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Ich habe eigentlich keine besondere Motivation zu leben

Die Sehnsucht nach Autarkie und Selbständigkeit muss keinen Hintergrund besitzen, welcher Ängstlichkeit beinhaltet.
Es kann auch eine nicht-pathologische Abneigung gegen Fremdbestimmung sein.

Danke, es ist angenehm, wenn das mal jemand so sieht. Ich bin ja auch jemand, der sich nicht gern vereinnahmen lässt und sich gut allein beschäftigen kann. Und ich habe früher ständig zu hören bekommen, dass das doch nicht normal sei, weil doch jeder Mensch ein soziales Wesen wäre. Ich hatte deswegen viele Jahre lang gedacht, mit mir würde etwas nicht stimmen, weil ich nicht so gesellig bin wie die meisten anderen Menschen.
 
Und ich habe früher ständig zu hören bekommen, dass das doch nicht normal sei, weil doch jeder Mensch ein soziales Wesen wäre. Ich hatte deswegen viele Jahre lang gedacht, mit mir würde etwas nicht stimmen, weil ich nicht so gesellig bin wie die meisten anderen Menschen.

Im Grunde wollte ich genau das damit sagen. Ich hätte eigentlich keinen Grund mich schlecht zu fühlen oder mich gegenüber irgendjemandem rechtfertigen zu müssen weil ich Silvester "nur" mit den Eltern verbracht habe.

Es ist aber in der Tat so, dass man sich dann wieder von gesellschaftlichen "Normen" beeinflussen lässt.
Ich würde lügen wenn ich sagen würde mich total wohl gefühlt zu haben.

So ein Bisschen schwingte dann doch immer das Gefühl mit anders zu sein, zu langweilig zu sein. Andere feiern zusammen die riesen Fete oder können sich gar nicht entscheiden wo sie hingehen, ich dagegen muss (sinnbildlich) mit den Eltern vorlieb nehmen, damit ich nicht alleine daheim sitze.

Man meint immer man müsse es so wie die anderen machen, dabei sind für mich im Grunde "zu viele" soziale Kontakte auch nichts. Da würde ich soviel aufsaugen, versuchen es jedem recht zu machen und mir auch einen Vergleichsdruck machen, so dass ich hinterher förmlich gestresst wäre.

Die Schwierigkeit ist wohl sich selbst so anzunehmen wie man ist.
 
Die Schwierigkeit ist wohl sich selbst so anzunehmen wie man ist.

Das stimmt. Vor allem, wenn einem in der Jugend häufig signalisiert worden ist, dass man irgendwie "nicht normal" sei, wenn man nicht mit einer Clique zusammen sein und "Spaß haben" wollte. Auch meine Eltern haben sich damals immer wieder Sorgen gemacht, weil ich nicht ohne weiteres mit den Nachbarskindern spielen wollte. Meine Mutter hatte mich regelmäßig vor die Tür geschickt mit der Aufforderung, doch mit den anderen Kindern zu spielen (die mich aber gar nicht dabei haben wollten, weil ich denen zu langweilig war).

Was beispielsweise Silvester betrifft habe ich mich viele Jahre lang geradezu zwanghaft darum bemüht, auf eine Silvesterparty eingeladen zu werden. Und das, obwohl ich mich dabei fast jedes Mal entweder gelangweilt oder gestresst gefühlt hatte (je nach Verlauf und Art der Party). Trotzdem habe ich es jedes Jahr wieder so gemacht, weil ich nicht als Sonderling gelten wollte, der an Silvester keine Party feiern mag.

Zum Silvester 2018 habe ich es zum ersten Mal gewagt, auf mich selbst zu hören, und habe mich absichtlich nicht darum bemüht, irgendwo eingeladen zu werden. Ich habe dann Silvester ganz allein verbracht, und ehrlich gesagt, fand ich es ziemlich angenehm, dass ich den Abend ganz in Ruhe verbringen konnte, ohne mit mir fast unbekannten Menschen Smalltalk treiben zu "müssen" und mich dabei unwohl und gestresst zu fühlen.
 
Also mir erging es in der Kindheit auch ähnlich, ich war irgendwie nie so richtig bei den anderen integriert, hatte immer nur ein paar einzelne Gelegenheits-Freunde. Jetzt im Erwachsenenalter habe ich 2 gute Freunde auf die ich mich verlassen kann, der Rest ist auch eher Gelegenheit, und meistens passt es nicht so 100%. Ist bei meiner Partnerin aber auch nicht anders. Diese wirklichen Freundschaften durch dick und dünn kenne ich eigentlich nicht so wirklich.

Dementsprechend finden irgendwelche Treffen auch eher selten statt.

Einerseits hätte ich es gerne anders und bin eigentlich auch recht kommunikativ, wenn auch innerlich nicht so extrem selbstbewusst. Ich sehe ja auch bei anderen, dass die ständig gefragt und unterwegs sind. Das nagt manchmal schon irgendwie an mir.

