Deine Intelligenz und Wortgewandtheit ist offensichtlich - dem Leser und ganz unverhohlen auch dir ^^.[/(quote]
Meinst Du? Das Problem ist, dass man über dieses Thema ganz schwer reden kann, ohne als arrogant zu erscheinen. So eine Art Tabu sehe ich da auf jeden Fall.
Auch auf die Gefahr hin, mal wieder abzuschweifen: Nach meinem Eindruck ist das Thema besonders in Deutschland stark tabuisiert. (In jedem Fall stärker als in den angloamerikanischen Ländern).
Du erklärst deine Sichtweise der Dinge, die in den meisten Fällen beinhaltet, dass der Großteil der Menschen zu dumm ist um das zu durchblicken.
Kommt das so rüber? Darauf kommt's mir eigentlich nicht an. Hier sind ja anscheinend schon die meisten in der Lage dazu, mir zu folgen.
Bei so einem Wutausbruch wie meinem in diesem Thread vermischt sich natürlich so manches. Intelligenz und Blödheit (in einem viel allgemeineren Sinne) z.B. Ich nehme es niemandem übel, wenn er eine geringe Intelligenz hat. Was mich nervt, ist u.a.:
- Keine Ahnung haben, aber eine große Klappe
- andere dazu zwingen, sich auf das eigene Niveau hinabzubegeben (z.B. an Unis, wo viele Dozenten wissen, dass die meisten Studenten mittlerweile zu faul sind, mal mehr als 10 Seiten zu lesen und sich darauf einstellen)
Aber noch viel schlimmer finde ich Leute, die intelligent genug sind, um bestimmte Dinge zu kapieren, sich aber aus reinem Opportunismus oder Bequemlichkeit anpassen - wo es nicht nötig ist; ganz ohne geht es natürlich nicht - und damit dazu beitragen, dass die Gesellschaft eine immer Schlechtere statt eine Bessere wird.
Das fängt schon im Kleinen an. Was meine eigene mangelnde Anpassungsfähigkeit betrifft, fällt mir gerade folgendes ein:
Physik-Grundkurs in der Oberstufe. Der Lehrer: ein absoluter Kotzbrocken. Die Schüler: hauptsächlich daran interessiert, sich mit ihm gut zu stellen, denn der Kurs war "nur mündlich", d.h. keine Klausur, mit ein bisschen Laber-Rhabarber und rudimentären Kenntnissen konnte also jeder seine 4 schaffen.
Und wer war so blöd, als einziger nicht über die faulen Witze des alten Kotzbrockens zu lachen?
Und auf wen hatte es der Lehrer anschließend abgesehen?
(Dank eines engagierten Verbindungslehrers bin ich ihn dann aber doch noch - im laufenden Schuljahr - losgeworden und konnte stattdessen Chemie wählen).
In einem gebe ich dir recht... Unsere Medien tragen zur Verdummung bei - einfach schon durch die Auswahl an Themen und der Art der Aufbereitung derselben. Zum Teil in einem Ausmaß, das schon nahezu körperlich schmerzt.
Klar. So manche Sendungen auf RTL, RTL II etc. erinnern mich z.B. an die Jahrmärkte früherer Jahrhunderte, wo auch irgendwelche "Krüppel" zur allgemeinen Belustigung ausgestellt wurden, oder die Flugschriften, die über solche "Monster" berichteten.
Letztlich muss man leider feststellen, dass die Geschichte in zivilisatorischer Hinsicht derzeit rückwärts läuft. Daran sind nur, finde ich, nicht nur die Medien schuld. Sondern auch die Konsumenten. Vor allem diejenigen, die gerade nicht zu blöd sind, sich aber aus reiner Bequemlichkeit lieber die RTL-II-Nachrichten anschauen, statt sich aus halbwegs vernünftigen Quellen zu informieren.
Irgendwo stimmt es natürlich auch, dass die Medien nur das liefern, was die Leute haben wollen. Aber da spielt auch die allgemeine Tendenz zur Ökonomisierung sämtlicher Lebensbereiche mit rein, meine ich. "Wieso sich in der Freizeit mit anstrengenden, teils belastenden Problemen befassen, wenn damit kein Geld zu verdienen ist", werden sich viele denken. Mit dem Beglotzen der neuesten Enthüllungsgeschichten über Tittenvergrößerungen, Sextourismus in Thailand oder Klatsch und Tratsch über irgendwelche B-Promis zwar auch nicht, aber man kann dabei so schön entspannen, um am nächsten Tag wieder frisch und gestärkt ins Arbeitsleben zu starten - bei dem es oft auch nur noch ums Geld (der Arbeitgeber und Aktionäre) geht. (Selbst im "Gesundheitsmarkt" ist das Geld ja mittlerweile wichtiger als die Patienten).
Darüber hinaus setze ich beruflichen Erfolg in wenigen Fällen mit Intelligenz gleich. Da sind viele andere Faktoren mit entscheidend... z.B. Fleiß, soziale Kompetenzen, Zielstrebigkeit, manchmal leider auch Rücksichtslosigkeit 🙁 , Ausdauer, Glück, Beziehungen... usw...
Diese Faktoren können jedoch nicht nur einem weniger intelligenten Menschen weiterhelfen, sondern auch einem sehr intelligenten den Weg ebnen. Das ist für mich unabhängig davon.
Kann man so sehen. "unabhängig" würde ich nicht sagen. Du hast natürlich Recht: Auch viele intelligente Menschen setzen sich durch. Meine Erwartungshaltung ist da eben nur eine andere: Wenn es z.B. heißt, es gibt ja nur 30 % (nur als Beispiel) Underachiever, dann finde ich das eher viel. Wenn es 70 % schaffen, ist aber auch klar, dass es an Intelligenz alleine auch bei den Betroffenen (wie auch immer definierten Hochbegabten) nicht liegen kann.
Letztlich willst Du wohl darauf hinaus, dass es nichts nützt, darüber zu mosern und man sich den Gegebenheiten eben zumindest z.T. anpassen muss, um seine Ziele zu erreichen.
Ist mir theoretisch klar, in der Praxis hapert es daran.
Wäre für mich wahrscheinlich super gewesen, wenn es sowas wie staatlich finanziertes Coaching gäbe - nicht nur in Ausnahmefällen für Langzeitarbeitslose. Hätte sich sehr wahrscheinlich ausgezählt. So hätte ich mehr Steuern zahlen können, mittels Konsum die Wirtschaft ankurbeln ...