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Ich kann nicht mehr.

G

Gelöscht

Gast
Ich habe das Gefühl, dass ich meiner Mutter mit diesem Beitrag in den Rücken falle, aber ich kann einfach nicht mehr.
Der Beitrag wird vermutlich sehr lang. Ich entschuldige mich schonmal im Vorraus.

Eine kleine Vorgeschichte zu mir: Ich bin 19 Jahre alt, FSJlerin und wohne bei meiner (alleinerziehenden) Mutter, zu meinem Vater besteht kein Kontakt, da ich diesen aufgrund privater Gründe abgelehnt habe. Meine Mutter ist mitte Vierzig. 2009 wurde meine Mutter aus ihrer bis dahin ersten Arbeitsstelle gekündigt, da der Arbeitgeber sein Haus schließen musste und seitdem hat sich kaum etwa geändert. Sie bezieht seitdem fast durchgehend Arbeitslosengeld, hatte einige Praktika, 450-Euro Jobs und eine Stelle in Vollzeit, welche alle leider nie "für immer" waren und sie meist nach circa 6 Monaten gekündigt wurde, da sie nicht qualifiziert genug war. Vor etwa einem Jahr wurde sie in Form einer Maßnahme in die Verwaltung einer Jobbörse geschickt, dort übernommen und arbeitet dort nun seit circa 6 Monaten auf 450-Euro Basis, pro Woche von Montag-Donnerstag/~2Std pro Tag.

Ich und meine Mutter hatten früher ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Nachdem sie damals gekündigt wurde, lief alles leider irgendwie bergab. Meine Mutter wurde zunehmend träger, kümmerte sich irgendwann gar nicht mehr um eine neue Arbeitsstelle und verbrachte den ganzen Tag Zuhause auf der Couch. Die einzigen Kontakte, die sie hatte, waren die Mütter der anderen Mädchen in dem Handballverein, in welchem ich bis 2014 tätig war. Doch auch dort kam sie immer öfter nicht mehr mit, sodass ich auf Handballspiele alleine gefahren bin und sie Zuhause blieb. Diese "Faulheit" wurde immer schlimmer und sie zeigte (meiner Meinung nach) immer stärker werdendes messiehaftes Verhalten: Alles, was man irgendwie noch gebrauchen konnte, bspw. eine leere Sprühflasche, wurde behalten und irgendwo in unseren Keller geworfen, dreckige Wäsche stapelte sich über Wochen, etc. Als 2016 meine Oma/ihre Mutter verstarb, eskalierte all dies. Sie brach radikal zu jedem den sie kannte den Kontakt ab, Ging auf Schreiben vom Jobcenter gar nicht mehr ein und fing an mehr zu rauchen, als sie es vorher schon Tat. Sie fing an, öfter Sachen an mir auszusetzen und mir die Worte im Mund verdrehen. Wenn sie mich anschrie und ich ihr sagte, dass sie bitte nicht schreien soll, stellte sie mich als Täter dar und unterstellte mir, sie angebrüllt zu haben und ich außerdem viel zu kindisch wäre, sodass sie sich auf einen Streit gar nicht mehr einlassen würde. Danach rauchte sie zwei Zigaretten und ignorierte mich den ganzen Tag. Am nächsten morgen war sie wie ausgewechselt, eine Entschuldigung kam nicht und sie verhielt sich normal, bis sie wieder ein Streitthema hatte.

2018 habe ich das Gymnasium mit einem durchschnittlichen Fachabitur verlassen, ein halbes Jahr vor meinem Abitur, da ich seit Jahren nicht mit dem Stoff hinterherkam und schwerwiegende Probleme mit dem Lernen hatte. Dies gab eine große Diskussion mit meiner Mutter, da ich zu dem Zeitpunkt allerdings schon volljährig war, habe ich mein Vorhaben durchgezogen, was in einer Woche Funkstille zwischen ihr und mir geendet hat. Ich habe Anfang 2019 darauf hin mein FSJ in einem Seniorenzentrum gemacht und mich nun vor kurzem für die Ausbildung (Pflegefachfrau) beworben, für die ich auch sofort genommen wurde. Nach meiner Ausbildung will ich als Krankenschwester arbeiten. Dies stieß leider auf wenig Begeisterung seitens Mama, da ich hier ja "nicht viel Kohle" verdienen werde und sie mir die Arbeit immer noch nicht zutraut.
Zudem bin ich mit meinem Freund seit Juli 2018 zusammen. Er ist knapp 7 Jahre älter und besitzt ein eigenes Haus. Meine Mutter und er haben sich noch nicht sehr oft gesehen, verstehen sich aber soweit gut. Jedoch schämt sich meine Mutter für ihr Messiehaftes Verhalten, sodass er noch nie bei mir Zuhause war - was oft zu Streit zwischen uns führt.

