Hallo alle miteinander.
Ich musste jetzt erst mal ein paar Seiten lesen, habe mich bewusst etwas distanziert, um mir selbst erst mal klarer zu werden und weil es mir auch nicht gut tut sowas hier zwischen Tür und Angel zu lesen. Es kam mir gar nicht so lange vor, aber mein letzter Beitrag ist tatsächlich 6 Tage her.
Aktuell sehe ich schwarz.
Ich sehe keinen Weg an der Trennung vorbei, auch wenn dies keiner von uns bisher ausgesprochen hat.
Ist aber auch leichter gesagt als getan. Ich bin heute 36 geworden. Wir sind seit 12 Jahren zusammen. Ein Drittel meines Lebens.
Ich bitte, mich nicht allzu hart dafür zu verurteilen, weil etwas in mir daran gern festhalten möchte.
Etwas Hoffnung ruhte darauf, über die Paartherapie nochmal Impulse zu bekommen, die uns beiden Klarheit verschaffen könnten... Termin wurde uns nun für Ende Oktober angeboten, ein scheiß Witz..
Ich hatte diese Woche aber gute Gespräche, einmal mit einer gemeinsamen Freundin, eigentlich IHRER besten Freundin und Patentane unseres älteren Sohnes, und heute früh mit meiner Therapeutin, bei der ich vor 4-5 Jahren wegen Panikattacken war.
Die Freundin dachte erst noch, etwas aufmuntern zu können und "ihr kriegt das wieder hin". Sie kennt uns 8 oder 9 Jahre als Paar, ist selbst geschieden mit zwei Kindern, und versuchte Hoffnung zu machen. Ich habe mich dann bei ihr etwas ausgeschüttet und bekam auch Trost und Verständnis von ihr. Allein das tat schon gut. Beides nichts, was ich von meiner noch-Frau bisher verspüren konnte.
Sie trafen sich Dienstag Abend und ich mich mit ihr Mittwoch Vormittag: Sie war sichtlich "baff" auf welcher Schiene meine Frau da gerade läuft da sie auch ihr gegenüber recht kalt und abgeklärt reagiert habe. Ich habe gefragt, wie viel sie wissen "möchte", immerhin steht sie zwischen den Stühlen, aber ich konnte ihr echt mal alles so "detailreich" wie hier schildern!! und sie war fassungslos!
Überlegt mal bitte was für ein Erdrutsch das einfach in meinen leben ist - ich erkenne meine Frau nicht wieder, sie ihre beste freundin nicht... und das alles kam aus dem nichts.
Sie sagte mir ganz klar, so wie sie mich kenne, würde ich an etwas wie "offene Beziehung" zu Grunde gehen, sie gebe uns ein paar Monate bis ich vollends hinüber bin.
Meine Therapeutin, der ich mich auch ein Jahr lang anvertraut hatte und auch die letzte Krise bearbeitet habe, schlug so ziemlich den gleichen Ton an. Sie kann genau die richtigen Fragen stellen, genau die richtigen Impulse geben aber von Zeit zu Zeit ist sie auch einfach offen und direkt zu mir - und sagt mir auch, das was jetzt kommt ist NICHT subjektiv und neutral: Die Form, die meiner Frau da gerade "vorschwebt" wird mich kaputt machen.
Sie sagte: Schließen sie die Augen, legen sie alle Gefühle für einen Moment beiseite, zu welcher Erkenntnis müssen Sie kommen, wenn Sie an die jetzige Situation denken?"
>dass nichts mehr so wird, wie es einmal war
>das es vielleicht eigentlich schon vorbei ist.
"Vielleicht eigentlich"...
Typische Füllwörter in denen man viel hinein lesen kann... aktuell fehlt mir tatsächlich die Kraft diesen Schritt zu gehen, auch wenn ich keinen anderen sehe, egal wie sehr ich mich gedanklich noch aus dem Fenster gelehnt habe.
Ich denke es ist unausweichlich auch wenn ich mich noch an jeden Strohhalm klammere...
Ich kann NICHT sagen, dass ich nicht auch emotional abhängig bin von ihr.
12 Jahre machen auch einfach etwas in einem. Wir haben uns immer gesagt, eine Zukunft ohne einander wäre unvorstellbar und das war ehrlich gemeint.
Nach dem Gespräch heute früh habe ich schon überlegt, ob ich es ihr heute Abend auf den Tisch knalle... aber auch, wenn ich ihn nicht wirklich feiere, wollte ich das nicht an meinen Geburtstag tun und diesen Tag auf ewig damit verbinden.. und ich schaffe es noch nicht.
