G
Gerri
Gast
Hallo Roger,
noch jemand, der dir schreibt, weil ihm deine Geschichte total nahe geht. Ich schreibe dir, weil ich deine Gefühlslage aus eigener Erfahrung absolut kenne. Mir konnte damals das - sicher lieb gemeinte - "Das-wírd-schon-wieder" absolut nix bringen. Was mir was brachte, war, dass ich merkte: Ich bin ich, und allein daraus ergab sich Lebenswille. Schwer zu verstehen. Ich versuchs aber mal zu erklären.
Du bist Polizist. Bei der Polizei gibts viele harte Männer. Aber auch harte Männer haben Gefühle - ein Freund von mir ist auch Polizist. Ein total lieber Kerl. Ein guter Vater. Ein liebender Ehemann. Ich bewundere ihn dafür, wie er seinen harten Job und dieses "andere" Leben zusammenbringt. Er akzeptiert einfach die Verschiedenheiten des Lebens. Ich selber wollte auch immer hart sein. Bin aber eigentlich überhaupt nicht hart. Ich hab nur geheult, wenn es keiner sah. Das war fürchterlich, weil ich immer geschauspielert habe. Es war wie ein Dammbruch, als ich mich jemandem anvertraut habe. Eine Erlösung geradezu.
Du fühlst dich wie in einem dunklen Keller ohne Ausgang. Der Ausgang, den du siehst, besteht aus gehärtetem Stahl, steckt in einem Lederholster und hat eine komische Faszination. Alles Schmerzhafte kann es nach einem kleinen Schmerz beenden. Schluss aus. Und? Ich hab das auch oft gedacht. Nur habe ich in meinem Beruf keine Dienstwaffe. Ein festes Seil habe ich damals gehabt usw. Naja, du siehst ja, ich lebe noch. Und ich freu mich nun auch darüber. Ich kenne den dunklen Keller. Und weiß, dass der eine andere Tür hat, die nicht aus Stahl ist. Und mir hat jemand geholfen und die Tür zusammen mit mir aufgemacht.
Der Grund weiterzuleben liegt in dir selbst. Aber du lebst in Trance, hast du gesagt. Das Ultimatum (sorry, wenn ich das sage: das finde ich megakindisch!) tut das Übrige und wird sicher keinen klaren Kopf hervorrufen. Du weißt das als Polizist doch selbst: In Stresssituationen gibts kein klares Denken. Also auch keine guten Entscheidungen! Und die Entscheidung über Tod und Leben ist schon megawichtig. Also: Lass dir helfen, einen klaren Kopf zu bekommen. Der Arzt ist ein erster Schritt. Dann habt Ihr bei der Polizei doch auch einen Polizeiseelsorger usw. Das sind ausgestreckte Hände nach dir. Nimm die an, dafür sind die da. Ich kenne sonst auch noch andere Hilfsmöglichkeiten. Kannst mir gern mailen, dann suche ich dir was raus.
Du hast Schlimmes erlebt. Es sieht aus, als hätte sich alles gegen dich zusammen gerottet. Da denkt man nur: Sch....! Klar! Aber es gibt auch noch Anderes: Ich z. B. strecke dir nun auch meine Hand entgegen. Ok?
Nun noch was Hartes: Denk nun in dieser Situation nicht nur an dich. Selbstmord ist nix als Vermeidungsverhalten. Sei mutig! Mann! Abhauen ist doch blöd. Denk an deine Freunde. Die guten Kollegen. Die mögen dich/haben dich lieb. Die wollen den Roger, kein Grab. Die freuen sich an deinem Dasein. Hast du einen guten/besten Freund? Sag ihm alles. Heul bei ihm. Sag, du brauchst nun, dass er dich in den Arm nimmt. Sowas hat bei mir absolut geholfen.
So, nun nehme ich dich durch den Cyberspace in den Arm. Auch harte Polizisten brauchen das.
