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Ich kann meine Kindheit nicht verarbeiten

G

Gast

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Hallo,

ich wurde nie missbraucht und auch sonst höre und lese ich ständig Geschichten über Menschen die viel Schlimmeres erlebten als ich.

Meine Mutter hat mich ständig als faul und unnütz beschimpft. Sie hat mich mit dem Kochlöffel geschlagen bis er zerbrach und mich an den Haaren gezogen, hat meine Kleider aus dem Fenster geschmissen, wenn ich nicht aufräumte.
Mein Vater hat in meiner Kindheit mindestens zwei Türen kaputt geschlagen. Und als ich noch ganz klein war meinen Puppen die Köpfe verdreht nur um mich zu ärgern. Das fand er wohl sehr lustig.
Meine Mutter hat mich zum Friseur gezwungen, weil sie fand dass mir lange Haare nicht standen. Ich habe geweint und konnte es einfach nicht fassen.
Ausserdem wurde mir das Essen regelmässig reingestopft, wenn ich es nicht mochte.

Zu anderen Kindern war meine Mutter immer super nett. Ein Junge meinte mal zu ihr, dass er sie gerne als Mutter hätte weil sie ja so lieb sei und ihre Kinder sicher nie anschreien würde. Daran erinnere ich noch genau. Ich etwa neun Jahre alt und stand neben meiner Mutter und sie hat sich so gefreut. Was für eine falsche Hexe.

Ist das normal? Ich komme damit nicht klar und hasse meine Eltern für das was sie mir angetan haben.

Dabei fühle ich mich schuldig, weil es andere Kinder doch viel schlimmer hatten oder haben. Aber ich komme einfach nicht damit klar.
Ich bin jetzt 26 und ich habe das alles immer noch nicht verarbeitet. Bin ich einfach nur extrem labil? Was soll ich tun?

Meine Mutter bestreitet heute vieles und mein Vater meinte seine Kindheit wär auch nicht toll gewesen. Er will mir bald mal erzählen was da alles so abging. Ich will es aber gar nicht hören. Soll ich meine Kinder irgendwann etwa auch misshandeln und dann sagen:"Ja ich hatte es damals auch nicht schön" Was für ein krankes Denken ist das nur.
 
Hi Gast,

also ich hatte auch eine schwere Kindheit, der Ehemann meiner Mutter war und ist gewalttätig und hat sie oft verprügelt und anders misshandelt, was meine Halbschwester und ich immer mitbekommen haben. Zu uns war er auch nicht gerade nett und es gab oft Streit, gerade weil ich mich immer gegen ihn gestellt habe und ihn auch mehrmals wegen häuslicher Gewalt angezeigt habe. Leider verleugnete meine Mutter jedes mal die Vorkommnisse und so war ihr nicht zu helfen. Sie selbst war auch nicht besonders liebevoll zu uns, hat z.B. das Meerschweinchen meiner Schwester in der Regentonne ertränkt, weil sie die Tierarztkosten fürs eventuelle Einschläfern oder Medizin nicht zahlen wollte, oder hat mich oft beschimpft.
Ich bin dann mit 16 zu meinem Vater gezogen. Lange habe ich die Sachen auch nicht verarbeiten können. Nach meinem Umzug habe ich mir allerdings eine Psychologin gesucht und mich bei ihr ausgeredet, das tat einfach nur gut. ich hatte 5 Sitzungen und fühlte mich danach wie neu geboren.

Ich denke auch manchmal, eigentlich habe ich es doch noch gut gehabt, immerhin konnte ich wegziehen, die Möglichkeit haben viele andere nicht und mir selbst wurde körperlich ja nie ein Schaden zugefügt. Aber ich glaube auch, dass man sich keine Vorwürfe machen braucht, weil es noch schlimmere Schicksale gibt. Da gilt wohl das Motto: Schlimmer geht immer!

Auch mit meinem Freund und meinen Freunden habe ich über meine Erlebnisse geredet, obwohl es mir anfangs peinlich war (eigentlich unbegründet, war aber nunmal so) und das hat mir auch viel geholfen.

