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  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ist das Internet langweilig geworden?

HankHollywood

Aktives Mitglied
Hallo Freunde,

Mir ist schon seit längerer Zeit etwas aufgefallen.

Früher war ich in vielen Internetforen aktiv und hatte sehr viel mit wildfremden Menschen zu tun. Es gab ICQ, Emopunk, SchuelerVZ und halt noch unzählige Internetforen in alle möglichen Richtungen.

Die "EMO" Scene hat nach meinem Gefühl irgendwie dafür gesorgt, dass es eben alle möglichen Trend-Threads gab und so weiter. Alleine auf MySpace war die Hölle los und man konnte seine Seite bis ins kleinste Detail anpassen. Jeder hatte dadurch seine eigene Identität. Es hat richtig Spaß gemacht auf Tumblr zu surfen und dort die Gedankengänge von vielen Menschen zu betrachten und mit ihnen darüber zu sprechen. Oft hatte ich das Gefühl, dass ich mit nur einem bisschen zuhören und Gedankenaustausch anderen Menschen helfen konnte.

Inzwischen gibt es Facebook. Facebook und nichts anderes. Hilferuf eigentlich die einzige willkommene Abwechslung, die ich derzeit noch kenne.

Auf Facebook hat sich meiner Meinung nach irgendwie der Umgangston extrem verschlechtert. Die Menschen sind alle nur noch in allen möglichen Gruppen mit Standardphrasen ohne tieferen Sinn am diskutieren. Es gibt keine ernstzunehmende Möglichkeit seinen Charakter innerhalb des Profils zu zeigen. Alles ist nur noch Standardbrei. Neue Leute kennenlernen ist meiner Erfahrung nach kaum möglich, da die meisten sich von Fremden eher belästigt fühlen.

Instagram ist da schon etwas besser. Dort kann man seine Kreativität noch ein bisschen zeigen. Letztendlich ist die ganze Plattfform allerdings irgendwie auch eher Gefühlskalt. In den Kommentaren wird kaum noch ernsthaft kommentiert. Es werden nur noch Leute verlinkt und das höchste der Gefühle ist, dass man mal ein Like verteilt/bekommt. Letztendlich ist das einen Dreck wert, da einfach schlichtweg alles geliked wird.

Die Youtube-Scene ist meiner Meinung nach zu Aufwendig, um da ernsthaft Freundschaften zu pflegen. Das Ganze erinnert eher an eine Art modernes Fernsehn, da es immer nur einen großen Youtuber gibt, denen mehrere tausend Leute folgen.


Habe ich irgendwann zwischendurch einfach den Anschluss an vernünftige und gut besuchte Foren/Soziale Netzwerke verloren, oder hat es sich einfach so sehr verändert?

Ist noch irgendwo was los? Ähnlich wie damals Emopunk, Tumblr, ...?
 

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Andreas900

Sehr aktives Mitglied
Ohne dir zu nahe treten zu wollen, vielleicht liegt es auch am deinem Alter?

Ich war früher auf Chatcity, knuddels, animexx und diversen Foren unterwegs. Heute habe ich zumindest an dieser belanglosen Kommunikation weniger Interesse, ich suche eher Freundschaften, tiefe Gespräche.

Facebook habe ich von Anfang an gehasst. Im Grunde will Facebook ja Echtdaten und wenn mein Arbeitgeber alles lesen kann, dann werde ich mich unter echten Daten bestimmt nicht völlig frei äußern. Zudem ist Facebook kein Ort um neue Freunde zu finden, eher um RL Freundschaften zu halten und sich prollig zu präsentieren.
Darüber hinaus hat Facebook viel kaputt gemacht, weil es zum Standard geworden ist, an dem kaum einer vorbei kommt.

hilferuf finde ich erstaunlich angenehm um sich mit Leuten über alles möglich zu unterhalten, auch wenn Smalltalk vielleicht nicht Sinn dieser Seite ist.

Wenn du ein gutes Forum/Soziales Netzwerk findest, sag mir Bescheid, das suche ich auch noch :)

LG
Andreas
 

HankHollywood

Aktives Mitglied
Ohne dir zu nahe treten zu wollen, vielleicht liegt es auch am deinem Alter?

