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Ich entwickle eine soziale Phobie

I

IchBinAllein

Gast
Hallo ihr lieben Menschen da draussen,

ich schreibe euch hier, weil ich den Kummer sonst einfach nicht mehr aushalte.
Ich bin eine Frau Mitte 30, habe ein Kind, einen Mann, ein Haus, einen Beruf... das übliche Klischee mit Hund, Garten, Trampolin etc... Trotz alledem bin ich absolut unglücklich.
Das liegt nicht daran das ich nicht zu schätzen weiß was ich habe, denn ich habe lange darauf hingearbeitet.

Seit meiner Kindheit bin ich anders als andere Kinder gewesen. Man vermuetete früher eine manische Depression bei mir. Heute geht die Tendenz eher hin zu ADHS; Borderline oder Autismus.

Ich war bei einigen Therapeuten, Ärzten... Neurologen. Helfen konnte mir niemand, da ich von aussen immer sehr abgeklärt und kühl wirken muss und ja im Leben zurecht kommen würde, also keinen Leidensdruck hätte.

Allerdings plagen mich seit Jahren Ängste, die ich bisher immer gut verbergen konnte. Nun hat sich aber in den letzten Jahren auch noch schleichend eine soziale Phobie dazu geschlichen was ich leider nicht erkannt habe.

Ich wurde immer Konfliktscheuer und habe bei kleinsten Streitigkeiten den Kontakt mit anderen Menschen abgebrochen. Mit der Familie, mit guten Freunden. Meine Energie dann in neue Bekanntschaften gesteckt, von denen ich aber enttäuscht wurde (Desinteresse, Unzuverlässigkeit) was nun dazu führte das ich aktuell komplett alleine bin, niemanden mehr habe und eigentlich total unglücklich damit bin.

Ich habe am Sonntag einen Nervenzusammenbruch bekommen als meine Nachbarn zum grillen eine halbe Stunde zu früh kamen und ich noch nicht fertig war. Das war für mich so schlimm das ich mich den ganzen Tag eingeschlossen habe. Weil mir letztlich auch die Reaktion von mir peinlich war und ich schokiert war über diese Ängste die in mir hoch gestiegen sind.

Mit meiner besten Freundin habe ich mich vor 5 Monaten zerstritten wegen Nichtigkeiten. Es war Funkstille bis ich ihr vor ein paar Wochen Blumen geschickt habe um mich zu entschuldigen. Sie hat sich dann auch wirklich bei mir gemeldet was mich sehr gefreut hat, aber Interesse an mir ist nicht mehr da, auch wenn Sie meinte wir können gern wieder Kontakt halten.

Eine andere Bekannte mit der ich mich zu Anfang gut verstanden habe war so unzuverlässig das Sie mich dauernd versetzt hat ohne mir bescheid zu sagen. Das ist eine Eigenschaft die ich überhaupt nicht mag.

Mit zwei Müttern aus dem Kindergarten meines Sohnes habe ich den Kontakt abgebrochen da wir einen Streit hatten bezüglich meines Kindes, welcher ADHS hat und eingeschult wird, sich aber heraus stellte, das er in eine andere Klasse kommt als der Rest der Kinder da die Eltern in der Schule gesagt haben das Sie ihn dort nicht wollen. Diese zwei Mütter sind mir dann auch in den Rücken gefallen was mich schokiert hat.

Ich bin sooft enttäuscht worden das ich einfach keine Kraft mehr habe. Ich bin so einsam, ich wirke so "komisch" ich bin nicht fähig dazu, zwischenmenschliche Beziehungen zu halten und kein Arzt möchte mir helfen.

Ich habe dauernd das Gefühl, das mit mir etwas falsch ist und ich hier einfach nicht hingehöre in diese Gesellschaft.
 

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Weltkind

Aktives Mitglied
Kein Leidensdruck?
Ich sehe da ziemliches Leid, liebe IchbinAllein.

Manische Depression, Borderline stehen im Raum.
Gab es in Deiner Vergangenheit vielleicht traumatische Erlebnisse?

Oft ist dann ein Therapeut mit entsprechender Zusatzausbildung sinnvoller, viele andere können da nicht weiterhelfen nach meiner Erfahrung.

Adäquate Hilfe zu finden ist schwierig und oftmals sehr langwierig.
Du hattest sie offensichtlich nicht gefunden und nicht erhalten und/oder warst noch nicht soweit.

Starte einen neuen Versuch, das löst sich nicht von alleine. Ich wünsche Dir, dass Du die Unterstützung bekommst die Du brauchst.
 
I

IchBinAllein

Gast
Guten Morgen und vielen Dank Weltkind,

meine Mutter hat ähnliche Probleme, ich vermute narzistisches Verhalten. Sie war wenig liebevoll und hat mich gemieden, da ich als Kind bereits sehr auffällig war (ADHS, was zur damaligen Zeit noch eine reine Jungenkrankheit gewesen ist)

Sie dachte ich benötige eine besonders strenge Erziehung, war überfordert und konnte mich nie in den Arm nehmen oder auf mich eingehen. Nur wenn andere mit dabei waren war sie liebevoll.

