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Ich kann einfach nicht mehr

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xyurei

Gast
Ich hoffe ich bin hier richtig - wenn nicht, entschuldige ich mich für die falsche Kategorie.

Ich leide seit Ende Februar an einer Angststörung, die langsam aber sicher mein ganzes Leben ruiniert. Meine Emetophobie, die ich immer gut in Griff hatte, ist seitdem stärker als je zuvor. Ständig habe ich Angst, dass mir schlecht werden könnte. Ist mir dann schlecht, ist es die Hölle, auch wenn mir das damals nichts ausgemacht hat bzw. auch wenn nie etwas passiert. Ständig denkt sich mein Gehirn „Was wäre, wenn doch“ und auch, wenn ich mir zich mal sage, dass nichts passiert und das es mir gut geht, kann ich einfach nicht damit aufhören.

Ich esse aus Angst kaum noch. Habe in der ganzen Zeit 10kg abgenommen. An manchen Tagen schaffe ich es kaum vor die Tür, zurzeit ist Arbeiten kaum noch möglich. In drei Wochen ist meine Ausbildung zu Ende aber trotzdem schaffe ich es nicht, mich zu überwinden und zur Arbeit zu fahren, auch wenn ich mich dort total wohl fühle.

Ich bin in psychiatrischer Behandlung, doch meine Psychiaterin ist wenn kaum erreichbar und wenn doch, soll ich nur Medikamente schlucken, damit es besser wird. Das kann aber auf Dauer keine Lösung sein und das will ich auch nicht. Ich nehme zurzeit ein Antidepressiva, mit welchem ich auch gut klar komme, aber was anderes möchte ich nicht nehmen. Ich will da eigenständig rauskommen. Zurzeit suche ich nach einem Psychotherapieplatz, finde aber keinen. Bin bei einer Heilpraktikerin, die ich selbst zahle.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich bin 23 und will mein altes Leben wieder. Ich will wieder raus, will wieder essen können, Spaß am Leben haben. Im Moment lebe ich aber nicht, sondern existiere nur noch. Ich brauch Hilfe, bekomme aber keine. Jeder Tag ist für mich eine Qual und wenn es dann mal besser ist, kommt der nächste Rückfall und alles wird wieder schlimmer.

Was kann ich machen, damit die Angst endlich wieder aufhört?
 

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Frau Rossi

Aktives Mitglied
Du bist hier richtig.

Es dauert lange bis man einen Therapieplatz bekommt.
Hast Du vielleicht eine Uniklinik in der Nähe?
Es gibt dort Spezialambulanzen.

Ich habe auch Angstzustände aber habe nicht diesen Druck.
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Hallo xyurei,
manchmal ist es sinnvoll, sich die letzte Phase
genauer anzuschauen, in der das Problem (also
hier deine Angst etc.) noch nicht da war bzw.
kein Problem.

Du schreibst "seit Ende Februar". Was war denn
davor bzw. kurz davor anders? Vielleicht gibt dir
das einen Hinweis, was du vergessen hast oder
was gelöst werden müsste.

Manchmal sind es auch Kleinigkeiten, die man
ändert, etwa die Ernährung oder etwas anderes,
das man wieder ändern kann.

Zusatzfrage: Gab/gibt es seitdem kürzere Phasen,
in denen es dir gut oder besser ging/geht? Auch
in solchen "Ausnahmezeiten" stecken manchmal
wichtige Informationen, was hilft.

Gruß, Werner
 
N

Nehelenja34

Gast
Hallo,

ich habe auch eine Angststörung seid meiner Jugend.
Mit den letzten Jahren ist es immer schlimmer geworden.

Ich nehme seit etwa 4 Monaten die Aminosäure Tryptophan, gibt es frei verkäuflich im Internet und fällt unter Nahrungsergänzung.
Diese Aminosäure wirkt effektiv gegen die Angst.
Ich habe seitdem keine Angst mehr und kann mein Leben normal leben.

Eine Therapie würde ich allerdings auch nebenher machen, da es immer Gründe für so eine Angst gibt. Eine Therapie dauert allerdings sehr lange und ich weiss, das man irgendwann an einen Punkt kommt wo man so einfach nicht mehr weiter machen möchte. Daher meine Empfehlung.
 
