Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ich kann reden, aber bin trotzdem stumm!

  • Starter*in Starter*in bastiAk
  • Datum Start Datum Start
  • Stichworte (tags) Stichworte (tags)
    stumm
Zitat aus dem Wikipedialink:

Beim elektiven Mutismus handelt es sich um eine relativ hartnäckige Störung, deren Dauer sich oft bis ins späte Schulalter, teilweise auch bis ins Erwachsenenalter, zieht.

Ich denke, die Ereignisse in deinem Leben haben dich dazu gebracht, lieber zu schweigen und dich zurückzuziehen.

Würdest du nicht darunter leiden, dass es so ist, wäre das ja auch nicht weiter schlimm. Aber du willst es ja gerne anders haben, freier sein in den Möglichkeiten, dich zu äußern und aus dir heraus zu gehen, vor allem aber, immer dann zu sprechen wann du es gerne können würdest.

Bei Wikipedia ist auch die Rede davon, dass mit dieser Störung häufig eine soziale Phobie verbunden ist. Nach dem, was du über dein Leben schreibst, ist das durchaus vorstellbar.
Irgendwann hast du dich selbst geschützt durch Rückzug und nicht-Sprechen. Mittlerweile hat sich das verselbständigt und du kannst nicht mehr frei wählen, ob du sprichst oder nicht, es geht halt nicht.

Vielleicht hilft dir die Erkenntnis, dass diese Art von Schutz früher hilfreich war, jetzt aber nicht mehr nötig ist. Wenn nicht, würde ich dir raten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, damit du dir nicht andauernd selbst im Wege stehen musst.

Liebe Grüße
Sisandra
 
Aber es gibt ja auch Situationen in denen ich rede. Ich melde mich ja auch manchmal in der Schule. In manchen Fächern (die ich mag) mehr und in anderen die ich nicht mag (z.b. deutsch und englisch) beläuft sich meine melde-rate auf 0mal melden pro Stunde. Dabei hätte ich so oft etwas zu sagen! Aber ich trau mich nicht meiner Rolle zu entfliehen. In meinem Kopf ist es undenkbar, dass ich plötzlich aktiv in den Fächern mitrede, es passt nicht zu mir. Ich war zu lange ruhig um jetzt einfach zu reden...

Selbstbewusst bin ich leider nicht. Ich werd mit dem Mächen dem ich vertrau mal das Thema bereden (also im icq) vielleicht kann sie mir ja helfen.

Aber es geht eigentlich nicht nur ums sprechen. Ich trau mich tausend Sachen nicht. Ich trau mich nicht, wenn ich nen Zettel brauche, jemanden darum zu bitten. Ich trau mich nicht einfach so in der Pause von meinem Platz aufzustehen und rumzulaufen. Weil ich in jeder Pause nur auf dem Platz sitze. Man wird doch von mir erwarten das ich jedes Mal still dasitze.
Ich trau mich nicht Nachmittags rauszugehen, weil ich nie rausgehe (ausser zum Einkaufen) weil man nicht von mir erwartet, dass ich was unternehmen würde.

Es gibt sovieles. Ich hab irgenwie die Gedanken, dass ein Mensch sich nicht verändern kann und ich trau mich auch nicht mich zu verändern...

Selbes auch beim Praktikumsplatz den ich mir suchen muss. Ich wurde nach der Realschule abgelehnt, ich erwarte das ich auch jetzt abgelehnt werde und keinen Platz finden würde. Warum sollte man jetzt ja sagen, wenn man früher nein sagte... man wird mich doch eh nicht wollen...

ich brauche dringend mein selbstvertrauen zurück...
 
Hi bastiAk,

du schreibst sehr oft davon was "man" von dir erwartet. Was erwartest DU denn von dir?

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie meine Mutter mir in meiner Jugend oft predigte, was MAN macht oder was MAN nicht macht. Mich hat das immer aufgeregt.

WER BITTESCHÖN IST DENN MAN?

Trau dich, DU SELBST zu sein. MAN ist nicht wichtig, nur du bist wichtig?

Liebe Grüße
Sisandra
 
Mein Problem ist einfach, dass ich kein Vertrauen in mich selbst habe und Angst habe vieles zutun. Ich mag mich selbst nicht und denke nicht das ich wichtig bin. Wenn ich wichtig wäre, dann würde mein Leben nicht so sein, wie es jetzt ist. Es ist einfach nur unnormal.

Aber am schlimmsten find ich dieses grauenhafte schweigen. Alle reden sie und ich bin ruhig. Dabei, aber doch irgendwie abwesend.
 
Aber es gibt ja auch Situationen in denen ich rede. Ich melde mich ja auch manchmal in der Schule. In manchen Fächern (die ich mag) mehr und in anderen die ich nicht mag (z.b. deutsch und englisch) beläuft sich meine melde-rate auf 0mal melden pro Stunde. Dabei hätte ich so oft etwas zu sagen! Aber ich trau mich nicht meiner Rolle zu entfliehen. In meinem Kopf ist es undenkbar, dass ich plötzlich aktiv in den Fächern mitrede, es passt nicht zu mir. Ich war zu lange ruhig um jetzt einfach zu reden...

