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ich würde am liebsten alle Männer schrumpfen

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Es kann auch sein, und das denke ich auch, dass du die phallische Phase nie so recht abgeschlossen hast.
Vielleicht ist ja wirklich etwas passiert in deiner Kindheit und du den, für ein junges Mädchen typischen, Penisneid nie ganz ablegen konntest.

War da vielleicht eine schlimme Situation als du so um die 3 bis 5 Jahre warst? Denn da tritt diese Phase ungefähr ein.
 
Hallo Ihr Lieben!

Vielen, vielen Dank an Euch alle für Eure Antworten!
Und dafür, dass Ihr meinen verrückten Text gelesen habt. Ich weiß ja, dass ich verrückt bin.
Nun habe ich vor einer Stunde schon eine längere Antwort verfasst. Vielleicht erscheint sie ja noch.
@MadWolf, Deine Worte mit dem Schraubstock und dem Sonnenstrahl haben mich sehr berührt und mich fast zum Weinen gebracht. Du bist wundervoll. 🙂
@Joey_Silver, ob ich innerlich eine Frau bin? Nein, ganz gewiss nicht. Eine lange Zeit glaubte ich transsexuell zu sein. Doch ich bin nicht neidisch auf die typisch männlichen Organe. Nur auf die Muckis, die Größe, die männliche Stimme...auf all das, was in einem Kampf zu Überlegenheit führt, wobei ich natürlich weiß, dass Menschen glücklicherweise nicht permanent kämpfen.
Dann ist es vielleicht das (die Beziehung mit einem Mann), was dir noch fehlt, um deine Weiblichkeit: ihre Eigenart, ihren Reiz, ihre Stärke, ihren Sinn wirklich erkennen, begreifen und genießen zu können?
ich habe es versucht. Doch spätestens beim Küssen war Schluss. Das heißt...soweit ist keiner der Männer, die ich gedatet habe, bisher gekommen. Manchmal war ER kurz davor mich zu küssen und ich flüchtete. Schlagartig. Und ließ IHN verdattert stehen.
Im Grunde hatte ich zu all diesen Dates auch keine Lust gehabt. Es war vielmehr eine Art "Therapie" um normal zu werden. Denn eine Zeit lang dachte ich, dass ich es lernen kann Berührungen und Küsse zu genießen, wenn ich mich nur lange genug diesen "Faktoren des Grauens" aussetze.
Meine Dates hatten es nie leicht mit mir. Wenn sie mir gegenüber das typisch männlich-ritterliche Verhalten zeigten und mich nachts zu Fuß nach Hause begleiten wollten, dann fühlte ich mich so beschützt. Und das ist bei mir nicht positiv besetzt. Ich fühlte mich zutiefst gedemütigt. Dass sich mein Date mir gegenüber als Beschützer fühlte. Denn im Grunde will ICH die Beschützerin sein. Die Überlegene. Die Starke.
Manchmal ging ich dann um Mitternacht oder nachts um drei alleine joggen um mir selber zu beweisen, dass ich als Frau (oder was immer ich auch bin) genauso viel Freiheit habe mich nachts alleine durch die Stadt zu bewegen wie ein Mann.
In einer Großstadt sicher nicht das Beste, was ich tun konnte. Doch nur durch diese Handlung hatte ich das Gefühl meine Würde wieder hergestellt zu haben. Manchmal warf ich auch aus Zorn mit Kissen durch meine Wohnung. Die Beherrschung keine Möbel dafür zu benutzen hatte ich zum Glück noch.
Und die Männer, die mich gedemütigt (beschützt) hatten, hörten danach nie wieder etwas von mir. Und DIE konnten ja wirklich nichts dafür.
Ich habe im Laufe meines Lebens bestimmt viele Fragezeichen zurück gelassen.
Das ist alles ganz schön krank...das weiß ich.