Ich war früher auf Chatcity, knuddels, animexx und diversen Foren unterwegs. Heute habe ich zumindest an dieser belanglosen Kommunikation weniger Interesse, ich suche eher Freundschaften, tiefe Gespräche.

Facebook habe ich von Anfang an gehasst. Im Grunde will Facebook ja Echtdaten und wenn mein Arbeitgeber alles lesen kann, dann werde ich mich unter echten Daten bestimmt nicht völlig frei äußern. Zudem ist Facebook kein Ort um neue Freunde zu finden, eher um RL Freundschaften zu halten und sich prollig zu präsentieren.
Darüber hinaus hat Facebook viel kaputt gemacht, weil es zum Standard geworden ist, an dem kaum einer vorbei kommt.

hilferuf finde ich erstaunlich angenehm um sich mit Leuten über alles möglich zu unterhalten, auch wenn Smalltalk vielleicht nicht Sinn dieser Seite ist.

Wenn du ein gutes Forum/Soziales Netzwerk findest, sag mir Bescheid, das suche ich auch noch :)

LG
Andreas

Danke für deinen Post!

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Facebook hat tatsächlich viel zerstört...

Zu dem Alter: Ja, jetzt wo du es sagst... Es kann auch sein, dass ich inzwischen einfach das Interesse an genau dem verloren habe, was das Internet damals so interessant für mich gemacht hat. Ich empfinde einfach nicht mehr den gleichen Spaß, den ich damals hatte.

Hilferuf ist für mich vielleicht grade desshalb so interessant, weil hier nicht nur dieses belanglose Zeug gepostet wird.
 

primechecker

Aktives Mitglied
Nein, es ist einfach vieles schlechter geworden. Das hängt u.a. mit der unglaublichen Kommerzialisierung zusammen. Die Plattformen werden vielfach dazu genutzt viel Geld damit zu machen. Fast alles was mal mit guten Grundsätzen klein anfängt unterwirft sich dem Kapitalismus und verfault somit.

Zum Beispiel werden sehr viele Memes genutzt um viralen Content zu erstellen und damit Leute auf seine Seite zu locken, meistens eben deshalb, um mit diesen Besuchern Konversionen also Geld zu erzielen.

Zumindest ist das so meine Erklärung. Vielleicht liege ich da aber auch etwas falsch. Aber vieles - z.B. Stumpfsinn - ist darauf zurückzuführen.
 

Adria78

Aktives Mitglied
Ich sehe das wie primechecker. Bin ja im Internet seit der ersten Stunde...;)

Am Anfang war das noch ganz anders. Da hat man die Leute wirklich kennen gelernt. Da ging es auch viel um Kreativität. Jetzt nur noch um Kohle. Und wenn man googlet, bekommt man nur kommerzielle Seiten gezeigt. Private Homepages oder Foren fast gar nicht mehr. Außerdem diese google Bevormundung. Ich lese viel auf Englisch, aber seit einiger Zeit ist es sehr schwer geworden, überhaupt englische Seiten zu finden. Ich bekomme immer den gleichen deutschen Mist von google präsentiert. (Selbst wenn ich über Erweiterungen als Sprache Englisch einstelle). Diese google Bevormundung nervt nur noch.

Wer eine andere gute Suchemaschine kennt: Her damit. Die anderen die ich kenne sind noch gruseliger als google.

ebay war früher auch besser. Da konnte man richtige gebrauchte Schnäppchen machen. Jetzt wo es fast nur noch kommerzielle Anbieter gibt, die billigen Schund verkaufen... brauche ich nicht mehr.

Mich nervt es auch. Bin heutzutage auch viel weniger online als früher. Facebook gar nicht. Ehrlich gesagt habe ich hier auch nur reingeschaut, weil ich kurz mal "Hallo" sagen wollte, bevor ich mir ein Film anschaue....
 

Andreas900

Sehr aktives Mitglied
Man wird nicht langweiliger, weil man älter wird. Man hat nur andere Interessen und man hat dementsprechend Desinteresse für Dinge, die vorher wichtig für einen waren.
Das sehe ich auch so.

Man denkt immer, man würde sich nie ändern. Manchmal erschreckt man geradezu wenn man merkt, dass man sich geändert hat. Dazu muss man nicht alt sein, schon mit 20 hat man oft ganz andere Interesse als mit 15.

