Du musst also an deiner komischen Art arbeiten. Die Partnersuche erst mal sein lassen und zusehen, dass du "normaler" wirkst. Weil ja, solange das Unterbewusstsein die ganze Zeit Alarm schlägt und uns meldet "Geh hier weg! Wer weiß, zu was der fähig ist!", ist alles andere tatsächlich egal, wir fühlen uns nicht wohl, wollen nur weg und auf gar keinen Fall mit diesem Mann alleine sein.
Ich bin in Therapie seit sechs Jahren in Folge und habe mich bemüht, nur eine Rolle zu spielen: die des
normalen Menschen. Diese Bemühungen haben mich nicht weiter gebracht, soweit es scheint.
Ich habe seit jeher große Schwierigkeiten, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Oft fühle ich mich überfordert und brauche Rückzug, obwohl die Einsamkeit nix für mich ist. Daher mag ich
komisch wirken. Ich fühle mich dauerhaft unter Prüfung und fürchte, dass neue Menschen, auf die ich treffe, sich falsche Gedanken über mich machen.
Dieser Zustand hat mein ganzes Leben geprägt, für mich ist sie eine Behinderung!
Wie kann ich anderen erklären, dass ich nicht so böse und furchtbar bin?
Dass mich nur gute Absichten antreiben?
Dass ich ein ganzes Leben lang einen harten Kampf führe?
Dass alles, was ich auf dieser Welt wünsche, Zuneigung, Zärtlichkeit und vor allem
VERTRAUEN sind?
Auch deswegen nehme ich regelmäßig an diesen Kuschelabenden teil, obwohl es mir nicht gelingt, diese Angst komplett loszukriegen. Blöd nur, dass diese Zwangspause aus den verschiedensten Gründen (Weihnachtsurlaub und berufliche Verpflichtungen) zwei Monate dauern wird, und ich spüre schon gewisse Entzugserscheinungen.
Ich habe kürzlich mit einem Kumpel telefoniert, er meint, ich mache mir zu viele Gedanken, jeder Mensch sei verschieden. Ich will das glauben.
Ein anderer meint, ich sollte alles festschreiben, was ich gut kann.
Ich kämpfe jeden einzelnen Tag mit blockierten Emotionen, denen ich keinen freien Lauf lassen kann, obwohl ich es immer wieder versuche.
Diese Geschichte mit der
Leni ist schon lange vom Tisch. Einer anderen Mitspielerin habe ich meine Zweifel anvertraut und sie hat mich entwarnt, dieser Abschied habe mit mir gar nichts zu tun.
Eine verkrampfte Suche will ich mir nicht erzwingen, die schadet nur meiner geistigen Gesundheit. Diese Kollegin mag ich so gerne, paradoxerweise habe ich nicht so viel Lust, ihr schnell wieder zu begegnen. Ich will sie nicht verletzen, will nicht, dass sie sich auch falsche Gedanken über mich macht, nur weil ich besorgt, oder traurig, oder einfach nicht so gut gelaunt nach einem schlechten Schlaf wirken könnte.
Zur Zeit interessiert mich lieber menschliche Wärme. Mich mehr zu öffnen.