Ich würde dir auch raten dich bei einer Psychologin auszureden und die Sache einfach richtig aufzuarbeiten. Ich hatte z.B. viele Schuldgefühle, dass ich meine jüngere Schwester ja im Stich gelassen habe, so meine damalige Meinung, aber in der Psychotherapie wurde mir klar, dass ich richtig gehandelt habe, als ich umgezogen bin.
Sprich auch mit Vertrauenspersonen darüber. Reden hilft meist ganz viel.

Ich wünsche Dir viel Kraft, Du schaffst das sicher 🙂
 
Meliplex,

danke für deine Antwort.
Ich würde auch gerne mal zu einem Psychologen gehen. Ich habe vor kurzem herausgefunden, dass ich ADS habe. Ich habe mir überlegt eine Verhaltenstherapie zu machen.
Aber die wenigsten Psychologen kennen sich damit genau aus. Das ADS bekomme ich vielleicht auch alleine mit Medikamenten zurecht.
Aber die Wunden aus meiner Kindheit kommen immer mehr in mein Bewusstsein.
Ich tue mir selbst leid für das was ich erlebt habe, leider stosse ich dabei meist auf Ablehnung wenn ich mit jemandem darüber spreche.
Ich wurde ja nie vergewaltigt also wo ist dann bitte das Problem? Ich soll mich mal zusammenreisen und nicht alles auf meine Kindheit schieben.

Hat dir die Krankenkasse die Therapiestunden bezahlt? Ich dachte eigentlich man muss dann immer gleich eine komplette Therapie für ein Jahr machen oder man bekommt gar nichts bezahlt. Wie ist das denn nun wirklich?

Ich habe das auch nie gemacht, aber seit ich weiss, dass ich ADS habe kommt alles wieder hoch. Und der Hass gegen meine Mutter wird von Tag zu Tag grösser.
 
Ich habe einen Freund aus Brasilien. Er hat mir immer vorgeworfen ich wäre ja so negaitv.

Einmal hat er mir ein Fotoalbum von seiner Kindheit gezeigt. Er hat eine wirklich unglaubliche Familie. Ich wollte alle Bilder sehen und am Ende fragte er mich ob ich auch so eine tolle Kindheit gehabt hätte.
Es war mir schon fast peinlich das zu verneinen.

Wenn ich mich auf einen Mann einlasse, dann frage ich ihn immer am Anfang wie seine Kindheit denn so war.
Ich will einfach keinen Freund der ähnliches erlebt hat wie ich. Ich will dass er eine stabile Beziehung zu seinen Eltern hat.
 
Hi nochmal,

ich habe die Psychologin damals über meine Vertrauenslehrerin an meiner alten Schule vermittelt bekommen. Ich musste auch nichts für die Stunden zahlen, ich denke das lag einmal daran, dass ich erst 16 war und die Psychologin meine Hintergrundsituation durch besagte Lehrerin kannte. Also dass meine Mutter arbeitslos ist und nicht unbedingt Geld da ist. Mein Vater hätte es mir zwar sicher auch gezahlt, damals habe ich mich aber nicht getraut ihn darum zu bitten und bin ganz heimlich gegangen, es war mir einfach noch peinlich diese "Schwäche" zu zeigen, nicht allein mit der Situation umgehen zu können.

Und dann will ich dich doch gleich auf das ADS ansprechen. mein Freund hat auch ADS bzw. es wurde bei ihm diagnostiziert. Wie kommst du darauf, dass du das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom haben könntest? Das ist bei Erwachsenen normalerweise nur noch ganz ganz schwach ausgeprägt, wenn überhaupt noch bemerkbar.
Von einer Medikation mit z.B. Ritalin rate ich dir dringend ab. Mein Freund nahm dieses Teufelszeug zwischen seinem 8ten bis zu seinem 16ten Lebensjahr. Es hat ihm zwar geholfen, aber als ich ihn über die Risiken informierte und mit ihm über die genaue Wirkung sprach, ging ihm ein Licht auf. Wir haben uns deswegen anfangs oft gestritten, weil er es erst nicht absetzen wollte. Als er es doch getan hat, hatte er sehr schlimme Entzugserscheinungen. Nach etwa drei Wochen waren diese vorbei und er hat festgestellt, dass es ohne das Medikament genauso geht und er gar keine Probleme mehr hatte. Jetzt hoffen wir, dass nicht irgendwann Folgeschäden auftreten werden.

