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Ich will frei sein...!

  • Starter*in Starter*in Maikäfer
  • Datum Start Datum Start
M

Maikäfer

Gast
Hallo!
Wie ich schon im Kennenlernbereich schrieb bin ich 51 Jahre, habe 5 inzwischen erwachsene Kinder und mein Leben war und ist die Hölle!
Mein Mann war jahrelang Alkoholiker , oft extrem gewalttätig ,
er behandelte meine Kinder und mich wie sein Eigentum.
Unter seiner Tyrannei hatten wir viele Jahre sehr zu leiden .
Oft habe ich die Flucht versucht , doch das ist garnicht so einfach wie vielleicht gedacht wird--- mit 5 Kindern und ohne Geld!
Wir hatten viele Jahre eine kleine Gartenlandschaftsbaufirma, die er führte.
Ich war Namensträger und jetzt, da Insolvenz eröffnet wurde,
stehe ich mit vielen Problemen und einem Berg Schulden da.
Das Schlimmste aber ist:
Dieser schreckliche Mann hängt an mir wie eine Klette!
Obwohl wir seit Jahren geschieden sind läßt er mich nicht gehen.
Ich kenne seine zwei Gesichter nur zu gut , und ich habe Angst weil ich weiß wozu er fähig sein kann.
Seine bzw unsere Kinder haben sich alle mehr oder weniger von ihm abgewand, er wird bei Besuchen nur geduldet, es gibt außer mir niemanden im Leben dieses Mannes , er ist seit Ewigkeiten auf mich fixiert ,
wir leben nunmehr 30 Jahre zusammen, ich weiß garnicht wie ich all die Jahre überlebt habe ??
Nun vegetiere ich in einer kleinen Dachwohnung vor mich hin, muß seine Anwesenheit und seine erniedrigende Art ertragen und bin so unglücklich.
Eigenes Geld besitze ich garnicht mehr, wir leben von Harz4 und er verwaltet das wenige das wir haben.
Ich weiß ich muß hier weg! Muß ihn verlassen. Doch wie??
Ohne Geld, mitten im Insolvenzverfahren (da darf man nicht einfach so "abhauen") , und meine Kinder sind alles was ich habe , ich liebe sie und ich
liebe meine Enkelchen und ich möchte sie nicht missen .
Ich weiß einfach nicht mehr weiter, bin am ende.
Manchmal könnt ich nur noch heulen .
Finanziell können mir meine Kinder leider nicht helfen, in diesen harten Zeiten kämpfen sie sich selbst so durch und haben zT noch kleine Kinder.
Ich fühle mich so hilflos und ich kann ihn nicht mehr ertragen!
Ich habe keine Freunde weil er vor Eifersucht so oft ausgerastet ist wenn ich nur mal ein bißchen mit jemandem redete oder lachte, er hat so ein krankes Hirn. Er hat mich sehr einsam gemacht. Jetzt scheint mein Leben so leer
und sinnlos und ich fühle mich klein und muß ihn immer noch ertragen.
Gibt es hier vielleicht Frauen die mich verstehen oder die in einer ähnlichen Situation sind ?
Ich würde mich gerne austauschen und freue mich über jedes Wort.
Gruß von Maikäfer
 
du bist nicht mit ihm verheiratet.
Wieso kommt es dass du mit ihm wohnst?
Er das Geld verwaltet?
Was ich als Mann vorschlagen könnte wäre such dir in einem Hotel eine Anstellung. z.B: Zimmermädchen oder in der Wäscherei. Denn dort kannst du dich anstellen lassen mit Kost und Logie. Allerdings würd ich alles heimlich erledigen. Auch die Dachzimmerwohnung wenn sie auf deinen Namen läuft ändern. Sag ihm dass du beim Arzt warst und dich nicht so gut fühlst und du möchtest dass er die Wohnung auf seinen Namen ändern soll denn wenn mit dir mal was ist kündigen sie ihm und er sitzt auf der Straße.
Hoffe du bringst die Power noch. Dann mal ran und rein ins neue Leben.
Und sollte er wieder sich an dich dranhängen. Du bist frei und nimmst dir die Freiheit gerichtlich festlegen zu lassen dass er nicht mehr in deine Nähe darf.
 
