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Ich sterbe jeden Tag innerlich mehr

Lea7777

Neues Mitglied
Hallo,

ich bin weiblich, Ende 20 und erwarte in knapp 2 Monaten mein erstes Kind mit meinem neuen Partner (das letzte Thema von mir erklärt, wie das alles zustande kam). Ich weiß, dass ich an meiner Situation selber schuld bin und möchte auch kein Mitleid ernten oder Schuldzuweisungen. Es geht mir einfach nur darum, dass es mir wahrscheinlich hilft, das ganze was mich derzeit beschäftigt runter zu schreiben. Mir ist in letzter Zeit einfach aufgefallen, wie unglücklich ich eigentlich bin und wie viel mir im Leben einfach fehlt.
Dieses ganze Jahr ist eine reine Katastrophe. Mein neuer Partner hat mir Anfang des Jahres einen sehr romantischen Heiratsantrag gemacht - abgesehen von meinen Freunden hat sich niemand aus meiner Familie darüber gefreut, da alle noch an meinem Exfreund (13 Jahre Beziehung) hängen und es kamen eher so Sprüche wie "das ist alles zu früh-" "warten wir mal ab, wohin das überhaupt führt usw". Von Gratulationen ganz zu schweigen.
Dann wurde ich schwanger und nicht mal da, hielten es meine Eltern oder allgemein meine Familie es für nötig, mir zu gratulieren. Ganz im Gegenteil - ich bekam nur Vorwürfe usw.
Das ganze hätte ich ja auch einigermaßen verkraften können - wäre die Schwangerschaft wenigstens gut verlaufen, aber da hatte ich ebenfalls bis jetzt nur Probleme:
Fing an mit starker Übelkeit und Medikamenten, fuhr fort mit OP und Krankenhausaufenthalt (muss auch die ganze Schwangerschaft fast nur liegen) und endete mit einer Schwangerschafts-Diabetes. Zum Glück werde ich engmaschig überwacht und man kann alles klären usw, dennoch ist es einfach nur belastend und macht mich alles im Gesamtumfang traurig.
Auch fühle ich mich von meinen Eltern überhaupt nicht unterstützt in der Situation und eher im Stich gelassen. Der einzige, der wirklich zu mir hält ist mein neuer Freund...er kümmert sich auch ständig um mich und schaut nach dem Besten. Ohne ihn wäre ich sehr verloren. Nun sind wir auch in eine neue Stadt (2 h von meiner Heimat entfernt) aufgrund des Jobs von meinem Freund gezogen und die neue Umgebung ist auch sehr sehr schwierig für mich, da ich alle meine Freunde und mein gewohntes Umfeld vermisse.
Jeder Tag fühlt sich wie ein Kampf an, da ich die meiste Zeit alleine in der Wohnung bin (mein Freund arbeitet im Schichtdienst als Beamter), leider sehr oft Gedanken habe wie ich die Schwangerschaft und mein Leben wie es jetzt ist bereue und einfach Dauererschöpft bin.
 
Hallo Lea, beim Lesen deines Beitrags hatte ich nicht den Eindruck, dass du deine Schwangerschaft oder dein Kind bereust. Ich hatte eher den Eindruck, dass du völlig erschöpft bist.
Innerhalb eines Jahres musstest du so einiges verkraften, du hast eine lange Beziehung hinter dir gelassen, einen neuen Partner gefunden, einen Heiratsantrag bekommen, bist schwanger geworden, hattest gesundheitliche Probleme, eine OP, Krankenhausaufenthalte, eine Risikoschwangerschaft, einen Umzug in eine neue Stadt und gleichzeitig die Ablehnung deiner Familie erlebt.
Das wäre für die Meisten eine enorme Belastung.
Was mich besonders traurig macht, ist die Reaktion deiner Familie.
Man muss nicht jede Entscheidung eines erwachsenen Kindes gut finden. Aber weder zur Verlobung noch zur Schwangerschaft ein freundliches Wort oder eine Gratulation übrig zu haben, ist schon sehr verletzend.
Gleichzeitig lese ich aber auch etwas Positives heraus, du schreibst, dass dein Partner zu dir hält, sich kümmert und für dich da ist. Das ist gerade jetzt vermutlich mehr wert als alles andere.
Ich glaube, du befindest dich momentan in einer sehr schwierigen Lebensphase, in der körperliche Beschwerden, Einsamkeit, Zukunftsängste und fehlende familiäre Unterstützung zusammenkommen. Da ist es kein Wunder, dass sich manches dunkel und aussichtslos anfühlt.
Sei bitte vorsichtig mit dem Gedanken, du würdest dein Leben oder die Schwangerschaft bereuen. Oft bereut man nicht das Kind oder den neuen Lebensweg, sondern die Schmerzen, die Belastungen und die Umstände, die gerade damit verbunden sind.
Für mich klingt dein Beitrag vor allem nach einer Frau, die dringend Entlastung, Zuspruch und etwas mehr Wärme von ihrem Umfeld gebrauchen könnte.
Und nicht nach jemandem, der versagt hat.
Du steckst gerade mitten im Sturm und nicht am Ende der Reise.
Alles Gute!
 
