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Idioten regieren die Welt- keinen Bock mehr

Offensichtlich ist es eine andere als Deine. Ich weiß natürlich nicht, ob Du den Begriff generell so definierst, aber aus dem, was Du weiter oben geschrieben hast, lese ich folgendes heraus:
Blöd ist, wer im Leben wenig erreicht. Schlau ist, wer viel erreicht.

Um es zusammenzufassen: Du definierst Dummheit/Schlauheit vom Ende / vom Ergebnis her.

Es ist offensichtlich, dass Deine Definition eine Tautologie ist und dazu dient, das Phänomen zu verschleiern und mit einem Tabu zu belegen. D.h. die simple Tatsache, dass nicht alle Menschen mit dem gleichen Potenzial zur Welt kommen...
usw... usw... ^^

Danke für deine Definition von Intelligenz.
Leider hast du dich mehr damit beschäftigt meine von dir vermutete Definition zu beleuchten, als deine eigene klar zu legen.

Deine Vermutung bezüglich meiner Definition ist leider falsch - insofern hast du jetzt zwar ein schönes Statement abgegeben, aber nicht im Bezug auf mich.

Ich setze nämlich Erfolg und Intelligenz nicht automatisch gleich. Im Gegenteil, ich kenne sehr, sehr intelligente Menschen, die sogenannte Gesellschaftsversager sind.

Nichtsdestotrotz teile ich deine Ansichten nicht.
Du stellst dich mit deiner eigenen Intelligenz über den Großteil der Menschen und ich interpretiere deine Postings so, als wärest du der Meinung, dass die meisten gesellschaftlich angepassten Menschen IQ-Versager wären.

Wenn du dich bereits so viel mit dem Thema auseinandergesetzt hast, wie deine Postings vermuten lassen, dann vermisse ich die Berücksichtigung der Erkenntnisse über Intelligenz und deren Testung.

Es gibt ganz sicher angeborene Unterschiede in der Intelligenz.
Nicht übersehen sollte man jedoch, dass Intelligenztests nur einen Teil der Gesamtintelligenz testen können.
Darüber hinaus ist erwiesen, dass die Intelligenz keine feststehende Größe ist, sondern Schwankungen unterliegt.

Intelligenztest

Die Frage stellt sich halt, ob logisches Denken und Kreativität wirklich so viel hochwertiger sind als beispielweise emotionale Intelligenz.

http://de.wikipedia.org/wiki/Theorie_der_multiplen_Intelligenzen
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für deine Definition von Intelligenz.
Leider hast du dich mehr damit beschäftigt meine von dir vermutete Definition zu beleuchten, als deine eigene klar zu legen.

Da magst Du nicht ganz Unrecht haben ...

Deine Vermutung bezüglich meiner Definition ist leider falsch - insofern hast du jetzt zwar ein schönes Statement abgegeben, aber nicht im Bezug auf mich. Ich setze nämlich Erfolg und Intelligenz nicht automatisch gleich.

Finde ich auch. Nach meinem Eindruck greift dieses Denken nämlich immer mehr um sich.

Ich setze nämlich Erfolg und Intelligenz nicht automatisch gleich. Im Gegenteil, ich kenne sehr, sehr intelligente Menschen, die sogenannte Gesellschaftsversager sind.

Dann sind wir uns in dem Punkt also einig. Ehrlich gesagt, wie hoch der Anteil von "Underachievern" ist, da bin ich mir selbst sehr unsicher. Die Experten ja auch. Jeder erzählt da was anderes. Vermutlich weil sie sich nicht auf einen gemeinsamen Maßstab einigen können.

Du stellst dich mit deiner eigenen Intelligenz über den Großteil der Menschen

Das müsstest Du mir näher erläutern. Zumindest gehöre ich nicht zu den Leuten vom Typ Lehrer, die ihrem Automechaniker sagen, wie er das Auto zu reparieren hat. Ich meine das aber vollkommen ernst. Erläutere es mir und ich setze mich ernsthaft damit auseinander.

... als wärest du der Meinung, dass die meisten gesellschaftlich angepassten Menschen IQ-Versager wären.

