ich mache hier mal weiter mit der nächsten krankheit, dem keuchhusten.
(auf die unsinnige diskussion über das geldverdienen der pharmaindustrie gehe ich nicht ein, ich möchte auch weiterhin alle teilnehmer auffordern beim thema zu bleiben)
keuchhusten zählt ja deshalb zu den schweren erkrankungen, weil es gerade bei säuglingen und kleinkindern als komplikation vorkommen kann, dass sie eben nicht husten, sondern einen atemstillstand erleiden und sterben. die todesrate beträgt 1
🤐000 (lt. wikipedia, wobei dort keine altersdifferenzierung vorgenommen wird).
nun ist es so, dass offenbar die impfung nicht vorhält und auch nicht umfassend schützt. in d besteht die grundimmunisierung aus vier einzelimpfungen im ersten lebensjahr und bereits vier jahre später muss aufgefrischt werden. dennoch erkranken immer wieder auch geimpfte kinder, nach einer britischen studie (
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24961836) macht es für die erkrankung sogar keinen unterschied, ob die kinder geimpft oder ungeimpft waren. auf der anderen seite steigen in den neuen bundesländern die keuchhustenfälle langsam aber sicher seit mittlerweile jahrzehnten an; hier geht man davon aus, dass die frühere, niedrige fallrate der impfpflicht in der ddr für diese krankheit geschuldet war.
die impfung wirkt sich diagnostisch mitunter fatal aus, da der behandelnde kinderarzt einen keuchhusten nicht oder zu spät erkennt, weil er ihn wegen des impfstatus' ausschliesst (eigene erfahrung).
dennoch bleibt es ja eine schwere und oft genug tödlich verlaufende krankheit, immer noch sterben weltweit mehrere hunderttausende menschen an keuchhusten. wie ist also vorzugehen, wenn die impfung so wenig und sogar nachteile bringt?
nach meinem dafürhalten sollte das augenmerk auf das keuchhustenfreihalten der umgebung des säuglings/kleinkindes liegen, sprich keine 'ansteckungspartys' (die ohnehin völlig blödsinnig sind), sondern bei husten in der familie (eltern, geschwister, andere enge kontaktpersonen) immer gleich klären, ob dies ein keuchhusten sein könnte. im positiven fall alle anderen familienmitglieder ebenso antibiotisch behandeln wie den/die erkrankten. bei keuchhusten in der näheren umgebung (freunde, bekannte) auch mal an einen vorübergehenden, realen kontaktstop zu den betroffenen denken. zu überlegen ist auch, ob nicht vllt nicht der säugling gegen keuchhusten, sondern besser seine nächste umgebung geimpft werden sollte.