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Im Hospiz lebenden Vater besuchen, wenn Verhältnis kaputt war ?

Wie alt die Nichte ist, kann ich gar nicht sagen, hab nur mal ein Foto von ihr gesehen...da hätte ich sie etwa auf Abitur-Alter geschätzt. Also quasi das, was man landläufig so als "aus dem Gröbsten raus" bezeichnet. Mit ihren Schwestern hat J überhaupt keinen Kontakt, lediglich einer ihrer Töchter hat wohl losen Kontakt mit der Nicht über soziale Netzwerke.

Vor etwa 2 Jahren habe ich J bei einem Kontaktversuch zu ihren Erzeugern geholfen. Nachdem sie merkte, dass ihre Telefonnummer offenbar blockiert wurde (man hörte sofort ein Besetztzeichen), versuchte sie es nochmal mit deaktivierter Rufnummernübermittlung. Mehr als ein "Hallo" brachte sie gar nicht raus,dann legte ihre Mutter sofort wieder auf. Bei einem erneuten Kontaktversuch 2 Woche später kam direkt die Durchsage, dass der Anschlussinhaber keine Anrufe mit unterdrückter Rufnummer akzeptiere. In meinen Augen ein ziemlich eindeutiges Zeichen, dass ein Kontakt offenbar nicht gewünscht ist. Genau DAS habe ich ihr auch in Erinnerung gerufen, als sie mir am letzten Wochenende von der Hospiz-Sache erzählte. Ich habe ihr geraten, dass sie -wenn sie wirklich Abschied nehmen will - dies erst nach der Beisetzung am Grab zu tun.

Schrecklich wie manche Eltern ihr Kind behandeln.
 
Für mich persönlich gilt wenn ich die Kraft auf bringe dem anderen zu "verzeihen" dann habe ich selber am meisten gewonnen.

Dann nämlich kann ich mich verabschieden, den anderen in Frieden gehen lassen und werde hoffentlich nicht mit Groll an ihn denken müssen. Viele Menschen verletzten andere und würden es wieder gut machen wollen, haben aber nicht mehr die (gesundheitliche?) Chance.

Ob Deine Bekannte aber diese Kraft und den Willen aufbringt, muss sie selber entscheiden.

Gruß von Grisu
 
Am besten wäre es, ganz ohne Groll gegen einen Menschen zu leben, man schadet sich da nur selber damit.
 
Am besten wäre es, ganz ohne Groll gegen einen Menschen zu leben, man schadet sich da nur selber damit.
Das gilt nur für manche, die generell empfindlich sind, was man als angeborene oder anerzogene Schwäche sehen kann.
Andere können sehr gut damit leben, daß sie angetanes Unrecht nie verzeihen, für die wäre das nämlich gleichbedeutend mit einem zu-Kreuze-kriechen, einer weiteren Demütigung in einer langen Kette von Demütigungen, quasi eine Bestätigung daß der andere doch alles richtig gemacht hat und alles gar nicht so schlimm gewesen ist. Das braucht nicht jeder und das tut sich nicht jeder an!
Einfacher ist es, die ganze Vergangenheit in die Tonne zu kloppen, sobald der Sargdeckel zu ist. Das laufende Leben ist wichtiger als was früher mal war, egal ob mit oder ohne Vergebung, wer so einen künstlich gezogenen Schlußpunkt nicht fürs eigene psychische Wohl braucht weil er sonst auch resilient ist und nicht zu Selbstbetrug neigt, braucht es nicht, Punkt.
Wegen des Erbes wird es sowieso garantiert nochmal Knatsch geben, da darf die betreffende Person gespannt sein wie die Verfügungen des Erzeugers aussehen. Als Tochter darf sie nicht übergangen werden.
 
Es scheint doch noch nicht einmal der Vater selber zu sein, der um eine Aussprache ersucht.
Auch die Geschwister haben sich nicht gemeldet, schicken ein Kind vor. Wie armselig ist das?!
Ganz ehrlich: Ein vor Jahren geschlossenes Kapitel sollte man nicht wieder öffnen.
Ein Aufenthalt im Hospiz ist nicht geeignet, um eine schlimme Kindheit aufzuarbeiten.
Da geht es ums Abschiednehmen. Maximal der Vater würde hier sein Gewissen erleichtern können; vieles bliebe ungesagt und J würde Ballast mit nach Hause nehmen, von dem sie sich vor Jahren befreit hat. Ich würde mir das nicht antun - wäre auch nicht bei der Beerdigung dabei.
 
mmhh? - ja ist klar.

Es soll Väter geben, die entfremdet wurden.
Entfremdung führt dazu, dass die Kinder sich völlig schuldlos fühlen, wenn sie von sich aus nie Kontakt aufgenommen haben.
Sie führt auch dazu, dass Väter die Kinder nie kontaktiert haben, weil sie das wissen.
Und dennoch hätten sie sich Kontakt gewünscht.

Für Väter ist es allerdings auch leichter, ohne Kind weiter zu leben, als für das Kinder ohne Vater auf zu wachsen.

Da der Vater im Hospiz sterben wird, ist es für ihn egal, ob das Kind Kontakt zu ihm aufnimmt oder nicht. Er ist bald tot.

Da aber das Kind weiter leben wird und entweder keine Klarheit braucht - oder sie im anderen Falle nie wieder bekommen wird, muss das Kind sich entscheiden, wo es steht.

Will es wissen wo der Vater stand, so ist es höchste Eisenbahn.
 
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