Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ich fühle mich wie ein Ausserirdischer

muchacho

Mitglied
Hallo,

seit ich klein bin, fühle ich mich anders. Ich fühle mich unverstanden, nirgendwo richtig zugehörig. War immer eher ein stiller Aussenseiter, der ein, zwei gute Freunde hatte und gut ist. Der lieber zuhause im Zimmer saß und irgendwie diese Welt nicht akzeptieren kann, weil es zu viel Leid und Hass gibt, der Umgang der Menschen untereinander schmerzt mir. Ich bin auch ein sehr gefühlsintensiver Mensch und sauge Stimmungen von anderen Menschen auf, sehe sofort, was der andere fühlt und das macht mich fertig. Auch wird man oft verletzt, wenn man sensibel ist. Klar habe ich auch Gedichte und Songs geschrieben, aber das macht einen noch depressiver, auch weil es dann 2-3 Leute aus dem Bekanntenkreis interessiert was man schreibt, der Rest der Welt schaut DSDS.

Ich kann nicht sagen, ich führe diesen und diesen Beruf. Ich will nicht sagen "ich bin eher so und so ein typ". Ich fühle mich so, als könnte ich mich nicht selbst einschränken, als wolle mein Geist sich nicht in irgendwas hineinbegeben, schon gar nicht in diese Gesellschaft. So bleibe ich total konfus und kreativ, planlos in meinem Leben. Auf der Suche nach mir selbst. Ich würde am liebsten nicht arbeiten, nicht weil ich faul bin, sondern weil ich dann etwas monotones jeden Tag tue, was nicht meinen Überzeugungen entspricht. Am liebsten würde ich meinen Weltschmerz verarbeiten und damit Geld verdienen, aber damit so viel zu verdienen, dass man Leben kann ist unwahrscheinlich.

Ich trinke kein Alkohol, rauche nicht und nehme keine Drogen. Auch habe ich eine Frau und bin verheiratet, studiere. Manchmal wünsche ich mir auf einer einsamen Insel zu leben, wo alles anders ist. Manchmal freue ich mich, dass irgendwann die Zeit um ist und ich wieder dahin zurückkann, wo ich hergekommen bin. Ich frage mich oft, was ich hier soll. Ich kann mich nicht mit den menschlichen Eigenschaften identifizieren, fühle mich oft falsch "als Mensch" zu leben.

Es gibt nur wenige Menschen, mit denen ich mich geistig verbunden fühle. Die meisten Menschen sind mir zu materiell, zu hohl und zu verletzend. Je älter ich werde, desto mehr frustriert mich dieser Umstand selbst. Viele Vorgesetzt halte ich für unfähig, ich halte mich für viel intelligenter als die meisten Menschen und verstehe oft nicht, warum man so miteinander umgeht. Manchmal arbeite ich so viel, dass ich keine Zeit zum Nachdenken habe, aber sobald ich dann wieder Zeit dazu habe, stelle ich alles hier in Frage und verstehe nicht wieso ich so hohl sein konnte wieder für Geld arbeiten zu gehen und meine Zeit zu verkaufen. Mich haben auch viele Menschen verletzt, mein Vater, meine Schulkameraden usw. ich habe mich niemals irgendwie zuhause gefühlt und mich plagt innere Unruhe.

Ich kann mich nicht damit abfinden, dass diese Welt so ist, wie sie ist und fühle mich unwohl sagen zu sollen "Ich bin ein Mensch."

Kennt jemand dieses Gefühl und was kann man tun?
 
Ja, ich kenne das Gefühl sehr gut, Du bist also nicht alleine damit. Ja ich finde es auch mitunter schwer im Alltag vor allem Berufsleben damit zurecht zu kommen, aber ich habe jetzt festgestellt, ich will mich einfach nicht mehr verbiegen und ständig anpassen müssen. Einfach so sein wie man ist, entweder die anderen akzeptieren es oder nicht- man braucht allerdings wohl ein 'dickes Fell'. Liebe Grüsse
 
Tollen Beitrag hast du geschrieben 🙂 Der Spricht mir in so vielen Bereichen aus der Seele. Falls du wirklich ein Außerirdischer bist, kann mein Heimatplanet nicht allzu weit entfernt liegen.

