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Ich komme einfach nicht los!

  • Starter*in Starter*in Nun
  • Datum Start Datum Start
N

Nun

Gast
Trotz all der Erniedrigungen, Ausbrüche und Brutalität, die er mir antut, komme ich einfach nicht von ihm los. Ich bin total verzweifelt! Wenn ich hier schreibe oder abgelenkt bin, bei der Arbeit, weiss ich, dass ich ihn verlassen muss (er verlässt mich ständig, nachdem er mich verprügelt hat. Und sagt, er könne mit keinem Menschen leben, der ihn zu sowas bringt.) Dann bin ich nachts alleine, kann diese Ungerechtigkeit nicht ertragen, renne ihm nach, will ihn dazu bringen zu erkennen. Mich wahrzunehmen. Mich zu lieben. Wie eine Geisteskranke.Meine Tochter fragt ständig nach ihm, es bricht mir das Herz. Kein Verstand und keine Logik haben es bis jetzt geschafft, endlich zu gehen oder ihn gehen zu lassen.Eigentlich müsste ich drauf sch......, was er von mir denkt. Aber wenn ich alleine bin überkommt mich die Sehnsucht. Nach ihm, nach dieser vorgegaukelten Liebe und der Hoffnung auf eine bessere, gemeinsame Zukunft. Wo ist das Patentrezept? Wo die Formel, die Gefühle ab und das Hirn einzuschalten? Wer von euch hats geschafft? Und wie? Das letzte Mal, als ich einen gewaltätigen Scheisskerl verliess, litt ich danach 4(!) Jahre wie ein Hund. Davor habe ich wahnsinnige Angst. Mehr, als vor seinen Schlägen........
 
Also bei allem Verständnis und Liebe hin oder her..... aber wie kann man -noch dazu mit Kind- bei einem Mann bleiben, der prügelt?!? Ich hätte schon als Mutter die totale Angst, dass der irgendwann auch auf´s Kind los geht..

Nein, da hat Liebe für mich definitiv ihre Grenzen erreicht...
 
Also ich weiß nicht, sobald ein Freund einmal die Hand gegen mich erheben würde, wär ich weg! Wenn der einmal drauf schlägt, tut er´s in der Regel wieder.
Aber scheinbar brauchst du das (ich hab vorhin überlesen,dass du schonmal mit einem Schläger zusammen warst...) wie kannst du dann wieder eine Beziehung mit jemandem eingehen, der schlägt?
Ist mir absolut unbegreiflich...

Das wär ja grade so, als wenn ich in die Steckdose reinfasse und aus Jux und Tollerei gleich nochmal, weil´s so schön ist.... 😕
 
Es gibt gewisse Grenzen an denen man einfach das Herz ausschalten und die Vernunft einschalten MUSS: Da führt kein Weg vorbei.
Eine schädigende, pervertierte und gefährliche Liebe muss man sich einfach selber verbieten. Hier ist Härte und Konsequenz gefragt...hat man die nicht ist man im Eimer, denn das Leben ist oft hart und hat man dem nix entgegenzusetzen...nuja...Evolution..survival of the fittest..dann biste irgendwann wegselektiert im Extremfall...im weicheren Sinne verbringst du dann dein ganzes Leben als unterdrückte und misshandelte Sklavin und erziehst durch deine Haltung dein Kind gleich mit in diese Richtung.

Zur Mithilfe dich lösen zu können solltest du zu einem Verhaltenstherapeuten, der mit dir daran arbeitet wieder einen normalen Liebesbegriff zu kriegen, einen funktionierenden Selbstwert und dich auf deine Verantwortung hinweist, die du dir selbst ggü und auch deinem Kind ggü hast!
Wenn ein Kind mit von der Partie ist hört der Spass eh auf..es geht einfach nicht es einer solchen Gefahr und unkalkulierbarem Risiko wie diesem Typen auszusetzen. Hier solltest du deinen Eigennutz und Egoismus diesen asozialen Mann "behalten" zu wollen drosseln und zwar drastisch.

Es gibt kein Patentrezept dafür sein Herz aus- und den Verstand anzuschalten...jeder muss da seine eigene Methode entwickeln..wichtig ist nur, dass man sich ernsthaft, d.h. ggf. per Therapie etc. bemüht eine Methode für sich zu finden.

