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Ich traue mich mit 28 nicht auszuziehen

Alices

Mitglied
Hallo zusammen,

mir liegt seit längerer Zeit ein Thema auf dem Herzen, welches ich alleine scheinbar nicht lösen kann. 😞
Ich bin 28 und habe bis letzten Februar mehrere Jahre mit meinem Ex Freund zusammen gewohnt. Als ich überraschend von ihm verlassen wurde, bin ich in der "Not" zu meinen Eltern zurückgezogen, die in der selben Stadt ein Haus haben. Mein ehemaliges Zimmer stand immer noch frei also war das kein Problem.
Seit dem stelle ich fest, dass meine Eltern nicht wirklich gut miteinander klarkommen. Mein Vater arbeitet aufgrund diverser Krankheiten und seiner Depressionen nicht mehr. Mein Mutter arbeitet 20 Stunden die Woche. Es fing eher schleichend an, und mittlerweile ist es so, dass sie gar nicht mehr miteinander reden. Wenn ich nicht dabei bin, essen sie nicht mal gemeinsam oder können sich im selben Raum aufhalten. Immer, wenn irgendwas ansteht, werde ich dazu gerufen, und wenn ich nicht kann, findet es nicht statt (Bsp. gemeinsames Kaffeetrinken). Ich stelle mehr und mehr fest, dass ich der Puffer bin, von dem alles abhängt.
Die miese Stimmung geht dabei eindeutig von meinem Vater aus, denn wenn meine Mutter arbeitet, ist er wie ausgewechselt: lebensfroh und munter. Ich weiß, dass zu seiner Krankheit Phasen dazugehören, aber diese zieht sich schon sehr lange und ich merke, wie sich mein Leben nur noch um meine Eltern dreht. Ich richte sogar meine Freizeit nach ihnen aus.

Ich kann einfach nicht mehr und weiß, dass ich meinen Freiraum in Form einer eigenen Wohnung brauche. Aber mich bedrückt, dass die Ehe meiner Eltern zusammenbrechen könnte und es meiner Mutter sehr sehr schlecht gehen könnte, wenn ich gehe.

Ist hier vielleicht jemand mit ähnlichen Erfahrungen? Ich weiß einfach nicht mehr weiter!

Viele Grüße an alle!
 

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der Alte

Mitglied
Hallo Alices,

ich bin nicht mehr der jüngste (61) und erlaube mir daher dir einen Rat zugeben. Rede mit beiden unter 4 Augen über deine Beobachtungen. Dann kannst du abschätzen ob du dich als Vermittler anbieten kannst und ihr zusammen ein Gespräch führt.
 
D

Die Katze

Gast
Du bist weder für deren Wohl noch für das Bestehen ihrer Ehe verantwortlich.

Falls dir hilft: In ihrer Beziehung ist schön länger was in Argen gewesen, wahrscheinlich sogar bevor du wieder eingezogen bist, und sie leben jetzt nur noch nebeneinander her.
 

Alices

Mitglied
Hallo Alices,

ich bin nicht mehr der jüngste (61) und erlaube mir daher dir einen Rat zugeben. Rede mit beiden unter 4 Augen über deine Beobachtungen. Dann kannst du abschätzen ob du dich als Vermittler anbieten kannst und ihr zusammen ein Gespräch führt.
Hallo,
danke erstmal für deinen Beitrag! Ich kann mit meinem Vater leider nicht darüber reden, weil er sofort dicht macht. Zumindest ist das meine Erfahrung der letzten Jahre und da hat sich nie etwas geändert. Mit dicht machen meine ich, dass er sich dann in andere Räume flüchtet und im Worst Case sein Zimmer tagelang nicht mehr verlässt. Es ist wirklich verzwickt.

Viele Grüße
 

Alices

Mitglied
Du bist weder für deren Wohl noch für das Bestehen ihrer Ehe verantwortlich.

Falls dir hilft: In ihrer Beziehung ist schön länger was in Argen gewesen, wahrscheinlich sogar bevor du wieder eingezogen bist, und sie leben jetzt nur noch nebeneinander her.
Hallo DieKatze,

Danke auch dir für deinen Beitrag! Es tut immer gut, nochmal von Außenstehender zu hören, dass man keine Verantwortung für das Zusammenleben der eigenen Eltern hat. Dennoch mache ich mir große Sorgen um meine Mutter, da ich eine starke Bindung zu ihr habe. Ich will sie nicht allein lassen, und das zermürbt mich aktuell sehr.
 

CAT

Aktives Mitglied
Liebe Alices,

kannst du denn mit deiner Mutter darüber sprechen?
Wärst du mein Kind, würde ich nicht wollen, dass du dein Leben für meine Unfähigkeit mich zu trennen/abzugrenzen aufgäbest.

Dein Wohlergehen wäre mir wichtiger. Vielleicht geht es deiner Mama ähnlich. Du kannst ja trotzdem für sie da sein, auch bei getrennten Wohnungen....
 
D

Daniel J.

Gast
Hallo,
Wie wäre es, wenn du mal mit deinen Eltern darüber spricht, dass du gerne ausziehen würdest. Warte dann ihre Reaktion ab. Was wären die Vorteile, was wäre worst case?
Könnten sie vielleicht doch miteinander allein leben?