Schade, dass man Leute mit deiner Einstellung nur in Internetforen findet, und nicht im realen Leben.

lg, J.
 
Ich kann mich nicht damit abfinden, dass diese Welt so ist, wie sie ist und fühle mich unwohl sagen zu sollen "Ich bin ein Mensch."

Kennt jemand dieses Gefühl und was kann man tun?

Heh Muchacho!
Der Mensch ist vor Allem Eines nämlich: "anders"
Wenn Du Dich durch die Medienlandschaften zappst und Dich fragst, für welche art "Mensch", zu der offensichtlich die Mehrzahl unserer Mitbürger zählen, all der Blödsinn produziert wird der da über die Bildschirme in die Wohnzimmer unserer Mitmenschen gekotzt wird, dann kannst Du Dich natürlich schon reichlich deplatziert fühlen - als Mensch .... aber es gibt ja noch die vielen, vielen anderen Zeitgenossen, die wenig spektakulär und tapfer versuchen ihr Dasein auf die Reihe zu bekommen in dieser kommerziell gesteuerten Flut von Ignoranz und Schwachsinn..... Zeitgenossen, von denen Du aber kaum etwas zu hören bekommst, weil mit diesem "Menschenmaterial" weder Zuschauerquoten, noch Umsatzzahlen gesteigert werden können!
Dein Leid ist übrigens ein Geschenk! Pure Energie!
Vielleicht kannst Du tatsächlich Dein Geld damit verdienen, indem Du Dich auf einen Marktplatz stellst und all Dein Leid heraus schreist .... man nennt das heute "Comedy" ... Je lauter und schräger Du schreist und je übler Du die Zuhörer besudelst, und vor Allem, je weiter Du selbst die Hose herunter lässt, um so erfolgreicher wirst Du wohl sein!
Vielleicht kannst Du die pure Energie Deines Leides aber auch in ein "Magisches Theater" verwandeln "Eintritt nur für Verrückte" ..... denn jene, die gleich Dir, ihr Anderssein durchleben müssen im Hier und Jetzt, sind vielleicht froh über solch eine Insel im Strome der Zeit, wo sie auf gleichgesinnte treffen dürfen.
 
Man kann sein Leben leben, denke ich... so gut wie möglich.
Dinge finden, die einem Spaß machen, in denen man Sinn erkennt, die man wertvoll findet... sie mit anderen Menschen teilen. Wirkliches Interesse und Hingabe an eine Sache, Überzeugung von Ideen, sowas bringt dich meist auch Menschen näher, die ähnlich denken. Letzlich mögen das wenige sein, die Erfahrung habe ich auch gemacht... aber es hat immer Menschen gegeben, die sich angestrengt haben, das Beste aus sich und dem Leben herauszuholen. Und es gleichzeitig zu genießen! Man hat ja (wahrscheinlich) nur ein Leben.

Mir hilft es, nach Wahrheit zu suchen, eine gewisse Unerschütterlichkeit in mir selbst zu züchten, um... ein Gegengewicht zu schaffen.

Es bringt nicht weiter, in Trübsal zu verharren, zynisch zu sein oder Kränkungen aufzulisten... man muss sich bewegen. Man muss sich besser bewegen.
Denke ich.

Lieben Gruß;
orbbl
 
Hallo Muchacho,

hört sich für mich alles in allem danach an, als ob Du nach aussen der perfekte Gesellschafts- und Familienmensch bist; der Typ Mensch, der einen in der Nachbarschaft freundlich grüsst, hilfsbereit ist- der gesellschaftlich unauffällig ist.

Und innen drin?

Das Gegenteil von dem, was Du selber in vielen Fällen sein willst.

Die Therapie, oder Lösung ist Dir selber zu sagen, dass Du so sein kannst, wie Du möchtest.

Das dieses Gefühl "nicht dazu zu gehören" richtig ist.

Das bist Du. Und es muss nicht passen, mit vielen Dingen.