Vielleicht schwirrt mir das so im Hinterkopf herum und ich ziehe falsche Schlüsse daraus. Das könnte sein. Im Grunde bin ich mir da, wie gesagt, nicht so sicher. Sicher bin ich mir nur, was das Umgekehrte betrifft: dumme Leute haben es leichter im Leben, da sie weniger dazu neigen, sich selbst in Frage zu stellen. Und das gilt heutzutage eher noch stärker als vor 20, 30 Jahren, weil "Selbstvermarktung" ja immer wichtiger wird. Und es ist natürlich dort wichtiger, wo man Leistungen besonders schlecht messen und vergleichen kann - z.B. im journalistischen Bereich. Und - würde ich jedenfalls tippen - generell wichtiger bei "weichen" Fächern als bei "harten".

Wenn du dich bereits so viel mit dem Thema auseinandergesetzt hast, wie deine Postings vermuten lassen, dann vermisse ich die Berücksichtigung der Erkenntnisse über Intelligenz und deren Testung.

Es gibt ganz sicher angeborene Unterschiede in der Intelligenz.
Nicht übersehen sollte man jedoch, dass Intelligenztests nur einen Teil der Gesamtintelligenz testen können.
Darüber hinaus ist erwiesen, dass die Intelligenz keine feststehende Größe ist, sondern Schwankungen unterliegt.

Müsstest Du mir ebenfalls näher erläutern. Was vermisst Du denn bei meinen Postings, was die Berücksichtigung solcher Erkenntnisse betrifft?
Die Schwankungen sind ja wohl normalerweise nicht so riesengroß. Dass IQ-Tests nur einen Teil der "Gesamtintelligenz" messen, ist mir schon klar. Aber was folgt daraus? Ich sehe das durchaus. Und ich habe mich schon oft genug gefragt, ob es nicht auch Leute gibt, die einfach auf den falschen Gebieten intelligent sind - und im Test entsprechend gut abschneiden. "Falsch" in dem Sinne, dass es im Alltag wenig Möglichkeiten gibt, damit etwas anzufangen.

Die Frage stellt sich halt, ob logisches Denken und Kreativität wirklich so viel hochwertiger sind als beispielweise emotionale Intelligenz.

Das habe ich nicht behauptet. Ich habe auch nicht behauptet, dass dumme Leute weniger wert seien. Wenn es so rübergekommen sein sollte, stellt sich die Frage: Lag's an meiner Ausdrucksweise oder (auch) daran, dass bei manchen Leuten dieser Verdacht schon aufkommt, wenn man überhaupt die Tatsache anspricht, dass es dumme Menschen gibt. Also doch ein Tabu?

In der Praxis kommt es natürlich darauf an, wozu man seine Fähigkeiten einsetzt. Wenn ich als Animateur im Ferienzentrum arbeite, ist emotionale Intelligenz sicher wichtiger als alles andere. Und ein wenig Kreativität kann auch nicht schaden. Als Ingenieur wird mir emotionale Intelligenz allein dagegen wenig nützen, wenn ich mit rechnerischem und logischem Denken auf Kriegsfuß stehe.
 
Das müsstest Du mir näher erläutern. Zumindest gehöre ich nicht zu den Leuten vom Typ Lehrer, die ihrem Automechaniker sagen, wie er das Auto zu reparieren hat. Ich meine das aber vollkommen ernst. Erläutere es mir und ich setze mich ernsthaft damit auseinander.

Danke für deine Antwort.
Da liegen wir in den Grundansichten ja doch nicht so weit auseinander.
Etwas später habe ich mehr Zeit, dann suche ich mal die Aussagen raus, die mich zu meinem Eindruck geführt haben.
 
...Ich habe nun schon seit über 20 Jahren versucht, möglichst viel zu saufen, um mein Gehirn zu zerstören, damit ich fitt für den Arbeitsmarkt werde. Hat leider nichts genutzt.

....Ich meinte: die meisten Leute sind von Natur aus blöd und schreiben daher blöde Bewerbungsschreiben, die bei blöden Personalern (Vorsicht Tautologie!) gut ankommen.

....Wobei ich ihr auch schon zig mal erklären musste, dass 1,3 soviel wie 1- bedeutet und 1,7 eine 2+. Mit Mathe (1 und 1 Zusammenzählen) und Logik hat sie es nicht so.

....Und das ganze erklärt man der verblödeten Masse dann ...

....Erschreckender finde ich, dass die Bevölkerung dümmer wird. Wie Studien belegen, geht nämlich der durchschnittliche IQ seit einigen Jahren bei uns zurück....

