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Ich kenne mein Kind nicht.

An deiner Stelle würde ich gar nichts machen. Ihre Ansage ist eindeutig und auch wenn sie wütend ist, liest es sich für mich sehr durchdacht. Über 20 Jahre keine Karte zum Geburtstag und damals abgehauen, obwohl der Vater von vornerein seine Tochter bei sich haben wollte und es ihm noch schwerer gemacht hast, in dem du dich nicht mal gekümmert hast, das der Vater sein Kind problemlos großziehen kann.
Da ist die Wut verständlich und nachvollziehbar. Und dann willst du über Weihnachten plötzlich Kontakt?
So wie es scheint wusstest du wie du mit dem Vater Kontakt aufnehmen kannst und hast es nie getan. Kein Unterhalt, keine Briefe oder Karten, keine wichtigen Lebensabschnitte bei denen du dabei warst.
Und jetzt wo sie 21 ist meldest du dich, nachdem du bereits noch 2 weitere Kinder hast. Klingt für mich kalkuliert, als ob man sich solange zurückgehalten hat, bis sie als Erwachsen gilt und man bloß keine Verantwortung übernehmen wollte. Ob du sie nie vergessen hast, kann ich nicht beurteilen, aber wirklich an sie gedacht hast du auch nicht. Du hast sie einfach zurückgelassen, ohne zurückzublicken und bist untergetaucht. Ich wäre auch sehr wütend und würde nichts von dir wissen wollen.
 
Das ist noch nicht so lange her, hier in unserer ländlichen Gegend gab man öfters Neugeborene zu anderen Familien, zb meine Ex-Schwiegermutter wurde als 12. Kind gleich nach der Geburt an wen gegeben, der sie ernähren konnte.
Sie selber, meine Ex-Schwiegermutter nahm in der Nacht nach der Geburt ihrer ledigen Tochter ihr Bündel und verschwand bei Nacht und Neben- später, als die Tochter neun Jahre alt war, stand sie plötzlich vor der Tür und holte sie ab. Diese Tochter erzählte mir, sie hat irrsinnig gelitten, sie liebte ihre Stiefeltern so sehr.
Eine meiner Freundinnen wurde abgegeben, auch, weil die Eltern sie nicht stillen konnten, das Mädel, also meine Freundin wollte sterben, als man sie nach sechs Jahren wieder holte und riss immer aus, sie fragte ihre Stiefmutter bei so einem Weglaufen von ihrer Ursprungfamilie, was für Pflanze muss ich essen, damit ich nicht mehr leb... ich will dort nicht sein. Man hörte drauf, gab sie wieder zurück, dort gabs Liebe satt in ihrer Pflegefamilie.

Liebe Sonnenblume84..... wie tragisch für die Tochter, wie tragisch auch für dich.
Wenn ich mich frage, was ich an der Stelle der Tochter gern hätte- das wäre ......??? Vielleicht fällt mir etwas im Schlaf ein. Unverzeihlich hast du gehandelt. Mich könnte nichts aussöhnen mit dir. So würde ich das auch behandeln, sie ist weg und nichts hilft da mehr.
 
Ich möchte jetzt nicht so einfach aufgeben. Ich weiß aber auch nicht was ich machen soll. Vielleicht war es nur die erste Reaktion aus so einer Art Schock heraus weil ich mich jetzt plötzlich gemeldet habe.
Ich würde erst mal gar nichts machen.
Versetz dich mal in deine Tochter rein: Die eigene Mutter hat sich 21 Jahre lang nicht bei ihr gemeldet. Vermutlich hast du auch nie Unterhalt für sie bezahlt (korrigiere mich, wenn ich falsch liege).
Deine Tochter hat während sie aufgewachsen ist, mitbekommen, dass andere Kinder Mama und Papa haben, oder jedenfalls ihre Mama. Dass eine Mutter ihr Kind verlässt, ist ungewöhnlicher als andersrum. Und bei ihr hat die Mama sich nach der Geburt verabschiedet und danach 2 Jahrzehnte lang keinen Kontakt gesucht. Das ist eine sehr lange Zeit!
Deine Tochter wird sich all die Jahre gefragt haben, wer die Mama ist und warum sie sie nicht haben wollte. Sie wird die Schuld bei sich gesucht haben, später wird sie wütend auf dich geworden sein und jetzt kommt eine Nachricht und die ganze Wut entlädt sich.
Du musst ihr Zeit lassen. Vielleicht habt ihr irgendwann eine Chance auf ein kennenlernen.
und auch wenn du damals nicht bereit für ein Kind warst, verstehe ich nicht, warum du nicht wenigstens ein bisschen regelmäßigen Kontakt zugelassen hast. Für ein Kind muss es so schlimm sein, wenn es nicht weiß, wo es herkommt, wenn es weiß, dass es einen Elternteil gibt, der aber nichts von ihm wissen will.
 
An deiner Stelle würde ich gar nichts machen. Ihre Ansage ist eindeutig und auch wenn sie wütend ist, liest es sich für mich sehr durchdacht. Über 20 Jahre keine Karte zum Geburtstag und damals abgehauen, obwohl der Vater von vornerein seine Tochter bei sich haben wollte und es ihm noch schwerer gemacht hast, in dem du dich nicht mal gekümmert hast, das der Vater sein Kind problemlos großziehen kann.
Da ist die Wut verständlich und nachvollziehbar. Und dann willst du über Weihnachten plötzlich Kontakt?
So wie es scheint wusstest du wie du mit dem Vater Kontakt aufnehmen kannst und hast es nie getan. Kein Unterhalt, keine Briefe oder Karten, keine wichtigen Lebensabschnitte bei denen du dabei warst.
Und jetzt wo sie 21 ist meldest du dich, nachdem du bereits noch 2 weitere Kinder hast. Klingt für mich kalkuliert, als ob man sich solange zurückgehalten hat, bis sie als Erwachsen gilt und man bloß keine Verantwortung übernehmen wollte. Ob du sie nie vergessen hast, kann ich nicht beurteilen, aber wirklich an sie gedacht hast du auch nicht. Du hast sie einfach zurückgelassen, ohne zurückzublicken und bist untergetaucht. Ich wäre auch sehr wütend und würde nichts von dir wissen wollen.
100% Zustimmung.

@Sonnenblume84 Du hast deine Tochter damals nicht nur zurückgelassen, sondern du hast sie zurückgelassen, ohne zumindest sicherzustellen, dass ihr Vater sich kümmern konnte.

Das wäre ein Leichtes für dich gewesen, und ich kann mir keinen einzigen Grund denken, der das rechtfertigen könnte.

Insofern: Volles Verständnis für die klare Haltung der Tochter.

Was du jetzt machen sollst? Nichts; das Recht auf Dialog hast du meiner Meinung nach verwirkt.

Meine einzige Frage hierzu noch: Wissen die Halbgeschwister voneinander?
 
Ich kann all diese Reaktionen hier verstehen. Und vor allem die der Tochter, wenn sie den Text denn selbst geschrieben hat, das weiß ja niemand. Kann ja auch sein, dass da der Vater all seine Wut rauslässt und die Tochter weiß nichts davon.

Hast Du dieses "Probleme wegignorieren" in dieser Ausprägung mal irgendwie bearbeitet? Das erscheint mir schon pathologisch.

Wie geht es Dir denn mit dem Text? Kannst Du mit irgendwem darüber reden?

Hallo Sonnenblume84,

es kann sein, dass es gut für sie war, ein Teil ihrer jahrelang angestauten Wut und Enttäuschung dir gegenüber in dem Brief loszuwerden.
Ich würde darauf mitfühlend eingehen und ihr anbieten, das Ganze aufzuarbeiten, falls sie daran je Interesse hätte.
Die Wut respektieren, und weiterhin Offenheit signalisieren, jedoch dich nicht aufdrängen.
Stelle ihr deine Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung.

Mehr würde ich tatsächlich nicht tun.
Das fände ich auch am besten.
Genau.
Man kann nach zwei Jahrzehnten an die Tür klopfen...aber dann muss man sich tatsächlich erstmal den alten Dämonen stellen. Daran führt kein Weg vorbei.
Sehe ich auch so.

Ich nehme mal an, all die Sachen, die Dir hier geschrieben wurden, hast Du Dir auch schon selbst überlegt. Hast Du Antworten auf die warum-Fragen?

So berechtigt die Wut der jungen Frau ist, aber weh tut das sicher, das so zu lesen. Wie geht es Dir damit?

Ich könnte mir vorstellen, dass Deine Tochter vielleicht noch einmal ein bis zwei Jahrzehnte braucht, vielleicht selbst Mama werden muss und selbst im Leben straucheln muss, um sich etwas nachdenklichere Fragen zu stellen und dann vielleicht einem Kennenlernen etwas offener ist.