Vielleicht hast Du bisher zu wenig das gelebt, was Du bisher wolltest, sondern mehr das, was allgemein die Klischees in der Gesellschaft sind:

- guten Job
- Frau
- Familie
- Kinder
- Geld
- Auto
- Haus
- usw.

- Das sind Statussymbole im Sinne von Materialismus, und im Sinne von emotionalem Status. Die schon viele Jahre immer wieder in gleicher Manier vielen Kindern von den Eltern und der Gesellschaft wieder und wieder erzählt und gepredigt werden.

Aber: macht Dich das glücklich?

Oder: was macht Dich glücklich? Was erfüllt Dich?

Also, der Weg zu größerer, innerer Zufriedenheit ist sicherlich der, Dir selber auch Dinge zu erlauben, die Dir nicht fremd vorkommen; wo Du ganz Du selbst sein kannst.

Grüsse
 
WOw du hast alles im Leben ereicht, und sagst dein leben ist scheiße.

Guk mal an wie denen es geht vielleicht geht es dir dann besser wie gut es dir geht.
‪Kindersklaven (1/4)‬‏ - YouTube

Ich habe vielleicht einiges erreicht, aber nicht das, was ich will: Das eben genau solche Sklaven nicht gibt und die Menschen teilen statt egoistisch zu sein. Klar Frau ist schonmal toll, Studium auch, aber ich habe keine Möglichkeit, dass ich gesehen werde oder sich etwas in dieser Gesellschaft ändert. DAS wäre mein größter Wunsch. Aber diese Gesellschaft ist so verlogen und traurig, dass es mir schwerfällt ernsthafte, ungezwungene Freude zu empfinden. Ich verfalle oft in sarkastischen Humor, der mich am Leben hält. Ich will auch nicht ständig schlecht drauf sein.

Manchmal glaube ich ich hab nur zwei Möglichkeiten:

a) Liebevoll, ehrlich und arm zu sein
b) Rücksichtlos, egoistisch, kalt und reich zu sein

Beides geht und beides ist gleich frustrierend. Wenn ich b) bin, erreiche ich meine Ziele definitiv. Aber dann bin ich nicht mehr Ich im Kern sondern das was über dem Ich liegt, der Mantel der Kälte, um in dieser Welt hochzukommen. Aber ich will den nicht tragen!!

Wenn man nämlich liebevoll ist und nach draußen geht, merkt man noch viel deutlicher wo man hier eigentlich lebt. Habt ihr euch schonmal in der Straßenbahn umgesehen? Es kommt mir in vielen Bereichen des Lebens auch so vor als wäre die Liebe durch das Kapital ersetzt worden. Einiges, was ich früher bewunderte, wurde kapitalisiert. Man sagt heute auch nicht mehr "Ach ist die Eisenbahn was tolles, ich fahre mit der Eisenbahn", nein es ist "Die Deutsche Bahn AG. Ich fahre Die Bahn. " Der Lokführer macht den Job nicht aus Leidenschaft, sondern weil er muss. Er kann gar keine Liebe zum Beruf entwickeln, weil er zu lange arbeitet, der Lohn zu niedrig ist und er immer ranmuss, selbst wenn er sich nicht danach fühlt mit Liebe die Bahn zu lenken und sich glücklich zu fühlen. Er ist ein austauschbares Rädchen und so wird er auch behandelt. Wie soll er sich selbstverwirklichen? Wie soll er morgens da stehen und strahlen und wissen "Ich bin der tollste Lokführer der Welt. Ich werde geliebt." Nur von innen heraus? Klar ist das möglich, aber selbst der mit Liebe vollgepumpteste Mensch der Welt wird irgendwann leer. Wir leben in einer automatisierten, traurigen Welt, die es durch die ganze Kontolle gar nicht möglich macht richtig frei zu sein, weil wir uns ständig Sorgen machen müssen genug zu essen zu haben oder uns nicht dies oder das leisten zu können.

