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Ich bin zu spät nochmal Mama geworden

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Liebe @Kati63,

ganz zu Beginn kam die Frage schon mal auf, aber ich glaube, es gab keine richtig tiefschürfende Antwort darauf.

Ihr habt das Kind mit medizinischer Hilfe bekommen, weil ihr beide bereits nicht mehr auf gewöhnlichem Wege schwanger geworden seid. Da ist naheliegend, dass sie das Ergebnis einer Eizellspende war.
Auch wenn du sie normal ausgetragen und geboren hast - ihr beide teilt doch keinerlei Erbmasse, oder sehe ich das falsch?

Ich habe ja auch zwei erwachsene Kinder und mit der Hälfte bemerkenswerte Kämpfe. Aus dieser Auseinandersetzung mit dem Leben und mit mir selbst als Mutter habe ich gelernt, dass es normal ist, dass einem das Kind näher steht, was einem genetisch am ähnlichsten ist. Es ist nur nicht gesellschaftskonform, das zuzugeben.
Es herrscht allgemeiner Konsens in der Gesellschaft, dass Mütter all ihre Kinder gleich lieben / lieben müssen.

Wie geht's dir denn wirklich emotional damit? Steht das Mädchen dir überhaupt irgendwie nahe?
 
Wie kam sie mit diesen Sendungen, die sich ja nun nicht an Kinder richten, in Berührung?

Ihr hattet bereits zwei Kinder; fielen euch da nicht sehr früh deutliche Unterschiede auf?
Kinder bekommen heutzutage sehr viel mit. Man kann sie gar nicht davor schützen, vorcallem, wenn sie so aufgeweckt sind wie dieses Mädchen.

Ich denke halt bei den gemeinsamen Tätigkeiten auch nicht unbedingt ans Spielen, sondern so kreative Sachen.

Du hast doch erzählt, dass sie irgendwo dabei war, wo ihr Tassen oder etwas anderes bemalt habt, was sie gerne mitgemacht hat.

Sowas zum Beispiel. Deshalb mein Vorschlag mit Fimo, malen oder so.

Das wirkt ja auch beruhigend und man kann dabei auch ins Gespräch kommen.

Ich glaube irgendwie auch, dass sie vielleicht wirklich ein Problem haben könnte mit ihren Gefühlen. Traurigkeit, Angst und so weiter.

Bei so viel Input und dieser wahrscheinlichen Hochbegabung, kommt es öfter vor, dass die Gefühle dazu gar nicht richtig verarbeitet werden.

Das Mädchen ist 8 Jahre alt.

Ich kenne mich da auch zuwenig aus.

Bezüglich Vorlesen hatte ich mir einfach vorgestellt, dass man dabei gemeinsam kuschelt z. B.

Also nicht nur auf die Selbständigkeit und der großartigen Fähigkeiten des Kindes stolz sein und das fördern,

sondern irgendwo auch das ganz kleine Mädchen sehen, welches wahrscheinlich ganz viel Geborgenheit und Sicherheit und einfach Liebe braucht.

Du beschreibst ja selbst, dass dir die politische Situation im.Osten Angst macht.

Das kann ich gut verstehen, aber es kann nicht sein, dass ein 8jähriges Kind diese Angst im vollen Ausmaß auch empfindet.

Ich denke, dass euer Kind Hilfe braucht und ihr als Eltern auch.

Um mit diesem ganz besonderen Kind umzugehen, um dieses besondere Kind zu verstehen und euch selbst dabei auch zu verstehen.

Dieses Kind braucht einfach Sicherheit.
 
Kati, du antwortest zur Frage, was du mit deiner Tochter machst, immer nur auf die Gegenwart bezogen. Aber wie war es denn im Kita -Alter? Auch da hast du ihr nie vorgelesen, nie mit ihr gebastelt, bist nie mit ihr auf Kita-Feiern gegangen?

Sie ist erst mit 3 in die Kita gekommen und war dann auch eher selten dort.

Und es war schon immer sehr schwierig mit ihr zu spielen. Spielzeug war schon immer nicht so beliebt. Wir haben eine Zeit lang oft Gesellschaftsspiele gespielt und mit Experimentierkästen gespielt.


Die Hochbegabung steht nicht erst seit gestern im Raum.

Liebe @Kati63,

ganz zu Beginn kam die Frage schon mal auf, aber ich glaube, es gab keine richtig tiefschürfende Antwort darauf.

Ihr habt das Kind mit medizinischer Hilfe bekommen, weil ihr beide bereits nicht mehr auf gewöhnlichem Wege schwanger geworden seid. Da ist naheliegend, dass sie das Ergebnis einer Eizellspende war.
Auch wenn du sie normal ausgetragen und geboren hast - ihr beide teilt doch keinerlei Erbmasse, oder sehe ich das falsch?

Ich habe ja auch zwei erwachsene Kinder und mit der Hälfte bemerkenswerte Kämpfe. Aus dieser Auseinandersetzung mit dem Leben und mit mir selbst als Mutter habe ich gelernt, dass es normal ist, dass einem das Kind näher steht, was einem genetisch am ähnlichsten ist. Es ist nur nicht gesellschaftskonform, das zuzugeben.
Es herrscht allgemeiner Konsens in der Gesellschaft, dass Mütter all ihre Kinder gleich lieben / lieben müssen.

