Dass ich festgestellt habe, dass ein bewusstes bestrafen durch schläge weniger schlimm ist als schlagen aus dem Affekt heraus, meine ich klar gesagt zu haben.
Etwas weniger schlimm zu finden heißt nicht, dass man es gut findet. Ich finde beispielsweise brechdurchfall weniger schlimm als darmkrebs, aber das heißt nicht, dass ich brechdurchfall gut finde.
Ich denke, meinen Standpunkt bezüglich schlagen habe ich klar gemacht.
Hallo helfende Mama,
habe mir zwar nicht viel mehr als deinen Eingangsbeitrag durchgelesen, aber denke, dass ich mir ein recht gutes Bild machen kann. Bestimmt hast du mittlerweile eine Menge "Gegenwind" bekommen, was ich nachvollziehen kann. Ich selbst finde es einfach schade, dass es bei euch so läuft, wie es läuft.
Gleichfalls finde ich es mutig von dir, dich damit zu "outen", dass du ein "Kommunikationsproblem" hast. Inwiefern das etwas mit den Verhaltens- und Erziehungsmustern deines Mannes oder deiner eigenen Mutter zu tun hat, kann ich nur vermuten.
Vieles im Leben wiederholt sich, und das ist das Problem. Schläge sind so ziemlich das schlechteste Argument überhaupt. Weißt du noch, ob dich deine Mutter bewusst oder im Affekt geschlagen hat, und was du aus den Schlägen gelernt hast? Und was glaubst du, wie dein Sohn deine Schläge sieht und was er daraus lernt?
Es ist nicht ganz abwegig, dass du deinen Sohn gerade schnurstracks in dasselbe Dilemma schickst, in welchem du dich gerade bewegst - nämlich Konfliktsituationen, familiäre oder sonstige, mit Schlägen bzw. Gewalt zu lösen. Vielleicht wird dein Sohn eines Tages vor einem selbstverursachten Scherbenhaufen stehen und sich wie du sagen: "Ich wollte das nicht. Ich konnte nicht anders. Etwas anderes habe ich nicht gelernt."
Ich bin mir sicher, dass du nur das Beste für deinen Sohn willst, wie so viele Eltern. Aber: Gut gedacht ist noch nicht gut gemacht.
Du hast deinem Sohn bereits 8 Jahre lang den Weg in dieses Leben geebnet, welches nicht immer ganz einfach ist. Er weiß zumindest von dir, was es heißt, stark zu sein und sich durchzusetzen - nicht nur durch Schläge. Du wirst auch abseits der Schläge immer sein Vorbild sein.
Und ich denke, dass eine fürsorgepflichtige Person immer auch eine Autorität walten lassen und Grenzen ziehen muss, aber nicht, um einen kleinen Menschen bzw. Kind "gefügig" zu machen, sondern um ihm die Welt verständlich zu machen und mit ihm "auf Augenhöhe" zu sein. Nicht mittels dem unterdrückenden Mittel von Schlägen, sondern mit dem Mittel der Erklärung, warum man sich verhält, wie man sich verhält. Kinder sind nicht dumm.
Dabei begann der Morgen so nett. Ich hab ihn geweckt, er war ruckzuck angezogen und saß im Wohnzimemr und hat mit Papas altem Handy gespielt. Darauf hat er ein Video gefunden, was ziemlich nervige Geräusche machte. Da es von Wohnzimmer zum Schlafzimmer keine Tür gibt (geht auch keine einzubauen) hatte ich die Befürchtung, mein Mann könne aufwachen und bat meinen Sohn, das Video auszumachen. Keine Reaktion. Da man mal was überhören könnte, ging ich näher und bat ihn erneut, das Video zu beenden. Keine Reaktion. Erst bei der dritten Aufforderung beendete er das Video. Hat mich sehr geärgert. Mein Mann ist ein Morgenmuffel und kann schon mal sehr anstrengend werden, wenn er morgens vor dem Weckerklingeln geweckt wird und auf sowas habe ich morgens keine Lust - ich brauch auch meine Ruhe...
Da ich mich geärgert habe, dass mein Sohn nciht hört, forderte ich ihn auf, das Handy wegzulegen. Das Handy ist etwas älter und hat noch ein relativ kompliziertes Menü. Mein Sohn wollte unbedingt bis zum Ausgangsbild navigieren. Ich wollte, dass er das Telefon weglegt. Habe ihn noch zwei mal auffordern müssen, damit er das Handy weglegt. Das hat mich geärgert. Ich will, dass er mich ernst nimmt und fühle mich macht- und hilflos, wenn er einfach nciht auf meine Worte reagiert.
Hast du deinem Sohn denn wirklich erklärt, warum er machen soll, was du von ihm willst? So, dass er es auch wirklich verstehen kann? Hast du deinem Sohn erklärt, warum sein Verhalten nicht in Ordnung bzw. unerwünscht ist? Oder dachtest du vielleicht, dass dein Sohn einfach wissen müsse, was an seinem Verhalten "richtig" oder "falsch" ist?
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hier verwertbare Ansätze für ein gewaltfreies Verhältnis zwischen dir und deinem Sohn.