willst du sagen, sie war selber schuld?
und die anderen sind unschuldslämmer?
das nennt man täter zu opfern machen...und umgekehrt.
eine verdrehung der tatsachen.
Also, ich wurde auch mal gemobbt, von Schülern, die damals 2, 3 Klassen über mir waren, und ich würde schon sagen, dass ich mitverantwortlich dafür war, dass ich deren Opfer geblieben bin. Ich glaube, es ist ziemlich normal, dass es in Teenager-Gruppen Sticheleinen / Mobbing gibt, dafür braucht es keine Monster. Man muss dafür sorgen, dass man selbst nicht mehr das Opfer ist und in meinem Fall hat das auch gut geklappt, sobald ich die Initiative ergriffen habe; wie das bei anderen ist, weiß ich nicht. Das waren einfach durchschnittliche junge Leute, denen man nur mal zeigen musste, dass sich das Opfer auch wehren kann.
Anscheinend kann man es nicht so einfach. Ich finde es aber irgendwie seltsam, dass GivenUp sich nach so langer Zeit immernoch - und diesmal wirklich - selbst zum Opfer macht.
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich denke, das könnte daher kommen, dass du (GivenUp) bzw. andere Mobbingopfer, die so lange mit den Folgen nicht klarkommen, sich in gewisser Weise in den falschen Bereichen "überbewertest". Nein, es lag nicht daran, dass sich die Mobber aus irgendeinem großen Grund gegen dich verschworen haben, dass sie sich gedacht haben "Die ist mir wirklich unsympathisch, die sollten wir mobben", sondern daran, dass du, wie ich damals, ein geeignetes Opfer warst und dich wahrscheinlich nie wirklich gewehrt hast. Nicht mehr, nicht weniger.
Ich weiß nicht wirklich, was ich in deiner Situation machen würde, denn bei mir war es schon etwas anderes. Ich hätte kein Problem damit, meine "Täter" nochmal zu treffen. Vermutlich würde ich sogar ein wenig hochnäsig gegenüber ihnen sein, weil sie sich im Nachhinein wirklich als feige rausgestellt haben - diese Erfahrung hast du ja nicht gemacht.
Aber gerade weil du noch so in dieser Opferrolle drinsteckst, könnte es, glaube ich, gesund für dich sein, mal die Erfahrung zu machen, von den Leuten, die dich früher gemobbt haben, ganz normal behandelt zu werden. Ich gehe einfach mal davon aus, dass es so sein würde, aber wie gesagt, ich kenne die Leute ja nicht.
Und vielleicht solltest du dir auch bewusst machen, dass du deine Umwelt immernoch aus den Augen eines Opfers erlebst. Und wenn du das Gefühl hast, dass dich jemand "komisch anschaut" (ich kenne das), solltest du mal überlegen, ob das jetzt wirklich passiert ist, oder ob du da wieder in die Opferrolle abrutschst. Ich hatte früher ständig das Gefühl, irgendwelche Leute an Straßenecken würden sich über mich unterhalten, dabei haben irgendwelche Leute an Straßenecken wirklich besseres zu tun, als sich über mich zu unterhalten, dafür bin ich echt nicht wichtig oder auffällig genug (und du bist es wahrscheinlich auch nicht, oder?).
edit:
wolf-souled meinte:
aber immer mit dem gedanken "wenn das wieder losgeht geh ich...sofort...und zwar nicht ohne knackigen spruch (wo ich mir im vorfeld schon was überlegen würde)"
Stimmt, selbst wenn es wieder anfangen würde, wäre das für dich, denke ich, eine gute Gelegenheit, dir selbst zu beweisen, dass du nicht unbedingt ein Opfer sein musst. Es dürfte dir nicht schwer fallen, einen 30-Jährigen, der nach 10 Jahren immernoch kindisch genug ist, eine ehemalige Schulkameradin zu mobben, lächerlich zu machen. Ich glaube, es gibt für ein Mobbing-Opfer nichts heilsameres, als die Rollen mal umzudrehen.