Ich habe es geschafft. Der einzige Scheisskerl in meinem Leben, der mich körperlich verletzt hat war mein Vater. Gegen den habe ich mich in der Pubertät erfolgreich zur Wehr gesetzt. Danach auch noch andere Scheisskerle wie quersoziale Jungendgang, die ich verscheucht habe, Beamte oder Vermieter od.ä....jedesmal gewonnen in gerichtlicher Klage etc...Es gibt immer und überall im Leben mal Mistkerle, die mit körperlicher oder psychischer Gewalt um die Ecke kommen um ihren Willen durchzusetzen.
Als Frau hat man Willenskraft und Verstand die Ottonormalangriffe gut auszuhebeln...Für mich war Kampfsport gutes Training...und ansonsten das Leben selber.
Und bitte nicht missverstehen..ich bin keine Kampfemanze oder sowas...sondern recht weiblich aber dennoch wenn es drauf ankommt eisenhart und kampfgeschult...Grundhaltung freundlich, aber wenn mich jemand angreift hat derjenige wenig zu lachen.
Mein derzeitiger Freund ist Kein Lieber, sondern ein normaler Mann bei dem natürlich die "Programme fürs Sozialverhalten" einwandfrei laufen, der mich liebt und achtet und nie auf die Idee käme mich körperlich anzugreifen...von meiner Grundhaltung erkennt man ja auch, dass man dabei mit mit nicht durchkommt...also die Grundhaltung ist eh ne Schlüsselsache um wenig angegriffen zu werden..selbstbewusste Frauen werden einfach mehr respektiert, da sie sich von vornherein NIX gefallen lassen. Das merkt man gleich wenn man sich kennenlernt ob es passt oder nicht passt.
Du scheinst da ja immer denselben Typus Mann zu bevorzugen..warum?? Diese Frage solltest du mal in ner Therapie klären.

Wie man es schafft: ganz einfach, indem man in erster Linie gut zu sich selber ist und sich achtet...das Leben achtet (es ist kurz und zu kurz um es auch nur eine Sekunde lang in einer Partnerschaft mit einem schlechten Partner zu vergeuden!) keinen Bock zu leiden und halt einen starken Willen zu einem GUTEN Leben hat. Und wo ein Wille ist, finden sich bekanntlich immer Wege.

Es wäre unter meiner Würde auch nur eine Sekunde lang wegen eines Scheisskerls zu leiden...du solltest da mehr Stolz entwickeln! Wenn du nicht weisst wie: Verhaltenstherapie + Kampfsport....MACHEN!

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Nun,

ich kann mir vorstellen daß dir die Antworten nicht sehr gefallen haben. Leute die nicht nachvollziehen können wieso du bei ihm bleibst. Bis vor elf Jahren war ich auch eine von denen die kein Verständnis dafür haben daß man bei einem Mann bleibt der schlägt. Ich habe auch immer gesagt, die Frauen sind doch selbst schuld, ich würde so einen Kerl direkt verlassen und am liebsten noch eine reinhauen. Aber vor 10 Jahren habe ich eine Beziehung angefangen, die erst ganz harmonisch verlief, doch so mit und mit hat er mich manipuliert. Nach 1 und halb Jahren hat er das erstemal zugeschlagen.Dabei ist es nicht geblieben, ich habe 2005 regelrecht die Hölle durchgemacht, er hat sogar auf mich geschossen ohne mich zu treffen sondern um mich einzuschüchtern.Ich bin seit Juni 2005 in verschiedenen Therapien gewesen bis letztes Jahr Juli, habe dadurch sogar meine Arbeitsstelle verloren. Habe 2 Anzeigen erstattet, der Prozeß war jetzt vor kurzem, doch das Urteil steht noch nicht fest, denn die Staatsanwaltschaft hat Berufung eingelegt, weil das Urteil zu Milde war. Ich bereue das absolut nicht, auch die Strafe die er kriegen wird macht mir kein bischen Angst, denn das geschieht ihm nur Recht.Und trotzdem bin ich wieder mit ihm zusammen (habe in den letzten 3 Jahren zigmal versucht ihn zu verlassenaber ihn immer wieder zurück genommen). Es gibt einen Ausdruck dafür, und zwar "beziehungssüchtig". Ich werde demnächst wohl wieder zu Therapeuten gehen bis ich es schaffe. Aber das ist ein langer Weg. Ich liebe ihn nicht mehr und kann trotzdem nicht ohne ihn sein, aber auch nicht mit ihm, bin für jede Sekunde dankbar die er nicht da ist. Hol dir psychologische Hilfe aber erwarte keine Wunder, es ist ein langer Weg.

