Helfersyndrom.. ich finde, dass du sehr reflektiert bist.
Jetzt kommt der Klassiker: wie war die Beziehung deiner Eltern?
Bzw. wie war deine "Rolle" darin?
Darin vermute ich eine Ursache.
Ich habe mich gestern dazu ein bisschen eingelesen und zB auch Videos auf Youtube zur Erklärung angesehen, welche Verhaltsweisen dafür sprechen, welche Ursache und welches Motiv dahinter steckt..:
Dieses "Helfersyndrom" passt echt erschreckend (!) zu mir und ich bin auch etwas "erschrocken" davon. Man kennt es ja sonst nur so umgangssprachlich oder hat es mal schwerzweise in den Mund genommen..und das wird mir jetzt gerade zum ersten Mal so richtig bewusst, dass es echt zutrifft.
Es ist einerseits "schön" (?) so ein bisschen mehr, mich selbst verstehen zu können: Gerade mein Gedanken und Gefühlschaos mit dieser Bekannten gegenüber kriegt dadurch eine deutlich andere Note, es bietet mir eine Erklärung..das hatte ich ja im Text gestern schon beschrieben.
Ich fürchte nur, so richtig aufarbeiten oder "bekämpfen" werde ich diese Facette ohne externe Hilfe nicht können..Ich fühle mich erleichtert, etwas Licht ins Dunkle bringen zu können - und das aus eigener Kraft und Reflexion - aber damit anzufangen weiß ich gerade noch nicht viel..
Immerhin habe ich gestern nochmal ein paar Therapeuten angeschrieben, mal sehen, was dabei rumkommt. Und das "Rezept" für die DIGA/Novego habe ich auch angeleiert.
Ich wüsste da jetzt schon wieder gar nicht, was man von mir erwartet.
Und wär mir zu "blöd".
Ja, das ist etwas dran..
Ich bin aktuell selbst sehr zwiegespalten, was diese Frau angeht: Wir verstehen uns toll, teilen Gefühle (die wir noch nicht genau benennen können), hatten erst Freitag diese wahnsinnige emotionale und körperliche Nähe. Jeden Moment, den wir zusammen verbringen, tut mir einfach gut, es ist der reinste Seelenbalsam.
Gleichzeitig erfolgt dies sehr unregelmäßig und ohne Perspektive bisher. Ich weiß ich nicht, was es überhaupt ist oder werden soll. Das bedeutet große Ungewissheit, Unsicherheit.
Dazu dann der neue Hintergrund bzgl Helfersyndrom: Ich fühle in MIR so extrem stark IHRE inneren Konflikte, dass diese Seite mir aktuell definitiv nicht gut tut.
Ich schaffe es aber gerade auch nicht, mich nun hinzustellen zu sagen: Es ist hier und jetzt vorbei, bevor es überhaupt begonnen hat, weil die Negativen Aspekte wohlmöglich überwiegen.
Ich hätte das Gefühl, mich selbst einer Chance zu berauben, ein bisschen Farbe in das viele Grau zu bringen. Und dass es nicht mehr als eine Chance ist, Ende offen, ist mir durchaus bewusst.
Wenn man sich öfter trifft und man miteinander Sex hat
wird die Beziehung entweder enger oder es geht auseinander..
Das kam so ein bisschen ohne jeden Kontext - ist der Satz einfach so alleinstehend gemeint (ich denke, da stimme ich inhaltlich zu) - oder worauf bezogen?
Mich interessieren die psychologischen Hintergrunde dessen, was mich gerade umtreibt.
Ich habe mich nicht nur mit dem Helfersyndrom, sondern auch Trauer und Veränderung befasst.