Das sind ein paar Zitate.

Ich sage jetzt nicht, dass ich dir in dem einen oder anderen Punkt nicht zustimmen würde. Es geht eher um das Gesamtbild.

Deine Intelligenz und Wortgewandtheit ist offensichtlich - dem Leser und ganz unverhohlen auch dir ^^.

Du erklärst deine Sichtweise der Dinge, die in den meisten Fällen beinhaltet, dass der Großteil der Menschen zu dumm ist um das zu durchblicken.

Diesbezüglich bin ich gespalten.

In einem gebe ich dir recht... Unsere Medien tragen zur Verdummung bei - einfach schon durch die Auswahl an Themen und der Art der Aufbereitung derselben. Zum Teil in einem Ausmaß, das schon nahezu körperlich schmerzt.
UND ich bin ebenfalls der Meinung, dass sehr viele Menschen unverantwortlich unkritisch einfach nachplappern, was die Medien von sich geben.

Mal abgesehen davon bin ich jedoch der Ansicht, dass es in jeder Sparte, in jeder Gesellschaftsschicht, in nahezu jedem Beruf, eine kräftige Durchmischung an weniger und mehr intelligenten Menschen gibt.
Die Frage ist eher, ob sie ihr Denkvermögen auch nutzen.

Darüber hinaus setze ich beruflichen Erfolg in wenigen Fällen mit Intelligenz gleich. Da sind viele andere Faktoren mit entscheidend... z.B. Fleiß, soziale Kompetenzen, Zielstrebigkeit, manchmal leider auch Rücksichtslosigkeit 🙁 , Ausdauer, Glück, Beziehungen... usw...

Diese Faktoren können jedoch nicht nur einem weniger intelligenten Menschen weiterhelfen, sondern auch einem sehr intelligenten den Weg ebnen. Das ist für mich unabhängig davon.
 
... Das sind ein paar Zitate.

Ich sage jetzt nicht, dass ich dir in dem einen oder anderen Punkt nicht zustimmen würde. Es geht eher um das Gesamtbild.

Na ja, hm ..., kann ich schon verstehen. Ich will noch nicht mal abstreiten, dass ich öfters so drauf bin. Einiges ist aber auch aus der Situation heraus zu erklären. Mal Dampf ablassen und so ...

Deine Intelligenz und Wortgewandtheit ist offensichtlich - dem Leser und ganz unverhohlen auch dir ^^.[/(quote]

Meinst Du? Das Problem ist, dass man über dieses Thema ganz schwer reden kann, ohne als arrogant zu erscheinen. So eine Art Tabu sehe ich da auf jeden Fall.
Auch auf die Gefahr hin, mal wieder abzuschweifen: Nach meinem Eindruck ist das Thema besonders in Deutschland stark tabuisiert. (In jedem Fall stärker als in den angloamerikanischen Ländern).

Du erklärst deine Sichtweise der Dinge, die in den meisten Fällen beinhaltet, dass der Großteil der Menschen zu dumm ist um das zu durchblicken.

Kommt das so rüber? Darauf kommt's mir eigentlich nicht an. Hier sind ja anscheinend schon die meisten in der Lage dazu, mir zu folgen.
Bei so einem Wutausbruch wie meinem in diesem Thread vermischt sich natürlich so manches. Intelligenz und Blödheit (in einem viel allgemeineren Sinne) z.B. Ich nehme es niemandem übel, wenn er eine geringe Intelligenz hat. Was mich nervt, ist u.a.:
- Keine Ahnung haben, aber eine große Klappe
- andere dazu zwingen, sich auf das eigene Niveau hinabzubegeben (z.B. an Unis, wo viele Dozenten wissen, dass die meisten Studenten mittlerweile zu faul sind, mal mehr als 10 Seiten zu lesen und sich darauf einstellen)