Ob mir mal etwas Schlimmes passiert ist? Ich weiß es nicht.
Soweit ich mich zurück erinnern kann, wollte ich immer groß und stark sein. Meine Oma hat eine Art Tagebuch geführt, in dem sie auch Dinge, die ich sagte, aufschrieb. Eine meiner frühesten Sprüche war "alles an mir ist groß. Meine Füße, meine Ohren, mein Bauch..."
Das mit dem Wunsch nach einem großen Bauch, Füßen und Ohren hat sich im Laufe der Zeit zwar gelegt 🙂, doch dass ich groß und imposant sein will (und keine kleine Frau mit zwei Säcken Fett, die vorne an ihr dran kleben...sorry, dass ich das so nenne)...DAS ist geblieben.
Meine Brüste empfinde ich als totale Fremdkörper und wundere mich jeden Tag, dass sie da sind.

Menschen, die mir meiner Meinung nach zu Nahe kamen wie Ärzte und Krankenschwestern zum Beispiel, soll ich bereits als Baby gehauen haben. Als ich älter wurde, attackierte ich Kinder, die älter, größer und stärker waren als ich. Ich schlug sie und trat auf sie ein. Einfach so. Es reichte, wenn sie irgendwo in der Ecke herumstanden. Deren Gelächter machte meinen Wutausbruch noch schlimmer...doch was konnte ich Zwerg schon ausrichten?

Das Seltsame ist, dass ich generell kein neidischer Mensch bin. Mein Neid konzentriert sich ausschließlich auf Männer und deren Körper (Muskeln, Größe, Stimmbänder, keine Brüste, kein BH, kein Zyklus, keine Schwangerschaft, keine Wechseljahre).

Über die phallische Phase lese ich gleich mal im Internet. Die These mit dem Penisneid ist sehr interessant, wobei ich mir keinen Penis wünsche.
Doch als ich zwei oder drei war, wollte ich unbedingt einen Schwanz haben. Keinen Penis. Sondern einen Schwanz wie ihn beispielsweise Hunde haben. Auch mit einem Hasen-Büschelschwanz hätte ich mich schon begnügt. Ob das wohl unterbewusster Penisneid war?
Jetzt, wo ich das schreibe, muss ich selber fast lachen. In einem der Tagebücher, die meine Oma geschrieben hat, steht über mich (als ich wohl so drei war) "sie schreit dauernd nach ihrem Schwanz". Ich hatte mir da wohl so ein Teil gebastelt oder geschenkt gekriegt. (Mann...ist das peinlich...)
Doch unter meinem Problem leide ich wirklich unermesslich.
 
Hallo Ihr Lieben!

Vielen, vielen Dank an Euch alle für Eure Antworten!
Und dafür, dass Ihr meinen verrückten Text gelesen habt. Ich weiß ja, dass ich verrückt bin.
Nun habe ich vor einer Stunde schon eine längere Antwort verfasst. Vielleicht erscheint sie ja noch.

@MadWolf, Deine Worte mit dem Schraubstock und dem Sonnenstrahl haben mich sehr berührt und mich fast zum Weinen gebracht. Du bist wundervoll. 🙂
@Joey_Silver, ob ich innerlich eine Frau bin? Nein, ganz gewiss nicht. Eine lange Zeit glaubte ich transsexuell zu sein. Doch ich bin nicht neidisch auf die typisch männlichen Organe. Nur auf die Muckis, die Größe, die männliche Stimme...auf all das, was in einem Kampf zu Überlegenheit führt, wobei ich natürlich weiß, dass Menschen glücklicherweise nicht permanent kämpfen.
@Patch, ob ich mich in Frauen verlieben kann?
Bisher ist es noch nicht geschehen. In Männer allerdings auch nicht. Männer sind bei mir zu neidbesetzt und auf Frauen projiziere ich all das, was ich an mir selber verabscheue. Ich möchte in einer Beziehung auch nicht gerne als Frau gesehen werden.