Ich schäme mich einfach dafür, dass bei uns Zuhause das ganze Haus nach Zigaretten riecht, da meine Mutter sich mit Händen und Füßen wehrt, ihre zwei Schachteln/Tag draußen zu rauchen; dass meine Mutter schwer übergewichtig ist, sich darüber beschwert und nichts ändert; ihre Stimmungsschwankungen an mir auslässt und mich für alles nieder macht - und vorallem: DASS SIE SICH NICHT HELFEN LÄSST!
Ich habe ihr geraten, evtl. mal zu einem Therapeuten zu gehen, danach wurde ich angeschrien, ich hätte so etwas nicht zu bestimmen. Wenn ich den Haushalt schmeiße, kriege ich keine Hilfe oder wenigstens ein Danke, wenn ich von 8 Stunden Arbeit heimkomme, wird mir unterstellt meine Arbeit wäre nicht anstrengend und sie hätte es mit 2Stunden pro Tag am PC viel schlimmer als ich. Ich bin meistens diejenige die kocht, da meine Mutter eine TK Pizza oder ein Päckchen Zwiebelsuppe in Sahne mit einer Hähnchenbrust als Gourmet - Essen betitelt.

Auch wenn meine Mutter trotz alldem viel für mich macht, wie z.B. meine Wäsche waschen wenn ich nicht da bin, Kleider bügeln und auch Lebensmittel einkaufen:

Ich bin es leid. Leid, dass ich jeden Tag angeschrien werde; das Messieleben ohne soziale Kontakte ihrerseits und die Beleidigungen. Ich möchte ausziehen, habe aber leider kaum Geld und Angst, dass meine Mutter verwahrlost, da sie dann ganz alleine ist. Ich kann einfach nicht mehr und weiß nicht, was ich noch tun soll.
 
G

Gelöscht 79650

Gast
Ich würde ausziehen.

Sie wird schon nicht "verwahrlosen".

Und falls doch, siehst du das ja, wenn du zu Besuch kommst und kannst ihr den Sozialpsychiatrischen Dienst ans Herz legen.

(Vielleicht solltest du sie zu einer dating-Plattform motivieren. Verliebtheit ist ein guter Motor!)
 
G

Gelöscht

Gast
Ich würde ausziehen.

Sie wird schon nicht "verwahrlosen".

Und falls doch, siehst du das ja, wenn du zu Besuch kommst und kannst ihr den Sozialpsychiatrischen Dienst ans Herz legen.

(Vielleicht solltest du sie zu einer dating-Plattform motivieren. Verliebtheit ist ein guter Motor!)
Ausziehen würde ich gerne, aktuell verdiene ich aber nur 350 Euro im Monat womit ich u.a. mein Auto finanziere. Zudem würde der aprubte Auszug nur noch mehr Streit bringen.
 

Sisandra

Aktiver Nutzer
Für mich liest es sich, als ob deine Mutter in eine Depression hineingerutscht ist.

Das hilft dir leider nicht viel, vor allem, da deine Mutter sich offensichtlich nicht helfen lassen will, oder ihr Problem nicht sehen kann.

Das mit dem sozialen Rückzug nach einem Trauerfall kenne ich auch von mir. Dummerweise hat deine Mutter keine Veranlassung, z.B. wegen Arbeit regelmäßig das Haus zu verlassen.

Für dich wäre wahrscheinlich tatsächlich die beste Lösung bald auszuziehen.
 
G

Gelöscht

Gast
Ich würde ausziehen.

Sie wird schon nicht "verwahrlosen".

Und falls doch, siehst du das ja, wenn du zu Besuch kommst und kannst ihr den Sozialpsychiatrischen Dienst ans Herz legen.

(Vielleicht solltest du sie zu einer dating-Plattform motivieren. Verliebtheit ist ein guter Motor!)
Leider verdiene ich viel zu wenig um ausziehen zu können. Ein aprubter Auszug würde außerdem noch mehr Streit bringen, was ich ja vermeiden will.
 
G

Gelöscht

Gast
Für mich liest es sich, als ob deine Mutter in eine Depression hineingerutscht ist.

Das hilft dir leider nicht viel, vor allem, da deine Mutter sich offensichtlich nicht helfen lassen will, oder ihr Problem nicht sehen kann.

Das mit dem sozialen Rückzug nach einem Trauerfall kenne ich auch von mir. Dummerweise hat deine Mutter keine Veranlassung, z.B. wegen Arbeit regelmäßig das Haus zu verlassen.

Für dich wäre wahrscheinlich tatsächlich die beste Lösung bald auszuziehen.
Dann würde ich meine Mutter in meinen Augen im Stich lassen, was ich nicht will. Ich möchte ja, dass sie Hilfe bekommt, weiß aber wirklich nicht, wie. Sie ist auch nicht daran interessiert, einen neuen Mann kennenzulernen oder Freunde zu finden. Sie hat quasi nur mich als Bezugsperson.
 

Muninn

Mitglied
Es ist nicht dein "Job" dich um deine Mutter zu kümmern. Sie ist erwachsen, wenn sie keine Hilfe annehmen will (oder auch nicht kann), dann kannst du ihr auch nicht helfen. Es klingt vielleicht hart, aber vielleicht muss es ihr noch schlechter gehen, damit sie etwas ändert. Die Entscheidung etwas zu ändern muss von ihr kommen, da kannst du nichts machen. Ich weiß das ist hart.

Das dachte ich auch kannst du vielleicht zu deinem Freund ziehen?

Wenn du nicht mehr bei deiner Mutter wohnen würdest, hättest du dann nicht Anspruch auf dein Kindergeld? (falls du Anspruch darauf hast)
 

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