelt: du bist nix, du kannst nix, etc...bis ich eines Tages dieses Spielchen durchschaut hatte...mit dieser These züchtet man sich ja an sich den perfekten abhängigen Sklaven, der sich einem Oberen Herrn unterwirft, nie ne eigene Meinung hat, sondern immer schön brav macht, was man ihm sagt..bzw. ihr sagt...die Mädchenerziehung ist ja hptsl. auf Duldsamkeit und Folgsamkeit abgestimmt...Na jedenfalls hab ich mich bewusst gegen diese elterliche Definition (deren Macht man echt nicht unterschätzen darf) meiner Person aufgelehnt...Abgrenzung nennt man so was...ich habe dann immer gesagt: NEIN...ich bin wer, bin stark und kann mich auch alleine durchkämpfen, außerdem haben meine Eltern kein REcht dazu mich runterzuziehen, mich zu schlagen etc...hab meine Angst überwunden und mir auch von meinem Vater nicht mehr dreinreden lassen, hab mich aufrecht hingestellt und gewehrt..und bin dann auch nicht mehr geschlagen worden...tja und ab da ging es aufwärts...wo ein Glaube und ein Wille ist, da finden sich oft Wege...und das Witzige war: dadurch wurde ich auch von meinem ehemals übermächtigen Vater als gleichmächtig anerkannt...allerdings geht mir diese Anerkennung am AR***vorbei...wichtiger ist mir stets, was ich von mir denke, wie ich mich sehe oder wie z.B. Bekannte, Freunde mein Freund mich sieht...also meine Eltern, die ich mir ja nicht aussuchen konnte sind nicht mehr so wichtig für mich...So was befreit ganz ungemein..

Dieser Glaube an sich selbst, der Glaube an eine eigene Stärke etc. ist ne enorme Triebkraft, ein Kopftrick, der so gut wie immer funktioniert. Die Psychologen nennen das übrigens self-fulfilling prophecy...sich selbst erfüllende Prophezeiung..damit ist gemeint, dass das, was Menschen sich vorstellen ihr Handeln bestimmt und dadurch ihre Vorstellungen eintreffen...also wenn ich glaube, ich bin schwach, nix wert und kann eh nix erreichen, dann erreiche ich auch nix...DAher kann ich immer nur raten, an sich selber zu glauben, auch genau zu überlegen, was man sich selber wert ist...Ein gesundes Selbstwertgefühl grenzt sich ab, wehrt sich effektiv gegen Unrecht, was ihm angetan wird.

Eine Vergewaltigung ist ja im Grunde eine Machtstruktur...jemand wird sexuell unterworfen...zum reinen Triebobjekt erniedrigt...ein gesundes Selbstwertgefühl stellt klar, dass das zu weit geht, zeigt die Grenze auf und bestraft die Grenzüberschreitung...mit Anzeige etc...ein gesundes Selbstwertgefühl kennt an sich auch keine Scham oder so...Scham ist hier nur ein Hindernis, dass zwischen der Tat und Wiederherstellung des Selbstwertes steht. Über dieses Hindernis sollte man sich schon zu eigenen Gunsten und bewusst zu Ungunsten des Täters hinwegsetzen...Mit der Bestrafung des Täters grenzt man sich ab, schält sich quasi aus dessen Machtbereich hinaus...wird eigenständiges SELBST, dass sich nicht mehr brav der Willkür eines anderen Menschen unterwirft, sondern eigene Rechte für sich in Anspruch nimmt. Und das Recht auf körperliche Unversehrtheit, das REcht über den eigenen Körper zu bestimmen ist ein unantastbares REcht eines jeden Menschen. Wer dieses Recht verletzt, der sollte Konsequenzen spüren.
Für Kinder ist der Vater immer wichtig, für kleine Mädchen nochmals speziell....umso schlimmer ist es, dass er diesen Umstand so schamlos ausgenutzt hat für sich und seine Triebbefriedigung...so was ist an sich die feigeste und hinterhältigste Gewalttat, die man sich vorstellen kann....jemanden, der einem blind vertraut, der abhängig von einem ist so schändlich zu missbrauchen...das macht mich echt stinkwütend...dich nicht auch?
Mist, ist wieder ein total langer Text geworden...jedenfalls will ich dich nicht länger zulabern...WAs momentan wichtig in deiner Situation ist: bleib nicht allein mit deinem Problem, hol dir am besten fachliche Unterstützung in einer Beratungsstelle für Gewaltopfer oder Psychologin. DAnn würde ich vielleicht mal überlegen, ob du nicht mal mit deinen ebenfalls missbrauchten (?) Schwestern redest...würdest du da nicht Rückendeckung kriegen? Damit wäret ihr ggf. schon zwei oder drei, die ne Anzeige machen könnten. Andernfalls könntest auch du allein es schaffen mit ner Anzeige...du kannst dir ja vorher in einer Beratungsstelle Mithilfe suchen..dann biste auch nicht allein, wenn es zur Sache geht.
Wenn du eine Anzeige machst, kannst du bei der Polizei verlangen, dass du ne Polizistin zur Aufnahme der Anzeige gestellt bekommst...es gibt auf SExualdelikte spezialisierte Beamtinnen...mit denen fällt so was oft leichter. Hast du vorher ne Psychologin oder Beraterin kontaktiert, kann die ja auch mit hin zur Polizei...