Ich schreibe einfach mal, was mir dazu bisher einfällt, auch um das für mich selbst einmal zu visualisieren::
Die fünf Phasen der Trauer (Kübler-Ross) - lassen sich auch auf
1. Verleugnung:
Das ist gerade hier "schön" nachzusehen: Schaut mal, wie ich diesen Thread damals benannt habe. Plakativer geht es ja gar nicht. 🙂
2. Wut:
Hier bin ich etwas überfragt, da ich bisher nur Schmerz oder Taubheit empfunden hatte.
Vielleicht unterdrücke ich die Wut auch unterbewusst, da sie der jetzigen Phase des "sich mit einander arrangieren" (vor den/für die Kinder) sonst schädlich wäre?
Die KI meint dies dazu - und ich würde dem auch zustimmen, ich finde, es passt zu mir: "Eine Trennung kann auch ohne die Phase der Wut durchlaufen werden, indem man die Emotionen bewusst wahrnimmt und durch andere Aktivitäten wie Sport, kreatives Schreiben oder Selbstfürsorge kanalisiert, um die Trauer zu verarbeiten."
3. Verhandeln:
Das waren die zwei Wochen, nachdem ich von Ihrem Fremdgehen erfuhr: Ich habe vorgeschlagen, eine Paartherapie zu machen, um zu gucken, ob wir noch einmal zu einander finden. Ich habe mich mit Ihren Beweggründen auseinander gesetzt (auch wieder Helfersyndrom) und mich mit dem Gedanken bzgl offener Beziehung beschäftigt..
..ehe ich erkannt habe, das führt alles zu nichts. Ich verliere mich in diesen Gedankenspielen, STOPP!
Hier habe ich dann die Grenze gezogen und ausgesprochen, dass die Beziehung, Ehe, vorbei ist und KEINE ZUKUNFT mehr hat. Diese Entscheidung ist für mich absolut. Diese Phase halte ich also ebenfalls für abgeschlossen; Dieser Zeitpunkt war Mitte September.
Bleiben also..:
4. Depression:
..und..
5. Akzeptanz:
Ich denke, ich pendle ich in den letzten Wochen hin und her zwischen 4 und 5 - und das ist es, was mich auch emotional ins Wanken bringt, da ich mir natürlich Stabilität wünsche:
Von meiner Überzeugung her, habe ich große Fortschritte in Richtung Akzeptanz gemacht, stürze aber immer wieder zurück auf den Boden der Tatsachen, die Depression.
Die Innere Unruhe und die Traurigkeit, das Gefühl unendlicher Einsamkeit..auch die fehlende Konzentrationsfähigkeit, die mich im Job extrem ausbremst.
Alles Zeichen für Phase 4.
Andererseits habe ich schon Dinge begonnen, die für die 5 sprechen: Viele Lehren aus dem Geschehenen für mich gezogen - erst (vor)gestern wieder etwas Neues! - und viele Änderungen und "Self Care" betrieben.
Ich denke, fürchte, dieses Pendel wird auch weiter hin und her schwingen.
Insb. wenn dann zB die räumliche Trennung unmittelbar ansteht, eigentlich freue ich mir nur darauf, aber unterbewusst wird dies sicher nochmal schwer zusetzen.
Genau so, wie dann den neuen Alltag und Kindern im Wechselmodell - allein im wöchentlichen Wechsel "pendle" ich ja auch zwischen zwei Modi: 100% Ich für mich und 100% Papa. Natürlich bin ich auch "allein für mich" noch immer Papa und auch im Papa-Modus sollte ich "mich" nicht verlieren - wie man sieht, viele Herausforderungen!
Auch der Umgang mit meiner Ex nach dieser Trennung wird "spannend".
Die letzten Punkte waren jetzt einfach mal unverbindlich weiter in die Zukunft gedacht, damit beschäftige ich mich aktuell noch nicht. Ein Schritt nach dem Anderen.
Mich würde interessieren, was Ihr von meinen Gedanken in diesem Beitrag haltet!
Natürlich höre ich gern Zuspruch, aktuell mehr denn je, aber ich schätze auch andere Blickwinkel oder ergänzende Punkte sehr
🙂