Bis bald
 
Hallo NUN,
ich kann deine Lage sehr gut verstehen da ich gleiches von 2003 bis 2004 durch gemacht habe, allerdings ohne ein Kind zu haben., dafür aber andere Verstickungen am Hals hatte. Die Sehnsucht und Anerkennung die Du bei ihm suchst wirst Du so nicht bekommen, das steht fest, leider.

Er hat keinen Grund sich zu ändern, da er bei Dir seinen Frust und alle Brutalität ablassen kann, weil Du es zulässt. Das einzige was ihm helfen kann ist eine Therapie, nur die muss er machen wollen. Und für dich ist es ganz wichtig selbst eine Therapie zu machen um wieder zu dir selbst zu finden. Bei Dir ist noch ein ganz wesentlich wichtiger Faktor im Spiel. Du musst Dein Kind schützen und für das Kind da sein. Kein Mensch auf diese Welt hat es verdient erniedrigt und geschlagen zu werden. Und kein Mensch auf dieser Welt hat das Recht einem anderen so etwas anzutun.

Als mein Mann mich 2004 krankenhausreif geschlagen hat, musste ich splitterfaser nakt aus dem Haus laufen, konnte nur eine kurze Jacke beim rauslaufen schnappen und um mein Leben rennen, er war in einem solchen Wahn, ich weiß nicht ob ich heute noch da wäre wenn ich mich nicht hätte befreien können. Ich traf auf der Strasse 2 helfende Menschen die die Polizei und meinen Hausarzt holten. Mein Mann ist daraufhin für eine Nacht ins Gefängnis gekommen, ich bin nicht ins Krankenhaus gegangen sondern habe alles was mir gehört in dieser Nacht eingepackt (wir waren 4 Tage zuvor erst in die neue Eigentumswohnung eingezogen) meinen Hund geschnappt und war morgens um 6.30h fertig zum abhauen. Da mein Mann wegen eines Born outs eh schon in einer psychatrischen Klinik war wusste ich das er nicht dahin zurück kehren würde sondern nach Hause kommen wird, trotz Auflage der Polizei sofort nach verlassen des Gefängnises dorthin zurück zu kehren. Es war alles sehr knapp, ich bin höchstens 2-3Minuten vor ihm aus dem Haus raus als er zurückkehrte, danach war ich über 6 Wochen auf der Flucht, bei Freunden geschlafen, selbst seine Freunde riefen mich an und warnten mich wohin er ging wenn er Ausgang hatte. Es war eine Zeit der Hölle auf Erden, ich hatte wegen ihm alles aufs Spiel gesetzt, meinen Job, meine Gesundheit, die Eigentumswohnung hatte ich alleine voll finaziert und und und.

Durch einen befreundeten Psychotherapeuten hatte mein Mann damals eine zweite Klinik aufgesucht um sich psychisch helfen zu lassen. Insgesamt war er 9 Monate in Behandlung. Danach hat er noch gut 3 Moante gebraucht um sich wieder in seinen Job und Alltag zurecht zu finden. Ich selbst habe ein gutes halbes Jahr gebraucht um das alles auf die Reihe zu bekommen. Wir sind zwar zusammen geblieben, am Anfang mit sehr viel Distanz und anschließend haben wir 2 wunderschöne Jahre miteinander verbracht, ich hatte das echt nicht für möglich gehalten.

Seit Anfang diesen Jahres herscht wieder Krisenstimmung, die Brutalität ist zwar bis heute nicht wieder gekommen aber dafür gehen Erniedrigungen wieder los weil er seine eigenen Probleme nicht in den Griff bekommt bzw. sich damit überfordert fühlt. Es ist aber nicht meine Aufgabe sein Leben zu ordnen, dass muss er selbst für sich tun. Ich weiß nur es ist eine wahnsinnige anstrengende Lebensphase und ich weiß wirklich nicht ob Du Dir dieses antun möchtest.

