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Ich weiss nicht weiter

Blumenpott77

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe mich heute hier angemeldet, in der Hoffnung das ich vielleicht jemand einen Rat für mich hat.
Meine Mutter hat sich am 3.11.2008 mit dem Sprung aus dem Fenster( 8ter Stock) Stock das Leben genommen.
Sie hat ihrem Leben ein Ende eine gesetzt,weil sie den Sommer 2009 nicht mehr erleben wollte( so steht es in den Abschriedsbriefen), sie war auch sehr krank, sie hatte MS,Depressionen, Schlafstörungen und wurde zweimal wegen Brustkrebs erfolgreich behandelt.
Seit der ihrer Beerdigung, die ich allein Organisieren musste ( bin alleinerziehend), mein Vater war nicht in der Lage und meine Schwester im Ausland. Habe ich das Problem das ich mich allein,im Stich gelassen und verarscht von ihr fühle.
Aber zur Zeit habe ich das ich meine Schwester nicht ertragen kann,da sie mit ihrer Art wie sie redet, mich an sie errinnert.
Mir wurde auch schon nahe gelegt eine Therapie zumachen aber ihr wisst ja bestimmt wie schwer es ist einen Termin bei einem Spezialisten zubekommen.
Zur Zeit ist es einfach nur so das ich für mein Kind und Job funktioniere.
Hat vielleicht noch jemand einen Rat, wo ich mir noch Hilfe holen könnte?


 

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Werner

Sehr aktives Mitglied
Habe ich das Problem das ich mich allein,im Stich gelassen und verarscht von ihr fühle.

Hat vielleicht noch jemand einen Rat, wo ich mir noch Hilfe holen könnte?
Hallo Blumenpott77,
ich glaube, dass ich dich einigermaßen verstehen kann - mein Vater hat sich vor vielen Jahren auch das Leben genommen und seine Familie inkl. seinem ungeborenem Sohn "im Stich gelassen". Leider haben Menschen, die diese Hemmung überwinden, selten noch solch rationale Gedanken bzw. sie haben oft gar nicht mehr die Fähigkeit, sich irgendwie zu entscheiden.

Bitte versuche das zu berücksichtigen, auch wenn du gerade die Leidtragende und wütend bist.

Was die Hilfe betrifft, die du suchst: zuerst würde ich dir raten, deinen Hausarzt anzusprechen und ihn um Rat zu fragen. Wenn er dich zu einem Facharzt überweist, müsstest du eigentlich einen Termin in absehbarer Zeit bekommen, vielleicht auch einen Kuraufenthalt mit Kind?

Kannst du ein bisschen genauer sagen, welche Art von Hilfe dein Ziel wäre? Ich kenne Berater und Therapeuten in Berlin und könnte dort einmal nachfragen, wer Zeit hat, falls es über den Hausarzt nicht klappt.

Alles Gute für den Moment wünscht dir
Werner
 
Q

*quasi*

Gast
Vielleicht kann dir auch eine Selbsthilfegruppe von Angehörigen durch Suizid Verstorbener einen Halt geben? Ein Versuch wäre es wert, denn dort sind Menschen mit deinem erleben, die dich wirklich - wie auch Werner - verstehen können, weil sie ein solches Leid durchlebt haben.
Es tut mir sehr Leid, dieser tragische Tod deiner Mutter - sie lieb umarmt und gesegnet. quasimodo
 

Blumenpott77

Neues Mitglied
Hallo Werner, hallo quasimodo

danke erstmal für Eure Antworten.
Mein Ziel ist, mit dem erlebten klar zukommen, das geschehene zuverstehen und meine körperlichen und seelischen Macken loszuwerden.
Eine Selbsthilfegruppe wäre schon mal ein guter Anfang.
Bei meinem Hausarzt war ich schon und von dem habe ich nur eine Überweisung zu einem Speziallisten bekommen, hab auch gleich versucht bei verschiedenen einen Termin zubekommen aber unter 3-6 Monaten Wartezeit ist nichts zumachen.