Ich kann wohl kein Angestelltenverhältnis eingehen. Ich denke mir nach einiger Zeit dann, dass ich zu viel verpasse, irgendwie auf der Stelle trete und nichts von der Welt sehe und das mein Geist verkommt und eingeengt wird. Ich will nicht Wissen eingebläut bekommen, ich will Wissen erwerben, das mir nützt, wo ich weiterkomme. Ich will keine Tätigkeiten machen, die ein Affe mit IQ 30 könnte, ich will keine Maschine sein, die irgendwas abarbeitet. Ich will mich entfalten können und darin meine Energie verwirklichen. Ich will sagen können "Das was sie da von mir verlangen will ich nicht machen, ich will das machen". Ich will nicht für jemanden anderes arbeiten.

Ich will kein Auto, ich will keine Werbung und ich weiß auch gar nicht was ich werden will und will es auch gar nicht wissen. Ich bin ich und damit bin ich vollständig, ich kann vieles und kann das nicht auf einen Beruf festlegen. Klar kann ich sagen, das und das passt ungefähr. Der Beruf an sich ist dann aber schon wieder wertlos wenn ich dann Tätigkeiten ausführe, die in Monotonie und Automatismus enden.

Es ist einfach eine Grundabneigung zum Zusammenleben, in der Form wie es passiert. Ich bin kein Linksradikaler und auch kein Hippie, aber ich bin auch keine Maschine und kein kalter Klotz, wozu man heute erzogen wird.

Ich liebe mich. ich akzeptiere mich, daran liegt es nicht. Aber ich weiß, dass die Gesellschaft so funktioniert, dass ich da nicht reinpasse, sonst werd ich in diese Kälte mitreingezogen und werde genauso. Selbst wenn ich mich abgrenze, es ist ja überall! Nur wo soll ich hin? In die Psychatrie? Nein, in den Untergrund, wo all die anderen sind, die so sind. Die ganzen Leute, die sich von Tag zu Tag durchkämpfen.

Eigentlich wissen doch alle, dass was nicht stimmt. Vielleicht erst seit 20 Jahren so richtig doll. Aber keiner tut was, also leben alle scheinheilig und kalt daher, leiden und schauen sich Leid an. Und man versucht dieses Leid irgendwie zu kompensieren, indem man Geld für Urlaube, Autos etc ausgibt. Sich über schwächere lustig macht, selbst im Fernsehen. Wir kriegen Leute zu sehen, denen es schlechter geht, damit wir ein besseres Gefühl haben. Und man selbst macht das dann auch, man macht sich über Leute lustig, die schlechter sind als man selbst, um das irgendwie alles ertragen zu können. Aber das Leid ist danach schon wieder präsent und so geben wir unsere Verletzungen einfach weiter, weil uns gar keine Zeit mehr bleibt, die Verletzungen zu verarbeiten - denn wir sollen funktionieren und das ständig.
 
Zuletzt bearbeitet:
Morgen...
ich mag deine Seele 🙂

Die Gesellschaft ist nicht so, wie man sie gerne hätte, das stimmt.
Ich vermute außerdem, dass sie schon immer so gewesen ist. Früher hat man sich halt die Hinrichtungen auf dem Marktplatz angeschaut statt Fernsehen. Oder "die Leute" haben das gemacht. Die Gesellschaft ist eben eine Masse aus Individuen, und schon der einzelne Mensch kann eben schwach sein, leicht beeinflussbar, gedankenlos... Und in der Gruppe, wenn das alle machen, ist es außerdem leicht. Niemand haut dir wirklich mal eins auf die Rübe, weil du keinen Müll trennst.. weil du die Penner ignorierst... weil du deinen Nächsten anpflaumst, ignorierst, verletzt, anstatt es besser zu machen. Die meisten Menschen wollen eben das Einfache, den persönlichen Vorteil, das, was sie glauben, zu kennen... Unterhaltung, und wenn sie sich vorwärts treiben lassen, halten sie auch selten inne und können etwas ändern.

