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In der Trauer hat man keine Freunde mehr!

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Hallo,

habe heute erfahren das sich eine ehemalige Freundin überfordert gefühlt hat nur weil ich sie dreimal gefragt hat ob sie mal wieder zeit für mich hat, dass war kurz nachdem meine Mama gestorben ist. Sie hat sich unter Druck gesetzt gefühlt!!! Hallooo?????? Ich bin nun der Idiot, so dreht sie das hin!Sag mal, gehts noch? Mir ging es schlecht und sie?

Auch mit einer anderen Kollegin habe ich heute gesprochen... Sie will auch nichts mehr mit mir zu tun haben... Wie kann es nur sein? Warum lassen einen die Menschen fallen in so einer schweren Situation?
Tja, so ist es!

Doch wie geht man damit um? Ich will endlich aufhören mir um diese A****.... gedanken zu machen und doch denke ich immer wieder darüber nach weil ich es einfach nicht verstehen kann wie man nur so sein kann! Ich wäre nicht so!

Hat jemand eine Idee wie ich diese falschen Leute aus meinem Kopf bekomme?

Erst einmal möchte ich Dir sagen, dass es mir sehr leid tut für Dich.
Der Verlust der Mutter tut nun mal sehr weh - in Deinem Fall.
Dass Menschen, die einem nahe standen, fallen lassen, kenne ich nur zu gut!
Ich weiß also auch, wie weh das tut.
Als meine liebe Oma (sie war für mich wie eine Mama) gestorben ist, bin ich wirklich ganz tief abgestürzt. Habe die ersten Monate nur mit Beruhigungspillen überlebt.
Ich hatte bis zum Tod meiner Oma zwei Menschen, die ich als echte Freunde angesehen habe.
Weißt du, wie sie mit mir verfahren sind?
Kaum lag meine Oma unter der Erde und ich weinte nur, da nannten sie mir die Adresse einer Selbsthilfegruppe für Trauerbegleitung. Schickten mir eine Wegbeschreibung und danach hörte ich nie wieder von ihnen!
Stattdessen gaben sie einem Volldidioten meine Telefonnummer (sie hatten vorher über ihn abgelästert), der dann in der tiefen Trauer bei mir anrief.
In der Not erkennt man wahre Freunde.
Versuche diese Leute zu vergessen, auch wenn es schwer fällt.
Sind das Freunde, denen es zu lästig ist, Dir zur Seite zu stehen, wenn es Dir schlecht geht?
Die nur die schönen Dinge im Leben mit Dir teilen wollen?
Ich habe meine Oma jeden Sonntag besucht.
Als ich diesen "Freunden" am Telefon sagte, wie sehr ich meine Besuche bei ihr vermissen würde, meinten sie so gleichgültig:"Tja, jetzt ist dieses Programm vorbei. Musst Du Dir halt was neues suchen!"
Ich bin immer noch fassungslos über so viel Gleichgültigkeit und Kälte!
 
Das tut mir auch sehr leid für dich Dauni-Leider kommt der Spruch: In der Not erkennt man seine wahren Freunde- nicht von irgendwoher 🙁
Ich denke in Krisensituationen werden fast alle Menschen von "ihren Freunden" enttäuscht, weil sich da eben herauskristallisiert daß in schweren Zeiten eben doch fast keiner zu einem steht.
Menschen zu finden die in solchen Zeiten zu einem stehen bzw. einfach nur da sind ist extrem schwer- die meisten fühlen sich überfordert und wissen nicht wie sie mit Trauernden umgehen sollen. Sonst war man doch immer recht gut drauf und war am besten noch für die anderen da und jetzt hockt da plötzlich ein "Trauerkloß" und braucht selbst Hilfe.
Da zeigt sich wieder der grenzenlose Egoismus der meisten 🙄

Ich kann dir auch nur raten, vergiß diese "Freunde" . Es wird noch länger weh tun, sich so verraten zu fühlen , das dauert seine Zeit bzw. wird immer wieder weh tun. Konzentrier dich auf die Personen ( u.a. dein Mann ) die auch in diesen Zeiten für dich da sein und versuch dir klarzumachen daß das nur falsche Freunde waren.
Wir werden immer wieder auf solche Menschen "reinfallen", man läßt sich auf neue Kontakte ein, versteht sich gut und denkt man ist befreundet-tja, bis etwas passiert und man wirklich jemanden an seiner Seite brauchen könnte.
Ich fürchte das nennt man Lebenserfahrung bekommen 🙁

Drück dich mal virtuell und hoffe daß du bald aus deinem tiefen Loch wieder rauskommst-versuch dich mit schönen Dingen abzulenken
Liebe Grüsse
Biker
 
Vielen Dank für Deine lieben Worte. Sie taten gut! Schön zu wissen das mich jemand versteht.
Ich bin einfach nur sprachlos und endlos entäuscht darüber!
Ich hoffe das ich es bald aus meinen Gedanken streichen kann denn es ist es nicht wert. Das weiß ich nun!
Ich kann von mir behaupte das ich ein guter Mensch bin, immer für andere da.... Doch irgendwie vergeht mir die lust weiterhin auch so gut zu sein.