Hallo Maikäfer! Es ist nicht gut wenn dein geschiedener Mann dich so quält.Es gibt auch eine Möglichkeit dem Mann zu entkommen,geh ins Frauenhaus da wohnst du Anonym kannst dich erholen ,bekommst seelische Unterstützung bzw Dir wird geholfen.Das Frauenhaus ist für Frauen in Not,dort kannst du einige zeit wohnen. Und die Adresse findet niemand raus und wenn kannst du wenn du immernoch belästigst wirst die Polizei einschalten und die werden Wege finden um Dir ein ruhiges Leben fortzusetzten.Wenn Du möchtest kannst du auch mal in meiner Gruppe vorbeischauen und wir können uns mal treffen im Chat sowie im Forum. http://groups.msn.com/SeelsorgeSelbsthilfegruppe
Du hast es wirklich nicht leicht gehabt in den letzten 30 Jahren,ja wie du das ausgehalten hast,du hattest viel Selbstbewußtsein und eigene Kraft alles zu bewältigen.Bitte ,Du hast deine 5 Kinder und Enkelchen.Fange noch einmal von vorne an ,suche dir eine Arbeit im Sozialen Bereich da findet sich immer eine Arbeit ,vergesse diesen Mann ,denk an Dich ,lass es Dir wieder gut gehen,du wirst sehen bald geht es Dir besser ,mach was aus deinem Leben das Leben kann so schön sein.Suche Dir wieder Freunde es ist niemals zu spät dafür,zum Beispiel in der Kirchgemeinde oder zu einer Arbeitslosenwanderung in deiner Stadt wenn es gibt.Oder geh einfach mal unter Leute.Ich wünsch Dir viel Kraft und Selbstvertrauen .Lass mal was von Dir hören ,würde mich freuen. Es grüßt Dich Kathrin
 
Liebe Maikäfer!
Deine Situation und dein bisheriges Leben sind wirklich schlimm und du nicht zu beneiden!
Leider geht es vielen Frauen so wie dir und leider schaffen es viele nicht den Mut und die Kraft aufzubringen ihrem Mann einen Arschtritt zu verpassen
um wenigstens noch die Chance auf ein paar schöne und lebenswerte Jahre zu haben. Wer weiß? Vielleicht sogar noch einen ganz lieben Partner zu finden der Freud und Leid mit dir teilt--- so wie es normalerweise sein sollte!!
Hast du dich schon mal an eine Beratungsstelle gewand?
Die gibt es in fast jeder Stadt. Dort wird man dir mit RAT und TAT zur Seite stehen und dir evtl völlig neue Wege zeigen , auf die du selbst noch garnicht gekommen bist.
Du kannst hier auch gerne weiterhin deine Seele erleichtern und deine Sorgen und Gefühle schreiben , guck dich hier auch mal ein wenig um wenn du mal Zeit hast .... Du bist nicht allein , es geht (leider!) vielen ähnlich wie dir .
Viele haben die Kraft aufgebracht und es geschafft und haben ein neues Leben begonnen. Das kannst du auch!!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und laß dich nicht würdelos behandeln , du bist mehr wert und kein Mann dieser Welt hat das Recht sich und seine Bedürfnisse über dich und die deinen zu stellen!!!!

Es drückt dich Mama45
 
hallo Maikäfer,

such mal in Deiner Stadt die Gruppe der anonymen Alkoholiker, die haben eine Extragruppe für Familienangehörige von Alkoholikern ( Al-Anon-Gruppe ). Die leute, die sich da treffen, haben alle Trinker in der Familie und erzählen sich ihr Schiksal und ihr Leben. Jeder redet nur, wenn er will, sonst hört man einfach zu, wie andere diese Situation meistern. Durch diese Gruppen bekommt man viele hilfreiche Ideen. Wenn Du die Kontaktadresse nicht herausbekommst, frag mal in einem Krankenhaus oder bei der Drogenberatungsstelle oder bei der Stadtverwaltung. Die haben auch die Adressenlisten.
Wenn Du das alles so lange durchgehalten hast, bist Du unglaublich stark!
So eine starke Frau schafft es, das Leben neu anzupacken. Was hast Du zu verlieren?
Viel, viel Kraft und alles Gute,
Annalina
 