Aber es geht eigentlich nicht nur ums sprechen. Ich trau mich tausend Sachen nicht. Ich trau mich nicht, wenn ich nen Zettel brauche, jemanden darum zu bitten. Ich trau mich nicht einfach so in der Pause von meinem Platz aufzustehen und rumzulaufen. Weil ich in jeder Pause nur auf dem Platz sitze. Man wird doch von mir erwarten das ich jedes Mal still dasitze.
Ich trau mich nicht Nachmittags rauszugehen, weil ich nie rausgehe (ausser zum Einkaufen) weil man nicht von mir erwartet, dass ich was unternehmen würde.

Es gibt sovieles. Ich hab irgenwie die Gedanken, dass ein Mensch sich nicht verändern kann und ich trau mich auch nicht mich zu verändern...

Hey BastiAk,

genau da gilt es doch anzusetzen, oder?
Das Potenzial ist in dir drin, und du lässt es von dem Gedanken unterdrückt, dass du ja früher so warst und jetzt dein Leben lang so bleiben musst?
Dein Leben lang unglücklich, weil du dich selbst unterdrückst, weil du Angst vor etwas hast, das so nicht mehr existiert?
Mach nicht denselben Fehler wie ich... ich kenne das zum Beispiel vom Melden in der Schule gut. Ich war auch früher schon ein ziemlich kluges (wenn auch faules😀), nachdenkliches und kreatives Mädchen, aber ich weiß nicht, ob das immer so rübergekommen ist, genau aus dem Grund... ich hatte kein Selbstvertrauen und hatte immer Zweifel, ob das was ich sage richtig ist, ob ich mich so ausdrücken können würde, wie ich will.
Durch diese ganzen Sorgen war ich schließlich total gehemmt und habe teilweise gar nichts mehr gesagt, habe mein Potenzial verkümmern lassen. Das Gegenteil von mir war ein Junge, der immer genau das sagte, was ich auch sagen hätte wollen, es im Gegensatz zu mir aber aussprach. Ach wie hab ich ihn bewundert! Aber warum? Jetzt denke ich mir, das wäre doch alles nicht nötig gewesen.
Genauso in anderen Bereichen des Lebens... von ein paar negativen Ereignissen lässt man sich aus der Bahn werfen und schadet sich damit am Ende nur.
In deinem Fall kann ich es gut nachvollziehen, dass du dich irgendwann in dein Schneckenhaus verkrochen hast. Aber nun ist es an der Zeit, daraus hervorzukommen. Das heißt ja nicht, dass du dich komplett ändern musst. Manche Menschen sind eben von Natur aus extrovertiert und plappern arglos drauf los, während andere eben eher zurückhaltend sind.
Beides ist völlig in Ordnung, nur in Sachen Kontaktaufnahme haben es Erstere normalerweise ein wenig leichter, das ist der einzige Haken daran, schüchtern und ruhig zu sein. Gerade wenn es im Elternhaus auch eher ruhig und distanziert zugeht, gibt es noch weniger Gelegenheiten, Kontaktaufnahme zu 'üben'. Aber bei dir ist diese Eigenschaft übersteigert, und das ist nicht angeboren, sondern 'erlernt'.. aus schlechten Erfahrungen etc. Das wieder abzulegen, umzulernen, ist nicht leicht, aber absolut sinnvoll und auf jeden Fall möglich.
Ich hatte teilweise denselben Gedanken wie du, im Sinne von 'Jetzt kennen die mich alle schon so, nun kann ich auch nichts mehr ändern, zu spät um was zu ändern..' Aber mal im Ernst, was ist das denn für eine Logik. Das ist einfach nur Bullsh...
Es gilt, jetzt etwas zu verändern, und es kostet vielleicht Mühe, eine gewisse Angst zu überwinden, aber du wirst sehen, Stück für Stück haut das hin.
Wie wärs, wenn du einfach mal in der Schule anfängst, über deinen Schatten springst und dann rauslässt, was du zu sagen hast. Die Resonanz der Lehrer kann nur positiv sein.
Genauso verhält es sich im restlichen Leben.
Das Geheimnis der anderen, die du als kommunikativ beschreibst, ist sicher nicht, dass sie alles richtig machen, sondern dass sie nicht so viel darauf geben, wenn sie mal Mist reden. Es gibt sogar Menschen, die eigentlich fast nur Mist reden und sich wie die Tollsten fühlen, alles Ansichtssache ;-)
Wie Sisandra schon so schön sagte, geht es nicht um die anderen, es geht um DICH.
Daher kommt das Selbstbewusstsein. Was will ICH, nicht was wollen die anderen. Du bist genauso wichtig, genauso wertvoll wie jeder andere Mensch auf dieser Welt. Nur dass sich in dir eine Angst aufgestaut hat, die dich unzufrieden macht. Konzentrier dich auf deine Ziele, und versuch,nur dir zuliebe, dich heranzutasten.
Dein Ziel ist zum Beispiel, du willst einen Praktikumsplatz haben, seh ich das richtig? Ich weiß ja nicht, wie das konkret abläuft,kriegt ihr von der Schule Unterstützung oder müsst ihr das ganz allein machen?
Es wäre eine große Ausnahme, wenn jemand nie irgendwelche Absagen bekommen würde. Das ist ganz normal. Du wirst es in Zukunft am ehesten vermeiden können, wenn du dich der Sache stellst und positiv und entspannt vorgehst. Klar,ist leichter gesagt als getan wenn das Selbstvertrauen auf null ist, aber das lässt sich ändern, wenn dir klar ist, dass du all das kannst, wenn du dir nur nicht selbst im Weg stehst.