Klar liebst du ihn, aber er kann Dir nicht geben was Du suchst und am aller wenigsten kann er Dir die Liebe geben die Du Dir erhoffst. Er brauch Dich mit Sicherheit nur zu sehen, wenn er in Rage ist, dann ist es egal was Du tust, die Schläge von ihm sind Deine, das ist gewiss.

Ändere es bitte, gehe zum Arzt und lass Deine Verletzungen registrieren, zeige ihn an wegen Körperverletzung, und dies in jedem einzelnen Fall. Entweder wird er bereit sein etwas zu ändern um dieses Verfahren los zu werden, oder aber du must ihn gehen lassen um Dich und Dein Kind zu schützen.

Eine gute Hilfestellung kann Dir der Frauennotruf geben, aber ändern und entscheiden musst Du selbst. Nur eins ist gewiss alleine kommst Du aus der Sache nicht raus, lasse Dir bitte helfen von professionellen Stellen aus.

Du kannst immer noch entscheiden ob Du anschl. die Beziehnung weiter fürhen willst, falls er sich auch in therapeutische Behandlung gibt und die Beziehung weiter führen möchte.

Ob Ihr es schafft dann eine glückliche Beziehung zu führen und ob sie von langer Dauer sein wird, kann Dir keiner garantieren, es ist auch ein verdammt steiniger Weg.

Zu meiner Person kann ich Dir nur sagen, ich war mal eine verdammt starke Frau, an Stärke und Kraft habe ich in den letzten Jahren viel einbüßen müssen. Es gibt Zeiten da sehen die Wege der Gemeinsamkeit himmlisch aus und dann gibt es wiederrum Zeiten wo er alles über den Haufen schmeißt. Und das kostet meine Kraft und Stärke. Sollte er jemals wieder die Hand vor mir erheben oder mich grob anpacken dann ist sofort mit allen Konsequenzen schluß. Das weiß er auch und akzeptiert es, da er mich nicht verlieren will hat es es abgestellt. Wenn er heue in ähnliche Situationen kommt wie in der Zeit von 2003 bis 2004, dann geht er weg und putzt vielleicht sein Auto oder fährt irgenwo hin um sich abzureagieren. Das ist auch der richtige Weg. Aber dahin zukommen dauert.

Du musst Dir im klaren werden was Du willst ! ! ! Und vor allem was Du bzw. Ihr Eurem Kind heute bietet, wird es im Kindes- und Erwachsenenalter auszubaden haben.

Hole Dir bitte Hilfe in einer Therapie, das ist keine Schande. Im Gegenteil manchmal braucht man eben eine Anleitung für das Leben oder kannst Du sonstige schwere Dinge ohne Betriebsanleitung einfach bedienen? Du brauchst auch keine Angst davor zu haben, es wird Dich weiter bringen wenn Du es zulässt.

Ich wünsche Dir viel Kraft und denke an Dein Kind, verstecke Dich bitte nicht dahinter.

Liebe Grüsse

Lebensfreude
 
@ Gast #7: zu 98 % hat man es in solchen Fällen wie diesem mit mangelndem Selbstbewusstsein zu tun...und Kampfsport ist ein erprobtes Trainingsmittel um mehr Selbst-bewusstsein zu erlangen...ist natürlich anstrengend und nix für Faulis....aber an sich kann man damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe klatschen....man hat Bewegung, sportlichen Ausgleich und lernt ganzkörperlich mal NEIN zu sagen, sich eindeutig auszudrücken, was überall im Leben wichtig ist..und v.a. auch in Beziehungen.
Wer nicht loskommt ist persönlichkeitsgestört...aus dem Gleichgewicht..ein Schuss buddhische Grundhaltung...östlicher Kampfsport kann da nie schaden.
Systemanalytisch ausgedrückt: bei Dysfunktion einfach ne starke Gegen-Irritation..mal was Neues probieren und oft macht es dann im Kopp auch Klick und neue Türchen öffnen sich...gedanklich wie verhaltensmäßig.
Wer lebenstechnisch in ner Sackgasse gelandet ist kommt nur durch genügend Bewegung von A**** und Geist da wieder raus. 😉

Tyra
 

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