Ich kann auch recht gut Party feiern, aber mir erging es auch schon so, dass ich dann auf eienr Party irgendwie nicht in die Gänge kam, weil es einfach mit den Leuten nicht so wirklich gepasst hat.
 
Einerseits hätte ich es gerne anders und bin eigentlich auch recht kommunikativ, wenn auch innerlich nicht so extrem selbstbewusst.

Das ist bei mir auch so. Eigentlich kann ich ganz gut kommunizieren, aber weil ich mich manchmal selbst nicht wohl fühle ich meiner Haut (sondern verunsichert und tendenziell unterlegen), kommen Gespräche trotzdem manchmal nicht so richtig in Gang. Ich denke häufig unbewusst, dass der Gesprächspartner besser Bescheid wüsste als ich, und dass ich deswegen meine eigene, unmaßgebliche Meinung lieber für mich behalten sollte.

Wenn ich aber auf einen empathischen Gesprächspartner treffe, der an echtem Gedankenaustausch interessiert ist, dann können sehr gute und intensive Gespräche entstehen. So eine Begegnung hatte ich beispielsweise gestern Abend. Wir haben uns drei Stunden lang über "Gott und die Welt" unterhalten, und es war ein schöner und vergnüglicher Abend. In solchen Fällen macht es mir dann auch Freude, mit anderen Menschen in Kontakt zu sein.
 
Das ist bei mir auch so. Eigentlich kann ich ganz gut kommunizieren, aber weil ich mich manchmal selbst nicht wohl fühle ich meiner Haut (sondern verunsichert und tendenziell unterlegen), kommen Gespräche trotzdem manchmal nicht so richtig in Gang. Ich denke häufig unbewusst, dass der Gesprächspartner besser Bescheid wüsste als ich, und dass ich deswegen meine eigene, unmaßgebliche Meinung lieber für mich behalten sollte.

Wenn ich aber auf einen empathischen Gesprächspartner treffe, der an echtem Gedankenaustausch interessiert ist, dann können sehr gute und intensive Gespräche entstehen. So eine Begegnung hatte ich beispielsweise gestern Abend. Wir haben uns drei Stunden lang über "Gott und die Welt" unterhalten, und es war ein schöner und vergnüglicher Abend. In solchen Fällen macht es mir dann auch Freude, mit anderen Menschen in Kontakt zu sein.

Das bin absolut auch ich 😀

Stichwort "Unterlegen" spielt da glaube ich auch eine große Rolle.

Je mehr soziale Kontakte ich hätte, desto schneller würde ich denken, der andere ist besser oder klüger. Womit man sich aber im Grunde selbst hemmt.
 
Je mehr soziale Kontakte ich hätte, desto schneller würde ich denken, der andere ist besser oder klüger. Womit man sich aber im Grunde selbst hemmt.

Ja genau. Bei mir führen solche Gedanken zu regelrechten Denk- und Konzentrationsblockaden. Dann kann ich plötzlich keinen klaren Gedanken mehr fassen, obwohl ich insgeheim eigentlich eine klare Meinung oder konkretes Wissen habe. Um nicht negativ aufzufallen, halte ich mich dann im Gespräch zurück und sage nur wenig. Im Gegenzug denken die meisten dann wahrscheinlich, "der hat ja nix zu sagen und keine eigene Meinung, der ist langweilig und/oder ein wenig unterbelichtet".
 
Entscheidend ist ja , ob man sich mit der Gesamtsituation in seinem eher wohl oder unwohl fühlt.

Wobei ich jetzt nie ein Gespräch vermeiden würde, weil jemand anderes klüger sein könnte. Es gibt sicher klügere Menschen als mich. Aber dümmere auch. Und alle reden.
 
Jau, so geht es mir auch. Wobei man doch durchaus eine Meinung zu einem bestimmten Thema vertreten kann. Man muss ja nicht jedem gefallen. Aber es ist schwierig. Da man weiß, dass man sich mit sozialen Kontakten etwas schwerer tut, tritt man natürlich vorsichtiger auf. Denn wenn man nacher als komisch gilt, ist das ja wieder ein Rückschlag.

Interessanterweise haben häufig Menschen die Problematiuk, die nach außen eigentlich total selbstbewusst oder redegewandt sind.
 
Denn wenn man nacher als komisch gilt, ist das ja wieder ein Rückschlag.

Genau. Und ich tendiere leider sowieso zu dem Gedanken, als "komisch" zu gelten. Schon wenn ich ein Gespräch mit jemandem anfange, habe ich leider immer noch zu oft diese Angst im Hinterkopf. Dann denke ich unwillkürlich "der/die findet mich jetzt bestimmt komisch". Und schon fühle ich mich gehemmt.
 

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