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Ich habe Gewalt in der Pflege (Altenheim) beobacht... :(

Mikkian

Mitglied
Guten Morgen,

eine Kollegin von mir ist wohl anscheinend schon jahrelang Alkohol abhängig bzw. ist schon öfters mit einer "Fahne" zur Arbeit erschienen. Diese Kollegin soll auch ihren Titel als examinierte abgeben, u.a. weil sie total überfordert scheint, einfach psychisch fertig ist, öfters weint auf der Arbeit usw.

Erstmal vorab, eigentlich mag ich diese Kollegin, trotz ihrer mir bisher bekannten Probleme, ist nett und hilfsbereit.
Gestern ist es nun zu einem Vorfall gekommen, das ich mitbekommen habe wie diese Pflegekraft mit Gewalt einer Dame das Essen angereicht hat und zwar so heftig das ich diese Dame hab schreien hören, dazu muss man wissen das diese Dame eigentlich gar nicht mehr spricht, also muss es ihr wirklich weh getan haben. Ich war oder vielmehr bin geschockt, ich hatte auch schon öfters den Eindruck das diese Kollegin nicht die sanfteste ist, aber das gestern war eindeutig zu viel. Ich habe mich mal mit der Pflegehilfskraft unterhalten, diese arbeitet öfters mit der anderen zusammen, auch sie berichtete mir von Vorfällen die zum Teil sogar noch schlimmer waren als das was ich gesehen habe.
Ich bin gestern noch gleich zur Wohnbereichsleitung und habe ihr von meinen Beobachtungen erzählt. Die Leitung hat mir gesagt das ich genau richtig gehandelt habe, man kennt ja die Vorgeschichte und Gewalt in der Pflege geht gar nicht.
Ich habe jetzt ein total schlechtes Gewissen, denn eine solche Anschuldigung bzw. Beobachtung reicht aus um eine fristlose Kündigung auszusprechen und ich bin diejenige die diese Kollegin angeschwärzt hat, meiner Meinung nach braucht diese Kollegin hilfe und zwar ganz dringend, will man mit ihr reden blockt sie ab. Auch wenn ich in dem Moment nur an die alte Dame gedacht habe, die sich ja nun nicht mehr wehren kann.
Mir wurde von der Wohnbereichsleitung gesagt das ich sicherlich auch noch mit der Hausleitung sprechen muss. Irgendwie fühle ich mit wie ein "Kollegenschwein", konnte schlecht schlafen, bin irgendwie innerlich total zerrissen...
 
du hast genau richtig gehandelt.
die alten menschen können das ja nicht tun.
ein solcher mensch gehört nicht in die pflege !!
 
Ich kann dir nachfühlen, mir drehts regelrecht den Magen dabei um :/.

Du hast absolut richtig gehandelt, zu Gunsten der Pfleglinge, wie auch der anderen Mitarbeiter sowie der Arbeitsstelle. Es ist eine elende Situation, doch sie wird vorüber gehen. Schlimmer wäre es, wenn du die Krankheit/Sucht und die damit vermutlich zusammenhängenden Ausfälle der Kollegin deckst. Denn aufgrund euer Tätigkeiten können dadurch andere Menschen zu Schaden kommen. Das hat niemand verdient.

Natürlich kann es sein, dass du zumindest von ihr den Titel "Kameradenschwein" verliehen bekommst. Doch du warst mutig genug endlich STOPP zu sagen.

Dafür sage ich Danke.
 
Du hast absolut richtig gehandelt!!

Ich kann verstehen, dass dich Schuldgefühle in dir ausbreiten und du dich nun quasi als "Verräter" betrachtest. Aber denke mal umgekehrt. Hättest du nichts gesagt, hättest du dann nicht in etwa die selben Schuldgefühle aufgrund der wehrlosen Frau, der du nicht geholfen hast?

Wenn deine Kollegin bereits für ihre raue Art bekannt ist, sollte ihr mal wirklich ein Denkzettel verpasst werden, wenn sie ihre Art bis heute nicht geändert hat. Was sie für Probleme im Leben hat, ist allein ihre Sache und nicht die, von unschuldigen und wehrlosen alten Menschen!

Ob es nun tatsächlich zur Kündigung kommt, weißt du ja noch nicht genau. Besteht vielleicht eine Möglichkeit, sie für andere Arbeiten einzusetzen ohne den persönlichen Kontakt zu den Leuten?
 
