Das hört man immer wieder, es ist aber weder das Eine, noch das Andere der Fall. Das Militär ist nur ein grosser Kunde, der Technologie kauft. Mehr aber auch nicht.
mehr braucht es auch nicht. der kunde, der geld hat und somit etwas fördert. "unser alller" geld womit etwas bestimmtes zu einem bestimmten zweck gefördert wird. technologie ist ja an sich nichts schlechtes. wie gar nichts einfach für sich genommen schlecht oder gut oder böse oder so ist. es ist einfach in erster linie. die bewertung machen wir. ich kann das messer in meiner hand zu was sinnvollem einsetzen (brot schneiden) ich kann das messer in meiner hand aber auch - in meiner sicht - zu was "schlechtem" einsetzen (jemanden töten). obwohl auch hier ich es bin, das das töten eines menschen als schlecht definiert. hier könnte man weiter differenzieren...
Innovationen und Entwicklungen gibt es in allen Bereichen gleichermassen - egal ob man Krieg führen, Autos bauen, Brote backen, Schnee schippen, oder etwas Anderes tun will.
Versteh ich nicht ?
ja sicher, nicht nur das militär, sondern schlicht die herausforderungen des lebens, lassen menschen immer wieder was neues entwicklen. ein gescheites abwassersystem zum beispiel. kläranlagen und so. oder einfach nur einen krug. da könnte man das althistorische museum besuchen und die ganze entwicklung von den ersten menschen über die verschiedenen zeitalter hinweg anschauen. das erste rad das erfunden wurde - worauf ich mächtig dankbar bin, da ich gerne radle.
aber immer wieder verleitet die macht, die eine technik plötzlich einem an die hand gibt, das herrschen über andere und die durchsetzung ganz individueller bedürfnisse. (ja, dafür gibt es scheinbar demokratische prinzipien der politik, damit sowas eben nicht passieren kann). aber ich finde - es reicht nicht. die politik reicht nicht aus.
wer entscheidet wann und wie was eingesetzt wird? wie oft geschieht es, dass man gewissen dingen, die eine mehrheit als schlecht erachten, dennoch durchgezogen werden?
technologie-lastigkeit und technologie-überbewertung. es gibt viele andere stärken und entwicklungschancen, wo ich persönlich finde, da sollte man mehr investieren ohne auf die technik zu verzichten.
bezüglich abwasserproblematik unsere alte kläranlagen nicht mehr up-to-date. durch die forschung wissen wir, dass zum beispiel hormone, medikamente nicht geklärt werden und so in den gesamten wasserkreislauf dringen. das ist ne herausforderung, ne hürde. ich bin sogar sehr dafür, neue technologien zu entwickeln, weil es einfach auch braucht... aber das alleine reicht nicht. es gibt end-of-pipe-lösungen, wo wir gewissen dingen einfach nachrennen. krisenintervention betreiben. auf der anderen seite, und das finde ich auch nötig und sehr sinnvoll und nicht zu unterschätzen und auch nachhaltig, sucht man nach präventiv-methoden, damit man erst gar nicht alles produziert und sich in die nesseln setzt. denn was da ist, ist da.
daneben sollte auch noch was anderes bedacht werden: der sinnvolle einsatz von eigentlich allem.
ich finde es mühsam, wenn weiter vorne gebaut und geforscht und debattiert wird, und man weiter hinten dann aufräumen darf. und das wie niemanden interessiert. sowas verstehe ich nicht unter politischer gemeinschaft. das gewicht sollte überall gleich gesetzt werden. vorne bei der entwicklung, in der mitte bei der anwendung und schliesslich am ende beim abfall. und bei den gesellschaftlichen umwälzungen.
natürlich ist es interessanter vorne dabei zu sein und den ganzen heldenstatus (und die kohle) zu geniessen, ist viel toller, als sich dann um den ganzen "dreck" in verschiedenster form zu kümmern.
mir scheint, dass es wie legitimiert ist. die entwicklung einer sache ist wichtiger, als der schaden, den er auch mit angerichtet hat. dass man das vorne in der überlegung miteinbezieht. und nicht in der hitze des gefechts - und vorne geht es scheinbar ziemlich hart zur sache - all diese "kleinigkeiten" einfach wegstreicht aus der planung, aus den überlegungen.
und wenn man dann die nebenwirkungen schon negiert und nicht sehen will, und nur das was glänzt und die tolle entwicklung - und ich finde technologie auch sehr interessant - dann soll man auch genug geld bereitstellen, damit gewisse "nebenwirkungen" angegangen werden können. hier foutieren sich dann viele und schieben die verantwortung ab.
ich weiss, dass war jahrelang eigentlich so üblich. aber das heisst nicht, dass es so weitergehen muss.
müllhalden in drittwelt-ländern. elektroschrott und ihre schwermetalle in hinterhöfen weit weg. es ist sicherlich nicht die aufgabe eines forschers und tüftlers dies auch noch zu regeln. sondern die der politik.
das ist wie im spitzensport und doping. dieses heroische-super-mensch getue, weil jemand ne sekunde schneller war oder einen zentimter höher springen konnte. sicher beachtliche leistung. und von akrobatik bin ich immer wieder sehr fasziniert. aber dass dann doping mit ins spiel kommt..
sowie beim koksen vorne an der front.
mir scheint, dass man eben all diese nebenwirkungen ausblendet und das andere extrem überhöht. respektive einfach nicht transparent genug ist.
ein nüchterner erwachsener mensch, sollte doch in der lage sein, die verschiedenen auswirkungen sehen zu können. und zu wollen! (eigentlich nicht sollen.. denn das ist meine einstellung, meine meinung. kein objektive geschriebenes allgemeingültiges gesetz).
ich bin nicht gegen das militär grundsätzlich. auch hier wird missbrauch betrieben. manche scheren sich nicht drum und blenden es systematisch aus. einsätze bei naturkatastophen zum beispiel. da ne starke, trainierte, gut ausgerüstete und gut organisierte gruppe zu haben.. voll sinnvoll!
wir tragen verantwortung. und manchmal glaube ich, viele überfordert dies. und viele tun so, als ob sie der verantwortung gerecht würden.
lg camus
ps: konkrete kehrmedaille.. nachdem ein krieg geführt worden ist, kann man nicht einfach zur tagesordnung übergehen. minen, die überall rumliegen zum beispiel. all die menschen, die durch den krieg traumatisiert worden sind. das ganze soziale netz und system, das gesprengt worden ist. andere gehen brav zur familie heim und essen ne warme suppe. andere gehen dann mal auf die suche von überlebenden und merken, dass alle tot sind. die stehen dann einfach so auf der strasse.
die kehrmedaille... die geschichte ist voll damit!