Für mich ist die Lösung, seine Vorstellungen zu leben; was kann man mehr tun, als seine Ideale zu verfolgen? Damit kreierst du ja auch einen Teil der Welt. Den Teil, der für dich am schönsten ist, in dem du dich aufhalten kannst. (berühmter Spruch dazu: "Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst", Gandhi wahrscheinlich). Man muss eben für sich entscheiden, inwieweit man sich für die anderen engagieren will, sich in Politik & Gesellschaft einbringt.

Die meisten Berufe haben irgendwann eine Form von Routine, auch wenn du Künstler oder Journalist oder Lehrer bist (alles wertvolle Berufe, in denen man viel von seinem Geist einsetzen muss und kreativ zu Werke geht)... ich denke, es kommt immer darauf an, wie du etwas tust. Man muss weder eine kalte Maschine werden noch arm - wobei ich eine Sache interessant fände: Was ist denn Armut für dich? Wieviel Geld brauchst du denn, wieviele von den Dingen, du du verurteilst, sind für dich mittlerweile auch unverzichtbar? Man muss schon konsequent sein 😉 ... Allerdings gibt es auch Geld für Dinge, die wirklich gut sind, die du freiwillig und mit Freude herstellst, ob es jetzt Formen von Kunst sind, Dienstleistungen, Beratungen jeglicher Art oder sonstwas. Man muss es halt clever anstellen, wissen, was man kann, was man will, was man lernen kann.

Verwirklichen, denke ich, kann man sich letztlich nur durch sein Wesen. Berufliche Situationen, Umstände können sich immer ändern; aber deinen Charakter setzt du jede Minute ein, egal wo du bist. Du kannst an vielen Stellen einen Unterschied machen, das fängt morgens beim Bäcker an und hört mit einer Rede vor den Vereinten Nationen auf, die auf Youtube gezeigt wird! 😉
Und Menschen ziehen sich auch gegenseitig mit: Guck dir Ägypten an, die Deutschen, die plötzlich vehement gegen Atomkraft aufstehen, friedliche Revolutionen um charismatische, absolut willensstarke Leute herum... Hoffnung, Hoffnung! Deine Kinder kannst du sowieso vernünftig erziehen. Und schreiben kannst du, Filme drehen... man verbessert die Welt schon. Ein bisschen.