Ich habe jahrelang meine demente Mutter zusammen mit meiner Familie gepflegt. Immer wenn wir nich tmehr konnten und Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege beantragt haben, hatte ich ein schlechtes Gefühl - eben weil man immer wieder von solchen Vorfällen hört. Das Pflegekräfte in der heutigen Zeit ernormen Belastungen ausgesetzt sind und diesen manchmal nicht gewachsen sind, ist sicherlich fast jedem klar. Aus meiner Sicht bin ich Dir sogar dankbar, dass Du eine weitere Gefahrenquelle aus dem Pflegeumfeld genommen hast, ein schlechtes Gewissen brauchst Du nicht zu haben. Irgendwann (vielleicht) bist Du selbst die Pflegeperson, kannst Dich nicht mehr gegen eine schlechte Behandlung wehren und bist dankbar, wenn dann eine andere Person für Dich diesen Missstand behebt.

Ich klopfe Dir mal auf die Schulter, hast Du gut gemacht!!!
 
Ich arbeite als Betreuungskraft im sozialen Dienst seit gut 2 Jahren. Was ich in dieser Zeit alles erlebt habe ist vor allem das die Pflegekräfte ein fast unmenschliches Arbeitspensum zu leisten haben, diesem Druck hält nicht jeder stand. Vor allem die examinierten müssen dokumentieren auf Teufel komm raus. Zum Beispiel ist man länger damit beschäftigt ein "Sturzprotokoll" auszufüllen (damit die Unterlagen "stimmen") als bei dem Bewohner der gestürzt ist nach dem rechten zu schauen, das ist doch irgendwie nicht richtig.
Ich mache meine Arbeit wirklich gerne, aber das komplette Umfeld, der damit verbundene Stress und eben auch solch ein Vorfall wie gestern, lassen mich ganz arg zweifeln ob ich wirklich noch weiterhin dort arbeiten möchte. Ich habe schon oft examinierte gesehen die geweint haben oder total ausgelaugt sind... :wein:
 
Ja, solch eine Arbeit
ist nicht für jeden zu schaffen.
Man fragte mich mal ob ich ein
Praktikum machen wolle in einem
Heim für geistig und körperlich eingeschränkte
Menschen.
Das habe ich dankend abgelehnt,
weil ich weiß, dass ich damit nicht umgehen
kann.
Ich habe meine Erzieherausbildung abgebrochen,
weil ich das Gefühl hatte, dass ich den Kindern
nicht gerecht werde konnte.
 
Man sollte nicht ausser Acht lassen, dass viele Menschen von der Bundesagentur für Arbeit in die Pflegeberufe "gepresst" worden sind. Mancher Arbeitslose hat sich somit ein neues Berufsumfeld eröffnet, da ist es erstmal zweitranging gewesen, ob man dieser Belastung gewachsen ist.... Viele haben es auch als "Übergangslösung" angesehen um erstmal wieder einen Job zu haben und sich ohne "Druck vom Amt" auf dem Arbeitsmarkt nach einer geeigneten Stelle umsehen zu können. Wenn man dann doch ungewollt länger im Pflegeberuf hängen bleibt, passieren unter Umständen so Dinge wie vom TE beschrieben.... einfach nur traurig.
 
Man sollte nicht ausser Acht lassen, dass viele Menschen von der Bundesagentur für Arbeit in die Pflegeberufe "gepresst" worden sind. Mancher Arbeitslose hat sich somit ein neues Berufsumfeld eröffnet, da ist es erstmal zweitranging gewesen, ob man dieser Belastung gewachsen ist.... Viele haben es auch als "Übergangslösung" angesehen um erstmal wieder einen Job zu haben und sich ohne "Druck vom Amt" auf dem Arbeitsmarkt nach einer geeigneten Stelle umsehen zu können. Wenn man dann doch ungewollt länger im Pflegeberuf hängen bleibt, passieren unter Umständen so Dinge wie vom TE beschrieben.... einfach nur traurig.

Selbst soetwas rechtfertigt aber keine Gewalt!🙁
 
Hallo

Ich arbeite selber in der Pflege und das was deine Kollegin getan hat, geht mal gar nicht. Du hast richtig gehandelt. Außerdem wer sagt das du sie angeschwärzt hast.? Kopf hoch und weiter gut arbeiten-ohne Gewalt
 

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