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Ich empfinde kaum positiven Emotionen

Mel97

Mitglied
Hallo zusammen zur späten Stunde,

wie der Titel des Beitrages schon sagt: ich empfinde kaum positiven Gefühle. Eigentlich würde ich es sogar 'gar keine' statt 'kaum' nennen.
Seit wann? Schon immer. Seit der frühen Kindheit bis heute (ich bin 23 Jahre alt).
Natürlich liegt es daran, dass ich auch Depressionen habe. Seit wann? Nun ja, im Grunde auch seit der frühen Kindheit. Ich bin in psychotherapeutischer Behandlung inkl. Medikation (Antidepressiva). Ich habe trotz allen Schwierigkeiten keine Lücken im Lebenslauf (Schulische Bildung, abgeschlossene berufliche Ausbildung, derzeit Studium).
Noten sind hervorragend. Aber mir geht es nicht gut. Ich möchte einfach Positives Empfinden. Wenigstens ein Fünkchen. Allerdings weiß ich nicht 'wie'.
Ich kenne all meine Schwächen und auch Stärken. Mit therapeutischer Hilfe habe ich so einiges über mich herausgefunden. Alles schön und gut. Aber es besteht eine gewisse negative Lebensgrundeinstellung. Egal was ich versucht habe: nichts lässt mich Zufriedenheit, Glück o.ä. empfinden. Dieses Gefühl existiert(e) quasi nie in mir. Nun möchte ich natürlich nicht so weiter leben, weil alles anstrengend ist. Aber wie? Von meinem Umfeld höre ich nur "Du bist schon so lange depressiv. Ich verstehe gar nicht warum. Du hast doch alles?! Du bist gesund, intelligent, erfolgreich etc." - Ich weiß es auch nicht... und immer wenn ich sowas höre empfinde ich mich und mein Emotionsleben noch störender, belastender.
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie viel ich getan habe, um eine Besserung zu erhalten (1x stationäre Behandlung, mehrmalige ambulante Psychotherapien, andere Therapien wie Mototherapie, Kunsttherapie... ca. 7 Jahre lang insgesamt). Manchmal denke ich tatsächlich "Was nicht vorhanden ist, kann ich nicht empfinden. Punkt aus." Ich will mich aber nicht so aufgeben. Ich will wissen wie es ist zu leben, langfristig nur ein bisschen glücklicher zu sein. Einfach mal etwas positives Empfinden.
Ich habe ein kleines soziales Umfeld, das mich sehr liebt. Ich wirke auf viele Menschen auf Anhieb sehr symathisch etc. Körperlich gesund (wo ich auch immer gesagt bekomme; ich soll deswegen dankbar sein - also körperlich gesund, unbeeinträchtigt zu sein). Klar bin ich das. Keine Frage. Aber damit macht mein Emotionszentrum auch keine Luftsprünge... Selbstfürsorge soll helfen, ja. Aber auch da gibt es nichts was ich echt so gerne tue, dass es mir gut tut (Malen, zeichnen, heißes Bad, Pflege, Spaziergänge, Shoppen, Freunde treffen, Sport schonmal gar nicht.......)
Ich bin verzweifelt. Hat jemand ähnliches Problem mal gehabt? Alle Kommentare sind herzlich wilkommen.
Danke für eure Zeit und Mühe.

MfG Melanie
 

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W

WillIEverBeHappy

Gast
Für mich klingt das so, als hättest du deinen Antrieb noch nicht gefunden.
Hast du einen Partner?
Was macht dich glücklicher, als anderes (Wenn du z.B. Shoppen nicht magst ... malst du lieber ... und macht dich da vielleicht Filme schauen noch ein bisschen mehr glücklich?)
Hast du vielleicht Haustiere oder bist du gern mit Tieren zusammen?

Welche Antidepressiva nimmst du denn? Viele Psychiater verschreiben erstmal Seroquel oder ein Generikum mit dem Inhaltsstoff Quetiapin. Warum auch immer sie das machen, denn das sind eigentlich eher Neuroleptika und vor allem Narkoleptika, als wirkliche Antidepressiva (Glücklichmacher)
Meistens wirken diese Stoffe aber eher als "Zombiemaker" und machen dich gegen jedwege Art von Emotion stumpf. Was dann aber natürlich auch das glücklich sein sogar negativ beeinflussen kann.

Gegen Depressionen sollte man eher Escitalopram nehmen (Auch bekannt als Cipralex) ... das wirkt insofern mehr als Glücklichmacher, da es gezielt die Ausschüttung von Serotonin (das Glücklichmacher Hormon) beeinflusst.
Es fungiert als Wiederaufnehmer und laienhaft ausgedrückt heißt das so viel wie -> Das Serotonin wirkt einfach stärker.