Aber noch viel schlimmer finde ich Leute, die intelligent genug sind, um bestimmte Dinge zu kapieren, sich aber aus reinem Opportunismus oder Bequemlichkeit anpassen - wo es nicht nötig ist; ganz ohne geht es natürlich nicht - und damit dazu beitragen, dass die Gesellschaft eine immer Schlechtere statt eine Bessere wird.
Das fängt schon im Kleinen an. Was meine eigene mangelnde Anpassungsfähigkeit betrifft, fällt mir gerade folgendes ein:
Physik-Grundkurs in der Oberstufe. Der Lehrer: ein absoluter Kotzbrocken. Die Schüler: hauptsächlich daran interessiert, sich mit ihm gut zu stellen, denn der Kurs war "nur mündlich", d.h. keine Klausur, mit ein bisschen Laber-Rhabarber und rudimentären Kenntnissen konnte also jeder seine 4 schaffen.
Und wer war so blöd, als einziger nicht über die faulen Witze des alten Kotzbrockens zu lachen?
Und auf wen hatte es der Lehrer anschließend abgesehen?
(Dank eines engagierten Verbindungslehrers bin ich ihn dann aber doch noch - im laufenden Schuljahr - losgeworden und konnte stattdessen Chemie wählen).

In einem gebe ich dir recht... Unsere Medien tragen zur Verdummung bei - einfach schon durch die Auswahl an Themen und der Art der Aufbereitung derselben. Zum Teil in einem Ausmaß, das schon nahezu körperlich schmerzt.

Klar. So manche Sendungen auf RTL, RTL II etc. erinnern mich z.B. an die Jahrmärkte früherer Jahrhunderte, wo auch irgendwelche "Krüppel" zur allgemeinen Belustigung ausgestellt wurden, oder die Flugschriften, die über solche "Monster" berichteten.
Letztlich muss man leider feststellen, dass die Geschichte in zivilisatorischer Hinsicht derzeit rückwärts läuft. Daran sind nur, finde ich, nicht nur die Medien schuld. Sondern auch die Konsumenten. Vor allem diejenigen, die gerade nicht zu blöd sind, sich aber aus reiner Bequemlichkeit lieber die RTL-II-Nachrichten anschauen, statt sich aus halbwegs vernünftigen Quellen zu informieren.

Irgendwo stimmt es natürlich auch, dass die Medien nur das liefern, was die Leute haben wollen. Aber da spielt auch die allgemeine Tendenz zur Ökonomisierung sämtlicher Lebensbereiche mit rein, meine ich. "Wieso sich in der Freizeit mit anstrengenden, teils belastenden Problemen befassen, wenn damit kein Geld zu verdienen ist", werden sich viele denken. Mit dem Beglotzen der neuesten Enthüllungsgeschichten über Tittenvergrößerungen, Sextourismus in Thailand oder Klatsch und Tratsch über irgendwelche B-Promis zwar auch nicht, aber man kann dabei so schön entspannen, um am nächsten Tag wieder frisch und gestärkt ins Arbeitsleben zu starten - bei dem es oft auch nur noch ums Geld (der Arbeitgeber und Aktionäre) geht. (Selbst im "Gesundheitsmarkt" ist das Geld ja mittlerweile wichtiger als die Patienten).

Darüber hinaus setze ich beruflichen Erfolg in wenigen Fällen mit Intelligenz gleich. Da sind viele andere Faktoren mit entscheidend... z.B. Fleiß, soziale Kompetenzen, Zielstrebigkeit, manchmal leider auch Rücksichtslosigkeit 🙁 , Ausdauer, Glück, Beziehungen... usw...

Diese Faktoren können jedoch nicht nur einem weniger intelligenten Menschen weiterhelfen, sondern auch einem sehr intelligenten den Weg ebnen. Das ist für mich unabhängig davon.

Kann man so sehen. "unabhängig" würde ich nicht sagen. Du hast natürlich Recht: Auch viele intelligente Menschen setzen sich durch. Meine Erwartungshaltung ist da eben nur eine andere: Wenn es z.B. heißt, es gibt ja nur 30 % (nur als Beispiel) Underachiever, dann finde ich das eher viel. Wenn es 70 % schaffen, ist aber auch klar, dass es an Intelligenz alleine auch bei den Betroffenen (wie auch immer definierten Hochbegabten) nicht liegen kann.

Letztlich willst Du wohl darauf hinaus, dass es nichts nützt, darüber zu mosern und man sich den Gegebenheiten eben zumindest z.T. anpassen muss, um seine Ziele zu erreichen.
Ist mir theoretisch klar, in der Praxis hapert es daran.
Wäre für mich wahrscheinlich super gewesen, wenn es sowas wie staatlich finanziertes Coaching gäbe - nicht nur in Ausnahmefällen für Langzeitarbeitslose. Hätte sich sehr wahrscheinlich ausgezählt. So hätte ich mehr Steuern zahlen können, mittels Konsum die Wirtschaft ankurbeln ...
 