Selbstbewusst bin ich leider nicht. Ich werd mit dem Mächen dem ich vertrau mal das Thema bereden (also im icq) vielleicht kann sie mir ja helfen.

Mach das. Es ist ja alles DA, wie du auf schriftliche Weise siehst. Wie ist es denn zum Beispiel beim Telefonieren? Wäre es vielleicht ein Schritt weiter, wenn du dich am Telefon im Reden übst, wenn du dem Gesprächspartner nicht gegenüber sitzt? Oder findest du das noch schlimmer?

Fang doch einfach bei einer Person an, der du vertraust, mit der wird es viel einfacher gehen, sich zu unterhalten.
 
Mach das. Es ist ja alles DA, wie du auf schriftliche Weise siehst. Wie ist es denn zum Beispiel beim Telefonieren? Wäre es vielleicht ein Schritt weiter, wenn du dich am Telefon im Reden übst, wenn du dem Gesprächspartner nicht gegenüber sitzt? Oder findest du das noch schlimmer?

Telefonieren tu ich eigentlich nie. Wenn meine Schwestern mal anrufen dann vielleicht mal kurz, aber mehr auch nicht und ich hab auch nie etwas zu sagen und hoffe das die Gespräche sehr schnell zu Ende sind. Für mich ist es genauso schwer irgendwo anzurufen, wie jemanden anzusprechen. Schriftlich (z.b. email) geht aber...
 
Hallo,

ich kenne dein Problem sehr gut. Bevor ich überhaupt etwas sagen kann, denke ich mindestens drei Mal darüber nach und bringe es gedanklich schon über die Lippen. Meistens bringt das jedoch tolle Versprecher hervor... Ich hasse es mit jemandem reden zu "müssen", telefonieren tu ich sowieso nicht. Es ist das fast das Schrecklichste auf der Welt. Und es ist auch richtig peinlich, wenn man über Chatprogramme so super mit jemandem reden kann und dann im echten Leben bringt man kein Wort über die Lippen. Oder verhaspelt sich... :/
 
Hallo,

ich kenne dein Problem sehr gut. Bevor ich überhaupt etwas sagen kann, denke ich mindestens drei Mal darüber nach und bringe es gedanklich schon über die Lippen. Meistens bringt das jedoch tolle Versprecher hervor... Ich hasse es mit jemandem reden zu "müssen", telefonieren tu ich sowieso nicht. Es ist das fast das Schrecklichste auf der Welt. Und es ist auch richtig peinlich, wenn man über Chatprogramme so super mit jemandem reden kann und dann im echten Leben bringt man kein Wort über die Lippen. Oder verhaspelt sich... :/


geht mir genauso. über facebook kann ich stundenlang mit einigen leuten über alles mögliche reden. aber wenn ich der person gegenüber stehe ist das ganz anders. oft ist es auch so, dass ich mit einer einzelnen person viel reden könnte, aber wenn mir mehr als 3 leute zuhören, dann fällt mir das sprechen schwer.
aber bei mir hat sich viel verbessert in den letzten jahren. seit ich mit meinem nunmehr exfreund zusammen war, bin offener gegenüber anderen geworden, aber in einer gruppe sag ich trotzdem noch kein wort.
aber ich finde es besser, man sagt manchmal zu wenig als zu viel... wenn jemand viel auf dich einredet, kann das schon ganz schön nerven.
 
Also Bekannten und mir haben Logopädie (vorher HNO-Arzt) und Gesangsunterricht geholfen. Beim Telefonieren muss ich immer vorher Notizen machen. Wenn mich jemand anruft, bin ich immer etwas überfordert, aber ich übe noch. Ansonsten habe ich gemerkt, dass es mir total egal sein kann, was andere von mir oder meinen Beiträgen halten. Es ist leider ein riesiger Nachteil, wenn man nicht mit anderen spricht und seitdem ich öfter andere Leute auf etwas anspreche, geht alles ein bisschen leichter. Ich versuche aus dem Spontanen heraus zu reden und nicht lange zu warten. Aber erstmal einreden mit Kleinigkeiten, nicht gleich ins Haus fallen. Die anderen haben auf mich etwas verwundert reagiert, aber die meisten kapieren schnell, dass mir das unangenehm ist und bleiben freundlich.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben