Wenn dir - mit gutem Recht - daran gelegen ist, deine Arbeit in Frieden und ohne Einmischung zu erledigen, dann musst du dafür die Rahmenbedingungen schaffen.
Fokussiere dich auf das, was dir im Moment das Leben schwer macht.
In der Zusammenarbeit mit deinem Kollegen ist das die Einmischung des Neuen. Dass dieser irgendwelche rechtlichen Konsequenzen tragen müsste ist schon nicht mehr deine Baustelle, auch wenn das womöglich eine Konsequenz seines Handelns ist. Bleib bei den Aspekten, die dir unmittelbar schaden. Ansonsten verzettelst du dich auch in der Diskussion.
Bzgl. der Auszubildenden sehe ich es so, dass man grundsätzlich schon auch mit jungen Menschen diskutieren kann und sollte. Sie haben manchmal einen erfrischenden Blick auf die Dinge und außerdem gehört so etwas in der Zusammenarbeit auch mit unterstellten Mitarbeitern dazu, wenn man a) gute Ergebnisse erzielen und b) ein schönes Betriebsklima haben will. Jetzt kommt das ABER. Diese Diskussion hat Grenzen. Und die hat die Azubine zu akzeptieren. Tut sie das nicht, hat sie ihre Rolle noch nicht verstanden. Sie lernt und sie hat Anweisungen zu befolgen, auch wenn ihr die womöglich nicht gefallen.
Ein Azubi braucht EINEN Hauptansprechpartner, der möglichst immer erreichbar ist. In Urlaubszeiten werden Vertretungsregelungen abgestimmt. Diese Zuordnung heißt nicht, dass ihr nicht auch andere Arbeit geben dürfen. Allerdings sollte transparent sein, was sie wann macht und für wen sie dann arbeitet. Wenn ich mal Azubis betreut habe gab es daher Einsatzpläne. Und kein Kollege hat dem anderen in seine Aufträge gepfuscht. Bei Unklarheiten hat der Azubi zu fragen und zwar den, dessen Auftrag er erledigt. Eigentlich sind die Spielregeln gar nicht schwer.
Die Auszubildende überschreitet ihre Befugnisse. Täte sie das bei mir gäbe es eine glasklare Ansage und dazu auch keine Diskussion. Fügt sie sich nicht geht die Meldung an die Ausbildungsabteilung bei HR und sie würde zum Gespräch gebeten. Bekommen Azubis bei euch keine Bewertung? In die gehört hinein, dass sie sich schwer tut im Umgang mit Regeln. Ganz sicher würde ich mir von einem Azubi nicht auf der Nase herumtanzen lassen.
Öhm, jetzt bin ich verwirrt. Wer ist die Vorgesetzte, die mit dem Chef sprechen möchte? Ist das deine Chefin? Ist sie denn nicht auch Chefin des Neuen?
Kollegen zu ignorieren ist unprofessionell und nicht im Sinne des Unternehmens. Schlimmstenfalls schlägt sich das im Betriebsfrieden nieder und dadurch auch auf die Produktivität. Problem gehören gelöst - hier ist der Vorgesetzte gefordert. Und das Gespräch sollte auch nicht eventuell geführt werden, sondern ganz sicher.
Wenn die Aufgabenzuordnung geklärt ist solltest du gar keine Diskussionen mit dem Neuen mehr führen müssen. Ansonsten jedes Mal gemeinsam zum Chef, bis der Typ es verstanden hat.
Ist dem (Chef) überhaupt bewusst, dass der Neue sich nicht an seine Anweisungen hält?
Natürlich wäre es zu wünschen, dass er sich davon selber überzeugt. Geschieht das aber nicht und du bist der Leidtragende, ist es legitim, das Problem anzusprechen.