So ohne Weiteres kommt man an einer Schauspielschule nicht unter. In der Regel muss man sich bewerben und tritt gegen große Konkurrenz an. Natürlich sollte das allein kein K.O.-Kriterium sein. Man sollte aber a) Talent, eine hohe Frustrationstoleranz und Biss mitbringen und b) auch wissen, worauf man sich einlässt und dass Schauspieler zu sein alles andere als ein Selbstläufer und eben kein zuverlässiger Broterwerb ist. Ab einem gewissen Alter werden dann auch die Rollenangebote weniger - entsprechend nimmt der Stress zu, zumal du dich auch oft eigenständig fürs Alter absichern musst.
Ich würde daher eher die Idee des Game Designers verfolgen, zumal du damit auch etwas Solides hättest, auf das du stets zurückgreifen kannst.
Parallel zum Studium könntest du Schauspielluft schnuppern. Das geht auch über Workshops, vielleicht gibt es bei euch ja auch Laientheater und du bekommst darüber Möglichkeit zum Einblick. Ob man tatsächlich Talent hat oder das nur selber von sich glaubt, ist ja auch noch einmal so ein Punkt. Ich hab mal diesen Song-Contest mit Bohlen und seiner Jury gesehen - wer sich da so alles für einen guten Sänger hielt, weia! 😫 Hast du denn schon Erfahrung oder auch positive Rückmeldungen bekommen?
Deine Eltern sind verpflichtet, dich bei einer ersten Ausbildung zu unterstützen. Danach hast du keinen Anspruch mehr. Wenn du deinen Abschluss als Game Designer hast und dich in Sachen Schauspiel ausprobieren willst, könntest du das mit Nebenjobs im Game Design auch selber finanzieren. Umgekehrt würde es wohl eher schwierig, weil du a) mit großer Wahrscheinlichkeit keine hohen Gagen bekommen wirst und b) keine Verlässlichkeit im Geldfluss gegeben ist.
Ich bin selber Mutter und kann daher gut verstehen, wenn deine Eltern sich wünschen, dass du etwas Solides machst. Dass sie sich mit dem Game Design arrangiert haben, beweist ja schon, dass sie deine Wünsche respektieren. Game Design klingt für viele Eltern nach wenig ernsthaftem Modeberuf, stattdessen nach zum Beruf gemachten Zocken. Mit dem Wunsch, Schauspieler werden zu wollen, würde es vermutlich ungleich schwieriger. Dieser Beruf gilt eben immer noch als brotlose Kunst und du stehst in ständiger Konkurrenz zu vielen, vielen anderen und jedes Mal wieder aufs Neue. Bist du überhaupt ein "Typ" mit Wiedererkennungswert oder gehst du optisch in der breiten Masse unter? Auch so etwas entscheidet häufig über die Erfolgsaussichten. Man muss nicht klassisch hübsch sein; m.E. ist so ein Dutzendgesicht sogar eher hinderlich.
Ob du als Schauspieler überhaupt auf dem Markt Fuß fassen könntest, stünde völlig in den Sternen.