Liebe Grüße
 
Nein ADS verschindet nicht im Erwachsenenalter, das ist ein Irrglaube.

In meinen Zeugnissen, war schon ab der ersten Klasse von extremer Ablenkbarkeit die Rede. Ich kann keinen Job halten, da ich mich nicht konzentrierne kann....
Zum Glück habe ich einen guten Arzt gefunden. Und ich werde auch bald Medikamente nehmen. Die Nebenwirkungen nehme ich ihn Kauf, ich kann so nicht mehr leben.
Die ständige Abhängigkeit zu meinen Eltern weil ich mich nicht konzentrierne kann ertrage ich einfach nicht.
 
Hallo Gastschreiberin


Ja ADS im Erwachsenenalter, das ist in Deutschland ein echtes Problem. ADS ist ein Ddopaminmangel im Gehirn, schizotype Störungen ein Dopamin Überschuss. Komisch, dass das eine nicht anerkannt ist und das andere schon. Ich vermute das liegt in Deutschland daran, dass man Kosten sparen will und das eine das erst später bekannt wurde einfach nicht anerkennen will. Und die blökende Schaafsherde rennt hinterher. Es freut mich aber wirklich für dich, dass du einen guten Arzt gefunden hast.


Was das betrifft, dass dein Umfeld immer negativ darauf reagiert wenn du von deinen Problemen erzählst. So etwas kenne ich nur zu gut Sprüche, wie „bei dir sind immer die anderen schuld“ oder so was.
Na ja ich habe mal für mich einen „Roman“ geschrieben, da ging es um eine Frau (Melli) mit schwieriger Lebenssituation und frustrierendem Job, die in einem trostlosen Dorf wohnt und eines Tages ausgeraubt und zusammengeschlagen wird. Im laufe der Geschichte wird sie zunehmend von den anderen Dorfbewohnern immer stärker angegangen und fertig gemacht. Die die sie fertig machen, haben auch ein trostloses Leben und haben nun Angst, dass Melli aufgrund des Überfalls nun auf einmal im Mittelpunkt steht, und ihr womöglich geholfen wird. Zum Schluss bringt sie sich vor Frust am Leben um.
(Na ja, ich war und bin ein Kafka Fan^^)
Ich habe es dann mal einigen zu lesen gegeben, und die die es gelesen haben, haben auch reagiert...


Also was will ich damit sagen...
Na ja mir hat das geholfen das zu schreiben, auch wenn ich beim Schreiben anfangs nach fast jedem Satz den Laptop verlassen habe. Vielleicht bringt dir das auch was zu schreiben. Aus Männlein mach Weiblein, aus Weiblein mach Männlein..


LG und alles Gute
 
Hi Gast,
also was deine eltern gemacht haben finde ich echt schlimm. Ich verstehe nicht warum man sowas macht. Meine eltern sind auch so immer noch zu mir, und ich bin 25. Ich kann meine kindheit auch nicht verarbeiten. Was ich dir sagen wollte,
du brauchst dich nicht schuldig zu fühlen gegen anderen über dien es schlimmer hatten. Den jeder fühlt und denkt anders. Jeder verarbeitet seine situation anders. Es gibt menschen wo die eltern starben oder sie missbraucht haben und doch leben sie weiter als wäre das alles nie passiert, und es gibt menschen die wegen den tot ihres haustieres mitdepressionen kämpfen. Alles die frage der empfindlichkeit und emotionale stärke.
Ich hatte mei einen freund der mir vorgeworfen hat, ich wäre dumm nur weil ich mich geritzt habe, er hatte keinen verständiss für mich und meinte ich würde übertreiben, auch meine freunde haben es zu mir gesagt, nur weil sie es sch...sse fanden dass ich geweint habe. dabei wussten die alle wie meine familie drauf ist ( eltern geschieden, von eigene mutter geschlagen miss ich blütete, von opa missbraucht, stieffvater ein alkoholiker), das alles wussetn die über mich und doch keine verständniss. Auch wenn ich das alles erlebt habe, würde ich nie sagen, dass nur weil ich es hate, dass es bei mir schlimmer ist, weil meine meinung nach, ist es so wie wir es emfinden.
deswegen muss es dir nicht leid tun, den es ist deine vergangenheit und du hast damit zu kämpfen. Vergiss nicht dass jeder anders ist und jeder erlebt eine oder andere situation auf seine art und weis...
ich wunsche dir viel kraft um es zu vergessen.
lg Natalie
 