Danke Euch

LG Tine
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Mein Ziel ist, mit dem erlebten klar zukommen, das geschehene zuverstehen und meine körperlichen und seelischen Macken loszuwerden.
Eine Selbsthilfegruppe wäre schon mal ein guter Anfang.
Hallo Tine,
das mit den langen Wartezeiten ist wirklich ärgerlich, aber wohl im Moment nicht zu ändern.

Schau mal auf folgender Seite nach berliner Adressen - ich hoffe, da ist etwas für dich dabei: http://www.suizidprophylaxe.de/Ohne Java/Hilfsangebote/anlaufstelle_fuer_hinterbliebeneohne.htm.

Zu deinen vier Zielen zwei Nachfragen: Wie lange gibst du dir dafür Zeit? Was hast du bisher (in den letzten Wochen) schon selbst herausgefunden, was dir ein wenig in Richtung dieser Ziele hilft?

Gruß, Werner
 
Q

*quasi*

Gast
Vielleicht erfährst du in der Selbsthilfegruppe (einfach mal googlen oder in der Arche anrufen; dort kann man dir sicher auch Auskunft geben) auch etwas bezüglich Beratungsstellen, die entsprechende Seelsorger oder Therapeuten haben, bei denen die Wartezeit nicht so lang ist.
Ganz viel Erfolg und Segen - es ist eine sehr schwere Situation für dich!
Liebe Grüße quasimodo
 

PadraigOfGlencoe

Aktives Mitglied
Hallo Tine,

das ist ja eine schlimme Erfahrung - mein Beileid! (ich kann den reinen Verlust einer nahen Person nachempfinden, da mein Vater 2008 starb . . . aber die Selbsttötungskomponente ist ja dann noch einmal viel schwerer zu ertragen)

Ich finde es gut, dass Du in all dem sowohl manche Probleme sehr konkret benennen kannst, als auch schon gewisse Vorstellungen hast, wie die dafür benötigte Hilfe aussehen könnte . . ..

Eines ist mir aufgefallen: ich hoffe, Du fühlst Dich nicht schlecht wegen Deiner Gefühle gegenüber Deiner verstorbenen Mutter bzw. Deiner Schwester? Das müsstest Du nur dann (wenn überhaupt), wenn Du diese Gefühle aktiv fördern oder "hätscheln" würdest - dass Du überhaupt so empfindest, finde ich total nachvollziehbar . . . es ist wohl kaum möglich, auf so einen Schock nicht mit heftigen Gefühlen zu reagieren (es sei denn, man verabschiedet sich auf breiter Fläche von seinen Gefühlen . . . das ist glaube ich nicht unbedingt vorzuziehen). Also, mach Dir deswegen bitte keine Vorwürfe!

Ansonsten möchte ich mich quasimodo´s & Werner´s Gedanken bzgl. SHG anschliessen . . . wenn es da bei Dir was Vernünftiges in dieser Richtung gibt (wenn nicht in Berlin, wo dann?), würde Dir das höchstwahrscheinlich gut tun!

Wünsche Dir viel Kraft und die Hoffnung auf bessere Tage!

LG, P.O.G.
 

Blumenpott77

Neues Mitglied
Danke, Werner für Deinen Link.Habe auch gleich versucht dort anzurufen aber leider war keiner mehr da, also werd ich morgen nochmal versuchen dort anzurufen.
Ich habe mir selbst keine Zeit auferlegt, so in sechs Monaten muss ich mit allem klarkommen oder so.
Was ich selbst schon unternommen habe?
Ich habe nach ein paar Tagen, bei einem Krisendienst angerufen und einen Tag später bin ich dort hingegangen und habe mich Stundenlang mit der Dame unterhalten.Sie war wirklich sehr nett.
Aber sie sagt damals auch, das sie mir nicht auf Dauer helfen kann,das ich eine Therapie machen müsste oder mir eine Selbsthilfegruppe suchen müsste. Nur damals war ich nicht in der Lage mich auch noch darum zukümmern.