Alles Liebe
 

selbstexperiment

Aktives Mitglied
Ich habe trotz allen Schwierigkeiten keine Lücken im Lebenslauf (Schulische Bildung, abgeschlossene berufliche Ausbildung, derzeit Studium).
Du hast keine wirklichen Tiefen im Leben. Das geheimnis der wirklich immer strahlenden Menschen (Glücklich sein), ist das sie tiefen haben. wirklich abgrundtiefe tiefe. Wenn Du sie alt Partner hast, lernst du auch ihre schwachen seiten kennen. Ihre niederlagen. Und daraus heraus sind sie für so viele einfache Dinge schon so Dankbar. Und deshalb schneller glücklich. - Du ahst alles. immer gehabt. deshlab ist dein Leben monoton. Klar du hast psychische behandlungen, aber war da eine tiefe niederlage? Wie tief? Wir menschen haben unterschiedliche schwellen. Manchmal muss man sich die beine vom Zug wegfahrenn lassen und überleben um mal bei null oder unter null anzukommen. Weil dann passiert folgendes, du hast mal richtig angst. Und danach bist du erfolgreich aus der Angst/herausforderung raus gekommen. Und das geht nur durch ahrte arbeit, die mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun hat. Heißt du lernst wie du mit dir im innerenn aber auch im außen mit andereen optimal durchs leben gehst. Du hast gewissheit, es geht immer irgendwie weiter. Und du kannst es schaffen. Und erwartes aber nichts viel, sondern gehtst mit dem was du hast in die welt und freust dich, wenn es auf resonanz stößt und wenn nciht über die herausforderung. - Leute die glücklich sind, wissen das glücklich sein eine entscheidung ist und das sie dafür etwas tun müssen. (NIcht eine therapie über sich ergehen lassen, wo irgenwie jemand was mit dir macht bzw. dich leitet, sondern alleine aus eigener kraft aus einer schwierigen situation heaus.)

Wenn du depressiv bist, pass auf, mit extrem sport und erlebnissen, steiger dich klein. reinhold Messner, hat z.B. das Motto, bring dich in einer Lebensgefährliche Situation um da sicher und heil wieder raus zu kommen. Das ist also volle konzentration an der grenze. Wach sein! (Also das gegenteil von Zombie in unserer Gesellschaftt sein und mitfließen mit einem perfekten lebenslauf.) - Ich bin kein arzt, aber ich würde dir auch nahelegen von den Medikamenten los zu kommen. Aber auch von Drogen wie alkohol etc. Wenn du das gefühl von Glück haben willst, solltest du auf diese hemmer/steiger verzichten. Deine synapsen blockieren wenn sie überdosen von endorphienen und anderen glückbotenstoffen erhalten. Das ist wie eine Raucherlunge, die kriegst du nur schwer wieder frei.


PS: Übrigends ein unglaublich gruseliger avatar.
 

Hamsterpups

Mitglied
Ich halte den "Tipp", sich in extreme Situationen oder Tiefen zu bringen, um Glücksgefühle zu empfinden, wenn man heil/lebend wieder raus kommt, für gefährlich. Gerade bei depressiven Menschen kann dies zur Depression auch noch manische Episoden bewirken - und das willst du nicht. Bipolare Störungen sind keine schöne Sache, sondern können - ebenso wie Depressionen - lebensgefährlich sein.


Körperliche Betätigung und Sport sind natürlich grundsätzlich nicht schlecht, gerade auch für das eigene Körperempfinden und den Selbstwert, aber mit ungesichertem Rock Climbing oder Schwimmen durch den gesamten Ärmelkanal muss man nun nicht anfangen.


Je nach der Art, des Antidepressivum, das du nimmst, ist es normal, dass deine Höhen und Tiefen eben nicht mehr so hoch und tief sind wie bei anderen Menschen. Die AD dämpfen das Empfinden. Das ist der Vorteil, wenn man in depressiven Episoden eben viel Traurigkeit empfindet. Nachteil ist aber eben, dass auch Glücksgefühle nicht mehr so intensiv wahrgenommen werden können.


Ich persönlich kenne es auch, dass man das Gefühl hat, auch vor der Depression (oder vor den AD) keine Glücksgefühle erlebt zu haben. Das liegt mMn aber auch daran, dass Glücksempfinden sich nicht so sehr in der Erinnerung verankert wie negative Gefühle.


Ich habe für mich gemerkt, dass der Schritt von einer Masse an negativen Gefühlen zu ein paar positiven Gefühlen über neutrale Gefühle/Situationen geht. Der Schritt von - zu + ist mir sonst zu groß und stressig. Und Stress bewirkt bei mir nur wieder negative Gefühle.