hey

solltest du das hier überhaupt lesen:

denk mal eine sekunde nicht daran, wie schlimme s andere hatten. ja, mag jetzt egoistisch klingen, aber.. sonst wirst du niemals glücklich, und für DICH war das nunmal belastend..

und das is okay, und gehört verarbeitet, denn sonst wärs nicht oaky, gecheckt?

wenn du nicht wilslt, das dir das dein vater erzählt.. sei offen und sag es ihm. oder du bist feig, sagst es ihm nicht, und hörst es dir an. deine entscheidung.

was das verarbeiten angeht.. setzt dich damit auseinader, wenns sein muss, gieb dir selbst eine chance, es zu verarbeiten.. rede mit jemanden, dem du vertraust darüber.. was auch immer.

und jetzt, was deine zukünftigen kinder angeht.. nun ja, es ist deien sahce, was du mit denen mal machst.. (wenn ich aber jetzt trotudem so frech sein dürfte, und meiine meinugn dazu äußern darf? menschen so zu behandeln, wie man selbst behandelt worden ist und dann genau das als grund vorschieben ist erstens kindisch, zweitens feig.. warum feig? -> mensch, du hattest die wahl, es anders zu machen und du hast sie nicht ergriffen, also ist es dein fehler und nicht der deiner eltern oder wer auch immer dich so behandelt hat. jeder mensch (jdfls jeder "normale") würd ich mal meinen hat ein eigenes gehirn und nen eigene verstand, der ihm/sie zum denken befugt, wer das nicht nutzt, ist selbst schuld.. wer verletzt worden ist, muss ncith wieder verletzten.. denn genau das ist eig die größte dummheit.. du weißt ja, wie sich das anfühlt.. also warum zum donenr, machst dus dann?.. ähm.. jah, bevor ich jetzt da wieder zu lang weiter schreib.. zurück zum eigentlichen thema.. ^^''')
wobei.. ich dazu eig gar nichts mehr zu sagen hab.. naja, eines vielleicht noch: man muss die fehelr der anderen nicht nachmachen, sondern kann gleich bei seinen eigene anfangen.. also sei vlt kein besserer mensch, als diene mutter/ dein vater, aber daüfr irgendwann mal ein besserer elternteil, als du es von deinen eltern erfahren hast

lg
 
Hallo Gastschreiberin,

was dir angetan wurde, ist wie bei jedem anderen Menschen auch, immer das Schlimmste was dir angetan wurde Punkt!. Ich schreibe das mit Absicht so hart, denn es hält dich auf, wenn du dir denkst, andrer hatten es viel schlimmer als du. Somit lenkst du von deiner eigenen Auseinandersetzung ab, da du dann `nicht bei dir bist`und trotzdem deine inneren Schmerzen andauernd fühlst/spürst.

Hol dich!. Nimm dich selber an der Hand und gestehe es dir zu wegen deiner Kindheit, die sehr schlimm war, auch ein Anrecht auf Schmerzen zu haben. Tust du das nicht, ist kein Anfangspunkt gegeben, damit sich das alles in deinem Tempo verändern kann. Dann läufst du jahrelang mit deinem Schmerz von dir selber weg.

Daher als allererstens `bleib stehen`um dir selber zu sagen `ich kümmere mich jetzt um meine schlimmen seelischen Schmerzen!!! Das ist wichtig damit der Strudel sich um dich dreht und nicht darum ob du `genug wert wärest um darunter leiden zu dürfen`.

Ich hoffe, ich habe es verständlich geschrieben.

Lieben Gruss
und alles Gute
Nell
 

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