X

xyurei

Gast
Ende Februar war eigentlich alles gut allerdings fing dann eine Freundin von mir an, mich täglich mit ihren Problemen vollzutexten. Habe ihr natürlich geholfen, aber im Nachhinein denke ich mal, dass mich das extrem gestresst hat - vor allem weil das in der Zeit war, wo ich meine ersten Panikattacken hatte.

Eine kürzere Zeit, wo es mir wirklich besser ging und ich mich auch wieder ans Essen getraut hatte, gab es sogar letzte Woche noch. Da hatte ich nach einem Rückfall und Medikamterhöhung ca. zwei Wochen Ruhe. Konnte auch meine Abschlussprüfung in aller Gelassenheit schreiben, aber genau einen Tag später wiederholte sich das ganze Spiel von vorn. Ich vermute, dass ich vielleicht unterbewusst doch Stress hatte (ich merke, wenn ich extrem gestresst bin, seit den Panikattacken einen trockenen Würgereiz habe - genau den hatte ich dann auch, was mich aus der Bahn geworfen hat), und dann bei Stress die Ängste verstärkt wiederkommen. Ist zu mindestens meine Theorie.

Liebe Grüße,
xyurei
 
G

Gelöscht 114884

Gast
Stress als Ursache könnte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit sein. Denn oft wird uns eher schlecht, wenn wir an bestimmtes denken oder sehen als durch Nahrung. Es ist wohl dagegen seltener, dass dir wegen der Nahrungsaufnahme schlecht wird. Ganz im Gegenteil, der verzicht auf Nahrung lässt deinen Bauch ganz flau werden, es stresst den körper und somit auch dich dann wieder. Durch deine Angst förderst du eigentlich etwas gegen was du Angst hast. Alleine die Angst selbst stresst ja schon, während Stress selbst die Ursache sein könnte.

Das Gefühl vom Schlechtwerden ist ja durch den Würgereflex eine Schutzfunktion unseres Körpers. Eigentlich einem Gefühl dem wir dankbar sein müsste, denn ohne diese Funktion müssten wir vor ganz andere Sachen im Leben Angst haben. Ich vermute stark, dass sich diese Schutzfunktion tatsächlich durch deine Sorgen und Ängste schon viel mehr auf deinen psychischen Zustand konzentriert... um dich dort zu warnen: Hey, pass auf dich besser auf. Vielleicht könnte dir der Gedanke helfen dich mit diesen Warnsignalen anzufreuden, anstatt gegen die Angst versuchen anzukämpfen oder verdrängen zu wollen. Denn im Vergleich wäre es, wenn ein Freund dich vor etwas warnt, dich an die Hand nehmen möchte und du vor ihm angst bekommst, obwohl er dein Freund ist der nur helfen möchte. Vertrauen ist halt nicht immer leicht.

Also versuch dir mal viel Gutes zu tun, um dich vom ganzen Stress zu entspannen. Versuche dch weniger mit Problemen von anderen zu beschäftigen, am besten auch weniger Nachrichten schauen und lesen und dich lieber selbst verwöhnen und vor allem den Körper nicht vergessen dabei, damit er auch die ganzen Nährstoffe bekommt, die er braucht - um dir keine stressigen Signal in den Kopf schicken zu müssen.
 

Skyma

Aktives Mitglied
Bei Stress verstärken sich Ängste! Hab die gleiche Erfahrung gemacht. Ich hab eine ähnliche Geschichte: Als Teeny Emetophobie und dann Angststörung. Ich kann dir den Tipp geben, dass du verständnisvoller mit dir selbst umgehen solltest. Ja, es ist gerade viel los. Ja, es stresst dich und du reagierst entsprechend darauf. Das ist völlig okay und wird sich auch wieder ändern. Wenn dir alles zu viel wird, dann mach ein Schritt nach dem anderen. Wenn dir der Arbeitstag unmöglich erscheint, dann fahr vielleicht einfaach mal hin, nach dem Motto: Ich probiers halt mal. Wenns nicht mehr geht, fahr ich nach Hause.

Gegen die Emetophobie hilft mir, eine Tüte dabei zu haben. Klingt blöd, aber wenn es denn wirklich mal kommt, dann kommts halt. Es ist ein normaler körperlicher Reflex. Was genau macht dir am Erbrechen am meisten Angst?
 