wieso soll sie sich das antun? Dann geht es ja wieder um seine Probs.
Sie soll endlich für sich was tun. Sie hat doch kein Alkoholproblem.
Er gehört in ihrem Kopf nicht mehr zu ihrer Familie. Sie will sich von ihm befreien oder meinst du die geben ihr eine Adresse wo sie ihn lebenslänglich zwangseinweisen können? Na dann nix wie los Maikäfer.
 
@regi:
Das ist schon ein guter Rat...weil man immer als Angehöriger von SuchtKRANKEN über Jahre bestimmte Verhaltensweisen annimmt.
@Maikäfer(niedlicher Nick!!)
Der Rat,zu den Selbsthilfetreffen von betroffenen Angehörigen zu gehen,halte ich für RICHTIG gut!
Du,regi,wertest es falsch.
Es sind jeden Menge Veränderungen,man erlebt über Jahre Gewalt,begreift das alles nicht...da es ja nicht nur "schlechte Phasen" gibt.
Ein Alkoholkranker ist so zwiespältig...so unbegreifbar.Zwischen Haß,Entgleisung,Reue(!!),Versprechungen...Aufhörversuchen...
Die ganze Familie wird krank dadurch.Kaputt,angstgeschüttelt,schämt sich,stumpft ab,verdrängt,redet es sich schön,entschuldigt vor der Öffentlichkeit...bewahrt instinktiv gegenüber der Außenwelt krampfhaft das Bild der (noch)funktionierenden Familie.
Da man stellvertretend für den Kranken die Selbstachtung(die dem verlorenging) bewahrt hat...
So,wie es der Kranke oft erst nach einem RICHTIGEN SCHOCK,schafft,zu erkennen: ICH BIN KRANK und muß was tun,
so begreift auch ein Angehöriger oft nie,daß er NICHT SCHULD/MITSCHULDIG ist an der Situation.
ES IST EINE GENETISCH (MITBEDINGTE) ERKRANKUNG !!! Keine Bosheit.
Der DNA-Abschnitt schon eingegrenzt.
Nur der "auslösende" Faktor(!!!) kann zufällig auch ein familiärer Konflikt sein.
Eine SUCHT ist stärker als der Wille.Biochemie.
Die Steuerungsfähigkeit übernimmt die Natur.Das sind menschliche Grenzen.
Es wird als "Niederlage" empfunden...als Schande..deshalb gesteht man sich das nicht ein.Der Stolz(der sonst kaum noch erkennbar ist beim Süchtigen)spielt hier einen tragischen Streich und verhindert,daß man sich es eingesteht und professionelle Hilfe holt.Das ist die Tragik aller Suchtkranken.
Sie erkennen nicht die MACHT DER NATUR gegenüber dem Willen des Menschen...denn--wissentlich möchte NIEMAND zu so einem Wrack werden!!!!

Schlechtes Gewissen("War ich ihm eine schlechte Frau,so daß er mit Trinken anfing??"..)und krampfhafte "HILFE"...und unbewußt ermöglicht ein
SICH NICHT LÖSENDER ANGEHÖRIGER tragischerweise das unendliche Spiel.
denn,klar braucht ein Kranker eine Hilfe...die sieht aber GANZ anders aus!!