Wie alt sind Deine weiteren Kinder? Mach da reinen Tisch, wenn sie alt genug sind. Sonst baust Du Dir da die nächste Baustelle.
 
Hallo Sonnenblume,

es tut mir sehr leid zu hören, dass deine Tochter so heftig reagiert hat. Bestimmt war es ein Schock für sie und nicht einfach... Aber es ist sicher auch sehr schwer, so jung mit einer solchen Situation, wie es für dich damals war, umzugehen.

Ich würde auch sagen: sie hat *erst mal* so reagiert. Das heißt nicht, dass es so bleibt. Und ich lese aus ihren Worten viel Verletzung heraus, wenn sie sich meiner Ansicht nach auch deutlich als Wut, "Hass" und Ablehnung tarnt. Ich denke, da liegt mitten in dieser starken Abwehr viel Sehnsucht - nach Antworten auf das "Warum?", nach Trost, auch, so blöd es klingen mag, nach Kontakt. Aber ohne zu wissen, wie das heute gehen soll und kann, und mit viel Verunsicherung und Überforderung und der Frage, ob das (für sie selbst, für sie in dem Umfeld, in dem sie ist, in ihrer persönlichen Lebenssituation, die man ja nicht kennt...) überhaupt gehen "darf" und "soll" und "kann" (und ob sie es will, mit allem, was es eben mit sich bringen würde).

Sie hätte auch einfach nicht antworten können. Sie hätte auch einfach ruhig schreiben können: "Ich möchte keinen Kontakt und bitte dich, das zu respektieren."

Auch weiß man nicht, wie ihre Kindheit, ihr Leben bei denen, bei denen sie "gelandet" ist, war. Auch das kann sehr mit hineinspielen in das Gefühlschaos über die "echte Mutter"...

Ich denke, ich würde ihr erst mal schreiben, dass ich verstehe, dass es für sie schwer ist mit deiner Kontaktaufnahme und dass ich mich zurückziehe, weil sie das so als Wunsch geäußert hat. Dass ich mir aber auch weiterhin Kontakt wünschen würde und ihr dann - falls und wann sie das möchte - auch alle Fragen ehrlich beantworten würde und für alles offen wäre (wie sie mir entgegentritt, mit Wut z. B. oder "Hass"). Wenn sie den Kontakt irgendwann möchte.

Auch würde ich ganz deutlich schreiben, dass sie mich jederzeit kontaktieren kann - auch erst in ein paar Jahren, wenn sie erst dann den Wunsch haben sollte. Dass sie auch in der Zukunft keine Angst haben muss, dass sie nicht willkommen ist oder es "die falsche Zeit" dafür wäre. Dass sie immer willkommen ist.

Vielleicht würde ich auch schreiben, dass es mir sehr leid tut, dass ich es damals mit 19 nicht geschafft habe, eine bessere Entscheidung für sie zu treffen. Dabei würde ich es auch belassen zu diesem Thema. Was ich nicht schreiben würde, ist, dass sie mir vergeben oder verzeihen soll, oder etwas wie "ich würde mich freuen, wenn...". Mich würde das in der Situation (soweit man sich da reinversetzen kann als Nichtbetroffene) wegstoßen...


Und dann noch was:

Ich würde anfangen, ein Buch an/für meine Tochter zu schreiben. Wenn ich z. B. gerade beim Abspülen an sie gedacht hätte, würde ich das danach da reinschreiben. Und mit ihr dadurch auch reden, ihr sagen, was ich ihr gern heute schon persönlich sagen würde. In dem Buch wäre für mich Platz für alles Positive, was sie wissen soll. Dieses Buch könnte man ihr später einmal schenken. Und selbst, wenn man sich erst in Jahren sehen sollte, würde ein solches Buch deutlich zeigen (auch sichtbar - "man glaubt, was man sieht"), dass sie schon die ganzen Jahre in deinen Gedanken war, dass du sie vermisst hast usw. (Wenn es denn so ist, natürlich.) Und du hättest dadurch eine Möglichkeit, deine Gefühle ihr gegenüber auszudrücken, auch, wenn das heute persönlich (noch) nicht möglich ist, und würdest nicht darauf sitzenbleiben.

Für mich wäre das in der Situation, wie ich sie mir vorstelle, wichtig...
 
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