Wie geht's dir denn wirklich emotional damit? Steht das Mädchen dir überhaupt irgendwie nahe?

Wenn man jetzt einen Test machen würde, dann sind wir tatsächlich nicht verwandt. Ich hatte aber dennoch Einfluss auf ihre Entwicklung während der Schwangerschaft. Mein Lebensstil etc. Unsere Bindung war auch wirklich mal deutlich enger. Das hat sich in den letzten Jahren sehr verändert.
 
Mit ihr basteln oder ähnliches mache ich auch nicht. Sie will es nicht. Sie will nichts mit mir machen. Ich kann vorschlagen was ich will: Die Antwort ist immer nein.
Ehrlich gesagt, drängt sich mir der Gedanken auf, ob man nicht eher den Gatten für eine Weile loswerden kann und auf Kur schicken. Ich glaube nicht, dass du und die Tochter das Problem seid. Schwierige Angelegenheit.
 
Guten Abend.

Ich möchte vorab gerne klarstellen, dass ich meine Tochter liebe und sehr glücklich bin, dass es sie gibt. Es soll nicht den Anschein machen, dass ich sie oder ihre Existenz bereue.

Ich bin mit Mitte 50 nochmal Mama geworden. Unsere beiden "großen" Töchter waren zu dem Zeitpunkt schon erwachsen und ausgezogen. Wir haben uns damals ganz bewusst dafür entschieden, relativ früh Eltern zu werden. Das haben wir auch nie bereut, obwohl die gemeinsame Zeit im Alltag manchmal begrenzt war. Wir haben studiert bzw. mussten arbeiten. Die Kindheit der beiden haben wir dennoch sehr schön in Erinnerung.

Wir sind dann zum ersten Mal Oma & Opa geworden und das war der Auslöser für alles, was danach passiert ist. Es war zum einen die eigene Zeit mit unserem Enkelkind, aber auch zu sehen, wie deren Familienalltag ist. Es gibt ja mittlerweile viele Möglichkeiten (Elternzeit, Vereinbarkeit Familie & Beruf etc.). Das gabs damals noch nicht in dieser Form. Wir haben dann ein bisschen mit einem weinenden Auge zurückgeschaut und hätten es auch gerne so gehabt.

Die Gedanken haben uns dann irgendwann so sehr umgetrieben, dass wir beschlossen haben, es nochmal zu versuchen. Nochmal Eltern werden. Es hat dann auf natürlichem Weg nicht geklappt. Das war vielleicht Rückblickend, der Moment, in dem man hätte sagen müssen, dass es vielleicht nicht sein soll. Wir haben dann trotzdem alles mögliche versucht und sind letztendlich deswegen sogar ins Ausland gereist.

Die Schwangerschaft lief dann überraschend gut. Es ging mir und unserem Baby weitestgehend gut. Kaum Probleme. Wir haben uns deswegen dann ein bisschen die Rosarote-Welt ausgemalt. Es wird alles super, wir werden die Zeit mit Kind ganz anders erleben und total genießen.

Die Babyzeit hat mir schon alles abverlangt. Ich habe es damals aber darauf geschoben, dass Babys manchmal anstrengend sind und alles besser wird. Unsere Tochter wird dieses Jahr 9, die Babyzeit ist lange vorbei, und der Alltag mit Kind verlangt mir immer noch alles ab. Die alltäglichsten Sachen, die andere Eltern auch erleben, sind mir oft schon zu viel. Das müssen gar nicht unbedingt die größten Dramen sein. Es gibt natürlich auch Momente, die sehr schön sind und die ich genieße. Die meiste Zeit kann ich aber nichts genießen. Die meiste Zeit bin ich im Überlebensmodus. Ich bin die Mama und muss mich kümmern.

Es fehlt mir aber auch der Gegenpart zum darüber reden, weil die Rosarote-Welt für meinen Mann in Erfüllung gegangen ist. Er geht in seiner Aufgabe als Papa auf. 24 Stunden Papa im Einsatz. Er und seine kleine beste Freundin, - Ein Team.

Er hat für alles die Geduld, die mir so oft fehlt. Ich muss mich oftmals sehr zusammenreißen. Wenn ich dann daran denke, was in den nächsten Jahren noch auf uns zukommt oder zukommen könnte, dann grault es mir. Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Ich weiß aber auch nicht, was ich machen soll oder an wen ich mich wenden könnte. Es fällt mir keine Lösung ein.

Meine Tochter ist in einem ähnlichen Alter. Ich hab sie aber deutlich jünger bekommen, wenn auch in meinen 30er Jahren und ich muss dir dennoch sagen, dass mich vieles schon sehr mitgenommen hat.
Ich will dich nicht verurteilen, muss aber sagen mit über 50 hätte ich kein Kind mehr bekommen wollen.
Ich fand es damals schon mit Baby sportlich und eigentlich zu spät.
Ich denke aber dein Beispiel könnte vielleicht anderen dienen bei denen die Hormone durchgehen.
Man sollte es eben gut durchdenken.
Nun gibts kein zurück mehr. Wenn sie da sind, sind sie da.
 
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