Sie hatte zudem eine emotionale Instabilität und ich musste als Kind jeden Morgen erstmal abstecken wie ihre Laune heute ist, ob ich ihr besser aus dem Weg gehe.

Ich wurde misshandelt, emotional vernachlässigt, unfair behandelt. Mein Vater war der einzige Mensch bei dem ich mich geliebt gefühlt habe.

Leider ist er vor sechs Jahren verstorben, seitdem geht es auch bei mir immer weiter bergab. Ich fühle mich seitdem in einem dauerhaften Dissoziativen Zustand der nicht besser wird. Bin großteils emotionslos. Ich habe das alles ca. ein Jahr mit einer Therapeutin bearbeitet, ihr erklärt wie es mir geht, aber ich habe mich nie ernst genommen gefühlt. Sie hat alles verharmlost, wollte mir keine Medikamente verschreiben und hat meine Gefühle klein geredet.
 

Katrin1964

Aktives Mitglied
Ich bekomme gerade Gänsehaut. Ein Teil davon könnte ich geschrieben haben. Ängste , Kontaktabbrüche usw... Ich habe das Gefühl das es bei mir Corona ist, der alles verstärkt. Ich kann kaum noch mit jemanden länger als 2- 3 Stunden zusammen sein. Einladen tue ich schon niemanden mehr, da ich dann schnell überfordert bin, wenn derjenige länger bleibt. Ich werde dann zapplig und unruhig.
Muss aber sagen, ich lebe allein und würde gern wieder mehr Gesellschaft haben. Würde auch gern wieder einen Partner haben, aber meine Ängste machen es einfach nicht möglich. Ich habe mir jetzt eine Phychologin gesucht, wo ich vielleicht endlich etwas ändern kann. Bei mir ist es vermutlich die Kindheit, das Stalking einiger Herrn , was aufgearbeitet werden muss.
Warst du denn mal in einer Reha , um von allen Abstand zu bekommen ?
Ich habe gerade deinen anderen Text gelesen ? Kann es sein das du auch Verlustängste hast und somit keinen mehr an dich ran lässt ? Bei mir war es der Alkoholismus meiner Mutter , letztendlich ihr Tod, da war ich 12 Jahre. Ich hatte viele Verluste im Kleinkindalter und das holt mich jetzt ein.
Auf jeden Fall solltest du deine Kindheit mit deiner Mutter bearbeiten.
 
I

ichBinAllein

Gast
Liebe Katrin,

Verlustangst ja, allerdings aus dem Grund, Angst zu haben das die Menschen sich abwenden weil ich mich nicht entsprechend verhalte. Ich scheine eine Störung der Wahrnehmung zu haben.
Ja ich glaube mittlerweile auch, das Corona alles verstärkt. Am Anfang dachte ich noch, das es ganz cool ist wenn die Leute einem nicht mehr "auf die Pelle" rücken aber mittlerweile ist es nur noch anstrengend auf alles zu achten, die Menschen sind wie Geister, man kann keine Unternehmungen mehr machen die Spaß machen, weil alle nur darauf achten die Regeln einzuhalten.

Der einzige Verlust ist mein Vater, unter dessen Tod leide ich sehr. Weinen kann ich aber nicht. Ich habe die Gefühle eingesperrt.
Da meine Mutter sich damals in den Mittelpunkt gerückt hat mit ihrer Trauer bin ich leider auf der Strecke geblieben. Nach mir hat niemand gefragt. Und nach seinem Tod habe ich dann ihr ganzes, manipulatives Verhalten abbekommen. Der Bruch zu ihr war in meinen Augen auch völlig notwendig. Aber es klappt irgendwie auch sonst mit keinem .

Ja, ich kenne das, das ich die Leute gern nach 2 Stunden am liebsten nach hause schicken würde. Früher habe ich mich immer noch gezwungen zu funktionieren, das mache ich jetzt nicht mehr und gestehe mir eine Bedürfnisse ein, aber ich habe das Gefühl das es dadurch sogar noch schlimmer wird und mich dieser Depressions-Sog richtig mitreisst seitdem ich mich nicht mehr festhalte.
 

Weltkind

Aktives Mitglied
Ich fühle mich seitdem in einem dauerhaften Dissoziativen Zustand der nicht besser wird. Bin großteils emotionslos. Ich habe das alles ca. ein Jahr mit einer Therapeutin bearbeitet, ihr erklärt wie es mir geht, aber ich habe mich nie ernst genommen gefühlt. Sie hat alles verharmlost, wollte mir keine Medikamente verschreiben und hat meine Gefühle klein geredet.
Leider gibt es außer dem Notenschnitt keine Zugangsbeschränkung zum Psychologiestudium.