P.O.G.

Doch ich fühle mich schlecht und ich mache mir Vorwürfe wegen meiner Mutter und auch wegen meiner Schwester.
Denn meine Mutter sprach damals von dem assistierten Freitod!( in ein paar Jahren)
Ich,meine Schwester und auch mein Vater haben es damals ( mitte Juni) es abgelehnt sie dort hinzufahren ( Schweiz)
Wegen meiner Schwester mach ich mir Vorwürfe, weil ich sie zur Zeit nicht ertragen kann, da sie zu 80% Prozent wie meine Mutter redet.
Aber ich bringe es nicht übers Herz ihr es zusagen.Sie kann nichts dafür.
Ich danke Euch von Herzen, das ihr mir "zuhört" !

Lieben Gruss Tine
 

PadraigOfGlencoe

Aktives Mitglied
Doch ich fühle mich schlecht und ich mache mir Vorwürfe wegen meiner Mutter und auch wegen meiner Schwester.
Denn meine Mutter sprach damals von dem assistierten Freitod!( in ein paar Jahren)
Ich,meine Schwester und auch mein Vater haben es damals ( mitte Juni) es abgelehnt sie dort hinzufahren ( Schweiz)
Wegen meiner Schwester mach ich mir Vorwürfe, weil ich sie zur Zeit nicht ertragen kann, da sie zu 80% Prozent wie meine Mutter redet.
Aber ich bringe es nicht übers Herz ihr es zusagen.Sie kann nichts dafür.
Ich danke Euch von Herzen, das ihr mir "zuhört" !
Hallo Tine,

klingt für mich schon so, als würdest Du Dich unter Druck setzen . . . . mag sein, dass Du Dir Vorwürfe machst, nicht alles getan zu haben, was machbar gewesen wäre . . . aber ich kann mir kaum vorstellen, dass Du irgendetwas "böswillig" unterlassen hast. In einer Situation wie der Deinen flüchtet man sich schnell mal in Selbstvorwürfe - aber damit ist dem Verstorbenen nicht gedient, und Dich blockiert es nur. Aber versteh mich bitte richtig: es ist schon okay (und manchmal auch wichtig), seiner Trauer und auch u.U. seinem "der-Situation-nicht-gerecht-geworden-sein" oder "Versagthaben" nachzuspüren . . . nur sollte man sich darin nicht "häuslich niederlassen"!

Was Deine Schwester betrifft . . . vielleicht brauchst Du da einfach noch ein bischen Abstand . . . es ist klar, dass das für Dich emotional schwierig ist, wenn sie Deiner Mutter so ähnlich ist, und Deine Beziehung zu Deiner Mutter bis auf weiteres noch nicht "geklärt" für Dich ist.

Was ich damit meinte, Dir keine Vorwürfe zu machen, war, dass Du Dich nicht insofern überfordern solltest, von Dir selbst momentan so etwas wie "normale Gefühle" für Deine Familie zu erwarten . . . die werden sich wohl auch wieder einstellen, aber solange die Trauer und die ganze damit verbundene Bitterkeit noch so frisch sind, wäre es eher sonderbar, wenn das bei Dir keine "Gefühlsturbulenzen" auslösen würde. Und wegen Deiner Schwester solltest Du Dich nicht schlecht fühlen . . . auch wenn Du Ablehnung empfinden solltest . . . das ist ja keine Aktive, willensgesteuerte Handlung, sondern die Reaktion Deiner Innenwelt auf die akute Überforderung durch das, was geschehen ist!

Bzgl. "Danke für´s Zuhören" - Danke für´s Anteil-nehmen-lassen!!

LG, P.O.G.
 

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