Dann ist es vielleicht das (die Beziehung mit einem Mann), was dir noch fehlt, um deine Weiblichkeit: ihre Eigenart, ihren Reiz, ihre Stärke, ihren Sinn wirklich erkennen, begreifen und genießen zu können?
ich habe es versucht. Doch spätestens beim Küssen war Schluss. Das heißt...soweit ist keiner der Männer, die ich gedatet habe, bisher gekommen. Manchmal war ER kurz davor mich zu küssen und ich flüchtete. Schlagartig. Und ließ IHN verdattert stehen.
Im Grunde hatte ich zu all diesen Dates auch keine Lust gehabt. Es war vielmehr eine Art "Konfrontations-Therapie" um normal zu werden. Denn eine Zeit lang dachte ich, dass ich es lernen kann Berührungen und Küsse zu genießen, wenn ich mich nur lange genug diesen "Faktoren des Grauens" aussetze.
Meine Dates hatten es nie leicht mit mir. Wenn sie mir gegenüber das typisch männlich-ritterliche Verhalten zeigten und mich nachts zu Fuß nach Hause begleiten wollten, dann fühlte ich mich so beschützt. Und das ist bei mir nicht positiv besetzt. Ich fühlte mich zutiefst gedemütigt. Dass sich mein Date mir gegenüber als Beschützer fühlte.
Denn ich wollte die Beschützerin sein. Ich wollte die sein, die stark ist.
Manchmal ging ich dann um Mitternacht oder nachts um drei alleine joggen, um mir selber zu beweisen, dass ich als Frau (oder was immer ich auch bin) genauso viel Freiheit habe mich nachts durch die Stadt zu bewegen wie ein Mann.
In einer Großstadt sicher nicht das Beste, was ich tun konnte. Doch nur durch diese Handlung hatte ich das Gefühl meine Würde wieder hergestellt zu haben. Manchmal warf ich auch aus Zorn mit Kissen durch meine Wohnung, wenn mich ein Mann zu Fuß nach Hause begleitet hatte. Die Beherrschung keine Möbel dafür zu benutzen hatte ich zum Glück noch.
Und die Männer, die mich gedemütigt (beschützt) hatten, hörten danach nie wieder etwas von mir. Und DIE konnten ja wirklich nichts dafür.
Ich habe im Laufe meines Lebens bestimmt viele Fragezeichen zurück gelassen.
Das ist alles ganz schön krank...das weiß ich.

Ob mir mal etwas Schlimmes passiert ist? Ich weiß es nicht. Erinnerungen an schlimme Ereignisse habe ich nicht.
Soweit ich zurückdenken kann, wollte ich immer groß und stark sein.
Meine Oma hat eine Art Tagebuch geführt, in dem sie auch Dinge, die ich sagte, aufschrieb. Eine meiner frühesten Sprüche war "alles an mir ist groß. Meine Füße, meine Ohren, mein Bauch..."
Das mit dem Wunsch nach einem großen Bauch, Füßen und Ohren hat sich im Laufe der Zeit zwar gelegt 🙂, doch dass ich groß und imposant sein will (und keine kleine Frau mit zwei Säcken Fett, die vorne an ihr dran kleben...sorry, dass ich das so nenne)...DAS ist geblieben.
Meine Brüste empfinde ich als totale Fremdkörper und wundere mich jeden Tag, dass sie da sind.

Menschen, die mir meiner Meinung nach zu Nahe kamen wie Ärzte und Krankenschwestern zum Beispiel, soll ich bereits als Baby gehauen haben. Als ich älter wurde, attackierte ich Kinder, die älter, größer und stärker waren als ich. Ich schlug sie und trat auf sie ein. Selbst wenn sie nichts anderes getan hatten als irgendwo in einer Gruppe herum zu stehen und mich nicht einmal eines Blickes gewürdigt hatten. Ich rannte auf sie los, schlug und trat nach ihnen.
Deren Gelächter machte meinen Wutausbruch noch schlimmer...doch was konnte ich Zwerg schon ausrichten?

Das Seltsame ist, dass ich generell kein neidischer Mensch bin. Mein Neid konzentriert sich ausschließlich auf Männer und deren Körper (Muskeln, Größe, Stimmbänder, keine Brüste, kein BH, kein Zyklus, keine Schwangerschaft, keine Wechseljahre).