Naja, ich sollte mich damit eigentlich nicht mehr beschäftigen, denn es geht mir eh schon nicht gut... Ich hoffe es gelingt mir bald...

Danke Dir nochmal
 
Ach ja, ich wünschte auch ich könnte vergessen....

Dafür habe ich heute wenigstens mal eine schöne erfahrung gemacht. Leute, wo ich gedacht habe das ich scheiss egal bin, fragen immer wieder wie es mir geht, und sie verstehen sogar!!! Und sie kommen mich sogar besuchen! Was sagt man dazu? So kann man sich irren.... Aber wie ich mich geirrt habe... Und ich dachte ich habe eine gute Menschenkenntinis? Nichts war es.
 
Siehst du Dauni, es gibt also auch positive Überraschungen Menschen betreffend.
Evtl. sind sogar die, von denen man es nicht geglaubt hat, die wahren Freunde

Manchmal denkt man Menschen interessieren sich nicht für einen und dabei sind sie nur zu schüchtern oder wissen nicht wie sie sich verhalten sollen. Lass dich ruihg auf diese neuen Freundschaften ein, es kann ja nur besser werden-und wenn du merkst das ist wieder einseitig versuch rechtzeitig die Notbremse zu ziehen ( was zugegebenermassen extrem schwer ist )
 
Nun ja... Neue Freundschaften werden es sicher nicht aber wenn man sich hin und wieder mal trifft fände ich das schon gut. Vorallem weil ich dankbar um jede Ablenkung bin!
Auf jeden fall hab ich mich sehr darüber gefreut.

Grüssle
 
Auch wenn der Thread sehr alt ist, schreibe ich hier mal. Der Titel ist so passend und in den Beiträgen habe ich mich auch wieder gefunden. Vielleicht geht es ja aktuell noch mehr Leuten hier im Forum so.

Ich habe es leider erlebt, dass nach einem Trauerfall von (fast allen) anderen nichts in die Richtung Nachfrage, wie es einem mittlerweile geht, kommt. Sie melden sich erst gar nicht. Es heißt dann zwar mal "meld dich, wenn etwas ist", aber dazu fehlt in der Trauer zumindest mir die Motivation und der Antrieb. Und das, was ich da bräuchte, wäre, dass sich jemand mal aktiv bei mir meldet. Das würde mir gut tun.
Stattdessen kommen teilweise sogar Sätze wie, dass ich mich ja nicht melden würde.

Auch wenn ich in bestimmten Kontakten nicht total enge Freundschaften gesehen habe, habe ich doch darauf gehofft und auch erwartet, dass man sich mal meldet und fragt, wie es mir geht und nach einem Treffen fragt. Aber nichts.

Und dann merkt man zusätzlich zu dem schon schweren Todesfall noch, dass man quasi alleine ist, denn bis auf vereinzelte Leute, die zumeist noch aus der Familie kommen, meldet sich niemand von selbst und das zeigt ja, dass kein Interesse da ist.

Aber ich will dann auch keinen Kontakt mehr zu diesen Leuten suchen, da ich ja merke, dass es nichts richtiges, nichts enges, echtes ist.
 
Auch wenn der Thread sehr alt ist, schreibe ich hier mal. Der Titel ist so passend und in den Beiträgen habe ich mich auch wieder gefunden. Vielleicht geht es ja aktuell noch mehr Leuten hier im Forum so.

Ich habe es leider erlebt, dass nach einem Trauerfall von (fast allen) anderen nichts in die Richtung Nachfrage, wie es einem mittlerweile geht, kommt. Sie melden sich erst gar nicht. Es heißt dann zwar mal "meld dich, wenn etwas ist", aber dazu fehlt in der Trauer zumindest mir die Motivation und der Antrieb. Und das, was ich da bräuchte, wäre, dass sich jemand mal aktiv bei mir meldet. Das würde mir gut tun.
Stattdessen kommen teilweise sogar Sätze wie, dass ich mich ja nicht melden würde.

Auch wenn ich in bestimmten Kontakten nicht total enge Freundschaften gesehen habe, habe ich doch darauf gehofft und auch erwartet, dass man sich mal meldet und fragt, wie es mir geht und nach einem Treffen fragt. Aber nichts.

Und dann merkt man zusätzlich zu dem schon schweren Todesfall noch, dass man quasi alleine ist, denn bis auf vereinzelte Leute, die zumeist noch aus der Familie kommen, meldet sich niemand von selbst und das zeigt ja, dass kein Interesse da ist.