Man muss ueber Witze von Uebergebenen lachen, das ist halt nunmal so. Das faellt mir auch immer sehr schwer, aber das ist nunmal Politik.
 
Daran sind nur, finde ich, nicht nur die Medien schuld. Sondern auch die Konsumenten. Vor allem diejenigen, die gerade nicht zu blöd sind, sich aber aus reiner Bequemlichkeit lieber die RTL-II-Nachrichten anschauen, statt sich aus halbwegs vernünftigen Quellen zu informieren.

Danke für deine Antwort, sie war sehr bemüht auf meine Aussagen einzugehen.

Zu den Medien möchte ich noch einen Punkt hervorheben. Mich persönlich stören die Talkshows etc. gar nicht mal so sehr. Jedem das seine. Ich denke mal, dass jeder Mensch für sich selbst entscheidet, ob er damit etwas anzufangen weiß. Aber es hat Ähnlichkeit mit den früheren öffentlichen Bestrafungen, da hast du recht.

Was mich viel mehr stört... Sensationshascherei bei wichtigen Themen. Ganz arg ist da beispielsweise der Umgang mit Arbeitslosigkeit und Sozialunterstützungen. Hier wird durch die Medien unverhohlen Politik gemacht - in einem ganz niedrigen, miesen Niveau.
Und viele Leute, die das ansehen, machen sich nicht die Mühe das mal ein wenig zu hinterfragen - sondern plappern den Schmarrn gnadenlos nach 🙁 . Beide Schuld, sicher.

Der Medienverbund hat allerdings in seinen Regeln direkt auf die Informationsverantwortung der Medien hingewiesen, auch im Hinblick auf die vermittelten Werte. Wo ist das geblieben?

Und wer war so blöd, als einziger nicht über die faulen Witze des alten Kotzbrockens zu lachen?
Und auf wen hatte es der Lehrer anschließend abgesehen?

Soziale Intelligenz ^^. Du mußt nicht auf die Witze des Lehrers lachen. Es hätte wahrscheinlich gereicht, wenn er dir deine Abneigung nicht so deutlich hätte ansehen können. 😎

Der Lehrer steht vor der Gruppe, ist im Grunde verunsichert, versucht sich seine Stellung durch dieses System zu sichern (mies, zugegeben, aber das ist nicht der Punkt). Der Punkt ist - er ist verunsichert, hat im Grunde Angst. Er möchte Bestätigung, Anerkennung.
Da reicht es oft sich das zu vergegenwärtigen und innerlich nachsichtig zu sein - diese Ausstrahlung überträgt sich. Das kann man üben und hat nichts mit Opportunismus zu tun, sondern mit Empathie.

In der Diskussion bist du bereits sehr eingehend - etwas, das sehr viele Menschen nicht können. Die meisten wollen nur ihren eigenen Standpunkt reinhämmern, weil sie Diskussionen als Kampfbühne sehen bei denen der "Verlierer" der "Depp" ist.

Du spielst dieses Spiel z.B. gar nicht mit - bewegst dich damit auf einer anderen Ebene und bist durch diese Spielregeln auch nicht angreifbar.

Ich denke, das meiste davon weißt du eh schon. Es war jedoch schön, diese Gedanken mal aufzuschreiben 😀.
 
Hat Spaß gemacht den Thread zu lesen. Ich misch mich mal kurz ein, auch wenn er wahrscheinlich bald verebbt.

@diabolo
Die verschiedenen Arten von Intelligenz mit einzubringen ist verdammt wichtig. Auf nur einem Gebiet davon überdurchschnittlich begabt zu sein, bringt nicht viel, wenn es sonst eher mau aussieht.

Ich stelle mal eine dreiste Behauptung auf. Deine Lebensabschnittsgefährtin besitzt eine überdurchschnittliche soziale Intelligenz, bei dir ist es die rationale Intelligenz. Heute mehr denn je ist die soziale Intelligenz deutlich wichtiger, als die rationale.