Wie überall findet man tragischerweise auch hier Menschen, die unterdurchschnittliche Leistung erbringen, eine falsche Berufswahl getroffen haben, sich nicht fortbilden, überschätzen, empathielos sind usw.

Das passte nicht, dort konnte Dir nicht geholfen werden (ich habe ein ähnliches Problem, beendete deshalb die Therapie bei diesem Psychologen).
Auch bei mir zeigt sich eher der funktionale Teil, was er aber auch nicht mehr leisten kann, ich fühle mich fast dauerhaft disoziiert uvm.)

Gib nicht auf!
 
I

IchBinAllein

Gast
Die Therapie habe ich beendet (die Therapeutin war beleidgt, wenig professionell) und habe im November einen Termin bei einem Spezialisten. Aber bis dahin ist noch so viel Zeit. Ich spiele schon mit dem Gedanken mich akut einweisen zu lassen, aber mein Sohn braucht mich als Halt, er wird nächste Woche eingeschult käme damit sicher nicht zurecht wenn ich plötzlich ein paar Wochen weg wäre.

Ich weiß nicht, ob ich aktuell den Ängsten weiter nachgeben soll oder sie einfach wieder unterdrücken und ignorieren. Vom nachgeben werden Sie schlimmer habe ich das Gefühl. Unterdrücken bringt aber doch auf Dauer auch nichts und macht krank.
 
S

So Nicht

Gast
Eigendiagnosen entsprechen selten dem was du wirklich bist, das verdrängst du!
Du denkst immer an andre, dir geht es ja so gut, so sehen und be-nutzen dich andre.
In dich kann keiner reinschauen, auch kein Therapeut.#
Der kann dir nur helfen wenn du ehrlich bist.
Wenn du ehrlich zu dir selbst wirst, dich Ernst nimmst das ist ein erster Schritt.
Nicht die Starke gibst wenn du mal schwach bist.
Lachst wenn dir zum heulen zu mute ist.
Deine Bedürfnisse ernst nimmst, nicht runterspielst, deutlich aussprichst.
 

bertil

Aktives Mitglied
> aber mein Sohn braucht mich als Halt, er wird nächste Woche eingeschult, käme
> damit sicher nicht zurecht wenn ich plötzlich ein paar Wochen weg wäre.

Das sehe ich genauso! Du solltest schnellstens einen Facharzt aufsuchen und ihm
klarmachen, dass jetzt eine funktionierende Mutter gebraucht wird und kein
erhobener Zeigefinger. Jetzt wird er eingeschult, also wäre wohl ein Medikament
angemessen, dass die Symptome lindert. Ein Therapeut der stattdessen auf Deine
langfristigen Ziele ausweichen möchte, verstünde offenkundig nichts von menschlichen
Prioritäten. Mach ihm oder ihr das klar, dass es jetzt wirklich ums funktionieren für
deinen Sohn geht.

Was ja nicht zuviel verlangt ist. Wirst schon was Passendes bekommen. Meiner Meinung nach
sollte das beim Hausarzt schon möglich sein. Fürs Erste brauchst Du jemand der die Prioritäten
versteht und Rezepte schreiben kann.

Ein Facharzttermin könnte bei Dir nicht warten und was es wiegt, das hats. Wenn Du gleich 200.-+
für die Sitzung veranschlagst, steigt die Chance eines ad hoc Termins. Musst ja dann nicht ewig zu so teurer Adresse gehen.... Oder eine Ambulanz. Why not beim Neurologen versuchen oder sogar
beim Hausarzt. Sag ihm halt gleich dass ers persönlich fressen wird, wenn er dir Baldrian empfiehlt und Bachblüten zum runterspülen. Du brauchst ein gscheits Pulverl für die Symptome, dass aber trotzdem Deine Handlungsfähigkeit nicht einschränkt. Ist meine unprofessionelle Meinung dazu.
Nach der Einschulung Deines Sohnes sollte es natürlich längerfristig angelegt werden. Aber genau dafür gibt es solche "Symptompulverl",. Für solche begrenzten Zeiträume, in denen man als Eltern einfach funktionieren muss, für einen anderen, kleinen Menschen der sonst alles noch viel dramatischer erlebt.
 

bertil

Aktives Mitglied
Wie Du die Lage geschildert hast, ist es für Deinen Sohn wichtig, dass Du in der Einschulungsphase präsent bist. Mit den Lehrern Kontakt hältst, den ersten Elternabend nicht schwänzt usw. Damit Du alle Pfosten für ihn einschlagen kannst, die Du wichtig findest. Nur nicht schleifen lassen. Lass potentiellen Tätern wie den angeführten Eltern keine Luft. Natürlich erfordert das sogar erhöhte Präsenz in nächster Zeit und Du hast daher ein Recht auf entsprechende Hilfsmittel.

Zur Not in der Familie Alarm schlagen, damit das jemand so gut als möglich übernimmt.
 

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