Tröste dich: Auch ohne jeden rassistisch-aggressiven Hintergrund (ich habe eine libanesische Schwiegertochter, die ich sehr liebe) wird mir meine Brut keine einzige Träne nachweinen nach meinem Tod.
Du musst also wahrlich kein schlechtes Gewissen haben, wenn deine Gefühle erkaltet sind, auch wenn ich verstehe, dass der Schock groß war und ist.
Denn während ich damit aufgewachsen bin, kam das Ganze für dich ja wie ein Hammer.
Wichtig ist aber einzig, dass du zu deiner Frau stehst - etwas, das ich meinen Kiddies (offenbar sehr erfolgreich....) mit auf den Weg gegeben habe: An erster Stelle muss immer ihre eigene Family stehen, was auch immer passiert.
Und die Situation "Nachkriegskind" entschuldigt nichts - mein Kriegs-Vater war ein echter Nazi, nicht nur ein Mitläufer, sondern Oberstleutnant und überzeugter Nazi.
Und meine Kindheit war geprägt davon , mir Rassenhass sowie Ablehnung in seinen Augen "unwerten Lebens" (Behinderte, Kranke, Ausländer, Juden, Christen) einbleuen zu wollen (allerdings ohne jeden Erfolg, was seine Wut nur noch schürte).
Aber das nur am Rande - Ich hänge fest an deinem letzten Gedanken, dass du froh bist, dass sie tot ist.
Das ist das eine (ich habe von der Vergangenheit meines Vaters auch erst nach seinem Tod erfahren).
Das andere aber ist Vergebung. Weniger für deine Mutter (obwohl - wenn möglich, das auch....), sondern vor allem aber für dich selbst, damit du endgültig loslassen kannst.
Das wünsche ich dir von Herzen.