L
Luiserl
Gast
Liebe Maikäfer,
auch ich war 51 Jahre, als ich endlich den weg der Trennung gefunden habe. Heute bin ich 57 Jahre, mein damaliger Freund und Lebensgefährte hat die Sucht überwunden, und wir sind heute die besten platonischen Freunde ind voneinander getrennten Wohnungen lebend.
Ich kenne die Gefühle, die Dich bewegen, ich kenne den unstillbaren Wunsch nach Trennung und alleine sein. Ich war genauso hilflos wie Du und habe jeden Tag aufs neue als Coalkoholikerin gelebt und dabei geholfen, dass die Sucht versteckt bleibt. Ich war so überzeugt davon, dass er mich braucht, das er ohne mich or die Hunde geht, dass ich es ihm schuldig bin, ihn zu ertragen. Du tust es aus Angst vor ihm, ich tat es aus falschem Mitleid und falscher Verbundenheit zu ihm, nach 19 Jahren Zusammenlebens. Es gibt für Dich wirklich nur den eizigen weg, den Micky hier schon beschrieben hat. Wenn Du möchtest, rufe doch über mein Profil und die Suchfunktion alle Beiträge mit den Wörtern Coalkoholiker oder Suchtkranke auf. Ich habe schon öfter über den einzigen Weg aus dieser Spirale heraus geschrieben.
Da ich selbst in den lezten Jahren des Zusammenlebens immer tiefer dem Alkohol entgegenrutschte, kam eines Tages Gott sein Dank die Einsicht, dass ich mir helfen lassen muss, auf dem Weg, ihn zu verlassen. Dabei hatte ich es im Gegensatz zu Dir noch gut. Ich musste ihn nur ertragen, aber er hat sich niemals an mir oder meinen Kindern mit körperlicher Gewalt vergriffen.
Als mir klar war, dass ich meine Lebenssituation selber ändern muss, weil es sonst immer schlimmer und schlimmer würde, besuchte ich die Drogenberatung in der nächstgelegenen Stadt. Dort bekam ich die Adresse einer Gruppe für Angehörige von Alkoholikern. Ich habe aber auch gleichzeitg die Gruppe für Alkoholabhängige besucht, um die Situation aus beiden Winkeln betrachten zu können.
Es ist alleine meiner Anwesenheit in diesen Gruppen zu verdanken, dass ich den Mut und die Kraft zur Trennung aufbrachte.
Es dauerte noch einige Wochen, bis ich endgültig soweit war, und eine räumliche Trennung herbeiführte.
Da Du, ohne fremde Hilfe, es nicht schaffen wirst, ihn aus der Wohnung und die Wohnungsschlüssel an Dich zu bringen und da er im Zorn gewalttätig werden kann, bleibt für Dich als vorübergehender Lösungsanfang nur das Frauenhaus oder das Zuhause einers Deiner Kinder. Ich bin überzeugt davon, dass Deine Kinder ihn nicht mehr in die eigene Wohnung reinließen, wenn Sie Deinen Entschluss unterstützen können. Denn er wurde ja nur Dir zuliebe noch geduldet.
Bei mir war es tatsächlich so, dass ich auf all seine Bitten, zurückzukommen, immer nur geantwortet habe, solange er nichts für sein Gesundwerden tut, werde ich nie mehr für ihn dasein. Nach ein paar Wochen war mein Freund soweit, dass er mich bat, ihn in eine Entzugsklinik zu bringen. Während des Entzugs ahbe ich mir im Beisin eines Arztes die Wohnungsschlüssel aushändigen lassen.
Hier gibt es halt noch einen Unterschied zu Deiner Geschichte, ich habe ihn nicht gehasst, ich wollte nur nicht mehr an seiner Seite auch zugrunde gehen. Als er dann 4 Monate in der Klinik war, habe ich ihn 2x/Woche besucht und ihm auch im Beisein des betreuenden Psychotherapeuten klar gemacht, dass ich mich räumlich weiterhin von ihm trennen will, dass er aber meine Freundschaft erhalten kann, wenn er den Entzug erfolgreich durchzieht. Das war eine bittere Enttäuschung für ihn, da er ja anfangs mirzuliebe den Entzug machte. Aber sein Psychobetreuer hat ihn in meinem Sinn betreut. Ich habe in der Zwischenzeit eine kleine Wohnung für ihn gesucht, Genug Haushaltseinrichtung gesammelt, so dass er nach dem Entzug ein neues Zuhause vorfand. Nach einigen anfänglichen Enttäuschungsaktionen fing er an, sich daran zu gewöhnen, dass ich nur noch 1-2x/Woche mit ihm zusammentraf.
