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In Leitungsposition wechseln für geringfügig mehr Geld oder ....

hadorno

Mitglied
Guten Abend,
Ich bin einfacher Sachbearbeiter. Ich bin zufrieden, mit meinem Wissen am Limit, mir macht der Job aber Spaß weitgehend. Leider gibts keine echten Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Durch eine organisatorische Änderung ist es mir möglich geworden, in eine Leitungsposition von ca 20 Leuten zu wechseln. Man ist so eine Art Teamleiter, nicht wirklich Führungskraft mit Personalverantwortung, also ich mache keine Einstellung und keine Entlassung.

Es gibt Tage da genieße ich die Freiheit, es gibt Tage, da bin ich genervt weil ich nicht weiterkomme. ich bin nun fast 10 Jahre in dem Job. Viele, die dort sind, sind schon ewig da. Und die kommen extern auch nicht mehr wirklich raus, das sind eher Sonderfälle.

Jetzt ist der Punkt, dass viele Leitungskräfte gegangen sind, weil es ihnen zu stressig war. Das waren allerdings auch andere "Typen" als ich.

Ich bin hin und her gerissen von dem ganzen. Das Geld würde fast das gleiche bleiben, nur die Aufgabe würde sich ändern, man verteilt eben eher Aufgaben als dass man selbst im Fach arbeitet, ist viel in Meetings, meine Arbeitszeiten ändern sich mit Sicherheit in der Form, dass ich 5 Stunden pro Woche mehr da bin.

Andererseits ist es abwechslungsreich, man lernt neue Leute kennen und steigt in Ebenen auf, die mir so verschlossen bleiben, knüpft neue Kontakte.

Hat jemand schon mal eine solche Job Entscheidung getroffen?
 
Gibt es die Möglichkeit, sich das Ganze mal ein halbes Jahr anzuschauen, mit der Option wieder zurückzuwechseln? Dann würdest du nicht viel riskieren.
 
Macht ja nichts, irgendwann ist immer das erste Mal. 🙂

Hättest du Bedenken bei diesem Vorgehen?
 
Grundsätzlich nicht. Ich weiß nur, dass die Kollegen die wohlbemerkt nicht gefragt wurden, aber ebenso auch den Kopf schütteln über die Entscheidung, denn die meisten sagen, für dieses geringe Entgelt soviel mehr Stress, nein danke. Andererseits eben meine Denkweise: Vielleicht einen Zwischenschritt ohne echten Mehrverdienst mit neuen Perspektiven, mein Horror wäre 20 Jahre den gleichen Sachbearbeiterjob und dann Bedenken zu haben, nie wieder raus zu kommen von dort.
 
Hallo Hadorno,

ich war in der gleichen Situation wie du und mir wurde der Teamleiterposten angeboten. Ich war nie scharf darauf, Führungsverantwortung zu übernehmen (im Gegenteil), dachte mir aber, komm, mach es, dass ist die Chance (allerdings auch wegen Mehrgehalt). Das Ende vom Lied ist, dass ich das Unternehmen verlassen habe, weil ich kurz vorm Burnout stand. Delegieren war nicht meine Stärke, ich konnte nicht loslassen, wollte in allen Themen drin sein. ich hab nur noch für das Unternehmen gelebt, meine Gedanken kreisten nur ums Arbeiten. Trotz das ich "gescheitert" bin, war es das Wert, ich konnte viele Erfahrungen sammeln.

Aber wie du schon sagst, dass muss nicht heißen, dass es dir genauso geht.
Frage dich einfach mal, ob du delegieren kannst, ob du loslassen kannst, organisationssgeschick hast, ob du nach Feierabend abschalten kannst, ob die Fach- und Sozialkompetenz vorhanden ist, ob du Stress gut wegstecken kannst u bei Druck gelassen bist. Wäre eine "Rolle rückwärts" schwierig bei Dir?

Fazit: Ich würde es versuchen, vielleicht gehst du drin auf, zumindest nimmst du eine Erfahrung mit. Wenn nicht, ist scheitern keine Schande.

Alles Gute.
 
Grundsätzlich nicht. Ich weiß nur, dass die Kollegen die wohlbemerkt nicht gefragt wurden, aber ebenso auch den Kopf schütteln über die Entscheidung, denn die meisten sagen, für dieses geringe Entgelt soviel mehr Stress, nein danke. Andererseits eben meine Denkweise: Vielleicht einen Zwischenschritt ohne echten Mehrverdienst mit neuen Perspektiven, mein Horror wäre 20 Jahre den gleichen Sachbearbeiterjob und dann Bedenken zu haben, nie wieder raus zu kommen von dort.

Bei mir gab es wesentlich mehr Gehalt, habe aber oft gedacht, was bringt dir das Geld, wenn du kaputt gehst. Dennoch, ich sehe es trotzdem so, dass du den Schritt wagen solltest. Eine Weiterentwicklung ist immer gut (auch im Lebenslauf, falls du mal woanders arbeiten möchtest). Das ist quasi dein Mehrgehalt an.

Ich halte übrigens nichts davon, eine Rolle rückwärts im selben Unternehmen zu machen. Würde es eher als Sprungbrett in eine andere Firma nutzen (falls es nicht klappt).

