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Ich sehne mich zurück in meine Kindheit

  • Starter*in Starter*in Andreas81
  • Datum Start Datum Start
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Andreas81

Gast
Hallo Ihr lieben.

Ich bin 29 jahre alt und erwische mich immer öfters dabei mir abends nach der Arbeit alte Bilder von meiner Schulzeit zu verinnerlichen, alte Lieder von früher anzuhören, oder alte Fernsehsendungen von damals anzuschauen.

Dabei stelle ich fest, dass mir dies irgendwie gutut, mich erfüllt, Balsam für die Seele ist... ich kann es nicht genauer beschreiben.

Ich vermisse diese Zeiten, vielleicht auch weil ich früher alles besser fand, die heutige Zeit gefällt mir irgendwie nicht. Vielleicht liegt es auch daran, dass man in der Kindheit unbeschwerter war?

Ich werde zeitweise richtig melancholisch wenn ich die alten Lieder höre und die Bilder von damals im Kopf habe. In gewisser Hinsicht denke ich dass es niemals mehr so schön wird wie damals.

Würdet ihr das als bedenklich einstufen?
 
Nein das istz normal. Ich habe noch heute und ich werde bald 50 Jahre noch solche Tage. Wenn du wirklich solche Sehnsucht hast warum fährst du nicht hin. Einen Kurrzurlaub alleine um zu sehen wie es dort heute aussieht. Alte Freunde besuchen und siche ine schöne Zeit machen. Mein Vater der ist heute 72 Jahre und er fährt 1 mal im Jahr in seine alte Heimat ( Mosel). Und das tut er seit seinem 30 Lebensjahr. Sie haben jedesmal Klassentreffen und haben dort eine Menge spaß. Das wäre doch was. Organisiere ein Klassentreffen. Vielleicht bringt dir das deine alte Freunde zurück und ihr könnt über früher sprechen. Und auch Spaß haben. Denn das hält uns doch alle jung und es wäre eine Idee.


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Hildegard
 
Das war eine schöne Antwort, Hildegard.


Aus meiner Sicht eines Mit-81ers könnte es auch damit zu tun haben, dass die Zeiten tatsächlich härter und unübersichtlicher geworden sind.

Falls du, Andreas, deine Kindheit in Westdeutschland verbracht hast, bist du in dem Glauben aufgewachsen, es einmal mindestens so gut zu haben, wie deine Eltern. Wir wurden noch ziemlich auf Sicherheit und planbare Karrieren hin erzogen. Darauf, dass man sich nur anstrengen muss und dann wird alles gut.

Darauf, dass man sich selbst verwirklichen wird, dass die Chancen immer mehr werden und man sie nur wird ergreifen müssen.

Wir sahen das auch noch bei den heute knapp 40-jährigen, den Wohlstand, das Unbeschwerte, die teils hedonistische Generation.


Ein großer Teil der Anfang '80 Geborenen konnte allerdings daran nicht mehr teilhaben.

Das hat sich wahnsinnig schnell gedreht. Neue Unsicherheit und als Eigenverantwortung daherkommende Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt. Die Älteren haben sich zum großen Teil in den besseren Zeiten gut eingerichtet.

Für uns bleiben oft nur noch die unsicheren Zeitverträge.
Viele in meinem Alter sind so geprägt, dass sie unter derartigen Umständen keine Familie gründen würden.

Ich weiß, ich spreche hier nicht für alle und vielleicht ist deine persönliche Lage ganz anders.

Im Groben denke ich aber, treffen meine Beobachtungen zu.

Und die Frage ist, wie man damit umgehen soll.

Man könnte z.B. auswandern oder versuchen, das von den Eltern eingeimpfte Sicherheitsdenken abzulegen.

Bin gespannt auf deine Antwort.
 
Ich weiß noch wie ich jung war. Ich wurde in einem kleinen Dorf geboren. Kaum Autos und viel Natur .Da wir viele Kinder waren, waren wir auch nicht reich. Wir lebten mit 6 Personen in einer kleinen Wohnung in dem Haus meines Opas. Es war ein Leben wie Michel in Lönneberga. Genau so viel Spaß und Theater aber es war auch ein glückliches Leben. Schuhe kannte ich im Sommer nicht. Wieso Schuhe denn ich hatte doch Füsse. Abends wurden wir alle in einem großen Waschzuber in der Waschküche mit Fettseife geschrubbt und ging nichts runter kam die Bürste. Und wenn wir keine Lust auf die Waschprozedur hatten gingen wir vorher schwimmen. Badezimmer hatten wir keins. Unser Klo war das Plumsklo mit Herz neben dem Gänsestall. Ich hatte eine sehr glückliche Kindheit und noch heute bin ich meinen Eltern dankbar das sie keinen Druck aufbauten. Denn das mußten sie auch nicht. Aus Liebe zu ihnen machte ich alles von alleine. Dadurch wurde mir früh klar. Diese Kindheit wiederhole ich an meinen Kindern. Sie sollen auch so aufwachsen. Und das tat ich auch.


Wenn ich aber heute die Kinder sehe alle so brav und ruhig. Sie sind scheu und sie haben wenig Selbstbewusstsein frage ich mich warum habt ihr das getan. Warum haben sie so wenig Ahnung wie das Leben wirklich ist. Vor lauter Medien vergessen sie wie ein Baumhaus gebaut wird. Wie es sich anfühlt barfuß im Sommer rumzulaufen. Sie haben keine Phantasie und sie können sich nicht entspannen. Sie sitzen nicht auf Nachbars Baum und klauen keine Kirschen.

Ich habe dann vor vielen Jahren einen Kirschbaum gepflanzt. Er hatte jedes Jahr mehr Früchte dran. Sie schauten dann immmer drauf und fragten mich ob sie sich eine pflücken dürfen. Ich sagte ihnen bedient euch esst so viele wie ihr könnt. Sie sind für euch. Aber tut es heimlich denn das macht mehr Spaß. Und ich sehr euch gene zu.


Das war meine Geschichte wie sehen eure aus.



karma
 
Hi Andreas,

bedenklich ist deine Geschichte bestimmt nicht - freu dich doch darüber, dass du dich so gerne an deine Kindheit erinnerst! Ich kenne ein paar Leute, denen es so ähnlich geht wie dir und sich z. B. auch gerne alte Kindersendungen usw. angucken. Außerdem muss man sich als Kind ja auch viel weniger Gedanken um Themen wie Job, Geld etc. machen.
Ich dagegen erinnere mich überhaupt nicht gern an meine Kindheit, bin froh, dass diese schreckliche Zeit vorbei ist und würde am liebsten alles vergessen.

Liebe Grüße
 
Das tut mir leid. Auch ich habe viele leidgepfüfte Dinge in meinem Leben erfahren. Manche sind so schlimm das ich sie am liebsten aus meinem Gedächtnis streichen würde. Versuche aus deinem Leben nur das positive herauszufiltern. Versuche zu leben, als wenn es kein Morgen gibt. Die Zukunft bist du und auch du entscheidest neu darüber was dir gut tut und was nicht. Lebe im Heute und morgen und vergesse die alten Strukturen die dich hemmen das zu sein wer du wirklich bist. Vergangenheit ist gut und schön aber es ist nicht das jetzt.


karma
 
Ich weiß zwar auch nicht, ob das irgendwie bedenklich ist - denke aber eher nicht. Der oben bereits beschriebene Wandel der Zeiten, das Fehlen des Elternhauses und der damit hoffentlich verbunden gewesenen Geborgenheit, die Sorglosigkeit und das einfache Glück müssen einem doch eigentlich auch fehlen oder? Mir geht es zumindest auch so. Sehr sogar. Ich denke relativ häufig, daß ich die Zeit nicht nur anhalten, sondern auch zurückdrehen wollte. Ich sehe halt für mich auch nicht, was da noch Gutes kommen soll.

Aber ist das auch Dein Problem? Mein Tipp ist ja, daß Du im Hier und Jetzt dann wohl zumindest nicht so ganz glücklich sein kannst oder? Ansonsten würde man sich ja nicht zurückwünschen. Aber faktisch finde ich es absolut verständlich - daher ja sicher auch die Redewendung 'früher war alles besser'. Vielleicht kommt es einem nur so vor, aber unterschreiben würde ich es.

Lieben Gruß,

birdie
 

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