Aber, wie gesagt, dadurch das die Voraussetzung bei Deinem und meinem Mann so unterschiedlich sind, wirst Du ausschließlich an Dich denken müssen und ihn wie eine heisse Kartoffel fallen lassen müssen und unauffindbar sein.
Es geht aus Deinem Beitrag nicht ganz hervor, ob er noch weiter trinkt oder nicht mehr, weil Du auch mal in der Vergangenheit über seine Sucht schreibst.
Ich wollte Dir hier eigentlich ersteinmal nur den Weg aufzeigen, der Dir zur Freiheit verhelfen kann. Du wirst sehen, wieviel Mut und Kraft Du in der Gruppe bekommst und wieviele gute Erfahrungserprobte Ratschläge. Du musst erstmal nur den Mut haben, fremden Menschen gegenüber offen über Dein Problem zu sprechen. Ich bin, während er in der Klinik war, die ganze Zeit weiterhin in die Gruppe gegangen, sonst hätte mich unterwegs der Mut verlasssen und ich hätte wieder klein beigegeben und mich vom Mitleid überrumpeln lassen.
Lieber Maikäfer, meine Worte sollten Dir erstmal einen Hoffnungsschimmer aufzeigen. Denke an mein Motto in meiner Signatur: Erst wenn Du gelernt hast loszulassen, bist Du wirklich frei. Es ist wahnsinnig schwer 30 Jahre loszulassen, sein eigenes Verhalten plötzlich zu verändern, dass sich in den 30 Jahren entwickelt hat. Aber auch mit 51 Jahren lohnt sich dieser Kampf. Und von AHI II kannst Du alleine einigermaßen existieren, wenn Du gelernt hast sparsam zu leben. Ich denke aber bei 5 Kindern ist Dir Sparsamkeit sehr vertraut.
Maikäfer, wenn ich Dir irgendwie weiterhelfen kann, dann rufe mich über PN oder E-mail über mein Profil.
Ich wünsche Dir von Herzen, dass Dich meine Erfahrungen ermutigen, den ersten Schritt zur Drogenberatung zu gehen.
Ich sende Dir ganz liebe Grüße und meine allerbesten Wünsche. Lass Dir von den Freunden hier im Forum noch zusätzliche Kraft und Zuversicht mitgeben und fange morgen bereits an, Dein Leben zu verändern.
Dein Luiserl
auch ich war 51 Jahre, als ich endlich den weg der Trennung gefunden habe. Heute bin ich 57 Jahre, mein damaliger Freund und Lebensgefährte hat die Sucht überwunden, und wir sind heute die besten platonischen Freunde ind voneinander getrennten Wohnungen lebend.
Ich kenne die Gefühle, die Dich bewegen, ich kenne den unstillbaren Wunsch nach Trennung und alleine sein. Ich war genauso hilflos wie Du und habe jeden Tag aufs neue als Coalkoholikerin gelebt und dabei geholfen, dass die Sucht versteckt bleibt. Ich war so überzeugt davon, dass er mich braucht, das er ohne mich or die Hunde geht, dass ich es ihm schuldig bin, ihn zu ertragen. Du tust es aus Angst vor ihm, ich tat es aus falschem Mitleid und falscher Verbundenheit zu ihm, nach 19 Jahren Zusammenlebens. Es gibt für Dich wirklich nur den eizigen weg, den Micky hier schon beschrieben hat. Wenn Du möchtest, rufe doch über mein Profil und die Suchfunktion alle Beiträge mit den Wörtern Coalkoholiker oder Suchtkranke auf. Ich habe schon öfter über den einzigen Weg aus dieser Spirale heraus geschrieben.
Da ich selbst in den lezten Jahren des Zusammenlebens immer tiefer dem Alkohol entgegenrutschte, kam eines Tages Gott sein Dank die Einsicht, dass ich mir helfen lassen muss, auf dem Weg, ihn zu verlassen. Dabei hatte ich es im Gegensatz zu Dir noch gut. Ich musste ihn nur ertragen, aber er hat sich niemals an mir oder meinen Kindern mit körperlicher Gewalt vergriffen.
Als mir klar war, dass ich meine Lebenssituation selber ändern muss, weil es sonst immer schlimmer und schlimmer würde, besuchte ich die Drogenberatung in der nächstgelegenen Stadt. Dort bekam ich die Adresse einer Gruppe für Angehörige von Alkoholikern. Ich habe aber auch gleichzeitg die Gruppe für Alkoholabhängige besucht, um die Situation aus beiden Winkeln betrachten zu können.
Es ist alleine meiner Anwesenheit in diesen Gruppen zu verdanken, dass ich den Mut und die Kraft zur Trennung aufbrachte.
