Er konnte eben gut Sprüche klopfen, aber tatsächlich passte sie eben nicht zu seiner Hochglanz-Welt.Einerseits willst du deiner Tochter natürlich nicht sagen, dass er sie hinterrücks ausgrenzen wollte, aber andererseits ist es halt auch blöd, dass sie ihn so toll findet.
Das ist das Dilemma. Ich möchte nicht die Unwahrheit sagen aber sie auch nicht enttäuschen.Ich glaube, ich würde versuchen, andere Gründe zu finden, um ihr die Trennung zu erklären.
Es wäre sicher eine große Enttäuschung für sie, dass er ihr nur was vorgemacht hat.
Er hat immer den guten Samariter gegeben weil er sich mit ihr abgab- und im Nachhinein kamen jetzt Aussagen wie „Du findest sowieso keinen Zweiten der sich ne Alleinerziehende mit einem behinderten Kind antut!“ - das finde ich sehr verletzend und unfair!
Denn sie ist ein richtig tolles Mädchen geworden- total selbständig und erwachsen. Was sie an zusätzlicher Aufmerksamkeit braucht (ein paar mehr Arzt- und Therapie- Termine) benötigt jedes andere Kind in ihrem Alter in anderer Form (dann fährt man eben zur Nachhilfe oder zur Reitstunde)!
Ich denke sein Problem war einfach nur dass sie von der Norm abweicht!
Das Kind kann so toll sein wie es will, aber wenn es auf Krücke, spezial-Brille und Hörgeräte angewiesen ist eignet es sich in seiner Welt nicht als vorzeige-Stieftochter.
Das hat er mich immer wieder spüren lassen- und ich sollte doch lieber Dankbarkeit zeigen weil er ja so toll und offen ist und das Alles akzeptiert!
Er ist damit ja leider kein Einzelfall- ist generell schwierig in unserer Gesellschaft.