Mit rationaler Intelligenz wirst du dich in bestimmten Berufs- und Wissenschaftszweigen, die extrem darauf angewiesen sind, selbstverwirklichen können und kommst dort einfacher zu Rande als andere. Auch würdest du im Falle des Falles, auf dich allein gestellt, länger und besser überleben. Aber damit hat es sich dann, viel mehr bringt dir das nicht. Ganz im Gegenteil, sie kann ganz schnell zum Hindernis werden in unserer Gesellschaft. So wie bei dir wahrscheinlich der Fall.

Soziale Intelligenz hingegen kann nahezu alles ausgleichen. Und mit sozialer Intelligenz meine ich nicht die verlogene offizielle Wortbedeutung, sondern was tatsächlich in der Praxis dahinter steckt. Offiziell wird es häufig mit emotionaler Intelligenz und Empathie vertauscht, was absolut nicht nötig ist für soziale Intelligenz. Mangelnde Empathie kann sogar ganz förderlich sein um die soziale Intelligenz maximal ausleben zu können.

Was heisst also sozial intelligent sein? Jemand ist sozial überdurchschnittlich intelligent, wenn er das Maximum an Ressourcen aus seinem sozialen Gefüge herausholt, ohne aus diesem Gefüge ausgeschlossen zu werden. Also wenn man ein Problem hat, nicht erst selbst nach Lösungen suchen, sondern sofort andere fragen. Wenn man keine Lust auf etwas hat, was aber getan werden muss, wenn immer möglich es so richten, dass es ein anderer tut oder tun muss. Wenn etwas zu schwer erscheint, nicht lange daran aufhalten es zu erreichen, sondern so schnell wie möglich Hilfesteller einbeziehen, damit es weniger schwer ist. Mit dem Nachteil, dass man nie Problemlösungskompetenz aufbaut, aber wer braucht die schon wirklich, wenn er sozial intelligent ist wird er immer sozial dumme finden die helfen. Feinden kann mit Intrigen geschadet werden, so geschickt verpackt, dass nie auffallen wird, dass man die Quelle der Intrige ist. Sozial intelligent zu sein, heisst immer genügend Kontakte im sozialen Netzwerk zu haben um Ausfälle schnell mit anderen ersetzen zu können. Manchmal kommt es eben doch vor, dass sich mal jemand ausgenutzt fühlt und dann als Hilfesteller wegfällt. Dann bedarf es umgehenden Ersatzes. Den zu finden ist häufig nicht schwer, es gibt genug, die auf die "ich bin dumm, hilf mir"-Masche hereinfallen, entweder um ihr eigenes Ego aufzubessern oder weil sie zu der Sorte naiver Helfer gehören. In Gruppenarbeiten werden die eigenen Fähigkeiten als nicht allzu groß dargestellt, sie sind oft auch tatsächlich sehr mäßig. Resultat, man bekommt den einfachsten Teil zugeschanzt, wird aber zu gleichen Teilen am Gesamtergebnis beteiligt. Diplom bekommt man auch ohne überdurchschnittliche rationale Intelligenz, es muss nur der richtige Studiengang sein. Kommt jemand auf die Idee sich über dein Verhalten zu beschweren oder es in ein negatives Licht zu rücken, nenne ihn arrogant und überheblich, in deiner Opferrolle bist du schließlich vielseitig geübt. Wichtig ist wie man sich verkauft, nicht wer man ist.

Soziale Intelligenz führt zum Erfolg, wenn man es versteht andere für den eigenen Erfolg mitarbeiten zu lassen. Mit allein rationaler Intelligenz stellt sich das schwer dar, da man an sich selbst leicht die höchsten Ansprüche stellt, sich mitunter überfordert und das Ergebnis dann noch viel zu bescheiden verkauft.
 
Man muss ueber Witze von Uebergebenen lachen, das ist halt nunmal so. Das faellt mir auch immer sehr schwer, aber das ist nunmal Politik.

Politik ist das nur, weil fast alle mitmachen. Wenn nicht einer, sondern 5 oder 6 oder mehr in einer Gruppe das Spiel nicht mitspielen, dann wird der Chef vielleicht mal drüber nachdenken, was zu ändern.
Genau so läuft es dann natürlich auch in Firmen ab. Oft meckern alle hinter vorgehaltener Hand über den Chef, aber keiner traut sich, mal das Maul aufzumachen und Cheffe einen Verbesserungsvorschlag zu machen. Und warum traut sich meist niemand? Weil man eben weiß, dass man sich auf die Solidarität der anderen nicht verlassen kann. Letztlich schaden sich die Arschkriecher damit aber nur selbst. Weil sie damit mögliche positive Veränderungen blockieren.
 