Hach was sehen ich mich sentimental zurück an die Zeit wo ich Teenager war und das Internet für mich noch so neu. Das war der Hammer, Online Computerspiele, mit allen Menschen weltweit schreiben, *flüstert* und andere Sachen.... ^//^
Ich habe World of Warcraft damals süchtig verschlungen, heute kehre ich ab und zu in die Online Spielewelt zurück, nur um festzustellen, dass sie mich nicht mehr so fesseln kann wie früher.
 
N

Neverland

Gast
Guten Morgen,
Eure Feststellungen sprechen mich gerade beim lesen und darüber nachsinnen sehr an.
Selber, bin ich auch längst kein "Fan" mehr von "Seiten" wie Facebook und Co.
Eben wegen der Art und Weise, wie damit umgegangen wird. Mir kommt es dort auch eher belanglos, oberflächlich und leblos vor. Sicher habe ich ja selbst die Wahl, wie ich dort damit umgehe. Doch finde ich auf solchen Seiten, Portalen, anderen Foren ect. einfach nie die Art von "Austausch", die ich mir persönlich wünsche.
Die Qualität des Austausches die ich schätze ist wohl einfach eine andere. Was wohl auch mit ein Grund dafür ist, das es mich wieder hier her gezogen hat.
Denn trotz der ganzen "Probleme" um die es hier ja vordergründig geht, empfinde ich die Qualität der Gesprächsmöglichkeiten hier, als wesentlich tiefer. Vielleicht ja gerade wegen der "Probleme"...?
Vielleicht auch, weil es hier um sehr viel Emotionen geht. Was dann natürlich ein entsprechendes Mitgefühl, Einfühlungsvermögen und intensiveres "nachdenken" voraussetzt und den Gesprächen eine sensiblere Tiefe gibt.

Auf Seiten bei denen es sich vordergründig eher um "Fun haben", liken und meist leider eher prollige Selbstdarstellung geht, scheint es mir da wesentlich schwieriger "den echten Menschen" hinter der Maskerade an zu treffen...
 

Adria78

Aktives Mitglied
Guten Morgen,
Eure Feststellungen sprechen mich gerade beim lesen und darüber nachsinnen sehr an.
Selber, bin ich auch längst kein "Fan" mehr von "Seiten" wie Facebook und Co.
Eben wegen der Art und Weise, wie damit umgegangen wird. Mir kommt es dort auch eher belanglos, oberflächlich und leblos vor.

Ich denke, das ist ein Trend, das es vielen Menschen so geht. Was ich bei mir im Umfeld sehe, das man sich wieder nach persönlichen Kontakten sehnt. Auch mit Fremden. Und Austausch. Bei uns sind so Gesprächskreise entstanden, wo man sich treffen kann. Also nicht unter Freunden, sondern jeder der mag kann hingehen. Zwanglos, in einem Cafe. Oder so Dinge, das Leute sich zum gemeinsamen singen treffen. Ohne Vereinsmitglied oder so sein zu müssen. Diese Treffen sind immer überfüllt. Ohne das man den Zwang einer Vereinsmitgliedschaft hat. Singen verbindet halt.

Ich denke, wir haben hier im Moment noch ein bisschen ein Vakuum. Viele Menschen spüren das online-Kontakte auf Dauer zu wenig und zu oberflächlich sind. Wir sind halt soziale Wesen. Aber solche altmodischen Dinge wie die Eckkneipe oder ein "altbackener" Verein geht auch nicht mehr. Dadurch entstehen wie oben beschrieben immer mehr "offline" Angebote. Manche verbinden auch soziale Netzwerke mit "offline" Angeboten. Wie Wahlverwandschaften. Dort kann man sich online kennen lernen, aber auch zu den örtlichen monatlichen Treffen gehen. Keine Kontaktbörse für Singels, sondern Menschen die ihr soziales Umfeld erweitern wollen.

Ich denke, solche Dinge gehören die Zukunft. Das macht dann auch wieder das online Angebot spannend.

Wie gesagt, ich sehe hier im Umkreis, das immer mehr solche Initiativen entstehen. Weg von Facebook, rein in das reale Leben. Soziale Netwerke eher als Ergänzung, um Kontakte zu halten. Aber x-Freunde zu sammeln, die man nicht kennt? Das ist einfach oberflächlich und wird auf Dauer sehr langweilig.
 

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