Über die phallische Phase werde ich mich im Internet eingehender informieren. 🙂 Die These mit dem Penisneid ist sehr interessant, wobei ich mir keinen Penis wünsche.
Doch als ich zwei oder drei war, wollte ich unbedingt einen Schwanz haben. Keinen Penis. Sondern einen Schwanz wie ihn beispielsweise Hunde haben. Auch mit einem Hasen-Büschelschwanz hätte ich mich schon begnügt. Ich war überzeugt, dass mir so ein Teil wachsen würde, wenn ich nur fest genug daran glaube.
Ob das wohl unterbewusster Penisneid war?
Jetzt, wo ich das schreibe, muss ich selber fast lachen. In einem der Tagebücher, die meine Oma geschrieben hat, steht über mich (als ich wohl so drei war) "sie schreit dauernd nach ihrem Schwanz". Ich hatte mir da wohl so ein Teil gebastelt oder als Geschenk bekommen. (Mann...ist das peinlich...)

Doch unter meinem Problem leide ich wirklich unermesslich.
 
@MadWolf, Deine Worte mit dem Schraubstock und dem Sonnenstrahl haben mich sehr berührt und mich fast zum Weinen gebracht. Du bist wundervoll. 🙂
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Das hört man nicht jeden Tag. Danke, das ist sehr nett. Ich freue mich immer wenn ich das Herz berühren kann. Liebevolle Worte tun gut, manchmal braucht man sie auch, ich weiss. Versuche dich zu nehmen wie du bist, das darfst du dir gönnen.
 
Hallo Streichholz,

mir ist schon klar, dass du leidest, aber trotzdem: Ich mag deinen Sarkasmus und deine direkte Art zu schreiben! 🙂

Auch ich hab sofort daran gedacht, ob du wohl als Kind mal schlimme Erfahrungen mit einem Mann/Jungen machen musstest. Du kannst dich nicht erinnern, sagst du. Weißt du noch viel über deine Kindheit oder gibt’s viele weiße Flecken? Deine Weiblichkeit ist für dich total negativ besetzt, aber ein Mann willst du eigentlich auch nicht sein. Ein schlimmes Erlebnis, in dem deine Weiblichkeit in den Dreck gezogen wurde, würde da theoretisch schon passen.

Falls du selbst nie so was erlebt hast: Es gibt das Phänomen, dass sich Traumata von einer auf die nächste Generation übertragen. Klingt verrückt, aber es gibt Traumaforscher, die das herausgefunden haben. Wenn ein Elternteil über ein Trauma nie mit der Tochter/dem Sohn darüber gesprochen hat und mit dem Ereignis nicht fertig geworden ist, dann kann es sein, dass die Kinder das spüren und unerklärliche Gedanken, Ängste, Zwänge, Depressionen, seltsame Missempfindungen etc. fühlen haben, ohne die kleinste Ahnung, was mit ihnen los ist und woher das kommt. („Wie Traumata in die nächste Generation wirken“ – Udo Baer, Gabriele Frick-Baer). Die beiden arbeiten seit Jahrzehnten mit traumatisierten Menschen. Es kam bei ihnen immer wieder vor, dass die Patienten dann bei den Eltern u. Verwandten nachgefragt haben u. absolut verblüffende Parallelen zwischen den Symptomen und den Erlebnissen der Eltern/Erziehungsberechtigten zu finden waren – Dinge, die z. T. lange vor der Geburt der Patienten geschehen waren.

Jetzt fällt mir noch eine bedrückende Möglichkeit ein … hast du eine Ahnung, ob deine eigene Zeugung/Empfängnis eher liebevoll war … oder nicht?

Wie geht dein Vater mit Frauen/Mädchen um, wie denkt er über sie? Mag deine Mutter sich und ihren Körper? Wollten deine Eltern ein Mädchen? Haben deine Eltern mit dir als Kind viel geschmust?