Gerri, dem deine Geschichte megamäßig nahe geht und der sicher mega traurig wäre, wenn du wirklich deine Waffe gegen dich selbst abdrückst.
noch jemand, der dir schreibt, weil ihm deine Geschichte total nahe geht. Ich schreibe dir, weil ich deine Gefühlslage aus eigener Erfahrung absolut kenne. Mir konnte damals das - sicher lieb gemeinte - "Das-wírd-schon-wieder" absolut nix bringen. Was mir was brachte, war, dass ich merkte: Ich bin ich, und allein daraus ergab sich Lebenswille. Schwer zu verstehen. Ich versuchs aber mal zu erklären.
Du bist Polizist. Bei der Polizei gibts viele harte Männer. Aber auch harte Männer haben Gefühle - ein Freund von mir ist auch Polizist. Ein total lieber Kerl. Ein guter Vater. Ein liebender Ehemann. Ich bewundere ihn dafür, wie er seinen harten Job und dieses "andere" Leben zusammenbringt. Er akzeptiert einfach die Verschiedenheiten des Lebens. Ich selber wollte auch immer hart sein. Bin aber eigentlich überhaupt nicht hart. Ich hab nur geheult, wenn es keiner sah. Das war fürchterlich, weil ich immer geschauspielert habe. Es war wie ein Dammbruch, als ich mich jemandem anvertraut habe. Eine Erlösung geradezu.
Du fühlst dich wie in einem dunklen Keller ohne Ausgang. Der Ausgang, den du siehst, besteht aus gehärtetem Stahl, steckt in einem Lederholster und hat eine komische Faszination. Alles Schmerzhafte kann es nach einem kleinen Schmerz beenden. Schluss aus. Und? Ich hab das auch oft gedacht. Nur habe ich in meinem Beruf keine Dienstwaffe. Ein festes Seil habe ich damals gehabt usw. Naja, du siehst ja, ich lebe noch. Und ich freu mich nun auch darüber. Ich kenne den dunklen Keller. Und weiß, dass der eine andere Tür hat, die nicht aus Stahl ist. Und mir hat jemand geholfen und die Tür zusammen mit mir aufgemacht.
Der Grund weiterzuleben liegt in dir selbst. Aber du lebst in Trance, hast du gesagt. Das Ultimatum (sorry, wenn ich das sage: das finde ich megakindisch!) tut das Übrige und wird sicher keinen klaren Kopf hervorrufen. Du weißt das als Polizist doch selbst: In Stresssituationen gibts kein klares Denken. Also auch keine guten Entscheidungen! Und die Entscheidung über Tod und Leben ist schon megawichtig. Also: Lass dir helfen, einen klaren Kopf zu bekommen. Der Arzt ist ein erster Schritt. Dann habt Ihr bei der Polizei doch auch einen Polizeiseelsorger usw. Das sind ausgestreckte Hände nach dir. Nimm die an, dafür sind die da. Ich kenne sonst auch noch andere Hilfsmöglichkeiten. Kannst mir gern mailen, dann suche ich dir was raus.
Du hast Schlimmes erlebt. Es sieht aus, als hätte sich alles gegen dich zusammen gerottet. Da denkt man nur: Sch....! Klar! Aber es gibt auch noch Anderes: Ich z. B. strecke dir nun auch meine Hand entgegen. Ok?
Nun noch was Hartes: Denk nun in dieser Situation nicht nur an dich. Selbstmord ist nix als Vermeidungsverhalten. Sei mutig! Mann! Abhauen ist doch blöd. Denk an deine Freunde. Die guten Kollegen. Die mögen dich/haben dich lieb. Die wollen den Roger, kein Grab. Die freuen sich an deinem Dasein. Hast du einen guten/besten Freund? Sag ihm alles. Heul bei ihm. Sag, du brauchst nun, dass er dich in den Arm nimmt. Sowas hat bei mir absolut geholfen.
So, nun nehme ich dich durch den Cyberspace in den Arm. Auch harte Polizisten brauchen das.
Gerri, dem deine Geschichte megamäßig nahe geht und der sicher mega traurig wäre, wenn du wirklich deine Waffe gegen dich selbst abdrückst.