Wenn ich Deine vergangenen Beiträge durchlese, habe ich den Eindruck, ein süchtiger Mensch würde schreiben, der gerade einen Entzug macht, aber von seiner Droge noch nicht lassen kann bzw will. Wie ein Kampf Vernunft gegen Sucht.
Genauso fühle ich mich auch! Es ist wie ein Entzug! Wie ein kalter Entzug! Mit der Zeit sehe ich ab und an ein wenig Licht am Himmel, aber genauso schnell kommt wieder der Einsturz - der Fall in das dunkele Loch!
Ich weiß auch nicht was mit mir seit einem Jahr - ja, es ist erschreckender Weise wirklich schon ein Jahr - los ist. Ich frage mich immer wieder was mit mir falsch läuft! Was ich falsch mache, warum ich so intensiv fühle und leide.
So eine ähnliche Situation wie ich sie derzeit erlebe hatte ich schon mal vor ca. 6 Jahren. Nur in viel, viel abgeschwächterer Version. Ich habe Angst, dass ich ein Mensch bin, der einfach nicht loslassen kann. Auch damals habe ich noch bis zu 2 Jahren von diesem Mann geträumt. Auch damals hat er mich über alles geliebt, ich habe ihn verletzt und verlassen und wollte ihn aber dennoch nicht verlieren. Dann hat er den Kontakt abgebrochen und ich bin ihm hinterher gerannt. Habe mich zum Affen gemacht. Mich immer wieder bei ihm gemeldet, obwohl er mich schon lange vergessen hatte. Nach dieser Zeit damals dachte ich, dass ich daraus gelernt hätte. Das ich nicht mehr so bin, wenn mich jemand verläßt, dass ich dann Panik kriege und alles dafür tue, um ihn zurück zu holen. Ich hatte aus der damaligen Situation gelernt.
Aber was passiert nun! Es ist genau das Selbe! Nur in weitaus schlimmerer Auswirkung. Diesmal hat es mir komplett den Boden unter den Füssen weggezogen und ich habe jegliche Kontrolle über meine Lebensfreude verloren.
Ich mache mir so viele Gedanken darüber. Ich habe mir so oft eingeredet, dass es wie damals ist. Das ich einfach nur nicht loslassen will. (Ich glaube, so etwas nennt man Verlustängste). Aber desto mehr ich darüber nachdenke und nachgedacht habe, zweifele ich, ob es wirklich das Selbe ist.
Als mir die damalige Situation bewußt wurde - bzw. als mir bewußt wurde, dass sich das alles so gleich abspielt, da war ich froh! Ich habe gedacht, dass ich meinen Schwachpunkt erkannt hätte und nun daran arbeiten kann und dann schaffe ich es. Aber ich weiß es nicht, ob es so ist! Immer öfter kommt mir dann in den Kopf, dass ich ihn wirklich so liebe. Das er vielleicht wirklich mein "Gegenstück" war. Und das es doch nicht nur die Verlustangst ist. ... Sicherlich kommt das dann auch noch dazu. Und daher ist es bei mir so eskaliert. ... Ich weiß es nicht!
Meine Gefühle gehen mit mir wohin sie wollen. Ich habe sie nicht unter Kontrolle. Als ich von dir - liebe Viktoria - deinen letzten Beitrag hier gelesen habe, da konnte ich nicht darauf antworten. Ich war so wütend, dass du so was schreibst! Das er mich schon lange losgelassen hat. ... Sorry, ich bin eine blöde Kuh! Ich weiß natürlich, dass du es nur gut meinst und mir nur die vermeintliche Realität vor die Augen halten willst. Du bist mir hier eine ganz liebe "Schreiberin" geworden und hast mir schon oft die Augen geöffnet - wenn auch nur kurz!
😉 - ja, so sind meine Gefühle! Mal so und nun wieder so!
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass er mich schon aus seinem Herzen hat. Ich warte jeden Tag auf seine Anruf ... das können doch nicht Verlustängste sein!? Und ich bin mir immer so sicher, dass er mich auch noch liebt.
Aber eigentlich ist es ja egal was es ist! Ob er nun wirklich meine große Liebe ist (was ich befürchte) oder aber ich nur krank im Kopf bin - er ist nicht da und ich muß mich damit abfinden.
Nur wie? Ich versuche doch wirklich alles! Verabrede mich sogar mit Männern ... Und da auch das kein Allerheilmittel ist, versuche ich mein Leben abwechslungsreicher zu machen. Unternehme etwas mit Freunden, lese, habe mich für eine ehrenamtliche Tätigkeit beworben, etc ... Lieber Günter, ich versuche wirklich alles! ... Ich habe mich richtig über deinen letzten Beitrag gefreut! Du hast dir so viel Mühe gemacht! Auch du öffnest mir die Augen - aber auch das hält bei mir leider nie lange an
😉 ... aber es hilft mir trotzdem. Denn zumindest bin ich dann für eine kurze Zeit nicht in meiner Gefühlstrauer, sondern im Leben!
Auch wenn ihr es nicht mehr hören könnt, aber ich wünsche mir immer noch nichts sehnlicher, als das er bei mir ist und zwar ein Leben lang!
Jule