Und hast du Muskelverspannungen im Körper? Klar, die hat vermutlich jeder mal, aber viele Leute haben sie ständig. Es ist noch ziemlich unbekannt, dass sie sich massiv auf Körper und Seele auswirken können. Sowohl die Biodynamische Psychotherapie als auch die Sensomotorische Körpertherapie gehen davon aus, dass sich negative Ereignisse in den Muskeln und im Bindegewebe „speichern“ können – siehe Körpergedächtnis. Vielleicht ist da was bei dir? Manchmal spüren die Leute auch gar nicht, dass sie Verspannungen haben, weil sie für sie so alltäglich sind. („Unerklärliche Beschwerden?“ – Helga Pohl)

Ich kann deine Gefühle und deine Wut zwar nicht 100% nachvollziehen, aber vieles davon kenn ich auch. Ich hab meine Weiblichkeit früher auch sehr abgelehnt, und ich denke, das kam daher, dass meine Mutter ein sehr schwieriger, kranker Mensch war, zu der ich nie eine gute Beziehung hatte; ihr Körper war/ist sehr steif, sie hatte kaum Selbstvertrauen. Und ich kann mir gut vorstellen, dass auch meine Großmutter eigentlich keine Frau sein wollte. Und mein Vater hat meine Mutter und mich mehr oder weniger verachtet. Zu mir wollte er keine Beziehung. Ich hatte auch mal eine Phase, in der ich voller Hass daran gedacht hab, dass jeder dieser „tollen“ Männer auf der Straße letztendlich mit mir machen kann, was er will, einfach wegen ihrer Muckis und ihrer Größe. Aber irgendwann hab ich dann eine Freundin und ihren Freund oft zusammen gesehen. Er war ein Schrank von einem Kerl. Aber einer Frau würde er nie was antun, ich denk sogar, dass er andere Frauen körperlich gegen irgendwelche männlichen Vollidioten verteidigen würde. Und da hab ich dann kapiert, dass es nicht auf die Muckis ankommt, sondern auf das, was sich so in den jeweiligen männlichen grauen Zellen abspielt, auf ihre Ansichten, ihren Willen und auf die Verhältnisse im Elternhaus u. der Schule, also auf eine gesunde Erziehung, die Jungs weder zum Pascha noch zum Schuhabstreifer machen will.

Zu den „wabbeligen“ Brüsten: Auch bei Männern kann da viel schwabbeln und schlenkern … sieht das immer wunderhübsch aus? Außerdem denk ich, dass wir alle viel zu viel Werbung und Hollywoodfilme gesehen haben.

Sorry, dass ich so direkt frage, aber kennst du überhaupt erotische/sexuelle Gefühle? Denn normalerweise ist ja das einer der Gründe, weshalb man sich nach Küssen sehnt. Magst du gestreichelt werden?

Mein Verhältnis zur Weiblichkeit hat sich auch gebessert, nachdem ich mich selber mehr mochte, schöne Erfahrungen mit Männern gemacht hab, mich allgemein mit dem Thema Frauen befasst hab, und was die Sexualität/Weiblichkeit anbelangt: Eva-Maria Zurhorst (Therapeutin, Coach, Autorin) hat eine DVD mit Fraueninterviews herausgebracht, die mich sehr berührt hat. Es gibt da z. B. ein Gespräch mit Diana Richardson (Sexualforscherin), das ist einfach umwerfend. Ich hab noch nirgends sonst zwei Frauen so schön über Sexualität und den weiblichen Körper sprechen hören. Ich denke, es kommt in dem Fall sehr darauf an, dass man anfängt, mehr zu fühlen und achtsamer zu werden und weniger zu denken/urteilen.

Gruß,
Kaela
 
Kannst du mit der Vorstellung "butch" oder "TM" etwas anfanngen?

Mit TM auf jeden Fall. Oft habe ich schon davon geträumt mir Testosteron spritzen zu lassen und mich auf den Seiten der Transmänner im Internet getummelt. Wenn sie über ihre Hysterektomien und Mastektomien berichteten, beneidete ich sie und fragte mich "werde ich jemals soviel Mut haben?" Doch das führte sofort zur nächsten Frage, nämlich: SOLLTE ich soviel Mut haben? Wäre es für mich das Richtige?
Denn einen Penis brauche und möchte ich nicht; also bin ich wohl kein ECHTES "Transmann-Material". Mit Bartwuchs und Körperbehaarung könnte ich allerdings leben.
Als Butch sehe ich mich eher nicht. Manche Leute haben mir gesagt, ich sehe elfenhaft aus, was mich natürlich maßlos ärgerte. Noch dazu bin ich sensibel und sanft (wenn ich nicht gerade mit Kissen durch die Gegend werfe). Der Mensch, der in mir ist, ist wohl -sofern männlich- eher ein sensibler Kerl als ein Butch.
So einmal pro Jahreszeit gibt es einen Anlass, für den ich mich aufbrezele. Das macht sogar Spaß. Doch für den Rest des Tages fühle ich mich komplett verkleidet. Am Schlimmsten sind Röcke oder Kleider.

@MadWolf, Danke, Danke und Danke! 🙂 Deine Worte haben so gut getan, und ich liebe sie. In ihnen ist soviel Trost und Kraft!

@Kaela, auch Dir Ganz Vielen lieben Dank! Deine Antwort hat mir so unglaublich viele Ideen gebracht. Es war schön Deinen Text zu lesen! 🙂
Auch ich hab sofort daran gedacht, ob du wohl als Kind mal schlimme Erfahrungen mit einem Mann/Jungen machen musstest.
ich wuchs bei Pflegeeltern auf, weil meine leibliche Mutter medikamentenabhängig war. Da ich nach nur einem Jahr nach meiner Geburt dort hin kam, sah ich sie als richtige Eltern an.

Sie waren für mich wie "Vater", "Mutter" und eben halt "Eltern". Und so bezeichne ich sie auch, falls ich über sie noch mehr schreibe in diesem Thread, was voraussichtlich der Fall sein wird..
Mein Vater hatte eine lebensbedrohliche Krankheit. Mittlerweile lebt er nicht mehr. Er war sehr cholerisch. Ich hatte oft Angst um ihn, dass er stirbt, aber auch Angst vor seinen Launen. Er schrie ständig rum.
Er hat mich nie so akzeptiert wie ich bin. Ich hatte Probleme auf dem Gymnasium; und er bezeichnete mich als faules A...loch, machte sich über meine Vorliebe für kindliche Fernsehsendungen lustig und und und.
Gleichzeitig waren meine Eltern beide sehr überbehütend und kontrollierend. Selbst als ich älter wurde, sollte ich nirgendwo alleine hingehen. Eigentlich passte meine kindliche Art sehr gut zu diesem Erziehungsstil.
Wäre ich erwachsener gewesen- mit wachsendem Interesse an Partys, Jungen und Disko, hätte es wohl noch mehr Stress zuhause gegeben.

Meine Eltern gaben sich viel Mühe mit mir, doch bedingungslose Liebe (ob es die überhaupt gibt?) habe ich nicht erfahren. Meine Mutter wollte mich zu ihrem zweiten (teils ängstlichen) ICH formen, und mein Vater wollte eine leistungsstarke, selbstbewusste Tochter, die diese Eigenschaften allerdings nur innerhalb der patriarchalen Grenzen zeigt. Also eine Tochter, die sich in der Schule behauptet, aber dann letzten Endes einen Mann als ihren Beschützer und ihr Lebensziel ansieht.
Weißt du noch viel über deine Kindheit oder gibt’s viele weiße Flecken?
Ja, ziemlich viele.
Ein schlimmes Erlebnis, in dem deine Weiblichkeit in den Dreck gezogen wurde, würde da theoretisch schon passen.
In der Grundschule haben mir mal andere Kinder (Jungen?) die Hose heruntergezogen. Ob ich die Unterhose noch an hatte, weiß ich nicht. Ich lag dort auf dem Boden hinter dem Schulgebäude, so dass uns die Lehrerin, die Pausenaufsicht hatte, nicht sehen konnte. Alle lachten. Und ich fand das alles merkwürdigerweise gar nicht so schlimm.
Was vor oder nach dieser Szene passierte, weiß ich nicht mehr.

Einmal versuchte ein Junge mich in den intimsten Gegenden meines Körpers zu betatschen oder vielmehr den Zeigefinger dort hinein zu bohren. Das ließ ich natürlich nicht zu.
Doch wirkliche Gewalt? Eine Vergewaltigung gar? An DAS kann ich mich nicht erinnern.
Während meiner Schulzeit wurde ich einige Male heftigst gemobbt. Die Mobber waren stets die JUNGEN in meiner Klasse, nie die Mädchen.

Falls du selbst nie so was erlebt hast: Es gibt das Phänomen, dass sich Traumata von einer auf die nächste Generation übertragen.
Meine leibliche Mutter durchlebte das Ende des zweiten Weltkrieges mit all seinen Schrecken (Flucht, Vertreibung, Hunger, Krankheit). Mittlerweile habe ich Kontakt zu ihr. Sie erzählt mir oft davon, wie es ihr mit 3 Jahren erging. Obwohl sie damals noch so klein war, kann sie sich an die Bomben, die Bunker und Schutzgräben erinnern. Doch das ist ja nicht spezifisch Weibliches.
Falls meine Mutter oder Oma Opfer sexueller Gewalt im zweiten Weltkrieg wurden, haben sie nichts davon erzählt. Recht vielen Frauen (und Kindern??) wurde ja dieses Schicksal zuteil. So wie es meine Mutter darstellte, gelang ihr und meiner Oma die Flucht in den Westen, noch bevor die vergewaltigenden Soldaten der roten Armee über sie herfallen konnten.
Ob es Vorfälle in der Nachkriegszeit oder im Wirtschaftswunderland gab, die unter den Teppich gekehrt wurden, ist mir nicht bekannt.

Jetzt fällt mir noch eine bedrückende Möglichkeit ein … hast du eine Ahnung, ob deine eigene Zeugung/Empfängnis eher liebevoll war … oder nicht?
Meine Mutter wollte keine Kinder. Sie war mit einem Mann zusammen, der weder körperlich noch psychisch stabil war. Und sie selber war es auch nicht.
Als sie mit 40 schwanger wurde, war das für sie ein Schock. Für eine Abtreibung war es eigentlich zu spät, doch wegen all der Medikamente (zB schwere Beruhigungsmittel), die sie genommmen hatte, hätte sie eine Spätabtreibung durchdrücken können und wurde von Ärzten wegen einer wahrscheinlichen Behinderung, die mir das Leben "verpfuschen" würde, dazu ermutigt. Doch sie weigerte sich. Und ich wurde sogar ohne Behinderung geboren.
Ihre Schwangerschaft verlief qualvoll für sie.
Und die Empfängnis? Ich glaube, für sie gehörte Sex eher zum Pflichtprogramm einer Partnerschaft als in die "Kategorie Spaß". Falls sie ihren Partner, der mich zeugte, liebte, dann nur sehr begrenzt. Mehr weiß ich leider nicht.