Das Wort "Achtsamkeit" wird gerade in den letzten Jahren immer wieder in den Raum geworfen und leider mittlerweile fast inflationär gebraucht. Aber tatsächlich ist es meiner Meinung nach hilfreich.
Emotionen, positiv wie negativ, sind ein wahnsinnig komplexes und weites Feld. Manche muss man auch erst (erkennen) lernen.


Ich bin im Moment auch in einer Phase, in der ich das Gefühl habe, dass ich einfach keine positiven Emotionen habe. Ich versuche mir dann häufig bewusst zu machen, was zumindest keine schlechten Gefühle ausgelöst hat. Bsp.: Eine Kollegin hat sich vorhin bei mir für eine Tüte Gummibärchen bedankt, die ich ihr vor ein paar Tagen als Nervennahrung mitgebracht habe.
Mein depressives Hirn hätte darauf reagiert mit dem Gedanken, dass sie sich nur aus Höflichkeit bedankt. Tatsächlich hat mein Hirn heute eben nicht so reagiert. Zwar auch nicht mit dem positiven Gedanken "Hey, du hast deiner Kollegin eine Freude bereitet. Das macht mich stolz.", aber immerhin nicht negativ. Das verbuche ich als Zwischenschritt vom Negativen zum Positiven.


Vielleicht hilft dir meine Sichtweise ein bisschen weiter.
 

trigital

Aktives Mitglied
Hallo M.,

ich kenne das schon irgendwie auch. Aber ich mußte es irgendwie nie bekämpfen. Weil das Schlechte das Gefühlslose leider eliminiert hat. Dabei sind doch beide Zustände nicht wirklich gut? Aber egal.
Du willst das Schöne?
Dan mußt du für dich überlegen, was du schön findest.
Und wenn du gut gewählt hast und dein Verständnis von Schönheit über ein paar Jahre gepflegt hast, dann kannst du herausfinden, ob du gut gewählt hast.
Aber leider ist das Leben keine Maschine, die so funktioniert, wie man glaubt, dass es sein könnte!
Aber so ein bisschen glaube ich könnte es in meinem Leben gewesen sein???
Du willst dich gut fühlen?
Dann tu etwas Gutes! Schau den Leuten zu, wie es ihnen gut tut, was du tust. Und sei dir dessen gewiss, dass sie ein gutes Gefühl hatten. Das was du so wertschätzt.
Fühl dich gut, weil du das tust, was dir gefällt.
Was gefällt dir? Das was du schön findest.
Und irgendwann, wenn das Leben auch schön brav mitspielt und die Menschen nicht zu sehr rein funken, dann hat sich zu mindest bei mir das schöne Gefühle stabilisieren können. Aber nur so ungefähr. Genau kann ich es nicht beschreiben. Aber vielleicht reicht es ja?
lg
 

Abrafax123

Mitglied
Hallo Melanie,

drei Hilfestellungen:

1. Denke mal über den Satz nach: "Nichts ist ohne sein Gegenteil wahr."

Das kann bedeuten, es muss einem mal so richtig scheiße gehen, aber so richtig, das du erstmal bewusst und unbewusst merkst wie gut es dir eigentlich geht - und du an jedem Tag, an dem du gesund aufwachst, Luftsprünge machen könntest, und hundert Menschen abknutschen vor Glück! :) Vielleicht geht es dir also einfach zu gut?? Schlecht gehen kann eine schwere Krankheit sein, Zahnschmerzen, Liebeskummer oder der Verlust eines Angehörigen. Nun wünscht man ja niemandem etwas Schlechtes.... Ich vermute irgend soetwas wird mal im Leben kommen. Wie würdest du dich dann fühlen, wenn es wieder besser wird? Es ist immer so ein schönes Gefühl, wenn der Schmerz nachlässt... Was fühlst du denn wenn du andere Leute siehst, denen es sehr schlecht geht. Kannst du mitfühlen, oder lässt dich das kalt?

2. Wie fühlst du dich, wenn du dir etwas Ambitioniertes vornimmst und erreichst dein Ziel? Vielleicht solltest du dich selbst mehr herausfordern... Was ist mit Sport? Wie fühlst du dich, wenn du bis an deine Leistungsgrenze gehst?

3. Auch wenn es ein heikles Thema ist: Was machen die Sexual-Hormone? Wirkt Sonnenschein auf dich? Fühlst du was, wenn du dich selbst berührst? Bekommst du Lust? Musst du manchmal an Sex denken? Ich stelle diese Fragen nur um die Ursache einzugrenzen

Ich hoffe es waren ein paar hilfreiche Impulse für dich dabei
 

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