Hallo liebe Lea, Guten Morgen!

Warte ab, nachher, wenn du dein Putzerl im Arm hast, da gibts ein Vergessen dieser Tage.

Deine Familie wird wohl noch Zeit brauchen, um an dein neues "Projekt" zu glauben und es integriert zu haben. Einer meiner Enkel jubelte, wir kriegen ein Kind!!! Nach zwei, drei Wochen doch nicht, die Babyplanung wurde verschoben, die Schwangerschaft abgebrochen, inzwischen sind sie wieder getrennt. Würde er jetzt mitteilen, dass er eine neue Freundin hat, was denkst du, würden wir jubeln..? Wir würden sachte abwarten, es könnte wieder ein Irrtum gewesen sein und ganz anders kommen.
Verstehe ihre Zweifel, diese sind es, wegen dem sie sich so benehmen. Nicht, weil sie dich nicht lieb haben, sondern weil sie unangenehme Befindlichkeiten haben bezüglich dir und deiner Lebensgeschichte. Man hat gern die Illusion von Beständigkeit. Das bietest du nicht, daher wirst du mal hinten angestellt, weil sie verstört sind.
 
Wenn man die Vorgeschichte kennt, kann man die Eltern verstehen. Ich tue es jedenfalls. Mir tun der neue Freund (liebst du ihn überhaupt?) und vor allem das Kind leid.
 
Mir kommt vor, man kann schon mitentscheiden, wie man es sich einrichtet- zb, ich werde meinen neuen Mann achten, schätzen, ehren, genießen und mein Baby ebenso und die neue Bleibe und die neuen Menschen, die mir dann "zulaufen" und es wird gut werden, dafür sorge ich.
Es wird nicht den schlimmen Zuständen nachgehangen, wir bauen an Glück und nicht an Unglück.
Man hat die Wahl.
 
""Ich sterbe jeden Tag innerlich mehr"" ist wohl die falsche Investition, da investierst du in das falsche Projekt. Folge diesem Drang, diesem Zug nicht und häng nicht solchen Suggestionen nach.
Male lieber Teddybären an die Kinderzimmerwand, sortiere super liebe Babysachen in die Laden, kuschle dich an deinen Schatz und find ihn genug, er ist jetzt die Hauptperson in deinem Leben, mit ihm zusammen startet ihr in ein Lebensmodell, das große Behaglichkeit bringt, dafür sorgt halt.
 
""Ich sterbe jeden Tag innerlich mehr"" ist wohl die falsche Investition, da investierst du in das falsche Projekt.
Das sucht sich niemand aus. Dieser dümmliche Rat "Mach doch einfach dein Glück zum Projekt, male Teddys an die Wand" wirkt langsam lächerlich und verhöhnt Ratsuchende.
Offenbar ist nicht jede userin so ungeheuer tough und fröhlich wie du. Erfreue dich daran, aber gib Ratsuchenden doch nicht immer wieder das Gefühl, sie würden einfach "falsch investieren".
kuschle dich an deinen Schatz und find ihn genug,
Wenn dies so einfach wäre, gebe es diesen faden nicht.
Und: Nein, du musst jetzt nicht langatmig und blumig beschreiben, wie toll dir das stets gelingt, es geht NICHT um Frauen, die sich alles schönreden, sondern um eine Frau in einer existentiellen Lebenskrise.

Liebe TE, ich würde versuchen, zunächst zu sichten, was abänderbar ist und was nicht. Die Schwangerschaft ist da, du bist aufgrund der Begleitumstände verzagt und wünschst dir verständlicherweise einen Halt. Deine Familie gibt dir diesen nicht. Du kannst diese Familie nicht ändern, nur deine Haltung zu dieser. Dein Freund will dich schützen und unterstützen, das ist gut. Verlasse dich ruhig auf ihn, rede über deine Ängste, nimm seinen Schutz an.
Ein Umzug in eine neue Stadt ist auch ein Punkt, der zunächst Sicherheit nimmt. Du kannst deine Freunde einladen, neue Freundinnen finden, über das Baby Frauen in ähnlicher Lebenssituation kennenlernen.
Wichtig ist, dass du deine Ängste nicht verdrängst, sondern schaust, was du damit tun kannst, damit es dir besser geht. vrdrängte Angst kann gemeinerweise zur Panik werden und die kannst du aktuell gar nicht brauchen.
Ich fand meinen Geburtsvorbereitungskurs gut. Nicht wegen der Übungen und der Hechelei, sondern wegen des Austauschs. Wäre das etwas für dich? Würden Gespräche mit einer Hebamme dich entlasten? Oder einer Therapeutin?
Wie ist die Familie deines Partners? Findest du dort ein wenig Geborgenheit, Zuspruch? Denn das sind die Dinge, die du jetzt brauchst.
Ich hoffe, dass die gesundheitlichen Probleme sich legen und du dadurch gelassener in die endphase der Schwangerschaft übergehen kannst, Bei den aktuellen Temperaturen ist alles noch schwieriger, anstrengender. Aber das ist bald vorbei.
Jeder Tag fühlt sich wie ein Kampf an, da ich die meiste Zeit alleine in der Wohnung bin (mein Freund arbeitet im Schichtdienst als Beamter
Lade dir eine Freundin aus der alten Heimat ein. Am besten eine, die schon ein Kind hat.
Ich verstehe, dass du die kalte Reaktion deiner Familie als großen Schmerz erlebst. Du kannst ihnen das mitteilen. Wenn sie dir schon wehtun, sollen sie ruhig wissen, was das mit dir macht. Oder du klammerst sie ganz bewusst für die nächste Zeit aus deinem Leben aus. Wähle die Option, die DIR am bekömmlichsten ist.
Du trägst gerade ein großes Paket. Es wird sich ändern. Das Kind wird dir dabei helfen, dich von deiner Herkunftsfamilie zu emanzipieren. Die Hormone werden sich einpendeln und damit ebenfalls zur Entlastung beitragen.
Ich wünsche dir, deinem Mann und dem Kleinen im Bäuchlein alles Gute. 🌻
 
Dieser dümmliche Rat "Mach doch einfach dein Glück zum Projekt, male Teddys an die Wand" wirkt langsam lächerlich und verhöhnt Ratsuchende.
Offenbar ist nicht jede userin so ungeheuer tough und fröhlich wie du. Erfreue dich daran, aber gib Ratsuchenden doch nicht immer wieder das Gefühl, sie würden einfach "falsch investieren".
Da muss ich zustimmen, das fällt mir schon länger auf, das @Hollunderzweig oft so "tolle Tips" gibt.
Mag ja gut gemeint sein, aber es klingt schon fast nach Verhöhnung, für jemand der in einer schweren Krise steckt. 😒
Ich glaube, du befindest dich momentan in einer sehr schwierigen Lebensphase, in der körperliche Beschwerden, Einsamkeit, Zukunftsängste und fehlende familiäre Unterstützung zusammenkommen. Da ist es kein Wunder, dass sich manches dunkel und aussichtslos anfühlt.
Ja genau, so ist es.
Liebe TE, du schreibst, noch 2 Monate Schwangerschaft, das ist ja nicht mehr endlos lange.
Das schaffst du, und euer Kind wird etwas Besonderes sein für dich.
Du hast für es "gelitten" und nicht aufgegeben, du bist stark und tapfer.
In meinen Augen bist du eine Heldin, jawohl.
Die Zeit, wo es dir so schlecht geht, wird vorbeigehen, halte durch.
 
Hallo,

ich habe Deinen anderen Faden mal überflogen. Dass Deine Eltern nicht begeistert sind, hat ja Gründe, vermutlich deshalb, wie Du Deinen Ex behandelt hast und wie die Beziehung zuende ging.

Ich denke, dass eine Therapie (später, wenn das Kind da ist und alles etwas geordneter läuft) Dir helfen könnte, Dich mal zu sortieren und mal zu überlegen, was und wen Du eigentlich möchtest.

Im Moment ist alles zuviel, das ist verständlich. Aber das wird sich hoffentlich bald geben und Du wirst da vielleicht mehr Routine bekommen. Vielleicht wäre Tagebuchschreiben auch eine Option für Dich.
Auf jeden Fall würde ich weiter zu Deinem Freund halten (und den Ex-Freund vergessen) und Dich nur auf ihn konzentrieren.
 
Immerhin ist der neue Partner offensichtlich die richtige Wahl gewesen. All diese Zustände werden irgendwann vorbei gehen. Dann kommen vermutlich andere Zustände. Solange ihr als Paar zusammenhaltet, wird es besser werden. Lass dich von Familie und Co nicht entmutigen.
 

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