Wie geht dein Vater mit Frauen/Mädchen um, wie denkt er über sie? Mag deine Mutter sich und ihren Körper? Wollten deine Eltern ein Mädchen?
Da komme ich nun wieder zu meinen Pflegeeltern. Mein (Pflege)Vater war eher patriarchisch als pro Gleichberechtigung
eingestellt.
An Zärtlichkeit zwischen ihm und meiner (Pflege)Mutter kann ich mich nicht erinnern. Ich glaube nicht, dass sie sich irgendwann mal umarmten. Keiner von beiden nahm Rücksicht auf die Gefühle des anderen oder auf meine.
Mein Vater hatte seine cholerischen Anfälle und meine Mutter versuchte mir zu verbieten mich zu wehren, vor allem deshalb, weil er herzkrank war ("er könnte tot umfallen, wenn Du Dich wehrst/so bockig bist, usw..").
Als mir meine Mutter prophezeite, dass ich wohl bald meine Tage bekommen würde, sagte ich "das brauche ich nicht.
Ich WILL ja gar keine Kinder." Mein Vater meinte daraufhin: "DANACH wirst Du nicht gefragt". Er sagte es mit einem Tonfall, der so klang wie "Ätsch, mit diesem Sch...musst Du Dich abfinden".
Ich hatte NICHT das Gefühl, dass er Respekt vor Frauen oder dem weiblichen Körper hatte; doch tiefe Diskussionen zu diesem Thema hatte ich natürlich mit ihm darüber nicht.
Haben deine Eltern mit dir als Kind viel geschmust?
ich habe gezappelt und gehauen, wenn meine Mutter das versuchte.
Es war jedoch auch generell eher keine verschmuste Familie.
Und hast du Muskelverspannungen im Körper? Klar, die hat vermutlich jeder mal, aber viele Leute haben sie ständig.
Und WAS für welche! Vor allem im Nacken, was manchmal in heftigen Kopfschmerzen resultiert. Man sagte mir schon oft, dass sich mein Nacken anfühlt wie ein Panzer. Massagen machen da leider nichts besser, sondern verursachen lediglich Kopfweh.
Sorry, dass ich so direkt frage, aber kennst du überhaupt erotische/sexuelle Gefühle? Denn normalerweise ist ja das einer der Gründe, weshalb man sich nach Küssen sehnt. Magst du gestreichelt werden?
Solche Gefühle kenne ich nicht. Ich schaue am liebsten weg, wenn sich beispielsweise im Fernsehen zwei Menschen körperlich sehr nahe kommen.
Gestreichelt werden mag ich auch nicht. Ich fühle mich schnell bedrängt und verspanne mich noch mehr als es ohnehin schon der Fall ist. Es gab bisher sowohl Männer als auch Frauen, die ich von ihrer Persönlichkeit her sehr interessant fand und vielleicht sogar auf irgendeine Weise anziehend. Doch körperlich nahe kommen wollte ich bislang keinem einzigen Menschen.
Ich habe Angst davor die Kontrolle zu verlieren, wenn mich jemand zum Beispiel streichelt; weil er ja mehr und immer mehr wollen könnte...
Ein Armrubbeln oder eine Umarmung sind aber ok. Manchmal sogar schön.

Das waren nun meine Antworten. Danke, Kaela, Danke MadWolf, Danke Patch and Danke Euch allen! 🙂
 
Hallo kurzesStreichholz,für mich liest es sich so,als wärst du lieber ein Mann geworden.
Ein ziemlich kleiner Mann.Wärst du als Mann mit deiner jetzigen Größe zufrieden ?
Hättest Du in diesem Fall immer noch Wut /Neid auf die vielen Männer welche größer als du wären ?
Würdest du dich als "Riesenweib" wohler in deiner Haut fühlen ?
Das ist eine sehr interessante Frage! Darüber habe ich schon häufig nachgegrübelt. Wäre ich lieber ein "Riesenweib" oder ein kleiner Mann? Zufrieden wäre ich als Mann mit meiner jetzigen Größe wohl nicht. Ob ich neidisch auf größere Männer wäre? Ich weiß es nicht. Doch alleine der Gedanke, der "Gruppe Mensch" anzugehören, die von meinem Gefühl (nicht vom rationalen Denken) her das längere Evolutions-Streichholz gezogen hat, würde mich glücklich machen. Für wie lange weiß ich allerdings nicht.
Und mich von meinen typisch weiblichen Organen und Körperteilen zu trennen wäre definitiv kein Abschied mit Schmerzen.
 
hier ist das lange Streichholz. Männlich.
Ohne Muckis wird man weder bei Mann noch Frau für voll genommen. Bin zu lang für mein Gewicht. Da kann ich Futtern was und so viel ich will. Das bingt alles nichts. Besonders die Übergewichtigen machen sich lustig über mich. Man gewöhnt sich dran.
Oh Man! Du hast es echt auch nicht leicht! ich wünsche Dir viel Kraft und Danke Dir!
Der Sache mit dem Adonis-Komplex werde ich auch mal nachgehen. Und mit dem Übermass an Testosteron. Im Grunde WÜNSCHE ich mir ja dieses Hormon, doch vielleicht auch deshalb, weil ich davon ohnehin recht viel habe (so ausschauen tue ich leider nicht..)
 
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