X

xyurei

Gast
Was genau macht dir am Erbrechen am meisten Angst?
Ich glaube, was mir Angst macht ist der Kontrollverlust über meinen Körper in dem Moment. Das lustige ist, dass ich mich noch nie übergeben habe, wenn mir schlecht war. Selbst wenn‘s eine richtig schlimme Übelkeit war. Zudem übergebe ich mich wirklich extrem selten, dass letzte Mal war es auch nur weil ich krank war - und selbst da dachte ich, okay, eigentlich war das gar nicht so schlimm wie gedacht. Deswegen versteh ich auch nicht, warum die Emo jetzt gerade so krass ist. Eigentlich gibt‘s dafür ja gar keinen Grund und das sage ich mir auch immer wieder, aber irgendwie will‘s einfach nicht klappen.
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Ende Februar war eigentlich alles gut allerdings fing dann eine Freundin von mir an, mich täglich mit ihren Problemen vollzutexten. Habe ihr natürlich geholfen, aber im Nachhinein denke ich mal, dass mich das extrem gestresst hat - vor allem weil das in der Zeit war, wo ich meine ersten Panikattacken hatte.

Eine kürzere Zeit, wo es mir wirklich besser ging und ich mich auch wieder ans Essen getraut hatte, gab es sogar letzte Woche noch. Da hatte ich nach einem Rückfall und Medikamterhöhung ca. zwei Wochen Ruhe. Konnte auch meine Abschlussprüfung in aller Gelassenheit schreiben, aber genau einen Tag später wiederholte sich das ganze Spiel von vorn. Ich vermute, dass ich vielleicht unterbewusst doch Stress hatte (ich merke, wenn ich extrem gestresst bin, seit den Panikattacken einen trockenen Würgereiz habe - genau den hatte ich dann auch, was mich aus der Bahn geworfen hat), und dann bei Stress die Ängste verstärkt wiederkommen. Ist zu mindestens meine Theorie.
Spannend – da hast du ja schon einige nützliche
Erfahrungen und Kompetenzen gesammelt. Es
kommt tatsächlich vor, dass man sich "ansteckt",
wenn man mit nahen Menschen über deren
Probleme spricht bzw. sich empathisch einlässt.
Deshalb müssen Therapeuten etc. ja eine Aus-
bildung machen, um diesem Berufsrisiko zu ent-
gehen bzw. sich wieder zu sammeln, wenn es doch
passiert.

Gibt es vielleicht noch etwas, das du erinnerst,
das dir geholfen hat? Etwa wie du mit stärkerem
Stress als üblich umgehst, wie du eine Stresssitua-
tion wieder verlässt?

Interessant finde ich immer auch die Frage, ob
man schon weiß, wie man die Beschwerden absicht-
lich hervorrufen oder verstärken kann. Denn wenn
man das weiß (also wenn man seine Schalter kennt),
ist es meist nicht mehr weit bis zu dem Punkt, wo
man die Beschwerden auch absichtlich abstellen
kann, wenn sie auftauchen.

Deine Erfahrung mit den Medikamenten und auch
die im anderen Post geschilderten mit Tryptophan
sind schlüssig. Es ist inzwischen gut geklärt, wie die
Angst im Hirn entsteht und es sind auch Wege und
Mittel bekannt, sie zu mildern oder auszublenden.
Gerade wenn man sein Gehirn viel benutzt, ist es
wichtig, für eine gute Ernährung zu sorgen, speziell
mit den fürs Gehirn wichtigen Nährstoffen (z. B.
Zink und auch schlicht Eiweiß und Kohlenhydraten);
ebenso ist Schlaf ein entscheidender Faktor, um uns
vor Schaden durch Stress zu schützen.

Bin gespannt, was du noch herausfindest; wenn du
magst, berichte doch hier.
 

cucaracha

Sehr aktives Mitglied
Googel mal im Internet unter
Psychotherapeuten suchen und
Psychotherapeuten finden..
Dort findest du viele Listen mit freien Therapieplätzen.

Es wäre wichtig deine Kindheit in der Therapie zu bearbeiten..
 

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