Hallo Micky, hallo Tyra,
komme gerade von einem gemeinsamen Gespräch mit Therapeutin, Sohn und Mann wieder. Und mir ist nur zum Heulen zu mute.
Die Wünsche meines Sohnes für die Zukunft sind, dass ich keinen Wein mehr trinke, ihn nicht wie einen 12jährigen behandele und wieder im Schlafzimmer einziehe. Das sind neben dem Cliquenstress wie er sagt auch seine Gründe.
Mein Mann möchte, dass er sich an Regeln und Versprechen hält, damit man ihm besser vertrauen kann und dann nicht durch ständiges Nachfragen nervt.
Wenn einer was nachfragen kann, dann bin es eigentlich nur ich, da er nicht da ist.
Dass man als Mutter nervt ist mir bewusst. Mein Sohn sagt aber auch selbst, dass er schnell ausrastet. Ich möchte mir in Zukunft keine Schläge mehr androhen lassen müssen. Ich meine ein respektvoller Umgang im Gespräch - auch wenn es ja nicht immer gleich Lebensweisheiten sein müssen, die erörtert werden, muss doch möglich sein. Und Gespräche und Absprachen gelten ja natürlich auch für die Geschwister. Wir hatten ausgemacht, dass wir uns gemeinsam hinsetzen und sprechen, wenn er wieder zu Hause ist. Bin mal gespannt, ob mein Mann auch daran teilnimmt.
Ich habe ihm schon deutlich gesagt, was ich von ihm erwarte auch was den Umgang mit den Jungs angeht. Ich kann keinen Vater ersetzen! Aber was diesen Bereich angeht, habe ich wohl in der letzten Zeit resigniert. Und der mal vorhandene Familiensinn scheint ihm irgendwie abhanden gekommen zu sein. Es ist ja nicht mit mal gemeinsam auswärts essen gehen getan.
Sonntag war er nach ewigen Zeiten mal wieder mit uns im Kino.
Ausgezogen bin ich "schleichend" vor ca. 3 Jahren, nachdem ich anfangs nachts die Zuckerwerte seitens der Klinik kontrollieren sollte und dazu im Abstand von 2 Stunden oder zumindest gegen 3 Uhr messen sollte. Irgendwann ist der Körper leer, und ich habe recht unregelmäßige Schlaf- und Arbeitszeiten entwickelt. Ich wollte und willl den Rest meiner Nachtzeit einfach nur durchschlafen!! Habe ich mit den Kindern auch schon drüber gesprochen. Und ich muss genauso meinen Job tun wie mein Mann und bin trotzdem nach einem stressigen Tag noch Ansprechpartner für meine Kinder. Und sei es zu den Essenszeiten, an denen mein Mann zur Zeit höchstens am Sonntag mittag teilnimmt.
Ich denke schon, dass ich meine Kinder nach Möglichkeit in ihren Wünschen und Vorhaben unterstütze. Manchmal können Dinge auch nicht realisiert werden, dann werden sachliche Argumente zunächst nicht wirklich akzeptiert, weil man ja alle anderen Kinder "lieber" hat als das gerade betroffene. Und mit einem 12jährigen würde ich nicht darüber diskutieren, ob ich ihn nachts um 1 oder 3 aus dem Nachbarort abholen soll (keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr). Mein Sohn meint er müsse mir die Zeit vorgeben. Ich denke nein!
Im Zusammenhang mit seiner gesundheitlichen Situation fällt es mir manchmal schwer aus meiner Sicht konsequent genug zu sein. Da sind die anderen beiden schon eher be-/ge-troffen.
Persönliche Kommunikation findet zwischen mir und den Kindern schon statt, auch wenn es manchmal nur einseitige Erklärungen meinerseits sind. Obwohl es mit der Tochter (Natur gemäß?) besser klappt, nerve ich die Jungs in dieser Hinsicht ebenfalls, manchmal auch mit Erfolg.
Na jedenfalls hatten wir uns auf Gespräche führen und Ursachen in Angriff nehmen geeinigt, mussten noch ein paar formelle Dinge regeln und als wir dann fahren wollten - wir hätten ihn mitnehmen können, da noch ein anderer Arzttermin anstand, sagte mein Sohn, dass er nicht mitfahren wolle.
Das wars dann für heute.
Mir ist schon wieder zu heulen und auf die Arbeit kann ich mich schon gar nicht konzentrieren. Auf alle Fälle will ich was in Gang setzen ...
Werde, wenn ich "wieder hergestellt" bin, wohl gleich mit meiner Tochter zu Shoppen fahren und Parkhaus hoch und runter fahren üben.
Und ... löchert ruhig weiter, manche Frage kenne ich glaube ich selbst noch nicht so genau.
Und ... mein Mann sagt noch, ich sei nicht Kritik fähig und könne nur Kritik verteilen, deshalb könne man nicht mit mir reden.
Isa