Aber ich selbst hatte in meinem Leben auch viele Momente, in denen ich schwierig, verletzend, schwankend war. Zumindest bei mir hat das mit meiner schwierigen Lebensgeschichte zu tun. Das ist keine Rechtfertigung für schlechtes Verhalten, überhaupt nicht, aber ständige Beziehungsabbrüche reproduzieren Verletzungen aus der Vergangenheit.
Das ist in Ordnung finde ich. Wir sind ja alle nur Menschen und solange man seinen gegenüber nicht hauptsächlich und bewusst als Ventil benutzt, ist das durchaus zu entschuldigen auch mal „weniger nett“ zu sein. Ich denke das passiert den meisten Menschen mal in ihrem Leben, dass sie an ihre Grenze kommen, traurig oder wütend sind und ihr Partner das dann mal abbekommt in einer bestimmten Situation. Empfinde ich nicht als Grund alles in Frage stellen zu müssen, soöange das kein Dauerzustand wird.
Ich finde es nur sehr schwierig, mit einem ständigen Auf und Ab umgehen zu können. Dadurch existiert nicht mal die Möglichkeit, dass es zwischen zwei Personen wieder besser werden und man sich wieder annähern kann. Dann gibt es da einen schönen Moment, der Hoffnungen schöpfen lässt, der in einem das Gefühl erweckt „vielleicht kriegen wir das ja wieder hin. Sie weiß ich bin kein schlechter Mann, wenn sie wirklich so denken würde, gäbe es jetzt keinen schönen Moment und sie wäre gar nicht da. Jetzt merke ich auch wieder, wie süß sie ist und liebevoll und welch schöner Mensch sie eigentlich ist. Vielleicht wird alles besser.“ und dann ganz plötzlich, von einem Moment auf den anderen, gibt es irgendeine Kleinigkeit, die alles wieder kaputt macht und dafür sorgt, dass es gar nicht dazu kommt sich wieder weiter anzunähern, weil man beschuldigt und vor allem weggestoßen wird. Für Dinge die gar nicht existieren, sondern sich nur in ihrem Kopf abspielen. Dann wird vorausgesetzt, dass einfach alles wieder gut ist, sobald sie sich beruhigt hat. Ohne zu sagen „Es tut mir leid, das war blöd von mir.“ oder sowas in der Art. Nein, es wird sogar noch vorausgesetzt, dass der andere den ersten Schritt macht, obwohl man ihm gesagt hat, er soll fern bleiben, wie ein Hund mit dem man gerade nicht spielen will, der aber sowieso wieder kommt, weil er seinen Besitzer braucht und ihn mehr liebt als sich selbst. Gestern wollte sie versuchen eine Konversation mit mir zu starten, in dem sie sofort mit einem Vorwurf startete. Sie meinte zu mir, dass sie nicht wusste, wie sie mich sonst anders hätte ansprechen können.
Ich war sauer und fragte sie, ob ich jetzt dankbar sein soll dafür.
(So nach dem Motto Hauptsache die gnädige Dame meldet sich bei mir, es ist ganz egal wie sie es tut, ich bin dankbar dafür)
Danach kam sofort die Aussage „Ich habe mir heute morgen Vorwürfe gemacht wegen gestern, aber es war ein Fehler mich bei dir zu melden“ (Nope, es war ein Fehler, wie du dich bei mir meldest)
Meine Antwort war: „Du machst dir Vorwürfe, startest die Unterhaltung aber mit einem weiteren Vorwurf? Starke Leistung“
„ ja ja sorry“ (dann kann sie auch gleich sagen „leck mich am arrsch“ 😅)
Ich sagte „Egal. Aber was mir weniger egal ist, ist die Art wie du mit mir umgehst und dann erwartest, das ich trotzdem so funktioniere wie es dir gerade passt. Außerdem sind deine Anschuldigungen beleidigend, ich bin weder ein Lügner, noch ein Typ der strategisch irgendwelche Pläne schmiedet, um dir was zu verheimlichen etc. Meine Werte sind ganz andere, das solltest du mittlerweile erkannt haben und wenn du hinter allem was ich tu, nur schlechte Absichten meinerseits siehst, frage ich mich ernsthaft was du überhaupt von mir möchtest. Was ich möchte ist, das du an deinem Verhalten mir gegenüber arbeitest. Ich bin nicht dein Ball den du wegtreten kannst und dir wieder holst, wenn es dir passt. Das macht mich unglücklich und wenn sich daran nichts ändert, ist es besser die Beziehung zu beenden.“
Ich denke diese klare Aussage, musste es vorher nochmal geben. Der Rest liegt jetzt in ihrer Hand. Große Hoffnungen steck ich da aber nicht mehr rein.