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Ich habe mein Leben zerstört

christalineswasser91

Neues Mitglied
Ich melde mich hier, weil ich gerade einfach nicht mehr weiter weiß. Ich habe leider niemanden mehr, mit dem ich reden kann.
Und diese Einsamkeit und Belastung steigt Tag für Tag an. Ich liege nur noch im Bett, weil sich alles so anstrengend anfühlt und ich mag einfach nicht mehr.
Ich habe mein ganzes soziales Umfeld durch die Hetzjagd meiner damaligen besten Freundin verloren. Ich wurde ihr Opfer für alles, was in ihrem Leben schief lief. Ich traute mich nie, ihr zu sagen, dass ich anderer Meinung bin, weil sie sonst austickte. Naja irgendwann gab es dann Kritik an ihr von unserem Freundeskreis und ich wurde für alles verantwortlich gemacht. Dadurch zerstörte sie systematisch diesen ganzen Freundeskreis, sodass dieser nicht mehr besteht.
Die Beziehung zu meinem Freund leidet auch sehr. Wir haben 6 Jahre lang kein Sex, ich warte tagelang auf eine Antwort, er fährt ohne mich in den Urlaub. Gestern hatte ich den Mut, ihn zu konfrontieren, weil ich einfach nicht mehr kann. Die Antwort war: „Ja bin halt unterwegs.“
Und als ich meinte, es geht so nicht mehr, kam nur: „Ja quatschen morgen.“
Ich kenne ihn einfach nicht mehr. Er ist früher durch halb Deutschland zu mir gefahren, damit wir einen Abend verbringen konnten, hat gesehen, wenn es mir schlecht ging, hatten täglich telefoniert oder geschrieben. Heute weiß ich nicht mal mehr, wann er arbeitet, was er macht und wo er ist. Und ich vermisse diesen Menschen von früher zu sehr und ich weiß nicht, was passiert ist, wo dieser Mensch hin ist.
Und das ganze gipfelte in einem schlimmen Streit mit meiner Schwester, die einen verheirateten Mann mit Kindern als Affäre hatte und ich mit ihr darüber geredet habe. Sie fühlte sich sehr davon angegriffen und hat mich nicht verstanden. Es kam nur zurück, dass ich ihr ihr Glück nicht gönne. Das schaukelte sich dann hoch, sodass wir beide kein gutes Wort miteinander gesprochen haben. Seit dem Funkstille.
Meine Eltern sind jetzt die einzigen, die ich noch habe. Aber mit denen kann ich nicht über sowas reden. Wir hatten noch nie dieses Verhältnis und es ist schwierig, mit ihnen über Gefühle oder sowas zu sprechen. Sie würden es nicht verstehen.
 
Und ich vermisse diesen Menschen von früher zu sehr und ich weiß nicht, was passiert ist, wo dieser Mensch hin ist.

Du bist auch nicht mehr der Mensch von früher. Deine Lebensmüdigkeit ist wie ein "ich bin bereit"- dieses Leben mag ich nicht mehr. Lass es los und eingehen- freunde dich mit dem Gedanken an, dass du diese Gruppe hinter dir lässt und weg gehst von da. Das ist wirklich wie "Sterben"- aber hoffentlich nur psychisch, deinen Körper brauchst du noch und mit dem baust du dir ein neues Leben auf.

Wie schlimm, dass du so lange gebraucht hast für diese Kapitulation.

Loslassen ist schon, wenn man die anderen egal nimmt, sie sein lässt- da brauchst du nicht so schnell den Ort wechseln. Du kannst von hier aus, wo du bist schon einmal deine Sachen sortieren, dich informieren, wo es schön ist und langsam und mit aller Ruhe irgendwelche Tätigkeiten wieder aufnehmen, die dir früher Freude machten- das ist zugleich zurückkehren ins ICH, wie ich mal war. Alleine schon wegen dem wird es dir bald viel besser gehen. Es wird ein wenig dauern, bis sich diese Freude einstellt, bis du umgestellt bist wieder in diesen anderen Modus. Lass dir Zeit und habe Geduld mit dir.
Ich umarme dich, hier werden dich sicherlich etliche noch umarmen, alles Seelen, die deiner Seele Trost geben versuchen. Alleine bist du nie.
 
Ich kann mir vorstellen, dass du dich mit der Situation schlecht fühlst. Irgendwie sind alle sozialen Brücken weg.

Als erstes würde ich an deiner Stelle das Problem mit deinem Partner angehen. Ihr wohnt offensichtlich nicht zusammen. Für mich hat er längst Schluss gemacht, lebt sein eigenes Leben und hat es dir einfach noch nicht gesagt.

Wann seht ihr euch wieder?
 
Du fühlst dich völlig allein und dass du "einfach nicht mehr magst".
Deshalb würde ich dir zunächst raten, dir jetzt wirklich Unterstützung zu holen.
Du hast offenbar in mehreren Bereichen deines Lebens Menschen verloren oder dich von ihnen entfernt. Das ist unglaublich viel auf einmal, aber daraus folgt nicht, dass du dein Leben zerstört hast.
Deine Freundschaft, deine Beziehung und der Streit mit deiner Schwester sind Dinge, die sich möglicherweise nicht mehr so entwickeln, wie du es dir wünschst, natürlich tut das weh.
Trotzdem ist dein Leben damit nicht vorbei. Du bist nicht auf diese Menschen und auf den jetzigen Zustand deines Lebens festgelegt.
Gerade bei deinem Freund würde ich mir allerdings ernsthaft überlegen, ob du noch an einer Beziehung festhalten möchtest, in der seit sechs Jahren kein Sex stattfindet, ihr kaum noch miteinander redet und du praktisch nicht mehr an seinem Leben teilnimmst. Du vermisst offenbar nicht nur ihn, sondern vor allem den Menschen, der er einmal für dich war.
Versuche bitte, jetzt nicht dein gesamtes Leben auf einmal lösen zu wollen.
Der erste Schritt wäre für mich, wieder ein kleines Stück Stabilität und Unterstützung zu bekommen.
Du hast nicht dein Leben zerstört. Du steckst gerade in einer sehr schweren Phase und brauchst Unterstützung, um da wieder herauszukommen.
 

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