Ich habe auch schon wüste Gedanken was die Zukunft danach anginge.....
Erst mal müssten wir uns, wie in den letzten zwei Wochen, mit einander arrangieren. Wir haben nun mal Kinder und einen gewissen Alltag.
Wenn man die Trennung dann "vollzieht", bleibt keiner in dieser teuren Wohnung allein! D.h. zwei neue Wohnungen finden und natürlich der erste und größte Knackpunkt: Wohin mit den Kindern?
Hier eine bezahlbare 3 oder gar 4 Zimmer Wohnung zu finden ist brutal schwer..
Sie ist finanziell von mir abhängig, d.h. wenn sie die Kinder und eine große Wohnung bekäme, müsste ich Unterhalt (?) zahlen - wobei sie nicht mit Geld umgehen kann! Mir würde es allerdings Zeit und Raum geben, mich erst einmal um mich selbst zu kümmern, zu heilen und auch an meinen eigenen Problemen zu arbeiten.
Anders möchte ich die Kinder auch nicht einfach hergeben... aber dann hätte ich vollzeit job und Schulkind und Kita Kind zu bewältigen. Ich meine.... hab ich bisher zu 80% auch so schon getan! Ich bin es, der fragt, was es zu essen geben soll, ich mache den Einkaufszettel, ich kaufe ein, ich koche, ich wasche Wäsche.. und ich weiß nicht, ob die Kinder bei mir nicht tatsächlich besser aufgehoben wären??
Aber das geht jetzt schon zwei Ecken weiter, als um das, worum es hierzu im Thema geht.
Ich sehe gerade schwarz und suche die Kraft, die Worte und die "Zuversicht", das es der richtige Weg ist, diese Beziehung tatsächlich zu beenden. Anders herum sehe ich auch keinen Weg zurück.
Kein Vertrauen.
Ich fühle keinerlei Liebe.
Wir umarmen uns mal halbherzig, aber ich könnte auch drauf verzichten.
Es fällt mir schwer ihr überhaupt ins Gesicht zu blicken.
Es ist für mich gerade völlig undenkbar, sie wieder zu lieben, zu küssen oder auch intim zu werden.
Dafür sind zu brutale, krasse Bilder in meinen Kopf, seitdem ich ihre Nachrichten gelesen habe.
Worin "unsere" Freundin und ich uns sofort einig waren: Sie wird daran, vielleicht nicht kurzfristig aber auf lange Sicht, kaputt gehen. Irgendwann wird sie verstehen und einsehen, was sie "aufgegeben" bzw verloren hat - an mir und meiner Person als Partner und als Stürze durch ALLE Lebenslagen hindurch, aber auch unsere Familie und alles, was wir bisher hatten. Und sie allein trägt sie Verantwortung dafür. Ich weißt nicht, was dann mit ihr geschieht, aber wir sind uns beide sicher, zumindest so, wie wir sie kennen, geht ihr irgendwann dieses Licht auf, aber erst, wenn es zu spät sein wird.
Ich habe ihr gesagt, dass mich dies in meiner Entscheidung nicht beeinflussen darf und wird.
Das ist so ein Gedanke, bei dem ich denke: Lass sie die Kinder nehmen. Lass sie mal alleinerziehend sein und DANN mal gucken, was alles zu kurz kommt im eigenen Leben! Natürlich will ich die Kinder weiterhin sehen, und wenn es manche Wochenenden sind - und sie sich dann vielleicht ihre "Kicks" sucht - wahrhaftig glücklich wird sie damit niemals im Leben.
Ich will die Kinder aber auch nicht dafür nutzen, ihr diese Lehre - ja auch als "Rache"? - aufzuzwingen, aber der Gedanke verlockt halt irgendwie.
Keine Ahnung wie es weiter gehen würde.
Erst mal müsste ich jetzt DEN Schritt gehen, bzw aussprechen.
Dann bräuchten wir im Oktober keine Paartherapie, sondern eher eine Mediation für unsere Trennung.....
Lasst gern eure Gedanken da. Gern offen und ehrlich, gerade am liebsten wären mir natürlich bestärkende Kommentare und Zuversicht. Ich freue mich aber über alle und - an dieser Stelle nochmal - danke an alle, die bis hier hin mitfiebert haben und mir ihre ungefilterten Gedanken mitgeteilt haben. Ich teile nicht alle, was geschrieben wurde, es war auch zu viel, um im Detail drauf einzugehen, aber: Danke für alles bis hierhin!