Liebe Dauni,
ich glaube, da braucht man vor allem ganz viel Zeit und Geduld mit sich selbst.
Ich war kürzlich an einem Vortrag eines Hospizvereins und da war unter anderm von Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen die Rede - die macht sich anscheinend fast jeder nach dem Tod eines nahestehenden Menschen, egal, wie die Person ums Leben kam. Man denkt immer "hätte ich nur", "warum habe ich nicht" usw.
Therapeutische Hilfe ist sicherlich sinnvoll, oder auch eine Trauerbegleitung.
Um zu lernen und zu akzeptieren, dass man gewisse Dinge einfach nicht in der Hand hat, und dass man auch nicht immer alles richtig machen kann.
Wir tun meistens das, was wir in dem Moment für richtig halten und versuchen immer unser Bestes.
Danach hat man einen anderen Blick und zermürbt sich - unnötig - mit diesen "hätte ich"'s.
Eins muss ich noch loswerden :
mir gehen diese Sprüche von wegen "Schau nach vorne" (wie er weiter vorne von "Dem Veränderer" gemacht wurde) oder "das Leben geht weiter, Du lebst ja noch" sowas von auf den Senkel !!!
Wie oft muss ich mir diesen Schrott anhören.
Man hat einen lieben Menschen verloren, das braucht Zeit zur Verarbeitung.
Jeder braucht dazu so lange, wie er eben braucht.
Und natürlich verändert sowas. Es fängt ja ein ganz neuer Lebensabschnitt an.
Ich denke auch, man entwickelt sich durch so eine Erfahrung ein ganzes Stück weiter. Aber dazu muss man erstmal eine Weile noch "in der Vergangenheit leben" und sich mit dem Auseinandersetzen, was war.
Alles Liebe für Dich, Dauni!