Wie du siehst gibt es genug Möglichkeiten...setz dich nicht zu sehr unter Druck, sondern mach schrittweise, aber schon konsequent in Richtung Bearbeitung und Verarbeitung deines "FAlles". Denn wie du selber schon bemerkt hast belastet dich die SAche ja doch sehr und v.a. auch deine Beziehung zu Männern, bzw. deinem Freund. Wäre schad, wenn die Macht des Täters und seiner Schandtaten zu lang andauern würde und dein Leben zu nachhaltig überschatten würde, oder? Also hab nur Mut und etwas Selbstvertrauen, wirst sehn, dann klappt das schon! Du bist weitaus stärker, als du glaubst und auch stark genug deinem Vater ggü zu treten und ihn in HInsicht auf dass was er dir und deinen Schwestern angetan hat zur Verantwortung zu ziehen.

LG
Tyra
 
Hallo Tyra,

wenn ich deine Texte lese, stehen mit wirklich jedes Mal die Tränen in den Augen. Du hast wirklich total recht mit allem, was du schreibst.

Es macht mich echt stinkwütend, dass mein Vater so ein Triebtäter ist/war. Er hat wirklich alles zerstört, was man überhaupt im Leben zerstören kann.

Und das muss echt ein Ende nehmen. Ich will wieder "Ich" sein, mich glücklich fühlen, etc. und einfach ein ungestörtes Leben führen können.

Ich beneide dich echt für deine Wahnsinnskraft, die du hast. Und hoffe auch für mich, dass ich diese Kraft eines Tages haben werde.

Ich bin jetzt schon so weit, dass ich überlege, ob ich meinen Vater echt anzeigen soll. Es wäre das beste, aber ein sehr schwieriger Schritt. Habe dazu auch n neues Thema eröffnet, weil ich nicht direkt weiß, wie ich da verfahren soll. Hast du deinen Vater angezeigt?

Auf jeden Fall hast du mir schon besonders viel Kraft gegeben, deine Texte haben mich etwas gestärkt. Es tut halt gut zu lesen, wie andere Menschen darüber denken.

Ich hoffe, deiner Schwester geht es gut und überwindet die Krankheit (kann man da Krankheit zu sagen?)

Noch mal vielen, vielen lieben Dank.
 
Hi Cutie,

sone Wahnsinnskraft hab ich gar nicht....das ist son Dings, was halt mit der Zeit gewachsen ist, indem ich mich immer wieder ein wenig mehr getraut habe und mir immer mehr zugetraut habe...
Ich denke du bist ebenfalls stärker, als du denkst...diese Kraft von der du sprichst ist bereits in dir vorhanden, wartet nur darauf aktiviert zu werden...damit du wirst, was du bist oder sein willst: ein Mensch mit Herz und Verstand, der auch mal kämpfen kann, wenn es notwendig ist.

Meiner Schwester geht es wieder wesentlich besser...ja Krankheit kann man das schon nennen..ne Psychose ist ne Kopfkrankheit...ein unnatürlicher unnormaler, verrückter Bewusstseinszustand...der mit einer sorgfältigen Therapie aber auch wieder geradezubiegen ist...Zum Glück ist meine Schwester ne Angstbuxe und war zutiefst erschrocken durch diesen durchgeknallten Zustand, in dem sie war und bemüht sich jetzt wie Hulle um alles richtig zu machen.. mit Thera & Co...Sie wird ihr zukünftiges Leben immer etwas auf diese Erkrankung ausrichten müssen, muss zusehen, dass sie Stresspunkte in ihrem Leben abbaut etc. unter anderem das Verdrängen der Realitäten aus unserer Kindheit...Meine Ansicht war immer: man muss den Dingen voll ins Angesicht schauen, auch wenn es manchmal weh tut, aber nur so wird man stärker...man braucht all diese Beschönigungen nicht, Verdrängen bringt auch nix...irgendwann holen einen die Realitäten doch wieder ein...und oft in Lebenssituationen, in denen man es überhaupt nicht brauchen kann...also am besten gleich erledigen.

Übrigens ist deine Wut auf deinen Vater sehr gut...ein erster Schritt der Abgrenzung....du hast alles Recht der Welt wütend zu sein! Allerdings solltest du ihm nicht zu viel Macht zuerkennen, indem du sagst, er hat alles zerstört....damals hat er alles zerstört, deine Kindheit hat er zerstört und dafür sollte er per Anzeige/Strafverfahren büßen und bezahlen...aber er hat nicht dich oder deine Zukunft zerstört! So weit darf seine Macht nicht reichen!

Freut mich, wenn dir meine Worte etwas Kraft gegeben haben, aber ich denke eher, dass ich die Kraft, die bereits in dir steckt nur etwas wachgerüttelt habe...Mach weiter so, lass deine Wut ruhig raus, setze dich damit auseinander und tu damit etwas für dich und eine unbelastetere Zukunft!

LG
Tyra
 
Ich bin echt froh, dass es deiner Schweser besser geht. Man sieht, man kann auch was erreichen, wenn man was dafür tut. Ich würde das auch gerne, aber mir fehlt der Mut noch dazu. Ich möchte, dass er für seine Schandtaten gerade steht. Am liebsten wäre mir, dass es dasselbe durchlebt wir ich es musste, um dann zu spüren, wie qualvoll es war. Aber das ist auch schwachsinnig, er sol einfach nur grade dafür stehen.
Und irgendwann werd ich es auch schaffen, die Kraft, um sowas durchzustehen, aufbringen zu können.
ich werde mir pofessionelle Hilfe holen, und das hoffentlich bald. Auf was muss ich denn achten, wenn ich mich an so eine Beratungsstelle wende? Gibt es unter diesen Stellen auch schwarze Schafe? Da hab ich nämlich auch Angst vor.
 

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