Es dauerte noch einige Wochen, bis ich endgültig soweit war, und eine räumliche Trennung herbeiführte.
Da Du, ohne fremde Hilfe, es nicht schaffen wirst, ihn aus der Wohnung und die Wohnungsschlüssel an Dich zu bringen und da er im Zorn gewalttätig werden kann, bleibt für Dich als vorübergehender Lösungsanfang nur das Frauenhaus oder das Zuhause einers Deiner Kinder. Ich bin überzeugt davon, dass Deine Kinder ihn nicht mehr in die eigene Wohnung reinließen, wenn Sie Deinen Entschluss unterstützen können. Denn er wurde ja nur Dir zuliebe noch geduldet.
Bei mir war es tatsächlich so, dass ich auf all seine Bitten, zurückzukommen, immer nur geantwortet habe, solange er nichts für sein Gesundwerden tut, werde ich nie mehr für ihn dasein. Nach ein paar Wochen war mein Freund soweit, dass er mich bat, ihn in eine Entzugsklinik zu bringen. Während des Entzugs ahbe ich mir im Beisin eines Arztes die Wohnungsschlüssel aushändigen lassen.
Hier gibt es halt noch einen Unterschied zu Deiner Geschichte, ich habe ihn nicht gehasst, ich wollte nur nicht mehr an seiner Seite auch zugrunde gehen. Als er dann 4 Monate in der Klinik war, habe ich ihn 2x/Woche besucht und ihm auch im Beisein des betreuenden Psychotherapeuten klar gemacht, dass ich mich räumlich weiterhin von ihm trennen will, dass er aber meine Freundschaft erhalten kann, wenn er den Entzug erfolgreich durchzieht. Das war eine bittere Enttäuschung für ihn, da er ja anfangs mirzuliebe den Entzug machte. Aber sein Psychobetreuer hat ihn in meinem Sinn betreut. Ich habe in der Zwischenzeit eine kleine Wohnung für ihn gesucht, Genug Haushaltseinrichtung gesammelt, so dass er nach dem Entzug ein neues Zuhause vorfand. Nach einigen anfänglichen Enttäuschungsaktionen fing er an, sich daran zu gewöhnen, dass ich nur noch 1-2x/Woche mit ihm zusammentraf.
Aber, wie gesagt, dadurch das die Voraussetzung bei Deinem und meinem Mann so unterschiedlich sind, wirst Du ausschließlich an Dich denken müssen und ihn wie eine heisse Kartoffel fallen lassen müssen und unauffindbar sein.
Es geht aus Deinem Beitrag nicht ganz hervor, ob er noch weiter trinkt oder nicht mehr, weil Du auch mal in der Vergangenheit über seine Sucht schreibst.
Ich wollte Dir hier eigentlich ersteinmal nur den Weg aufzeigen, der Dir zur Freiheit verhelfen kann. Du wirst sehen, wieviel Mut und Kraft Du in der Gruppe bekommst und wieviele gute Erfahrungserprobte Ratschläge. Du musst erstmal nur den Mut haben, fremden Menschen gegenüber offen über Dein Problem zu sprechen. Ich bin, während er in der Klinik war, die ganze Zeit weiterhin in die Gruppe gegangen, sonst hätte mich unterwegs der Mut verlasssen und ich hätte wieder klein beigegeben und mich vom Mitleid überrumpeln lassen.
Lieber Maikäfer, meine Worte sollten Dir erstmal einen Hoffnungsschimmer aufzeigen. Denke an mein Motto in meiner Signatur: Erst wenn Du gelernt hast loszulassen, bist Du wirklich frei. Es ist wahnsinnig schwer 30 Jahre loszulassen, sein eigenes Verhalten plötzlich zu verändern, dass sich in den 30 Jahren entwickelt hat. Aber auch mit 51 Jahren lohnt sich dieser Kampf. Und von AHI II kannst Du alleine einigermaßen existieren, wenn Du gelernt hast sparsam zu leben. Ich denke aber bei 5 Kindern ist Dir Sparsamkeit sehr vertraut.
Maikäfer, wenn ich Dir irgendwie weiterhelfen kann, dann rufe mich über PN oder E-mail über mein Profil.
Ich wünsche Dir von Herzen, dass Dich meine Erfahrungen ermutigen, den ersten Schritt zur Drogenberatung zu gehen.
Ich sende Dir ganz liebe Grüße und meine allerbesten Wünsche. Lass Dir von den Freunden hier im Forum noch zusätzliche Kraft und Zuversicht mitgeben und fange morgen bereits an, Dein Leben zu verändern.
Dein Luiserl