Gruß,
orbbl
 
Hi Muchacho,

Du sprichst mir total aus der Seele!
Nur erst einmal möchte ich erwähnen: Schimpansen haben ein IQ von ungefähr 70 und sind Menschen von der Intelligenz her (soweit durch IQ Tests messbar) damit gar nicht so unähnlich wie man denkt. Andere Affenarten gelten ebenfalls als sehr intelligent, doch genetisch am ähnlichsten ist der Mensch den Schimpansen, in deren Gruppen sich Altruismus und Machtgier abwechseln, so wie halt bei den Menschen auch.
Die Bonobos (Minischimpansen) sind dagegen wesentlich friedfertiger. Auch Gorillas und Orang Utans haben eine geringere Aggressivität als unsere Spezies.
Warum wird eine Seele nun also in eine Menschengruppe hinein geboren?
Kennst Du die Bücher von Elisabeth Kübler Ross? Sie schrieb, der Sinn des Lebens ist es zu lernen Liebe zu geben und zu empfangen.
Leider hat man oft den Eindruck, auf diesem Planeten lerne man das totale Gegenteil. Doch ist das wirklich so?
Zu lieben beinhaltet so viel mehr als die Liebe alleine.
Man muss Kompromissfähigkeit erlenen, genauso wie Durchsetzungsfähigkeit.
Anpassungsbereitschaft und Authentizität.
Hingabe an andere, genauso wie einen gesunden Egoismus.
Wenn das Pendel zu sehr in die eine oder andere Richtung ausschlägt, verliert man entweder sein eigenes Ich oder trampelt andere nieder. Beides verringert die Liebesfähigkeit.
Und so würde es keinen Sinn machen in einer Welt zu leben, in der alle IMMER lieb sind, in der es kein Leid gibt, keine Oberflächlichkeit und keine Kälte. Wenn unsere Welt so wäre, wie wir uns den Himmel vorstellen, was sollten wir dann auf der Welt?
Müssten wir dann überhaupt geboren werden?
Auch mich verletzt die Kälte vieler Menschen, doch umso mehr lerne ich die Güte von einigen zu schätzen. Und wenn man Augen und Ohren offenhält, begegnet man dieser Eigenschaft gar nicht mal so selten. ;-)
Ist nicht die Hingabe an die eigene Familie und, falls vorhanden, an Kinder, die zugegebermassen manchmal richtige Nervensägen sein können, bereits Güte? All die Geduld und Liebe, die man seinem Partner, seinen Kids, seinen Freunden oder den Haustieren gibt? Und das Geschenk, das man mit Liebe und Sorgfalt für seinen Großvater zum Geburtstag verpackt?
Ist es nicht erstaunlich, wieviele Menschen ihre Karriere und Freizeit opfern, um kranke Eltern oder Partner zu pflegen?
Und ist es nicht wundervoll, dass es Organisationen wie World Vision, Amnesty International, Terre de Hommes, Greenpeace, WWF und -wie sie alle heißen- gibt? Ohne einen Funken an Güte in vielen Menschen könnten all diese Organisationen, die meist Spendengelder brauchen, nicht überleben.
Einige meiner Freunde spenden einen Teil ihres hart verdienten Geldes, um einem "Patenkind" in Afrika eine Schulausbildung zu ermöglichen oder einem australischen Wildtier eine Zukunft zu geben.
Jemanden, der sich im Job verwirklicht, kenne ich in meinem nähreren Umfeld nicht. Doch auch das Aushalten einer täglichen Routine kann einen in der seelischen Entwicklung weiterbringen.
Stell' Dir mal Eltern vor, die nach dem zehnten Windeln wechseln sagen würden "das ist mir zu öde!" Könnten solche Menschen einem Kind Liebe entgegen bringen?
Oder ein Mensch, der sagt "Gähn, Job und Haushalt langweilen mich zu Tode." Kann dieser Mensch innerhalb einer Partnerschaft genug geben? Auch das Nachgehen einer Routine kann ein Zeichen von Liebe sein, da man dadurch ja für den anderen sorgt.
Klar, niemand sollte einer Tätigkeit nachgehen, die ihm quält. Ein paar interessante Momente im Job oder in der Selbständigkeit sind schon ganz nett!

Daran, dass man sich den Mantel der Kälte anziehen muss, um es materiell zu etwas zu bringen, habe ich auch bereits oft gedacht, vor allem weil ich mich in ein paar Jahren gerne selbständig machen möchte. Doch mittlerweile teile ich mein Leben eben in zwei Bereiche auf: den geschäftlichen und den privaten. Im ersten Bereich geht es eher um das Materielle als um Liebe. Doch das heißt noch lange nicht, dass dieser Bereich böse ist. Er ist eher wie ein sportlicher Wettkampf mit dem Oberprinzip der Fairness und Ehrlichkeit.
Zwar gibt es auch Unternehmer, die gegenteilige Verhaltensweisen an den Tag legen (so wie manche Sportler ebenfalls mogeln zB durch Doping), doch das schlechte Karma, das solche Menschen sammeln, fällt irgendwann auf sie zurück.
Eine Welt, in der Du im beruflichen Bereich Tapferkeit (durch das Ertragen von Routine), Mut, Fairness und Selbstvertrauen entwickeln musst und im privaten Bereich Liebe zeigen kannst, hilft Dir bei der Weiterentwicklung Deiner Seele sicher mehr als eine einsame Insel. 🙂
Leider finden manche Menschen nicht den Mittelweg; und aus Tapferkeit werden Scheuklappen, sowie aus Selbstvertrauen Überheblichkeit. Die Menschen, denen es gelingt, den goldenen Mittelweg zu gehen, sind in den Medien leider unterrepräsentiert.
Doch das heißt nicht, dass sie nicht da sind. ;-)

Und trotz allem, was ich geschrieben habe: ich fühle mich auch wie eine Außerirdische. 🙂 I understand you so well! Doch ich bin auch überzeugt, dass all das, was wir auf diesem Planeten erleben und zum Teil erleiden, einen Sinn hat.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben