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Ich schaffe es nicht, mich von den Erwartungen anderer zu lösen – wie geht ihr damit um?

Da ich eh nur sehr wenig Vertrauen in mich habe, bin ich permanent au der Suche nach Anerkennung, und das mit den bescheuersten Methoden. Bei Verletzungen muss ich allen immer meine Wunde/Narbe zeigen, damit sie Anteil an meinem Leid haben. Das muss furchtbar sein.

Mit Lob dagegen kann ich kaum noch umgehen, da ich alles, was gutes über mich erzählt wird, direkt kleinrede. Beispielsweise meine Praktikumsbewertung „insgesamt bewerten wir seine Leistung als sehr gut“ probiere ich, als „sehr schlecht“ umzudeuten. Wahrscheinlich hat das auch etwas damit zu tun, dass ich nie eine Aufgabe bis zur Deadline abschließen kann.
 
Hast du mal an Therapie gedacht?

Ich weiß, du wirst auch das vermutlich nicht annehmen können: An deinem mangelnden Selbstwertgefühl haben deine Eltern mit ihrer komischen Erziehung einen großen Anteil. Es ist überhaupt gar nicht so, dass sie alles richtig gemacht haben.
 
Auf das Thema alleine reisen gab es eine Absage. Konkret geht es um einen Fall wo wir als 2er Teams 600km trampen sollen.
„Du machst das aber nicht alleine!“, kam als Mahnung.
Würde ich auch nicht.
Ich habe aber geantwortet, dass es für mich keine Frage des Dürfens, sondern eine des Willens/Könnens ist und dass ich das auch nicht wolle, es aber theoretisch immer tun könnte.
Das hat sie nicht verstanden. Stattdessen kamen Aussagen wie „du weißt schon, wie viele Menschen schon entführt worden sind. Lies mal die News“ und „andere Menschen, die du jetzt als Beispiel nennst, haben vielleicht einen anderen Charakter und lassen sich nicht so leicht entführen“.

Ich bin viel alleine gereist - was meine überängstliche und früher durchaus kontrollierende Mutter auch nicht so geil fand - aber noch nie getrampt.

Kauf ein Zugticket, Interrail, whatever und fahr einfach. Was soll da gefährlich sein?
Warum besprichst du das überhaupt? Sag einfach, dass du in Urlaub bist und fertig.

Wenn du dir das Leben so schwer machst, hilft echt nur noch professionelle Hilfe, um endlich erwachsen zu werden. Ich sehe bei dir nicht, wie du das alleine schaffst, wenn du das schon bei so völlig unwichtigen, kleinen Dingen nicht schaffst, wie ein Zugticket buchen oder ein Handy kaufen...

Woher du weißt, was du willst. Einfach Mal ausprobieren und mir der Situation wie ein Erwachsener umgehen lernen, wenn man dann feststellen sollte: ne, war doch blöd.
Aber höchstwahrscheinlich wirds nicht blöd sein

Jemand hier sagt, du sollst eigene Entscheidungen treffen und du fragst: aber welche?
Du willst nicht mal selber entscheiden, was man entscheiden könnte ...
Du klingst wie ein Kleinkind. Deiner Eltern haben sich in vollständige Abhängigkeit gedrückt. Das hat schon fast von Gehirnwäsche, wie du Panik hast, irgendetwas ohne ihre Absegnung zu tun.
Du musst das dringend mit einem Therapeuten angehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kann schon verstehen, dass das schwer ist, wenn man wenig Selbstvertrauen hat und sehr viel Angst. Ich habe das in anderen Bereichen auch. Ein Freund von mir ist da noch etwas krasser. Er traut sich grundsätzlich viel zu wenig zu, hat kaum etwas von der Welt gesehen, lebt recht isoliert. Er ist Programmierer und erfüllt sämtliche Klischees. Er sprach viel davon, dass er dies und jenes gerne machen möchte, dass er gerne mal reisen möchte, sich aber nicht traut und dass er meine "freie" Art zu reisen da sehr bewundert. Also habe ich ihm damals angeboten, das 9 Euro Ticket mit mir zu nutzen und damit drei Wochen auf eine kleine Reise zu gehen. Als ich ihm sagte, dass wir uns mit einem Rucksack am Tag X in Y treffen und ins blaue hinein starten, wollte er schon aus Angst absagen. Denn geplant war, dass wir keinen Plan haben und einfach drauf los fahren, um möglichst frei zu sein. Keine vorgebuchte Unterkunft, keine vorgeplante Route. Aber eben auch keine absolute Sicherheit. Wir waren jeden Tag an einem anderen Ort. Manchmal fuhren wir drei Stunden Zug, manchmal 6 Stunden. Von Hamburg nach Sylt über Rostock, Berlin, Dresden, sogar Prag haben wir spontan zwei Nächte gemacht, bis Nürnberg und Heidelberg runter und zurück. Bepackt mit einem Trekkingrucksack und dem nötigsten, das wir brauchten. Auch ein kleines Zelt für den Notfall hatten wir dabei.
Wir haben in dieser Zeit unheimlich tolle Dinge erlebt. Abseits von irgendwelchen Touristen Hotspots. Hatten abgefahrene Unterkünfte und in den Zugen wunderbare Begegnungen.
Seither hat er keine Angst mehr davor, zu reisen. Er geht inzwischen ganz alleine auf reisen und fragt mich auch immer wieder, ob wir das so nochmal machen wollen. Aber natürlich möchte ich das nicht, das war ein mit ihm einmaliges Erlebnis, das ich so gerne in Erinnerung behalte.
Trau dich. Was soll im schlimmsten Fall denn passieren? Dass deine Eltern sauer sind? Na und? Du bist erwachsen. Was soll denn passieren? Wer blöd von dir denken will, der tut es, egal wie du dich verhältst.

Du solltest dich dringend von deinen Eltern lösen. Sonst hast du am Ende ihr Leben gelebt und nicht deines.
 
Ich weiß, du wirst auch das vermutlich nicht annehmen können
das ist wahrscheinlich richtig, da ich nicht möchte, dass Menchen meinetwegen mehr Arbeit haben.
Was soll da gefährlich sein?
An einem Bahnhof (gefährlicher Ort) ausgeraubt zu werden.
Warum besprichst du das überhaupt? Sag einfach, dass du in Urlaub bist und fertig.
Wird lustig, zu erklären, warum ich denn jetzt in Budapest (nur als Beispiel) bin, ohne jemandem davon Bescheid gesagt zu haben. „Du bist verrückt, was wenn dir was passiert“, kommt da als Antwort.
Ich sehe bei dir nicht, wie du das alleine schaffst, wenn du das schon bei so völlig unwichtigen, kleinen Dingen nicht schaffst, wie ein Zugticket buchen oder ein Handy kaufen...
Das ist eine emotionale, keine technische Barriere. Ich weiß schon wie man ein Zugticket bucht.
Woher du weißt, was du willst. Einfach Mal ausprobieren und mir der Situation wie ein Erwachsener umgehen lernen, wenn man dann feststellen sollte: ne, war doch blöd.
Aber höchstwahrscheinlich wirds nicht blöd sein
Das Risiko bei mir ist, dass ich, was meine Interessen betrifft, zu breit aufgestellt bin und deshalb an den meisten Dinge recht schnell wieder Motivation verliere.
 
Aber welche? Ich habe das Gefühl, dass alle Entscheidungen, die ich treffe, immer schlecht sind/sich ungut anfühlen.
Du schreibst ganz richtig, es ist ein Gefühl. Wir alle sind ganz oft unsicher, ob die Entscheidungen richtig oder falsch sind. Trotzdem muss man sie treffen, wenn man ein mündiges Leben führen will.

Dazu gehört auch, sich falsch zu entscheiden. Und dann mit den Konsequenzen umzugehen lernen. Wenn man nichts entscheidet, tun es oft andere für einen. Klar, das ist nicht nur unangenehm. Geht es schief, ist man nicht selbst schuld und kann sich darauf zurückziehen, dass ja die andere Person den Mist verzapft hat. Geht es gut, hat man etwas Gutes.

Für gewöhnlich strebt der Mensch nach Autonomie. Dein Threadtitel zeigt ganz klar, dass Du das auch willst.
Entscheidungen zu treffen, in dem Wissen, dass sie falsch sein können, erfordert Mut.

Wenn ich Beiträge von Dir lese, habe ich manchmal den Eindruck, dass Du gar nicht erst dazu kommst, zu prüfen, ob Deine Entscheidungen richtig oder falsch sind. Dass diese Bewertung schon vorher stattfindet, durch Deine Eltern und durch Dich selbst.
Bestimmt hast Du es schon einmal erzählt, ich weiß es nicht mehr. Hast Du therapeutische Begleitung?
 

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