Aber ich will dann auch keinen Kontakt mehr zu diesen Leuten suchen, da ich ja merke, dass es nichts richtiges, nichts enges, echtes ist.
Weißt Du was, ich hab das gemacht, was Dir gefehlt hat. Eine Onlinefreundin hat ihren Partner verloren, und ich hab meinen nur einmal beinahe verloren. Also dachte ich, sie wünscht sich genau das, nachfrage. Aber das klappte nicht so recht, sie antwortete nur wenig und wenn ich versuchte, ein bisschen Gespräch zu führen, kam es mir so vor, als passten meine Fragen nicht.
Daher hab ich daraus geschlossen, vielleicht mach Trauer einfach einsam? Was sie so von sich gab immer wieder, war, dass sie so einsam ist, und dass keiner versteht. Und ab und zu kam mir dann der Gedanke, aber ich versuche doch?
Es schien nicht zu passen für sie.
Und aus der Erfahrung, wie es mir ging, als mein Partner so schwer krank war, da hab ich erlebt, wie die meisten Leute nicht verstehen, und die, die in einer gleichen oder ähnlichen Situation waren, wollten scheinbar keinen Austausch, da war ich damit auch ziemlich alleine.
 
Weißt Du was, ich hab das gemacht, was Dir gefehlt hat. Eine Onlinefreundin hat ihren Partner verloren, und ich hab meinen nur einmal beinahe verloren. Also dachte ich, sie wünscht sich genau das, nachfrage. Aber das klappte nicht so recht, sie antwortete nur wenig und wenn ich versuchte, ein bisschen Gespräch zu führen, kam es mir so vor, als passten meine Fragen nicht.
Daher hab ich daraus geschlossen, vielleicht mach Trauer einfach einsam? Was sie so von sich gab immer wieder, war, dass sie so einsam ist, und dass keiner versteht. Und ab und zu kam mir dann der Gedanke, aber ich versuche doch?
Es schien nicht zu passen für sie.
Und aus der Erfahrung, wie es mir ging, als mein Partner so schwer krank war, da hab ich erlebt, wie die meisten Leute nicht verstehen, und die, die in einer gleichen oder ähnlichen Situation waren, wollten scheinbar keinen Austausch, da war ich damit auch ziemlich alleine.
Es tut mir sehr leid für dich, dass du damit auch sehr alleine warst.

Ich habe eine Person, die sich mal ehrlich erkundigt hat, wie es mir in Bezug auf den Todesfall geht, meine Tante, mit der ich erst seit der Beerdigung Kontakt habe. Das hat mir richtig gut getan. Der Kontakt war bis vor kurzem nur telefonisch. Nun haben wir uns letztens auch mal getroffen.

Es würde mir gut tun, wenn mal jemand kommen oder sich treffen wollen würde. Wenn man die verstorbene Person vorher noch jahrelang gepflegt hat und jeden Tag bei ihr war, dann fällt das ja auch weg.

Ich kann froh sein, dass ich noch auf die Arbeit gehe und da meine Kollegen treffe. Und wenn ich dann danach nachhause komme und wieder alleine bin und sich auch niemand bis auf Ausnahmen per Telefon meldet, dann bin ich wieder alleine. Ein Haustier ist dann eben auch kein Ersatz für einen Menschen.
 
Und dann merkt man zusätzlich zu dem schon schweren Todesfall noch, dass man quasi alleine ist, denn bis auf vereinzelte Leute, die zumeist noch aus der Familie kommen, meldet sich niemand von selbst und das zeigt ja, dass kein Interesse da ist.

Aber ich will dann auch keinen Kontakt mehr zu diesen Leuten suchen, da ich ja merke, dass es nichts richtiges, nichts enges, echtes ist.

Also dachte ich, sie wünscht sich genau das, nachfrage. Aber das klappte nicht so recht, sie antwortete nur wenig und wenn ich versuchte, ein bisschen Gespräch zu führen, kam es mir so vor, als passten meine Fragen nicht.
Daher hab ich daraus geschlossen, vielleicht mach Trauer einfach einsam?

Es würde mir gut tun, wenn mal jemand kommen oder sich treffen wollen würde.
Trauer ist doch was ganz Individuelles. Ich zB möchte dezidiert nicht danach gefragt werden, wie es mir damit geht.
Und wenn ich mich einsam fühle und Lust darauf habe, jemanden zu treffen bzw mit jemandem etwas zu unternehmen, dann frag ich denjenigen.
Ich interpretiere weder in ein "Nichtstun" von anderen etwas hinein (das kann beim anderen ja auch einfach Unsicherheit sein, warum sollte es gleich Desinteresse sein?) noch warte ich darauf dass es jemandem gelingt meine Gedanken zu lesen.
 
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