Zu den Medien möchte ich noch einen Punkt hervorheben. Mich persönlich stören die Talkshows etc. gar nicht mal so sehr. ...

Ich meinte eher solche Sendungen wie "Extrem schön", wo immer wieder die gleiche Geschichte erzählt wird: ein Mensch (meist eine Frau) genügt den Anforderungen ihrer Umgebung nicht, weil sie zu hässlich ist. Der Sender spendiert ihr eine OP und am Ende darf sie in den Schoß ihrer Familie zurückkehren.
Im Grunde kann man natürlich sagen: selbst schuld, wer in so einer Sendung - oder ähnlichen - mitmacht. Für mich hört der Spaß nur dann auf, wenn Kinder beteiligt sind. Z.B. wenn die "Supernanny" zusammen mit Millionen von Zuschauern zuguckt, wie eine Mutter ihre Kinder verprügelt.

Was mich viel mehr stört... Sensationshascherei bei wichtigen Themen. Ganz arg ist da beispielsweise der Umgang mit Arbeitslosigkeit und Sozialunterstützungen. Hier wird durch die Medien unverhohlen Politik gemacht - in einem ganz niedrigen, miesen Niveau.
Und viele Leute, die das ansehen, machen sich nicht die Mühe das mal ein wenig zu hinterfragen - sondern plappern den Schmarrn gnadenlos nach 🙁 . Beide Schuld, sicher.

Eben. Die Leute plappern das auch nach, weil sie es hören wollen und gerne glauben wollen. Nämlich: "Mir kann das nicht passieren. Ich kann nicht arbeitslos werden, denn ich bin ja kein Säufer, arbeite fleißig, bin qualifiziert ..."

Soziale Intelligenz ^^. Du mußt nicht auf die Witze des Lehrers lachen. Es hätte wahrscheinlich gereicht, wenn er dir deine Abneigung nicht so deutlich hätte ansehen können. 😎

Da mag was dran sein. Ist nun auch nicht so, dass ich mich da nicht weiterentwickelt hätte - im Sinne von Anpassung. Aber mir ist auch klar, dass ich mich furchtbar schlecht verstellen kann, weshalb ich für bestimmte Berufsfelder einfach nicht geeignet bin. Z.B. könnte ich mich nicht in das jung-dynamische, smarte, hippe "Team" einer typischen Werbeagentur einpassen, wo sich alle für wahnsinnig "kreativ" halten und die Fähigkeit zur Verstellung praktisch die wichtigste Eigenschaft überhaupt ist - fast noch wichtiger als bei Schauspielern.

Der Lehrer steht vor der Gruppe, ist im Grunde verunsichert, versucht sich seine Stellung durch dieses System zu sichern (mies, zugegeben, aber das ist nicht der Punkt). Der Punkt ist - er ist verunsichert, hat im Grunde Angst. Er möchte Bestätigung, Anerkennung.
Da reicht es oft sich das zu vergegenwärtigen und innerlich nachsichtig zu sein - diese Ausstrahlung überträgt sich. Das kann man üben und hat nichts mit Opportunismus zu tun, sondern mit Empathie.

Gute Herangehensweise. Werde ich mal versuchen, mir zu merken.

[quote ...Du spielst dieses Spiel z.B. gar nicht mit - bewegst dich damit auf einer anderen Ebene und bist durch diese Spielregeln auch nicht angreifbar.[/QUOTE]

Kommt drauf an, mit wem man diskutiert. In manchen Foren z.B. trifft man immer wieder auf Leute, die sich bei jeder Gelegenheit bei Schopenhauers Regeln, um immer Recht zu behalten, bedienen ("Eristische Dialektik"). Nach meiner Erfahrung macht man sich für solche Leute gerade angreifbar, wenn man versucht, ehrlich zu sein und geduldig auch Fragen beantwortet, die eigentlich nur rhetorische Mittel sind, um Recht zu behalten.
Anders gesagt: man ist in solchen Diskussionen der Depp, wenn man davon ausgeht, dass es anderen auch um die Sache geht und nicht merkt, dass sie bloß Recht behalten und andere als Person angreifen wollen.
 

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