Wenn jemand seine Krankheit negiert,hilft nicht das "Zueinanderstehen"...sondern NUR ein Ultimatum..und dann KONSEQUENTES WEGGEHEN!!!!
Nur so hat der Betroffene einen "Leidensdruck"..und ein Motiv,etwas zu ändern.
Natürlich könnte er auch mal in eine Suchtklinik gucken..und sich einen Film zeigen lassen über die Arten des VERRECKENS von fortgeschrittenen Alk-Süchtigen...Leberversagen,Riß der Blutgefäße in der Speiseröhre...BLUTSTURZ !,Unfälle,bei selbstversuchten Abstinenzphasen dann die Delirien(die Mäuse und sonstigen Krabbeltiere und Horrorgestalten ERSCHEINEN EINEM WIRKLICHJ..das sind KEINE MÄRCHEN!! Da zittern und weinen gestandene erwachsene Männer wie kleine Kinder!!!!!)---

Aber: dazu muß man ja einen GRUND zum Nachdenken haben.
Solange da noch irgendeine schuldbewußte mitleidige Seele "Stoff" kauft,Erbrochenes wegwischt,essen kocht,Wäsche wechselt...sich als lebender Sandsack anbietet...zwar heult und flucht...aber IHN NICHT ENDLICH MEIDET...
solange geht das bis zum bitteren Ende.

Und genau so einen Tritt bekommt man in der Swelbsthilfegruppe..Heilsam...
DU HAST DAS RECHT UND DIE PFLICHT...dort WEGZULAUFEN!!!!

Laß ihn einweisen!
Nutze das nächste Ereignis..seine Volltrunkenheit,sein Ausflippen...hol Dir Zeugen und ruf den Notarzt und die Polizei!
Er ist eine Gefahr für Dich...und für sich selbst!
Und ---GARANTIERT für andere...!!!!!!!!

Du mußt KEIN schlechtes Gewissen haben!!!!
Es ist das einzig richtige!
Hm...guck mal,ob Du(oder jemand von Euch??) den tread von LUISERL findet .
Ihr ging es mit ihrem Freund so!
Sie hat das geschafft!!
Er auch.

Für Dich und Deine großen Kinder: bitte....hol Dir konkrete Hilfe...AUCH DAS FRAUENHAUS IST GUT!!!
Ich bin froh,daß Du es hierher geschafft hast!

Bitte,sei nicht verschreckt,falls Dir die Worte zu hart vorkommen!
Für DICH wird die Sonne wieder scheinen!
Ich glaube fest daran!!!!

Eine ganz mega-fette herzliche Umarmung von der
Micky
 
Hallo Maikäfer,

du schreibst, dein Ex-Mann WAR Alkoholiker - trinkt er jetzt also gar nicht mehr? Hat er sein Verhalten dadurch geändert?

Also ich kann als Außenstehender diese ganze Situation ja nicht wirklich nachvollziehen, aber es hat sich für mich ein Bild ergeben: Du könntest grundsätzlich schon von ihm weg bzw. ihn rausschmeißen...es fehlt dir nur der nötige Mut für diesen Schritt!? Oder anders gesagt, du hast noch zu viel Angst vor ihm.

Was würde passieren, wenn du ihn einfach vor die Tür setzt/aus der Wohnung ausziehst?

Viele Grüße,
Jens
 
@Micky,
Dein Beitrag ist wieder mal spitze!

@Maikäfer,
die Al-Anon Familiengruppen sind unter sich, ohne die Alkoholiker. Sie haben Literatur und sie haben einen 12 Schritte-Plan, nach dem sie versuchen, sich Stück für Stück von der Angst zu lösen und in ein eigenes Leben wechseln. Dies kommt dann bei Dir "von innen", Du denkst also anders über den Alkohol und erkennst den Zusammenhang zwischen dem Alkohol und Dir selbst. Das ist die Voraussetzung dafür, dass Du überhaupt handeln kannst in Deiner verfahrenen Situation. Die Angehörigen befinden sich in einer Art Spirale, die sich immer schneller dreht und aus der sie nicht entfliehen können.

Es gibt auch echt gute Kuren für Angehörige von Alkoholkranken. Da kann man sich aussprechen, austauschen und Fachleute erklären einem, wie man sich psychisch vor dem Alkoholiker in Sicherheit bringt. Der Alkoholiker kann dabei sowohl ein Elternteil, als auch ein Partner, expartner, Bruder/Schwester oder das eigene Kind sein. Es gibt da auch Leute, die schon getrennt vom Alkoholiker leben, aber über ihre seelischen Verletzungen, die der Alkohol ihnen angetan hat, einfach nicht hinwegkommen können.

Liebe Grüße,
Annalina
 

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