Ein Vorteil hat die Führungsposition alle mal, die Zeit rennt wie verrückt ;-)
 
Mein Pro und Contra Zettel sagt eindeutig: Ja, ab ins kalte Wasser. Ich habe keine Kids, leider aktuell nicht mal eine Beziehung und bin allein, habe also nichts im Rücken, ob ich jetzt 1-2 Stunden länger im Büro bin......wurscht. Und ja, mein Vorgesetzter sagte mir auch, ich solle das große Ganze sehen und nicht den monetären Vorteil im Moment, da hat er nicht unrecht.
 
Mein Pro und Contra Zettel sagt eindeutig: Ja, ab ins kalte Wasser. Ich habe keine Kids, leider aktuell nicht mal eine Beziehung und bin allein, habe also nichts im Rücken, ob ich jetzt 1-2 Stunden länger im Büro bin......wurscht. Und ja, mein Vorgesetzter sagte mir auch, ich solle das große Ganze sehen und nicht den monetären Vorteil im Moment, da hat er nicht unrecht.


Das sehe ich auch so, dass Große und Ganze sehen. Solche Chancen muss man einfach mitnehmen.

Dann wünsche ich Dir viel Erfolg, welche Entscheidung du auch immer triffst. Halt die Ohren steif! 🙂
 
Guten Abend,
Ich bin einfacher Sachbearbeiter. Ich bin zufrieden, mit meinem Wissen am Limit, mir macht der Job aber Spaß weitgehend. Leider gibts keine echten Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Durch eine organisatorische Änderung ist es mir möglich geworden, in eine Leitungsposition von ca 20 Leuten zu wechseln. Man ist so eine Art Teamleiter, nicht wirklich Führungskraft mit Personalverantwortung, also ich mache keine Einstellung und keine Entlassung.

Es gibt Tage da genieße ich die Freiheit, es gibt Tage, da bin ich genervt weil ich nicht weiterkomme. ich bin nun fast 10 Jahre in dem Job. Viele, die dort sind, sind schon ewig da. Und die kommen extern auch nicht mehr wirklich raus, das sind eher Sonderfälle.

Jetzt ist der Punkt, dass viele Leitungskräfte gegangen sind, weil es ihnen zu stressig war. Das waren allerdings auch andere "Typen" als ich.

Ich bin hin und her gerissen von dem ganzen. Das Geld würde fast das gleiche bleiben, nur die Aufgabe würde sich ändern, man verteilt eben eher Aufgaben als dass man selbst im Fach arbeitet, ist viel in Meetings, meine Arbeitszeiten ändern sich mit Sicherheit in der Form, dass ich 5 Stunden pro Woche mehr da bin.

Andererseits ist es abwechslungsreich, man lernt neue Leute kennen und steigt in Ebenen auf, die mir so verschlossen bleiben, knüpft neue Kontakte.

Hat jemand schon mal eine solche Job Entscheidung getroffen?

Ich war vor ca. 2,5 Jahren vor einer ähnlichen Entscheidung gestanden. Eine Position über mir wurde kurzfristig frei und man wollte keine Neueinstellung für diese Position, also habe Ich sie angeboten bekommen und angenommen. Für den Anfang gab es 500€ mehr, später dann nochmal 800€. Meine Arbeitszeit wurde mehr, das Stresslevel höher, etc. Es war sicherlich nicht einfach, vorallem am Anfang, da man viele neue Aufgaben und Arbeitsabläufe hat, in die man sich erstmal hineinarbeiten muss.

Ich habe in der Zeit sehr viel gelernt und mich beruflich und persönlich stark weiterentwickelt. In jungen Jahren setzt man den Grundstein für sein weiteres Berufsleben. Ich für mich persönlich bin der Meinung, dass man sich bis zu seinem 30. Lebensjahr in einer Lernphase befindet, in der man einfach die Möglichkeit hat viel auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln und wenn man die Möglichkeit hat, dann sollte man sie auch nutzen. Du bist jung, du bist flexibel. Du wirst sicherlich nicht in deiner Firma alt werden und wenn es dir noch 1-2 Jahren nicht mehr gefällt, kannst du jederzeit woanders hingehen.

Ich hab nach etwa 2 Jahren den Job hingeschmissen. Die Arbeitszeit war einfach nicht mehr normal, wöchentlich 60+ Stunden. Die versprochene Unterstützung kam nicht. Man muss dazu sagen, dass der Arbeitgeber sowieso schon in Schieflage war, es überall an Personal gefehlt hat und insbesondere die Führungskräfte weggelaufen sind. Trotz des vielen Stresses und langen Arbeitszeiten bereuhe Ich es kein bisschen. Was Ich in der Zeit gelernt habe, nimmt mir keiner mehr. Die Erfahrungen, z.B. wo meine persönlichen Stärken und Schwächen sind oder Weiterentwicklung in vielen Bereichen (z.B. Führung, Empathie, Problemlösungkompetenz, etc.) sind Gold wert.

Sieh nicht nur die vergleichweise geringe Bezahlung dafür. Sieh die Erfahrungen, die du dafür bekommst und was du in ein paar Jahren daraus machen kannst.

Viel Erfolg!
 

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