Bei mir war es so: (ich bin vor einigen Monaten mit 24 ausgezogen)
Ich hab die Streits meiner Eltern nicht mehr ausgehalten und ihnen das auch so mitgeteilt. Meine Mutter wollte nicht das ich gehe, und meinem Vater war es egal. Trotz dessen dass ich jetzt nicht mehr zu Hause wohne sehe ich sie 3-5 Mal die Woche, auch wenn es nur ein Paar Minuten sind um nachzusehen ob alles in Ordnung ist. Meine Eltern streiten zwar immer noch, haben aber jetzt keine andere Wahl mehr als miteinander klar zu kommen. Sie brauchen einander, ob sie wollen oder nicht.

Was ich sagen möchte ist, dass die Probleme da sind egal ob du da bist oder nicht. Eventuell könnten sich die Probleme erweitern oder aber auch verbessern wenn du ausziehst.
Man kann es nie allen recht machen, also mach es dir recht.
Mein Körper hat sich mit psychischen und physischen Problemen bei mir gemeldet, dass es so nicht weiter gehen kann, nun sind einige Beschwerden chronisch und es nervt einfach nur.

Lebe dein Leben, wenn auch nur ein oder zwei Straßen weiter, damit du im Notfall in der nähe bist.
 

Alices

Mitglied
Liebe Alices,

kannst du denn mit deiner Mutter darüber sprechen?
Wärst du mein Kind, würde ich nicht wollen, dass du dein Leben für meine Unfähigkeit mich zu trennen/abzugrenzen aufgäbest.

Dein Wohlergehen wäre mir wichtiger. Vielleicht geht es deiner Mama ähnlich. Du kannst ja trotzdem für sie da sein, auch bei getrennten Wohnungen....
Hallo Cat,
Erstmal vielen Dank für deinen Beitrag. Meine Mutter, so gern ich sie auch hab, ist an der Stelle leider etwas egoistisch veranlagt und denkt gar nicht so weit. Für sie scheint im Vordergrund zu stehen, dass sie nicht alleine zurückbleibt und sie vergisst dabei, wie es mir eventuell dabei geht. Sie scheint auch kein Gefühl dafür zu haben, dass ich mit 28 gern etwas weiter im Leben wäre als einfach nur bei Mama und Papa zu wohnen. Das macht die Sache für mich sehr kompliziert. Wenn ich mit ihr rede, trifft das auf Unverständnis und sie signalisiert mir ganz klar, dass sie das traurig macht. Leider.
 

Alices

Mitglied
Hallo,
Wie wäre es, wenn du mal mit deinen Eltern darüber spricht, dass du gerne ausziehen würdest. Warte dann ihre Reaktion ab. Was wären die Vorteile, was wäre worst case?
Könnten sie vielleicht doch miteinander allein leben?

Bei mir war es so: (ich bin vor einigen Monaten mit 24 ausgezogen)
Ich hab die Streits meiner Eltern nicht mehr ausgehalten und ihnen das auch so mitgeteilt. Meine Mutter wollte nicht das ich gehe, und meinem Vater war es egal. Trotz dessen dass ich jetzt nicht mehr zu Hause wohne sehe ich sie 3-5 Mal die Woche, auch wenn es nur ein Paar Minuten sind um nachzusehen ob alles in Ordnung ist. Meine Eltern streiten zwar immer noch, haben aber jetzt keine andere Wahl mehr als miteinander klar zu kommen. Sie brauchen einander, ob sie wollen oder nicht.

Was ich sagen möchte ist, dass die Probleme da sind egal ob du da bist oder nicht. Eventuell könnten sich die Probleme erweitern oder aber auch verbessern wenn du ausziehst.
Man kann es nie allen recht machen, also mach es dir recht.
Mein Körper hat sich mit psychischen und physischen Problemen bei mir gemeldet, dass es so nicht weiter gehen kann, nun sind einige Beschwerden chronisch und es nervt einfach nur.

Lebe dein Leben, wenn auch nur ein oder zwei Straßen weiter, damit du im Notfall in der nähe bist.
Hallo Daniel,
Ich finde deinen Beitrag klasse und er hilft mir wirklich weiter. Gibt es eine Möglichkeit, dich privat anzuschreiben? Du scheinst hier nur als Gast unterwegs zu sein...
Was mich interessieren würde, ob du wegen der chronischen Beschwerden professionelle Hilfe beanspruchst? Ich sehe den Bedarf bei mir aufkommen, weil mein Problem einfach schon zu lange besteht...
Wie lange streiten sich deine Eltern schon?

Ich sehe es an sich ähnlich wie du und gehe davon aus, dass sie sich mit der neuen Lebenssituation arrangieren müssen und werden. Die eigentliche Schwierigkeit ist wohl eher, den Mut zu haben, endlich auszuziehen.. und ich hoffe, dass sich alles andere schon irgendwie fügen wird... mein Ziel ist es eigentlich auch, nicht allzu weit wegzuziehen, damit ich in Reichweite bleibe und meine Mutter zB auch mal zu mir kann wenns nicht mehr geht.
Wenn ich dich privat anschreiben kann, würde mich das sehr freuen :)
 

kasiopaja

Sehr aktives Mitglied
Du kannst nicht dort wohnen bis beide Eltern nicht mehr da sind, aus lauter Rücksichtnahme.
Du bist nicht der Babysitter und Vermittler Deiner Eltern.
Die sind alt genug , um das allein hinzukriegen.
Suche Dir einfach eine eigene Wohnung.
Irgendwann hört das Gemurre schon auf.
 

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